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Die deutsch-polnischen Beziehungen von 1933 bis 1939

Kontinuität oder Wandel?

Título: Die deutsch-polnischen Beziehungen von 1933 bis 1939

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2007 , 136 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Jörg Husemann (Autor)

Historia de Alemania - Nazismo, Segunda Guerra Mundial
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Als Warschau und Berlin – knapp ein Jahr nach Ernennung Hitlers zum Reichskanzler – am 26. Januar 1934 die deutsch-polnische Nichtangriffserklärung proklamierten, kam dies einer politischen Sensation gleich. Nach Jahren diffamierender Hetze auf beiden Seiten schien ein Wandel in den gegenseitigen Beziehungen eingetreten zu sein, der für die weitere Zukunft hoffen ließ. Dabei stand der Pakt „augenscheinlich“ im völligen Widerspruch zur Außenpolitik der Weimarer Republik, in der eine derartige deutsch-polnische Verständigung sicherlich nie zur Verwirklichung gekommen wäre.

Im Gegenteil: Die deutschen Machteliten, das Auswärtige Amt und auch die Reichswehr wurden durch diesen außenpolitischen Schritt Hitlers regelrecht „brüskiert“, bestand doch noch bis in die Dreißiger Jahre hinein der Konsens, dass eine gutnachbarschaftliche Beziehung zu Polen nur erreicht werden könnte, wenn Polen einer
Revision seiner Westgrenze zugunsten Deutschlands zustimmen würde. Zuschriften konservativer Kreise an den Reichspräsidenten von Hindenburg drückten vehement ihre starke Besorgnis über Hitlers eingeleitete Annäherung an Polen aus. Dabei hatte diese Gruppe noch vor einem Jahr Hitler in den „Sattel der Regierung“ verholfen.

Doch Hitler, der mit diesem Nichtangriffspakt seinen ersten größeren außenpolitischen Erfolg feiern konnte und damit scheinbar die Kontinuität des Weimarer Revisionismus durchbrochen hatte, setzte sich auch gegen die eigene Parteispitze der NSDAP durch. Welche Vorteile erhoffte er sich aber von diesem Übereinkommen? Und wie kam dieser Pakt überhaupt zustande, der – ursprünglich auf zehn Jahre angelegt – bereits fünf Jahre
später in den Zweiten Weltkrieg mündete? War es Hitlers eiskaltes Kalkül, einen Pakt mit Polen auszuhandeln, den er am Ende doch nicht zu halten gedachte? Oder erhoffte er sich eine wirkliche Aussöhnung mit dem ewigen „Erbfeind“ Polen? Und wie standen die Polen dem Pakt mit Hitlerdeutschland gegenüber? Ahnte man damals in Warschau nicht, dass Hitler bereits den Weg „hin zum Krieg“ beschritt?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Retrospektive: „Eine schwierige Nachbarschaft“

2.1 Die Polenpolitik des Deutschen Kaiserreiches – zwischen Germanisierung und Unterdrückung

2.2 Polen im Ersten Weltkrieg – zwischen Kollaboration und territorialer Emanzipation

2.3 Die Polenpolitik der Weimarer Republik – zwischen Revision und Unterdrückung

2.3.1 Die deutschen Ziele gegenüber Polen 1918-1932

2.3.2 Die polnischen Ziele gegenüber Deutschland 1918-1932

3. Das Dritte Reich und Polen – Zwischen Krisen und Entspannung

3.1 Die Phase vom 30. Januar 1933 bis zu Hitlers „Friedensrede“ am 17. Mai 1933

3.1.1 Hitlers Einstellung zu Polen

3.1.2 Die polnische Politik in Reaktion auf Hitlers Machtergreifung 1933

3.1.2.1 Der Fall Danzig und die „Westerplattenaffäre“ vom März 1933

3.1.2.2 Die These von Piłsudskis Präventivkrieg gegen Deutschland

3.2 Die Phase von Hitlers „Friedensrede“ am 17. Mai 1933 bis zum deutsch-polnischen Nichtangriffspakt 1934

3.2.1 Hitlers und von Neuraths Bemühungen um einen deutsch-polnischen Ausgleich

3.2.2 Die deutsch-polnischen Verhandlungen über einen Nichtangriffspakt

3.2.3 Das deutsche Paktmuster und dessen polnischer Gegenentwurf

3.2.3.1 Erstes Streitthema der Verhandlungen: „Die Schiedsgerichtsbarkeit“

3.2.3.2 Zweites Streitthema der Verhandlungen: „Die Souveränitätsklausel und der Minderheitenschutz“

3.2.3.3 Drittes Streitthema der Verhandlungen: „Die Nichtberührung anderer Verträge“

3.2.4 Die Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nichtangriffsabkommens am 26. Januar 1934

3.3 Die Phase nach dem deutsch-polnischen Nichtangriffspakt von 1934 bis zur Verschärfung der Gegensätze im Frühjahr 1939

3.3.1 Die Benutzung des Abkommens durch das Deutsche Reich

3.3.2 Die Benutzung des Abkommens durch Polen

3.3.3 Der Auftrag Görings als „Sonderemissionär“

3.3.4 Piłsudskis Tod und die Politik seiner Nachfolger

3.3.5 Der Beginn des deutsch-polnischen Konfliktes von Oktober 1938 bis zum Januar 1939

3.4 Die Phase vom Frühjahr 1939 „hin zum Krieg“

3.4.1 Die Kündigung der deutsch-polnischen Nichtangriffserklärung vom April 1939

3.4.2 Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom August 1939 und die erneute Teilung Polens

3.4.3 Der deutsche Überfall auf Polen

4. Exkurs: Polen im Spiegel der nationalsozialistischen Presse

4.1 Der „Völkische Beobachter“

4.1.1 Das Polenbild des „Völkischen Beobachters“ – 1932 bis Januar 1934

4.1.2 Das Polenbild des „Völkischen Beobachters“ – 1934 bis September 1939

4.1.3 Kriegspropaganda im „Völkischen Beobachter“ 1939

4.2 Der „Kladderadatsch“

4.2.1 Das Polenbild des „Kladderadatsch“ von 1932 bis 1939 in Karikaturen

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexen und widersprüchlichen deutsch-polnischen Beziehungen während der Zeit der Hitlerdiktatur (1933–1939). Ziel ist es, die Entwicklung von einer Phase der Konfrontation und Krise hin zu einer Phase der scheinbaren Entspannung und schließlich zum erneuten Konflikt und Überfall auf Polen zu analysieren, um die Frage nach Kontinuität oder Wandel der deutschen Außenpolitik gegenüber Polen zu beantworten.

  • Analyse der außenpolitischen Strategie Hitlers gegenüber Polen.
  • Untersuchung des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes von 1934.
  • Einfluss der nationalsozialistischen Presse (Völkischer Beobachter, Kladderadatsch) auf die Wahrnehmung Polens.
  • Rolle von Drittmächten wie Frankreich, Sowjetunion und Großbritannien in den bilateralen Beziehungen.
  • Die Eskalation bis zum deutschen Überfall auf Polen 1939.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Hitlers Einstellung zu Polen

Glaubt man den Historikern, hatte Hitler zu Beginn seiner Kanzlerschaft keine endgültige Zielsetzung über die Gestaltung der Beziehungen zu Polen. Man könnte sogar behaupten, seine Konzeption war anfangs im Gegensatz zu seinen Vorgängern verheißungsvoll offen. Ihm, als „österreichischen Katholiken“, fehlte einfach dieser sture antipolnische Revisionismus auf die Versailler Grenzen. Seine Globalstrategie richtete sich vornehmlich gegen die Sowjetunion und auf die Lebensraumgewinnung im Osten. Beides war nicht an Versailles orientiert. Für Hitler war die „alte“ Revisionspolitik, bei der es nur um Grenzen ging, völlig überholt. Er dachte in den Kategorien einer Raumpolitik, deren Basis bereits im Buch „Mein Kampf“ gelegt worden war: „Damit ziehen wir Nationalsozialisten bewußt einen Strich unter die außenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir setzen dort an, wo man vor sechs Jahrhunderten endete. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten. Wir schließen ab die Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen über zur Bodenpolitik der Zukunft“.

Von Polen war im gesamten Buch keine Rede. Und auch im Programm der NSDAP lässt sich kein Passus über die polnische Frage finden. Lediglich Alfred Rosenberg hatte die polnische Frage beiläufig berührt, als er ein Modell eines selbstständigen, mit Deutschland verbündeten Ukrainerstaates entwickelt hatte, in dem sowohl Polen beseitigt, als auch Moskau zurückgedrängt wäre. Hitler soll jedoch dieser Lieblingsvorstellung Rosenbergs eher kritisch gegenübergestanden haben. Nicht nur, dass er die „rassisch-minderwertigen Völker“ des Ostens verachtete, er hielt auch die preußisch-deutsche Germanisierungspolitik der Vergangenheit für grundfalsch. „Der völkische Staat durfte unter gar keinen Umständen Polen mit der Absicht annektieren, um aus ihnen Deutsche machen zu wollen“. Einer „Germanisierung des Bodens“ galt sein ganzes Denken, nicht der „von Menschen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die deutsch-polnische Annäherung von 1934 ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach Hitlers Motiven sowie nach Kontinuität oder Wandel gegenüber der Weimarer Außenpolitik.

2. Retrospektive: „Eine schwierige Nachbarschaft“: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Vorbelastung durch die Polenpolitik Preußens, des Deutschen Kaiserreiches und der Weimarer Republik als Grundlage für die Entwicklungen ab 1933.

3. Das Dritte Reich und Polen – Zwischen Krisen und Entspannung: Der Hauptteil analysiert detailliert die vier Phasen der deutsch-polnischen Beziehungen zwischen 1933 und 1939, von den ersten Krisen um Danzig über den Pakt von 1934 bis hin zum deutschen Überfall auf Polen.

4. Exkurs: Polen im Spiegel der nationalsozialistischen Presse: Dieser Teil untersucht, wie der „Völkische Beobachter“ und der „Kladderadatsch“ das Bild Polens in der nationalsozialistischen Propaganda durch Stereotype und Feindbilder gezielt formten und wandelten.

5. Schlussbemerkungen: Das Fazit stellt fest, dass der Überfall auf Polen nicht von Anfang an als einziger Weg geplant war, sondern das Ergebnis eines radikalen Wandels in der NS-Politik und einer gescheiterten Instrumentalisierung Polens darstellte.

Schlüsselwörter

Deutsch-polnische Beziehungen, Drittes Reich, Adolf Hitler, Józef Piłsudski, Nichtangriffspakt 1934, Danzig, Westerplatte, Revisionspolitik, Ostpolitik, Völkischer Beobachter, Kladderadatsch, Propaganda, Präventivkriegsthese, Zweiter Weltkrieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die außenpolitischen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen in der Zeit von 1933 bis 1939 und analysiert, ob Hitlers Politik einen Wandel oder eine Kontinuität zur Weimarer Außenpolitik darstellte.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Rolle Danzigs, die Instrumentalisierung von Minderheiten, die Rolle der nationalsozialistischen Presse bei der Imagebildung Polens sowie die diplomatischen Manöver rund um den Nichtangriffspakt von 1934.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt nach den Motiven hinter Hitlers scheinbarer Abkehr von der bisherigen Revisionspolitik und erforscht, wie sich diese Beziehungen bis hin zum Kriegsausbruch 1939 entwickelten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine historische Fallstudie, die primär auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente, Presseberichte und der Analyse einschlägiger historiographischer Standardwerke basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier chronologische Beziehungsphasen, die von der Machtergreifung und ersten Krisen (z.B. Westerplatte) über den Pakt von 1934 bis zur Eskalation und dem Überfall auf Polen reichen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nichtangriffspakt, Revisionspolitik, Danzig-Frage, nationalsozialistische Propaganda und deutsch-polnische Annäherung definiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle der nationalsozialistischen Presse?

Die Presse, insbesondere der „Völkische Beobachter“, diente als Instrument, um die wechselnde offizielle Parteilinie – von totaler Ablehnung über eine forcierte Phase der „Verständigung“ bis zur erneuten Feindbildproduktion – an die Bevölkerung zu vermitteln.

Welchen Stellenwert nimmt die „Westerplattenaffäre“ ein?

Sie wird als ein zentraler Krisenpunkt Anfang 1933 analysiert, der die gegenseitigen Drohgebärden illustriert und als Vorwand oder Test für die jeweilige militärische Entschlossenheit diente.

Wie beurteilt der Autor die „Präventivkriegsthese“ Piłsudskis?

Der Autor ordnet die These als brisantes Gerücht ein, für das es keine eindeutigen dokumentarischen Beweise gibt, ordnet sie jedoch historisch in den Kontext der polnischen Unsicherheit gegenüber der deutschen Rüstung ein.

Final del extracto de 136 páginas  - subir

Detalles

Título
Die deutsch-polnischen Beziehungen von 1933 bis 1939
Subtítulo
Kontinuität oder Wandel?
Universidad
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Calificación
1,0
Autor
Jörg Husemann (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
136
No. de catálogo
V74776
ISBN (Ebook)
9783638681315
ISBN (Libro)
9783638689458
Idioma
Alemán
Etiqueta
Beziehungen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jörg Husemann (Autor), 2007, Die deutsch-polnischen Beziehungen von 1933 bis 1939, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74776
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