Die internationale Logistik hat in den letzten Jahren nicht zuletzt aufgrund des Zusammenwachsens der Märkte und eines damit einhergehenden immer regeren Güteraustausches zwischen immer mehr Volkswirtschaften stark an Bedeutung gewonnen. So forcieren Organisationen wie die Welthandelsorganisation (WHO) den schrittweisen Abbau von Handelsbarrieren.
In der EU ist vor allem durch die Bildung des europäischen Binnenmarktes zum 1.1.1993 und der Schaffung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) zum 1.1.1999 der Import/Export innerhalb des Gemeinschaftsgebietes dem nationalen Güterhandel sehr nahe gekommen. Trotz dieser Erleichterungen im grenzüberschreitenden Güterhandel der EU bleiben im Vergleich zur nationalen Logistik erhöhte Anforderungen, z.B. durch größere Entfernungen oder durch kulturelle Unterschiede wie die Sprachbarrieren, bestehen. Diese und weitere Aspekte sollen dem Leser im Rahmen dieser Arbeit näher dargestellt werden.
Im Detail werden einige grundlegende Punkte zum internationalen Güterhandel und dessen Komponenten, wie die verschiedenen Umschlagspunkte, sowie mögliche Strukturen internationaler logistischer Ketten erläutert. Hierbei wird auch auf die an logistischen Ketten beteiligten Unternehmen und mögliche zum Einsatz kommende Informations- und Identifikationssysteme eingegangen, da auch diese Komponenten mit gestiegenen Ansprüchen konfrontiert sind. Im Anschluss wird anhand der Logistik für verderbliche Lebensmittel verdeutlicht, wie komplex und umfangreich die Anforderungen an internationale Lieferketten sein können. Zum Ende hin wird diese Arbeit einen Überblick über die spezifische Situation des Lebensmitteltransportes von Italien nach Deutschland darstellen, wobei auf dessen Entwicklungen und Probleme näher eingegangen wird sowie einige Lösungsansätze aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielstellung und Vorgehensweise der Arbeit
2. Internationaler Güterhandel
2.1 TUL-Prozesse
2.1.1 Umschlags- und Lagerarten
2.1.2 Erscheinungsformen internationaler Lieferketten
2.1.3 Grenzüberschreitende Transporte
2.2 Unternehmen und Systeme
2.2.1 Logistikdienstleister und Intermediäre
2.2.2 Informationssysteme
2.2.3 Identifikationssysteme
3. Anforderungen an die Gestaltung internationaler logistischer Ketten am Beispiel der Lebensmittellogistik
3.1 Besonderheiten der Logistik für verderbliche Lebensmittel
3.2 Rechtliche Anforderungen
3.3 Markt- und Kundenanforderungen
3.4 Ökologische Anforderungen
4. Lebensmitteltransport von Italien nach Deutschland
4.1 Überblick zur gegenwärtigen Situation
4.2 Entwicklungen und damit einhergehende Probleme
4.3 Optimierungsansätze
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die steigende Bedeutung der internationalen Logistik im Kontext eines zunehmenden Güteraustausches. Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen an internationale Lieferketten darzustellen und am Beispiel des Lebensmitteltransports von Italien nach Deutschland Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
- Grundlagen des internationalen Güterhandels und logistischer Prozessstrukturen.
- Herausforderungen in der Lebensmittellogistik, insbesondere in Bezug auf Hygiene, Recht und Frische.
- Analyse der Marktsituation im Lebensmitteltransport zwischen Italien und Deutschland.
- Lösungsansätze zur Effizienzsteigerung und Netzwerkkonfiguration bei grenzüberschreitenden Lieferketten.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Umschlags- und Lagerarten
Im anstehenden Kapitel wird auf die Arten der möglichen zum Einsatz kommenden Zwischenstationen, welche die Lieferketten im Güterhandel ausgestalten, näher eingegangen. Für diese Zwischenstationen muss in der Folge auch eine Entscheidung zum Standort gefällt werden, was aber innerhalb dieser Arbeit nicht weiter erörtert wird.
Grundsätzlich verbinden Lieferketten den Warenausgang einer Lieferstelle mit dem Wareneingang einer Empfangsstelle. Sofern keine Direktbelieferung vorliegt sind zwischen den Liefer- und Empfangsstellen Umschlags- und Lagervorgänge erforderlich, welche die verschiedenen Transportprozesse miteinander verknüpfen. Gudehus unterteilt die Zwischenstationen in Auslieferungslager, welche sich in räumlicher Nähe zum Lieferanten befinden, in Sammelumschlagspunkte, die man zentral gelegen in Abholgebieten findet, in Umschlagszentren und in Zentrallager. Hinzu kommen Verteilumschlagspunkte, welche im räumlichen Zentrum von Verteilgebieten liegen, sowie Regional- und Vorratslager. Während Regionallager sich auf bestimmte Absatzgebiete beschränken und dabei innerhalb der Lieferkette ähnliche Aufgaben wie Zentrallager haben, sind Vorratslager unmittelbar beim Empfänger zu finden. Diese funktionsreinen Zwischenstationen können aber auch auf verschiedene Art miteinander kombiniert werden. So ergibt die Kombination aus Sammel- und Verteilumschlagspunkt einen regionalen Umschlagspunkt oder die Kombination aus Umschlagszentrum und Zentrallager ein Logistikzentrum.
Der Umschlag kann neben den erwähnten Stationen auch direkt erfolgen. Im Normalfall kommt jedoch der indirekte Umschlag mit räumlich begrenzten Anlagen zum Einsatz. Diese umfassen die Umschlagstechnik aber auch ein ergänzendes Dienstleistungsangebot. Dazu zählen beispielsweise Transshipmentpunkte, welche die gleiche Funktion wie Auslieferungslager haben, aber für die tägliche Belieferung benutzt werden und keine Bestände führen. An diesen Punkten werden nicht vorkommissionierte Sendungen innerhalb kürzester Zeit ohne Rest zusammen mit anderen Artikeln auf neue Ladungsträger (z.B. Paletten) und Transportmittel verladen und weiter transportiert. Ein weiteres Umschlagsprinzip ist das Cross Docking. Hierbei wird das Transportmittel am Umschlagspunkt zwar gewechselt, ohne jedoch die Zusammensetzung der vorkommissionierte Sendungen bzw. Ladeeinheiten zu verändern und den Ladungsträger zu wechseln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der internationalen Logistik durch global wachsende Märkte und definiert die Forschungsziele sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Internationaler Güterhandel: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von TUL-Prozessen (Transport, Umschlag, Lagerung), die Rollen verschiedener Logistikakteure sowie moderne Informations- und Identifikationssysteme.
3. Anforderungen an die Gestaltung internationaler logistischer Ketten am Beispiel der Lebensmittellogistik: Das Kapitel analysiert die komplexen hygienischen, rechtlichen und marktbezogenen Anforderungen, die den Transport verderblicher Waren prägen.
4. Lebensmitteltransport von Italien nach Deutschland: Es wird die Ist-Situation des Warenaustausches zwischen Italien und Deutschland betrachtet, aktuelle Herausforderungen durch kleinteilige Unternehmensstrukturen aufgezeigt und konkrete Optimierungspotenziale diskutiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Gesamtverkehrsstrategie für zukünftige logistische Wettbewerbsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Internationale Logistik, Lieferketten, Lebensmittellogistik, TUL-Prozesse, Outsourcing, Supply Chain Management, RFID, HACCP, Transportkosten, Lagerhaltung, Grenzüberschreitender Güterhandel, Infrastruktur, Italien, Deutschland, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen und Entwicklungen im internationalen Güterhandel mit einem speziellen Fokus auf die Gestaltung logistischer Lieferketten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Bereiche TUL-Prozesse, moderne Informations- und Identifikationstechnologien, sowie die spezifischen Anforderungen der Lebensmittellogistik ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Komplexität internationaler Lieferketten am Beispiel des Italien-Deutschland-Lebensmitteltransports zu veranschaulichen und Lösungswege aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung ergänzt durch eine Analyse der Marktsituation anhand von Statistiken und aktuellen Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Güterhandel, eine detaillierte Betrachtung der Lebensmittellogistik und eine spezifische Fallstudie zum Italienverkehr.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind internationale Logistik, Lieferketten, Lebensmitteltransport, SCM und IT-gestützte Sendungsverfolgung.
Warum ist der Lebensmitteltransport aus Italien nach Deutschland besonders komplex?
Die Fragmentierung der italienischen Nahrungsmittelindustrie sowie die Notwendigkeit temperaturgeführter Transporte über lange Distanzen stellen besonders hohe logistische Anforderungen.
Welche Rolle spielt die IT in der Logistik laut der Arbeit?
Die IT dient als essenzielles Werkzeug zur Effizienzsteigerung, zur Sendungsverfolgung (Tracking & Tracing) und zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen bezüglich der Lebensmittelsicherheit.
- Quote paper
- Ronny Seifert (Author), 2006, Entwicklungen im internationalen Güterhandel und Anforderungen an die Gestaltung internationaler logistischer Ketten , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74760