Handels- und Migrationseffekte der fünf Erweiterungsrunden der EG im Vergleich


Seminararbeit, 2005

34 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1. Von der EWG der Sechs zur EU der 25 – ein kurzer historischer Abriss des europäischen Integrationsprozesses

2. Theorie der wirtschaftlichen Integration
2.1 Stufen der Handelsintegration
2.2 Handelseffekte
2.2.1 Handelsschaffung vs. Handelsumlenkung
2.2.2 Graphische Analyse

3. Migrationstheorie
3.1 Bestimmungsgründe internationaler Migration
3.2 Warum bleiben Arbeitskräfte
3.3 Migrationseffekte
3.4 Effekte auf den Arbeitsmärkten

4. Effekte der Erweiterungsrunden
4.1 Handelseffekte
4.2 Migrationseffekte
4.3 Vergleichende Betrachtung und Analyse

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Push- und Pull- Faktoren

Tabelle 2: BIP und Hauptkomponenten in jeweiligen Preisen

Tabelle 3: Industriewarenzölle, Außenhandelsentwicklung 1988-2001

Tabelle 4: Arbeitslosigkeit in Europa 1960-2001

Tabelle 5: Handelseffekte der fünf Erweiterungsrunden der EG im Vergleich

Tabelle 6: Migrationseffekte der fünf Erweiterungsrunden der EG im Vergleich

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Effekte vor Bildung der Zollunion

Abbildung 2: Effekte nach Bildung der Zollunion

Abbildung 3: Handelsschaffung, Handelsumlenkung, Handelsausweitung

Abbildung 4: Handelseffekte der Zollunion

Abbildung 5: Verhältnis Intraregionaler Handel / Welthandel (Exporte)

Abbildung 6: Verhältnis Intraregionaler Handel / Gesamthandel (Exporte)

Einleitung

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Handels- und Migrationseffekte der bisherigen Erweiterungsrunden der EG darzustellen und zu vergleichen. Hierzu werden nach einem kurzen historischen Abriss des europäischen Integrationsprozesses zunächst theoretische Aspekte der Handelsintegration und Migrationstheorie sowie deren Auswirkungen dargestellt, bevor die Effekte der jeweiligen Erweiterungsrunden untersucht werden. Die Arbeit gliedert sich hierfür in drei Abschnitte. Abschnitt Eins behandelt die theoretische Darstellung der Handelsintegration und ihrer Effekte, Abschnitt zwei untersucht die Ansätze der Migrationstheorie und Abschnitt Drei nimmt die Analyse der Erweiterungsrunden vor. Die theoretische Darstellung der Handelsintegration umfasst hierbei die Darstellung der unterschiedlichen Integrationsstufen, wie sie auch in der Europäischen Union vorzufinden sind, als auch das Konzept der Handelschaffung und Handelsumlenkung bei der Gründung einer Zollunion. Dabei steht die Frage nach den Ursachen für Handel in keiner Weise in Verbindung mit der zu analysierenden Fragestellung und ist deshalb auch nicht integraler Bestandteil dieser Arbeit. Ziel dieser Arbeit ist es auch nicht die mit den Handelseffekten auftretenden Wohlfahrtswirkungen darzustellen, diese werden aber trotzdem zu Analyse der Effekte miteinbezogen. Die Darstellung der Migrations­theorie bedarf dem gegenüber jedoch einer ausführlicheren Darstellung, da hier die Gründe für Migration und insbesondere auch die Darstellung der Gründe, warum Menschen zuhause bleiben, für die Analyse der Effekte der Erweitungsrunden von ausschlaggebender Bedeutung sind. Hierbei liegt der Fokus der Arbeit auf den Auswirkunken der Migration auf den Arbeitsmarkt. Die vergleichende Analyse der Effekte der Erweiterungsrunde rundet die Arbeit in ihrer Gesamtheit ab. Die Darstellung der Effekte basiert zu einem großen Teil auf Sekundärdaten und qualitativen Analysen.

1. Von der EWG der Sechs zur EU der 25 – ein kurzer historischer Abriss des europäischen Integrationsprozesses

Der institutionelle Grundstein der europäischen Integration wurde 1951 gelegt, als Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) mit dem Ziel gründeten, einen Binnenmarkt für Kohle und Stahl zu schaffen. 1957 unterzeichneten diese sechs Länder die Römischen Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EAG). Diese drei Gemeinschaften bilden heute als Europäische Gemeinschaften (EG) den ersten Pfeiler der Europäischen Union (EU). Als Grundlage der EG fundiert eine Zollunion, welche bis 1968 verwirklicht wurde (Böhmer 2001, S.5).

Ihre erste Erweiterung erfuhr die Gemeinschaft 1973 durch die Beitritte Dänemarks, Großbritanniens und Irlands. 1981 folgte Griechenland, 1986 Spanien und Portugal in der dritten Erweiterungsrunde. Im gleichen Jahr trat die Einheitliche Europäische Akte (EEA) in Kraft, welche als wesentlichen Bestandteil die Vollendung eines europäischen Binnenmarktes bis 1992 vorsah. Dieser einheitliche Wirtschaftsraum ohne Binnengrenzen basiert heute auf den „vier Grundfreiheiten“ Freiheit des Warenverkehrs, Freiheit des Dienstleistungsverkehrs, Freiheit des Arbeitskräfteverkehrs sowie Freiheit des Kapitalverkehrs.

1993 trat der Vertrag von Maastricht in Kraft, die Europäische Union war gegründet. Dieser beinhaltet neben der EG als weitere Pfeiler der EU eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) sowie eine Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres. Weiterhin wurde die Schaffung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) beschlossen. Die dritte Stufe dieses Abkommens trat 2002 mit der Einführung des Euro in Kraft.

In der vierten Erweiterungsrunde traten 1995 Finnland, Österreich und Schweden der EU bei bevor in der bisher letzen, fünften Erweiterungsrunde 2004 zehn Mittel- und Osteuropäischen Länder[1] (MOEL) folgten.

Aktuell wird über kommende Erweiterungen mit der Türkei, Rumänien, Bulgarien und Kroatien verhandelt.

2. Theorie der wirtschaftlichen Integration

Für das Verständnis der Handelseffekte der jeweiligen Erweiterungsrunden ist ein Überblick über die jeweiligen Formen der Handelsintegration unabdingbar, da diese ebenso wie die Erweiterungsrunden einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Richtung und Struktur der Handelsströme nehmen können. Sie werden zu Beginn kurz dargestellt, bevor die aus der Theorie bekannten Effekte einer genaueren Betrachtung unterzogen werden.

2.1 Stufen der Handelsintegration

Wirtschaftliche Integration lässt sich auf verschiedenen Stufen verwirklichen. Je nach Intensität der Integration wird zwischen Präferenzzonen, Freihandelszonen, Zollunionen, Gemeinsamen Märkten und Wirtschaftsunionen unterschieden (Fischer/Straubhaar 1994, S.56).

Die niedrigste Stufe wirtschaftlicher Integration stellt die Präferenzzone dar, in der sich die Handelspartner / Mitgliedsländer gegenseitig Vorzugsbedingungen für den Handel bestimmter Produkte gewähren. Diese Vorzugsbedingungen beziehen sich auf einen gewissen Teilbereich von Gütern, nicht jedoch auf den gesamten Handel.

Die Freihandelszone stellt die zweite Stufe ökonomischer Integration dar. In ihr wird in aller Regel der gesamte Güterverkehr einbezogen und sie beinhaltet den vollständigen Abbau von Handelshemmnissen zwischen den Parteien des Integrationsabkommens. Die Handelsschranken gegenüber Nichtmitgliedern bleiben nicht nur bestehen, auch bleibt jedes Mitgliedsland in seiner Außenhandelspolitik gegenüber Drittländern autark (Heiduk 2005 S. 297). Als Beispiel ist hier die European Free Trade Area (EFTA) zu nennen.

Bei einer Zollunion vereinbaren die Mitgliedsländer neben Freihandel untereinander einen gemeinsamen Außenzoll und meistens auch andere protektionistische Maßnahmen gegenüber Drittländern.

Der Gemeinsame Markt als nächste Form der ökonomischen Integration beinhaltet neben dem Abbau aller Handelsschranken auch die Aufhebung der Beschränkungen für die Mobilität der Produktionsfaktoren und die Integration der innergemein­schaftlichen Kapital- und Arbeitsmärkte. Beispiel eines solchen Gemeinsamen Marktes ist der EG Binnenmarkt, der 1992 verwirklicht wurde. Er basiert auf vier Grundfreiheiten: dem freien Handel mit Gütern, dem freien Handel mit Dienstleistungen, dem freien Kapitalverkehr und der Niederlassungsfreiheit.

Eine vollständig ökonomische Integration in Form einer Wirtschaftsunion wird dann erreicht, wenn neben einem gemeinsamen Markt die Harmonisierung aller Bereiche der nationalen Wirtschaftspolitik (Geld-, Fiskal-, Konjunktur und Sozialpolitik) (Heiduk 2005, S.298).

Die zu erwartenden Integrationseffekte hängen von der jeweiligen Integrationsstufe ab (Heiduk 2005, S.297 f). Im Folgenden sollen diese Effekte nun spezifiziert werden, wobei der Fokus der Betrachtung auf Handelseffekte einer Zollunion gelegt wird.

2.2 Handelseffekte

Die Handelseffekte ergeben sich aus dem Wegfall der Handelskosten nach Eintritt in den Binnenmarkt sowohl für die bisherigen Mitgliedsstaaten als auch für die Beitrittsländer. Die Beseitigung der Zölle ist meistens mit Wohlfahrtsverlusten für das Beitrittsland in Form von Einnahmenausfällen des Staates verbunden. Der Wegfall der Grenzkontrollen führt zu Handelsintensivierungen und/oder zu einer Umleitung der Handelsströme (Breuss 2001, S.658).

Die Grundlage dieser Annahmen bildet die Theorie von Viner[2], in der er ein Modell zur Klassifizierung und Quantifizierung von Handels- und Wohlfahrtseffekten bei Bildung oder Erweiterung einer Zollunion entwickelt. Viner prägte hier insbesondere die Begriffe der Handelsschaffung und der Handelsumlenkung.

2.2.1 Handelsschaffung vs. Handelsumlenkung

Als Handelsschaffung wird der Fall bezeichnet, dass bislang im Inland hergestellte Waren durch kostengünstigere Güter aus dem Gebiet der Zollunion ersetzt werden. Als Handelsumlenkung wird hingegen der Fall bezeichnet, wenn Waren, die zuvor aus Drittländern eingeführt wurden, wegen der Aufrechterhaltung von Außenzöllen durch zollfrei eingeführte Güter aus Mitgliedstaaten ersetzt werden (können). Dabei wird der Handelsschaffung eine positive Wohlfahrtswirkung zugewiesen, der Handelsumlenkung eine negative. Als weiterer Effekt des Zollabbaus in Folge einer Zollunion ist Handelsausweitung zu beobachten. Dieser Effekt besagt, das es Konsumenten einer teuer anbietenden Volkswirtschaft in der Zollunion nun möglich ist die Güter aus einem günstiger anbietendem Partnerland zu erhalten, ohne das die Zölle in die Preise einfließen. Der Bildung einer Zollunion selbst garantiert also noch keine positive Wohlfahrtswirkung für die Mitgliedsstaaten, diese werden aber dann umso wahrscheinlicher, je höher die Handelsschaffung und je geringer die Handelsumlenkung ausfällt (Heiduk 2005, S.299).

[...]


[1] Diese sind: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Malta, Zypern

[2] Viner, J. (1960): The Customs Union Issue

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Handels- und Migrationseffekte der fünf Erweiterungsrunden der EG im Vergleich
Hochschule
Universität Hohenheim  (Außenwirtschaft)
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
34
Katalognummer
V74770
ISBN (eBook)
9783638722025
Dateigröße
586 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Handels-, Migrationseffekte, Erweiterungsrunden, Vergleich
Arbeit zitieren
Dipl. oec. Thomas Burger (Autor:in), 2005, Handels- und Migrationseffekte der fünf Erweiterungsrunden der EG im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74770

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