Sport unterrichten – Konzepte und Methoden: Bewegte Schule


Seminararbeit, 2006
12 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ansätze und Perspektiven
2.1 Bewegung und seine Bedeutung
2.2 ausgewählte Aspekte
2.2.1 Bewegtes Sitzen
2.2.2 Bewegungspausen
2.2.3 Bewegte Pause

3. Strukturmerkmale
3.1 Rahmenmerkmale der Bewegten Schule
3.2 Inhaltliche Merkmale der Bewegten Schule

4. Begründungsmuster
4.1 Entwicklungs- und lerntheoretische Begründungsmuster
4.2 Medizinisch- gesundheitswissenschaftliche Begründungsmuster
4.3 Schulprogrammatische Begründungsmuster

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Bewegte Schule wird derzeit - in der Sportpädagogik und Schulsportpraxis – so intensiv und breit diskutiert wie kaum ein anderes Thema. Unterschiedliche Diskussionsbeiträge kommen aus Initiativen einzelner Schulen und Projekten mehrerer Bundesländer, sowie aus fachdidaktischen Entwürfen und empirischen Untersuchungen. Bei einigen Unterschieden im Detail beschäftigen sich diese Beiträge alle mit dem gemeinsamen Ziel, mehr Bewegung in die Schule zu bringen, die Schule als Bewegungsraum in den Blick zu nehmen und das gesamte Schulleben bewegter zu gestalten.

Während die Überlegungen zur Bewegten Schule zunächst vom Bewegten Sitzen ausgingen und sich im Weiteren noch auf die Grundschule konzentrierten, hat das Thema inzwischen eine enorme Ausweitung erfahren und Anschluss an schulpädagogische Reformvorhaben gefunden. Die Bewegte Schule will sich in die Kooperation der Fächer und die Erstellung von Schulprogrammen einbringen. Auf diese Weise kann sie einen wichtigen, manchmal vernachlässigten Beitrag zur Schulentwicklung leisten.

Argumente dafür, die Schule als Bewegungsraum zu gestalten, sind vielfältig und verschieden. Sie reichen von biologischen Aspekten über psychologische Begründungen bis hin zu lebensweltorientierten Sichtweisen. Wichtig ist vor allem, dass eine Bewegte Schule die Lebens- und Lernbedürfnisse der Kinder und Jugendlichen ernst nimmt und ihre Entwicklung ganzheitlich fördert. Dabei wird Bewegung als unverzichtbares Element des Lernens und Lebens begriffen, dass in der Schule konstitutiv zu verankern ist. Lehrkräfte, insbesondere Sportlehrkräfte, sollten sich zu Anwälten einer bewegungsfreundlichen Schule machen.

(Eckhart Balz, Rüdiger Klupsch-Sahlmann)

2. Ansätze und Perspektiven

2.1 Bewegung und seine Bedeutung

Schülerinnen und Schüler haben einen durchschnittlichen Tagesablauf, der sich aus 270 Minuten Sitzen und Lernen, 15 Minuten Warten auf die Lehrkraft und 30 Minuten Pause zusammensetzt. Die Wunschvorstellung vieler Lehrkräfte ist die, dass die Schülerinnen und Schüler in diesen 270 Minuten konzentriert und aufmerksam de Unterricht folgen und dabei lernen. Das ist Unterricht. Um in diesem Unterricht auch die erwartete Konzentration und Aufmerksamkeitsbereitschaft aufbringen zu können, setzt hier das Konzept der Bewegten Schule an.

Entwicklung und Lernen, so Klupsch-Sahlmann, lassen sich nicht trennen. Die meisten grundlegenden und uns selbstverständlichen Dinge lernen die Kinder im Verlauf ihrer Entwicklung durch Bewegen, durch eine aktive, auseinandersetzende mit der Umwelt. Das Wissen, das losgelöst vom Handeln in Bild und Sprache repräsentiert ist, beruht weitgehend auf der aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt von Menschen früherer Generationen. Diese handelnde Erkundung nachzuvollziehen verstärkt die Einsicht in das Lernen und in die Eigenart dieses Wissens. (Klupsch-Sahlmann, 2000)

Das „dialogische Bewegungskonzept“ nach Gordijn bei Trebels 1992 beschreibt „Sich Bewegen ist Welt verstehen in Aktion“. Nach Bruner (1974, 200 ff.) wird das Wissen auf dreifache Art erworben: auf der handelnden, auf der bildhaften und auf der symbolischen Ebene.

Weitere Ansätze lassen sich finden, indem man den `Bewegungsraum Schule` hinsichtlich der kindlichen Ent- und Weiterentwicklung untersucht. Die Bedeutung von Bewegung für das Lernen und das Bewegen aus gesundheitserzieherischer Sicht sind Ansätze die das Konzept Bewegte Schule verfolgt.

Mehr Bewegung in die Schule zu bringen bedeutet, dass Kolleginnen und Kollegen aller Fächer darauf sensibilisiert werden. Die Schulleitung, der Hausmeister, die Eltern und die Lehrkräfte müssen mehr über die Bedeutung von Bewegung für die Entwicklung der Kinder und für das Leben und Lernen von Kindern und Jugendlichen erfahren. Die zentrale Voraussetzung für die Initiative, eine Bewegte Schule zu werden, ist darin zu sehen, dass ein Kollegium immer wieder über fächerübergreifende Fragen von Bildung und Erziehung spricht. Aus solchen Gesprächen entwickelt sich das individuelle Profil einer Bewegten Schule.

Bei der Initiierung einer Bewegten Schule kommt gerade den Sportlehrkräften eine besondere Aufgabe zu. Sie sind in aller Regel die Fachkräfte, die ihr Wissen um die Bedeutung von Bewegung für die Entwicklung, für das Lernen und für das Leben von Kindern und Jugendlichen an andere weitergeben können. Sie müssen die Bereitschaft zeigen, in Lehrer- und Schulkonferenzen ihre Kenntnisse weiterzugeben. (Klupsch-Sahlmann, 2000)

2.2 Ausgewählte Aspekte

Im Folgenden untersuche ich drei Aspekte der Bewegten Schule genauer.

2.2.1 Bewegtes Sitzen

Der Aspekt des Bewegten Sitzens betrachtet das Sitzverhalten während und zwischen des Unterrichts. Dabei sollte zunächst die richtige Sitz und Stuhlhöhe überprüft werden. Die Lehrkraft soll ein Leitbild der „richtigen Haltung“ vermitteln. Weiterhin sollen Veränderungen und Variationen der Sitzposition toleriert und unterstützt werden. Sitzanordnungen gilt es variabel zu gestalten. Eine Möglichkeit das Sitzen zu unterstützen wäre, zusätzliche Hilfsmittel zuzulassen. (Balz,E., 2000)

2.2.2 Bewegungspausen

Bewegungspausen müssen situativ angemessen den richtigen Zeitpunkt finden, um eingesetzt zu werden. Die inhaltliche Gestaltung sollte folgende Phasen beinhalten: Aktivierung, Vitalisierung, Kräftigung und Beruhigung. Vielfältige Geräte und Materialien, sowie verschiedene Orte im Schulhaus können mit einbezogen werden. Das Zulassen von gemeinsamen Bewegungen im Klassenverband dürfen andere Klassen jedoch nicht stören. Diese Pausen sollten mit den Eltern, Schülern und Lehrern gemeinsam geplant und umgesetzt werden. Die Steigerung dieser Pause hinsichtlich der Entwicklung der Schülerinnen und Schüler wäre der selbstständige Umgang mit der Bewegungspause zu lernen, um die vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten kennen zu lernen. (Balz,E., 2000)

2.2.3 Bewegte Pause

Die Bewegte Pause lässt Bewegungsaktivitäten der Schülerinnen und Schüler zu, unterstützt und betreut sie durch kleine Spiele oder Ähnliches. Die Lehrkräfte schaffen vielfältige, freiwillige Bewegungsangebote auf dem Schulgelände und ermöglichen somit die Eigeninitiative und Selbstorganisation der Schüler. Es muss den verschiedenen Alterstufen und Interessen entsprechende Bewegungsräume geschaffen werden. Wieder müssen hier verschiedene Materialien und Geräte zur Verfügung gestellt werden. Einer der wichtigsten Punkte ist das Vereinbaren und Einhalten von Regelungen für die Bewegte Pause. Natürlich muss auch die Bewegte Pause mit den Schülern, Lehrern und Eltern abgesprochen und geplant werden. (Balz,E., 2000)

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Sport unterrichten – Konzepte und Methoden: Bewegte Schule
Hochschule
Universität Kassel
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
12
Katalognummer
V74781
ISBN (eBook)
9783638722070
ISBN (Buch)
9783638776097
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sport, Konzepte, Methoden, Bewegte, Schule
Arbeit zitieren
Kay Winter (Autor), 2006, Sport unterrichten – Konzepte und Methoden: Bewegte Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74781

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