Normen / Normung


Hausarbeit, 2005
18 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Normen und Normung
2.1 Definition des Begriffes Norm
2.2 Sinn der Normung
2.3 Ziele der Normung

3 Bereiche der Norm
3.1 Arten von Normen
3.2 Inner- und Überbetriebliche Normen
3.3 Norminstanzen
3.3.1 Nationale Normung
3.3.2 Normung in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union
3.3.3 Internationale Normung

4 Verbindlichkeit der Norm

5 Mikro- und Makroökonomische Bedeutung von Normen
5.1 Mikroökonomische Bedeutung der Norm
5.2 Makroökonomische Bedeutung der Norm

6 Die Rechtswirkung von Normen
6.1 Vertragsrechtliche Wirkung von Normen
6.2 Haftungsrechtliche Wirkung von Normen

7 Abschließende Worte

Literaturverzeichnis

Literaturbewertung

Anhang

1 Einleitung

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde im Zuge der Industrialisierung und der damit verbundenen rasant wachsenden Anzahl an technischen Neuerungen eine gewisse Standardisierung der Technik, der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Verwaltung immer notwendiger. Die Entwicklung der Deutschen Norm begann bereits im ersten Weltkrieg. Im Frühjahr des Jahres 1917 wurde der >Normalienausschuß für den deutschen Maschinenbau< gebildet, um am 22. Dezember 1917 in den Normenausschuss der Deutschen Industrie (NDI) umbenannt zu werden. Mit dem NDI existierte nun zum ersten Mal in Deutschland eine selbstverwaltete, nicht staatliche Körperschaft, die das Recht auf eine Zentralstelle für Normung auf nationaler Ebene erhob. Bereits 1926 gab es auf Grund der gestiegenen Geltung des Instituts eine weitere Namensänderung. Nun war es der Deutsche Normausschuss (DNA) der über die Inbetriebnahme von allgemeinen Standards entschied. 1975 wurde der Normausschuss dann in das bis heute unter dem Namen Deutsches Institut für Normung e.V. (DIN) bekannte Institution umbenannt. Das DIN ist ein Verein, der bis zum heutigen Tag seine Interessen auf nationaler-, europäischer sowie internationaler Ebene vertritt.1

2 Normen und Normung

2.1 Definition des Begriffes Norm

Eine allgemeingültige Definition des Begriffs Normung wurde im Jahr 1932 im Handbuch der Rationalisierung verfasst. Demnach ist Normung „eine aus den wirtschaftlichen Bedürfnissen entstandene und von Erzeugern, Händlern und Verbrauchern gemeinsam anerkannte Vereinbarung über einheitliche Festlegungen auf den Gebieten der: Begriffe, Beziehungen, Kennzeichen, Typen, Gestalt, Stoffe, Genauigkeit, Prüfverfahren, Leistungsregeln, Lieferarten, Herstellungsverfahren, Betriebs- und Verwaltungsvorschriften, Bau- und Sicherheitsvorschriften usw.“ (zit. nach Krüger 1961,S.619).

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) definiert Normung als „die planmäßige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit. Sie darf nicht zu einem wirtschaftlichen Sondervorteil Einzelner führen. Sie fördert die Rationalisierung und die Qualitätssicherung in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Verwaltung. Sie dient der Sicherheit von Menschen und Sachen sowie der Qualitätsverbesserung in allen Lebensbereichen. Sie dient außerdem einer sinnvollen Ordnung und der Information auf dem jeweiligen Normungsgebiet. Die Normung wird auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene durchgeführt“ (DIN 820 T.1, 2).2

Anhand dieser Definitionen wird deutlich, welche Bedeutung die Norm in vielen Bereichen des Lebens und der Wirtschaft hat.

2.2 Sinn der Normung

Normen haben in vielen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen einen sehr hohen Stellenwert eingenommen. „Staat und Wirtschaft eines modernen Industrielandes bedürfen eines umfangreichen, ständig an den technischen Fortschritt angepassten Normwerks im Sinne der Verständigung, der Vereinheitlichung, der Rationalisierung und der Qualitätssicherung“ (Hahn-Woernle/ Reihlen, 1984, S.246). Außer diesen Grundfunktionen stellen Normen auch Schutzfunktionen für den Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz dar. Ökonomisch betrachtet können einzelwirtschaftliche (Werknormen) aber auch gesamtwirtschaftliche (überbetriebliche Normen) Normen eine große Rolle spielen. Dennoch enden Normen nicht an den nationalen Grenzen, sondern vergrößern im Zuge der Erweiterung des europäischen Binnenmarktes ihre Grenzen.3

2.3 Ziele der Normung

Aus den Definitionen der Norm lassen sich mehrer Ziele bereits ableiten, wie z.B. Verständigung, Vereinheitlichung, Qualitätssicherung, Sicherheit und Rationalisierung auf dem entsprechenden Normgebiet. Ein großer Baustein ist dabei der Nutzen für die Allgemeinheit, der ein übergeordnetes Ziel darstellt. In der heutigen schnelllebigen Wirtschaft ist es notwendig, dass alle in einem Wirtschaftssegment Tätigen eine gemeinsame Sprache sprechen. Dies gilt insbesondere im Bereich der Technik, wo oft komplizierte Zusammenhänge und Details verständlich gemacht werden müssen. Normen dienen also der Verständigung in Forschung, Entwicklung und Produktion und erleichtern darüber hinaus auch den Handel. Zum Grundprinzip einer verständlichen Normung gehören die Prinzipien der Ordnung und Information. Unter dem Prinzip der Ordnung steht die Systematik, Widerspruchsfreiheit und Klarheit der verfassten Normen, damit eine fehlerlose Interpretation der Norm auch möglich ist. Nur eine gründliche, wissenschaftlich begründete und stets aktuelle Ausführung der Norm sichert nicht nur den Anspruch auf das Ordnungs- sondern auch auf das Informationsprinzip, das im wesentlichen für die Verbreitung der Norm zuständig ist.4

3 Bereiche der Norm

3.1 Arten von Normen

Die Wörter Norm und Normung finden in unserem heutigen Sprachgebrauch vielerlei Verwendung. Die Normung begegnet uns in nahezu jeder Lebenssituation ohne das wir uns ihrer Existenz überhaupt bewusst sind. Eine Gliederung in bewusste und unbewusste Norm ist daher nicht weit hergegriffen. Zu unbewussten Normen zählt man hauptsächlich gesellschaftliche Normen wie z.B. religiöse und sittliche Normen aber auch Sprachnormen. Bewusste Normen sind dagegen Gesetzesnormen, Gewichtsnormen, Münznormen und alle technischen Normen.

In der DIN 820 T.3 wird nochmals in elf verschiedene Arten von Normen anhand ihres Inhaltes unterschieden. Unterschieden wird in Dienstleistungsnormen, Gebrauchstauglichkeitsnormen, Liefernorm, Maßnorm, Planungsnorm, Prüfnorm, Qualitätsnorm, Sicherheitsnorm, Stoffnorm, Verfahrensnorm, Verständigungsnorm.

Darüber hinaus kann auch nach dem Grad der Normung unterschieden werden, z.B. in

- Grundnormen, die große Anwendungsmöglichkeiten haben und von allgemeiner grundlegender Bedeutung sind,
- Fachgrundnormen, die auf ein bestimmtes Fachgebiet begrenzte Grundnormen sind und
- Fachnormen, die Einzelfestlegungen für ein bestimmtes Fachgebiet beinhalten (Bauer 1982, S.445).

Normen kann man aber auch noch nach ihrem Umfang und ihrer Regelungsintensität unterscheiden. So z.B. in

- Vollnormen, die alle Einzelheiten eines genormten Gegenstandes festlegen,
- Teilnormen, die nur die Eigenschaften und Abmessungen, die Austauschbarkeit und Auswechselbarkeit gewährleisten und
- Rahmennormen, die einen Rahmen vorgeben, in dem sich Gegenstände einfügen sollen

(Schönfeld 1966,S 26f.).5

Einige technische Normen entstehen dagegen aber infolge von Marktprozessen, und zwar entweder durch die eindeutige technische Überlegenheit eines Produktes oder Verfahrens, durch einen zeitlichen Vorsprung bei der Markteinführung einer neuen Technik oder durch die Marktstellung eines Unternehmens, dessen Vorgaben die übrigen Wettbewerber folgen müssen. Hierbei handelt es sich um „De-facto-Normen“, welche von Mitbewerbern genutzt werden, um ihre Produkte als kompatible Alternative am Markt anzubieten. Dabei kommt es vor, dass mehrere Unternehmen einer Branche oder auch vor- und nachgelagerte Wirtschaftsstufen sich zu einem Normkartell zusammenschließen, indem sie Absprache über die Herstellung oder den Bezug einheitlicher Produkte zum Zweck der Rationalisierung und Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit treffen.6

3.2 Inner- und Überbetriebliche Normen

Je nach Geltungs- und Einflussbereich lässt sich die Norm in inner- und überbetriebliche Normen gliedern. Innerbetriebliche Normung ist meist in ihrer Geltung auf das Unternehmen beschränkt. Diese Normung ist notwendig geworden, da die verschiedensten Anforderungen der Unternehmen nicht immer durch die überbetriebliche Normung zu reglementieren sind. Dabei unterscheidet man zwei Arten von innerbetrieblichen technischen Normen: Werknormen und Werkfassung. Werknormen sind das Ergebnis der Normarbeit eines Unternehmens (Betriebes, Werkes), einer Behörde oder einer Körperschaft (Verbandes, Vereines) für ihren eigenen Bedarf. Bei der Werksfassung handelt es sich um eine gekürzte, geänderte oder ergänzte Fassung einer Norm, eines anerkannten Norminstituts. Die Art und Weise der Normung steht den Unternehmen weitestgehend frei. Doch wird eine Anlehnung an die DIN der Reihe 820, Teil 1, 3, 4, 15, 21-29 bzw. der CEN/ CENELEC EN 45020 empfohlen. Die überbetriebliche Norm umfasst alle regionalen, nationalen und internationalen Normen. Dabei hat die regionale Norm die Aufgabe zwischen nationaler und internationaler Norm zu vermitteln.7

3.3 Norminstanzen

Die „Normorganisation“ erfolgt über ein normschaffendes Institut, das auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene anerkannt ist und als wesentliche Funktion die Erstellung, Anerkennung oder Annahme von Normen hat, welche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In Deutschland erfolgt die Organisation von überbetrieblichen Normen über das DIN (Deutsches Institut für Normung e.V.), welches eine Vermittlerrolle zwischen Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und entsprechenden Interessengruppen einnimmt. Auf europäischer Ebene übernimmt diese Position das CEN/CENELEC (Europäisches Komitee für Normung bzw. Elektrotechnik) und auf internationaler ISO/IEC (International Organization for Standardiziation) ein.8

Abbildung 1: Normhierarchie9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.3.1 Nationale Normung

Eine nationale normschaffende Institution wird nur dann als bestimmende nationale Normorganisation bezeichnet, wenn sie als nationales Mitglied einer einschlägigen regionalen- und internationalen Normorganisation in Frage kommt und das bedeutendste nationale normschaffendes Institut auf dem entsprechenden Fachgebiet ist. Auf Grund der bis vor wenigen Jahren durchgehend hoheitlichen Zuständigkeit für die Telekommunikation in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) gibt es erst seit kurzem wenige eigenständige, für die Telekommunikation zuständige Normorganisationen. Meist werden diese Aufgaben aber von den technischen- oder elektrotechnischen Normorganisationen übernommen. Das heißt, dass es auf nationaler Ebene drei wichtige Normorganisationen gibt, das wären die technische-, elektrotechnische- und die Telekommunikationsnormorganisation. Seit der systematischen Aufnahme technischer Normen im Rahmen des europäischen Harmonisierungsprozesses und der daraus entstehenden bemerkenswerten Dynamik der europäischen Normung - durch zunehmende Verflechtung in der Aufbau- und Ablauforganisation - tritt die nationale Normung immer mehr in den Hintergrund.

[...]


1Wölker,Thomas, Entstehung und Entwicklung des Deutschen Normausschusses 1917 bis 1925, Beuth Verlag,S.9,1992

2Clemens/ Hauser, Die Harmonisierung technischer Normen in der EG und ihre Auswirkung auf den industriellen Mittelstand, Verlag Schäffer Poeschel,S.2,1993

3Clemens/ Hauser, Die Harmonisierung technischer Normen in der EG und ihre Auswirkung auf den industriellen Mittelstand, Verlag Schäffer Poeschel,S.1,1993

4Clemens/ Hauser, Die Harmonisierung technischer Normen in der EG und ihre Auswirkung auf den industriellen Mittelstand, Verlag Schäffer Poeschel,S.3-4,1993

5Clemens/ Hauser, Die Harmonisierung technischer Normen in der EG und ihre Auswirkung auf den industriellen Mittelstand, Verlag Schäffer Poeschel,S.6-7,1993

& Feuchter Hermann, Werknormung,Beuth Verlag,S.27ff,1996

6Zubke-von Thünen,Thomas, Technische Normung in Europa, Duncker&Humblot,Berlin,S.222-223,1999

7Zubke-von Thünen,Thomas, Technische Normung in Europa, Duncker&Humblot,Berlin,S.119 ff.,1999

8Clemens/ Hauser, Die Harmonisierung technischer Normen in der EG und ihre Auswirkung auf den industriellen Mittelstand, Verlag Schäffer Poeschel,S.6-9,1993

9Clemens/ Hauser, Die Harmonisierung technischer Normen in der EG und ihre Auswirkung auf den industriellen Mittelstand, Verlag Schäffer Poeschel,S.7,1993

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Normen / Normung
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V74701
ISBN (eBook)
9783638720533
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Normen, Normung
Arbeit zitieren
Nico Haase (Autor), 2005, Normen / Normung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74701

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Normen / Normung


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden