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Zum Rückgang des adverbalen Genitivs

Verschiedene Erklärungsansätze im Kontrast

Title: Zum Rückgang des adverbalen Genitivs

Term Paper , 2007 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Steinmetz (Author)

German Studies - Linguistics
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Der Genitiv ist dem Dativ sein Tod versichert der Titel eines nahezu emphatisch rezipierten populärwissenschaftlichen Buches nunmehr in der 24. Auflage (Sick 2006). Nun ist es kein Geheimnis mehr. Der Gebrauch des Kasus Genitiv schwindet. Doch muss das Urteil derart vernichtend ausfallen, muss dem – umgangssprachlich als Wesfall betitelten – Genitiv tatsächlich der Tod prognostiziert werden?

Tatsächlich mutet der Genitiv – jedenfalls im mündlichen Sprachgebrauch – meist recht befremdlich an. Nicht selten lässt er sich stilistisch der Bildungssprache oder zumindest dem gehobenen Sprachgebrauch zuordnen.
Zuerst sollen auf synchroner Basis das Vorkommen und die Verwendung des adverbalen Genitivs in der gegenwärtigen schriftlich fixierten und mündlich gesprochenen Sprache und dessen alternative Ausdrucksmöglichkeiten ansatzweise skizziert werden. Anschließend sollen sowohl diachron als auch synchron orientierte Erklärungsmodelle für einen etwaigen Schwund des Genitivobjekts vergleichend thematisiert werden. Die der vorliegenden Untersuchung zugrunde liegende Fragestellung lautet demzufolge: ‚Ist es legitim einen Schwund des Genitivobjekts zu konstatieren und – sofern die Antwort affirmativ ausfällt – wie kann dieser Schwund begründet werden?’

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Inhaltsverzeichnis

1. Ein Wort zum Beginn

2. Vorkommen und alternative Ausdrucksmöglichkeiten genitivregierender Verben

3. Erklärungen für den Schwund

3.1. Diachrone Erklärungsansätze

3.1.1. Erklärungsansatz durch Prozessanalyse der verbalen Geschehensweise

3.1.2. Schwund durch Verlust der genitivspezifischen Funktion der Indefinitheitsmarkierung nach Leiss

3.1.3. Schwund durch syntaktische Varianz und semantische Konstanz nach Schrodt

3.1.4. Die Verträglichkeit von Schrodts und Leiss’ Hypothesen

3.2. Ein synchroner Erklärungsversuch

4. Resümee

5. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Rückgangs des adverbalen Genitivs in der deutschen Sprache. Das primäre Ziel ist es, den faktischen Schwund des Genitivobjekts zu konstatieren und zu analysieren, ob dieser Prozess durch verschiedene linguistische Theorien und Erklärungsmodelle diachron wie synchron begründet werden kann.

  • Analyse des Vorkommens und der Verwendung des adverbalen Genitivs in gegenwärtiger und historischer Sprache
  • Kontrastierung verschiedener diachroner Erklärungsmodelle zum Genitivschwund (u.a. Sauter, Leiss, Schrodt)
  • Untersuchung der Konkurrenz zwischen Genitivobjekten, Akkusativobjekten und Präpositionalobjekten
  • Evaluation der stilistischen Funktion und der aktuellen Genitivregel gemäß Duden-Grammatik

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Erklärungsansatz durch Prozessanalyse der verbalen Geschehensweise

Sauter (1998, auch 1995) versucht anhand der ‚Guillaumeschen Theorie der Verbsemantese’ die Funktionen des Genitivobjekts, des Akkusativobjekts, des Präpositionalobjekts und des Verbs kontrastierend zu explizieren, um auf semantisch funktionale Weise das Schwinden des Genitivobjekts zu plausibilisieren oder wenigstens zu interpretieren.

Transitive Verben besitzen zwei Argumente, wobei – aus Perspektive des vom Verb ausgedrückten Prozesses – das externe Argument, das Subjekt, als kausativ und das interne Argument, das Akkusativobjekt, als resultativ oder effektiv bestimmt werden kann. Folgender Satz macht dies deutlich:

19. Strauß schlägt Schopenhauer – (Nietzsche: Unzeitmäßige Betrachtungen)

Die Spannung entwickelt sich zwischen Kausation und Effektion und es ergibt sich ein links und rechtsbegrenzter Prozeß. Das Subjekt kann als (+ operativ) und das Objekt als (+ resultativ) bestimmt werden. (Sauter 1998: S: 187)

Der Satz 19 wird von Sauter demgemäß als Prozess analysiert, welcher sich zwischen zwei Grenzen entwickelt. Das Verb schlagen besitzt eine doppelte externe unmittelbare Inzidenzfähigkeit, d. h. es charakterisiert unmittelbar zwei Argumente; es ist unmittelbar inzident zu zwei Substantiven. Auf das externe Argument richtet das Verb die kausative (aktive), auf das interne Argument die resultative bzw. effektive (passive) Inzidenz (vgl. Sauter 1998: S. 186).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ein Wort zum Beginn: Das Kapitel führt in die Thematik des schwindenden Genitivgebrauchs ein und definiert den Gegenstand der Untersuchung: den adverbalen Genitiv.

2. Vorkommen und alternative Ausdrucksmöglichkeiten genitivregierender Verben: Hier wird der gegenwärtige Status des Genitivobjekts beleuchtet und dessen Konkurrenz zu Akkusativ- sowie Präpositionalobjekten anhand von Beispielen dargelegt.

3. Erklärungen für den Schwund: Dieser zentrale Teil kontrastiert verschiedene diachrone und synchrone Erklärungsansätze für den Rückgang des Genitivobjekts.

4. Resümee: Das Kapitel fasst die verschiedenen Erklärungsmodelle zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten des adverbalen Genitivs.

5. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

adverbaler Genitiv, Genitivschwund, Valenzrahmen, Verbsemantese, Definitheitsmarkierung, Kasusopposition, Prozessanalyse, Sprachwandel, Präpositionalobjekt, Akkusativobjekt, diachrone Linguistik, Sprachökonomie, Sekundärprädikation, Genitivregel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem nachweisbaren Rückgang des adverbalen Genitivs im Deutschen und untersucht, welche linguistischen Prozesse für diesen Wandel verantwortlich sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der diachronen Sprachgeschichte, der funktionalen Semantik von Verben, der Kasustheorie sowie der konkurrierenden Verwendung von Objektsformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob ein Schwund des Genitivobjekts legitim konstatierbar ist und durch welche theoretischen Erklärungsmodelle dieser Prozess begründet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen vergleichenden theoretischen Ansatz, in dem verschiedene linguistische Modelle (von Forschern wie Sauter, Leiss, Schrodt und Abraham) kontrastiert und bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert ausführlich die diachronen Erklärungsansätze – etwa durch Prozessanalysen oder Funktionsverluste bei der Definitheitsmarkierung – sowie synchrone Perspektiven auf den heutigen Sprachgebrauch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie adverbaler Genitiv, Genitivschwund, Valenz, Verbsemantik und Definitheitsmarkierung gekennzeichnet.

Inwiefern spielen reflexive Verben eine Rolle beim Genitivschwund?

Laut dem Autor sichert das mangelnde Transformationspotenzial bei echt reflexiven Verben deren Genitivrektion zumindest in der Schriftsprache noch ab.

Warum spielt die Genitivregel des Duden eine Rolle für den heutigen Gebrauch?

Die Genitivregel fungiert als Repräsentation der sprachlichen Intuition; da viele Sprecher den Genitiv ohne Adjektiv oder Artikel als inkorrekt empfinden, weichen sie auf Ersatzkonstruktionen aus.

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Details

Title
Zum Rückgang des adverbalen Genitivs
Subtitle
Verschiedene Erklärungsansätze im Kontrast
College
University of Münster
Grade
1,0
Author
Michael Steinmetz (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V74862
ISBN (eBook)
9783638729307
ISBN (Book)
9783638733335
Language
German
Tags
Rückgang Genitivs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Steinmetz (Author), 2007, Zum Rückgang des adverbalen Genitivs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74862
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