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Krisenmanagement und Unternehmensethik

Title: Krisenmanagement und Unternehmensethik

Seminar Paper , 2007 , 37 Pages , Grade: 1,0 (Sehr Gut)

Autor:in: Johannes Bauernberger (Author)

Business economics - Controlling
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Summary Excerpt Details

Es gilt zu hinterfragen, ob Firmen es sich auf Dauer leisten können, sich lediglich von finanziellen Zielen, Profiten, Gewinnen und der Gier der Kapitalmärkte nach immer höheren Renditen antreiben zu lassen und gänzlich auf ethische und soziale Verhaltensweisen zu verzichten. Dies gilt im besonderen für Firmen, welche sich mit Krisensituationen konfrontiert sehen, da hier die Augen der Öffentlichkeit besonders genau auf sie gerichtet sind und Verhaltensweisen beim Krisenmanagementprozess genau beobachtet und analysiert werden.

Es ist deshalb Ziel dieser Arbeit zu untersuchen, ob und in wie fern im Krisenmanagement ethische Ziele Berücksichtigung finden (sollen), woran es liegen kann wenn dies nicht der Fall ist, sowie zu diskutieren, ob solche Verhaltensweisen positive Auswirkungen auf den Krisenmanagementprozess haben können. Dazu werden im ersten Teil der vorliegenden Arbeit die Themengebiete Krisen, Krisenmanagement und Unternehmensethik erläutert und in Folge analysiert, wie diese interagieren können bzw. sollten, um im Krisenmanagement den Interessen aller Anspruchsgruppen Rechnung tragen zu können. In weiterer Folge werden diverse Restriktionen aufgeführt, welche die Implementation ethischer Werte beim Krisenmanagement gefährden bzw. behindern können. Anschließend folgt eine Vorstellung zweier Ansätze ethisch motivierten Krisenmanagements und zum Abschluss erfolgt eine Analyse ethischen Verhaltens von Unternehmungen in Krisensituationen und deren Auswirkungen anhand von Beispielen aus der Praxis.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Krisen und deren Ursachen

3. Krisenmanagement

4. Unternehmensethik

4.1. Unternehmensethik als Alibi?

4.2. Unternehmensethische Problemfelder

4.2.1. Restriktionen im Management

4.2.2. Restriktionen aus dem Wirtschaftssystem

4.2.3. Organisationsbezogene Restriktionen

5. Vom Nutzen ethischer Handlungsweisen in Krisensituationen

6. Ansätze ethisch motivierten Krisenmanagements

6.1. Der Ethical-Rationality-Ansatz nach Snyder et al.:

6.2. Ansatz nach King (2002)

7. Eine Analyse von Ereignissen aus der betrieblichen Praxis hinsichtlich Krisenmanagement unter ethischen Aspekten

7.1. Beispiele ethischen Verhaltens in Krisensituationen und deren Auswirkungen

7.1.1 Der „Tylenol-Fall“ von Johnson & Johnson

7.1.2 Amoklauf im McDonald’s Restaurant 1984

7.2. Beispiele unethischen Verhaltens in Krisensituationen und deren Auswirkungen

7.2.1 Der Ford Pinto-Fall

7.2.2 Der Fall Exxon Valdez

8. Zusammenfassende Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, ob ethische Ziele im Krisenmanagement Berücksichtigung finden sollten, warum diese oft vernachlässigt werden und ob ethisches Verhalten positive Auswirkungen auf den Krisenmanagementprozess haben kann.

  • Interaktion zwischen Krisen, Krisenmanagement und Unternehmensethik
  • Restriktionen bei der Implementierung ethischer Werte
  • Ethical-Rationality-Ansatz und Krisenmanagement-Teams nach King
  • Praxisbeispiele für ethisches versus unethisches Verhalten
  • Langfristige Auswirkungen ethischer Unternehmensführung

Auszug aus dem Buch

7.1.1 Der „Tylenol-Fall“ von Johnson & Johnson

Der US-amerikanische Pharma-Produzent Johnson & Johnson hatte im Jahre 1982 eine gravierende Unternehmenskrise zu bewältigen, als einige der Tylenol-Schmerztabletten von Unbekannten mit Zyanid vergiftet wurden, was zum Tode von sieben Menschen führte. Anfang 1982 hielt Johnson & Johnson mit Tylenol einen Marktanteil von 35 % im Segment der rezeptfreien Schmerzmittel. Darüber hinaus war das Medikament für 15 % der Gewinne der Firma verantwortlich. Innerhalb kürzester Zeit nach bekannt werden der Krise verlor Johnson & Johnson über $ 1 Milliarde an Wert an der Börse und die Firma sah sich mit schweren Vorwürfen seitens der Medien und der Öffentlichkeit konfrontiert, obwohl die Ursache der Krise nicht im direkten Einflussbereich des Unternehmens lag.

Das Management reagierte auf die Krise, indem es nicht nur alle Tylenol-Kapseln des Bundesstaates, in dem sich der Vorfall ereignete, sondern alle sich in Umlauf befindlichen Tabletten einsammeln ließ und vernichtete. Der Wert des Schadens belief sich auf $ 100 Millionen. Darüber hinaus entschied man sich sofort alle verfügbaren Informationen an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Es wurde mit den Medien zusammengearbeitet, kostenlose Informations-Hotlines für Konsumenten eingerichtet und in den ersten Wochen über 450.000 Anfragen beantwortet. Darüber hinaus wurden Anzeigen in Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen geschalten, in dem Johnson & Johnson die volle Verantwortung für die Vorfälle übernahm und gleichzeitig um das Vertrauen in der Konsumenten bat.

Motiviert durch die Krise entwickelten das Unternehmen im Anschluss eine manipulationssichere Verpackung, um einen ähnlichen Vorfall in der Zukunft zu vermeiden. All diese Aktivitäten führten schlussendlich dazu, dass das Konsumentenvertrauen wieder voll erstarkte. Innerhalb von nur fünf Monaten nach der Krise konnte Johnson & Johnson 70 % des verlorenen Marktanteils zurückerobern und langfristig wurden sogar 95 % des Marktanteils der Ausgangssituation vor der Krise zurückerlangt. Darüber hinaus wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien das Krisenmanagement im Tylenol-Fall als Paradebeispiel für ethisch vorbildliches Krisenmanagement genannt, was zu einem positiven Bild der Unternehmung in der Öffentlichkeit beitrug und das Image des Unternehmens weltweit positiv beeinflusste.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung thematisiert die Zunahme von Unternehmenskrisen durch unethische Praktiken und definiert das Ziel der Arbeit, die Rolle ethischer Ziele im Krisenmanagement zu analysieren.

2. Krisen und deren Ursachen: Dieses Kapitel definiert Unternehmenskrisen sowohl aus internationaler als auch deutschsprachiger Perspektive und analysiert interne sowie externe Ursachen.

3. Krisenmanagement: Der Begriff Krisenmanagement wird erläutert, wobei betont wird, dass neben ökonomischen Zielen auch die Interessen der Stakeholder und ethische Verhaltensweisen essentiell sind.

4. Unternehmensethik: Dieses Kapitel führt in den Begriff der Unternehmensethik ein, diskutiert deren Rolle bei der Vereinbarkeit von Gewinnstreben und Moral und untersucht Restriktionen.

4.1. Unternehmensethik als Alibi?: Hier wird kritisch hinterfragt, ob Ethik-Kodizes oft nur als Marketinginstrument zur Legitimation dienen.

4.2. Unternehmensethische Problemfelder: Eine Untersuchung der Hindernisse, die eine Umsetzung ethischer Werte in der Praxis erschweren.

4.2.1. Restriktionen im Management: Analyse, wie persönliche Werthaltungen von Führungskräften ethisches Handeln maßgeblich beeinflussen.

4.2.2. Restriktionen aus dem Wirtschaftssystem: Untersuchung der These der negativen Grenzmoral und des Verdrängungswettbewerbs.

4.2.3. Organisationsbezogene Restriktionen: Diskussion organisatorischer Barrieren wie Arbeitsteilung und Hierarchiestrukturen, die ethisches Denken behindern können.

5. Vom Nutzen ethischer Handlungsweisen in Krisensituationen: Dieses Kapitel belegt, dass ethisches Verhalten in Krisen langfristig zum Unternehmenserfolg beiträgt.

6. Ansätze ethisch motivierten Krisenmanagements: Vorstellung strategischer Konzepte zur Integration ethischer Werte in den Krisenmanagementprozess.

6.1. Der Ethical-Rationality-Ansatz nach Snyder et al.: Beschreibung eines Ansatzes, der rationale Entscheidungsfindung mit moralischen Variablen verbindet.

6.2. Ansatz nach King (2002): Analyse der Bedeutung von Krisenmanagement-Teams und deren ethischen Handlungsweisen.

7. Eine Analyse von Ereignissen aus der betrieblichen Praxis hinsichtlich Krisenmanagement unter ethischen Aspekten: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf reale Fallbeispiele.

7.1. Beispiele ethischen Verhaltens in Krisensituationen und deren Auswirkungen: Untersuchung positiver Krisenmanagementbeispiele wie Tylenol und McDonald's.

7.1.1 Der „Tylenol-Fall“ von Johnson & Johnson: Analyse des vorbildlichen Umgangs mit einer tragischen Produktkrise.

7.1.2 Amoklauf im McDonald’s Restaurant 1984: Untersuchung der ethischen Reaktion des Managements auf ein gewaltsames Ereignis.

7.2. Beispiele unethischen Verhaltens in Krisensituationen und deren Auswirkungen: Analyse negativer Beispiele, bei denen ethische Aspekte vernachlässigt wurden.

7.2.1 Der Ford Pinto-Fall: Kritische Aufarbeitung einer Kosten-Nutzen-Analyse, die Menschenleben monetär bewertete.

7.2.2 Der Fall Exxon Valdez: Analyse der katastrophalen Folgen einer restriktiven und unethischen Informationspolitik.

8. Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Ein Fazit, das die Notwendigkeit unterstreicht, ethische Prinzipien auch in Krisenzeiten konsequent zu verfolgen.

Schlüsselwörter

Krisenmanagement, Unternehmensethik, Stakeholder, Gewinnstreben, Krisenursachen, Verantwortungsübernahme, ethische Standards, Restriktionen, moralische Normen, Tylenol-Fall, Exxon Valdez, Ford Pinto, Krisenkommunikation, Unternehmensführung, Corporate Social Responsibility

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen professionellem Krisenmanagement und unternehmerischer Ethik. Sie untersucht, wie Firmen in extremen Situationen ihre moralischen Werte wahren können und welche Konsequenzen dies für ihren Unternehmenserfolg hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Unternehmenskrisen, die Rolle und Probleme der Unternehmensethik, Ansätze für ethisch motiviertes Krisenmanagement sowie die Analyse praktischer Fallstudien zu ethischem oder unethischem Managementverhalten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu untersuchen, ob und wie ethische Ziele im Krisenmanagement berücksichtigt werden können, warum dies teilweise scheitert und ob ein ethisch motiviertes Vorgehen positive Auswirkungen auf den Krisenmanagementprozess und das Unternehmensimage hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer fallorientierten Untersuchung. Es werden theoretische Ansätze (wie der Ethical-Rationality-Ansatz) vorgestellt und an Hand von Praxisbeispielen (u.a. Johnson & Johnson, Ford, Exxon) auf ihre Wirksamkeit hin geprüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Krisen- und Ethikbegriffe, die Erläuterung von Hindernissen in Organisationen (Restriktionen), die Vorstellung ethischer Krisenmanagement-Modelle und eine ausführliche Analyse historischer Krisenereignisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Krisenmanagement, Unternehmensethik, Stakeholder-Interessen, Corporate Social Responsibility, moralische Erosion, Krisenprävention und Verantwortung in der Unternehmensführung.

Wie bewertet der Autor den „Tylenol-Fall“ von Johnson & Johnson?

Der Autor führt diesen Fall als Paradebeispiel für ethisch vorbildliches Krisenmanagement an. Durch die volle Übernahme der Verantwortung und eine offene Informationspolitik konnte das Unternehmen das Vertrauen der Konsumenten zurückgewinnen und den Marktanteil langfristig sogar steigern.

Was kritisiert der Autor am „Ford Pinto-Fall“?

Der Autor kritisiert insbesondere die rein ökonomische Kosten-Nutzen-Analyse, in der Menschenleben monetär bewertet und mit zu niedrigen Werten angesetzt wurden. Dies führte zu einer fatalen Fehlentscheidung, einem enormen Imageverlust und zahlreichen Gerichtsverfahren.

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Details

Title
Krisenmanagement und Unternehmensethik
College
University of Linz  (Institut für Controlling und Consulting)
Course
Theorieseminar Controlling
Grade
1,0 (Sehr Gut)
Author
Johannes Bauernberger (Author)
Publication Year
2007
Pages
37
Catalog Number
V74792
ISBN (eBook)
9783638722117
ISBN (Book)
9783638725699
Language
German
Tags
Krisenmanagement Unternehmensethik Theorieseminar Controlling
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Bauernberger (Author), 2007, Krisenmanagement und Unternehmensethik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74792
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