Die vorliegende Arbeit soll IT-Entscheidern in kleinen und mittelständischen Unternehmen zum einen aufzeigen, dass hinter dem Begriff Open Source Software insbesondere auch für kleinere und mittelständische Unternehmen der Softwarebranche, die Anwendungen auf und ausschließlich für kommerzielle Betriebssystem-Umgebungen entwickeln, mehr Potential steckt, als dies bei einer Reduzierung der Sichtweise auf Linux als freies Betriebssystem, auf bestimmte Serveranwendungen (Datenbank, Web-Content-Management etc.) oder auf das frei verfügbare Open Office als Alternative zu Microsoft Office erscheinen mag.
Die Darlegungen zu Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken sollen des weiteren eine Basis liefern, eine frei verfügbare -plattformunabhängige- OSS-Lösung im Hinblick auf den konkreten Einsatzzweck im Unternehmen beurteilen zu können.
Dazu wird neben der Vorstellung der SWOT-Analyse als passendes Werkzeugs auch auf die kritischen Erfolgsfaktoren hingewiesen, die letztendlich den Ausschlag für den erfolgreichen Einsatz freier Software im Unternehmen geben.
Im Ergebnis liegt eine Arbeitsunterlage vor, die verantwortliche Entscheider bei der Meinungsbildung unterstützen soll, indem sie -als Leitfaden gedacht- den Focus auf sämtliche zu beurteilende Aspekte legt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 AUFGABENSTELLUNG
1.2 VORGEHENSWEISE UND GLIEDERUNG
2 GRUNDLAGEN
2.1 OPEN SOURCE SOFTWARE
2.2 SWOT-ANALYSE
3 SWOT-ANALYSE DES OSS-EINSATZES
3.1 STÄRKEN VON OPEN SOURCE SOFTWARE
Kostenstruktur
Sicherheit, Qualität und Stabilität
Offene Standards – Kompatibilität
3.2 SCHWÄCHEN VON OPEN SOURCE SOFTWARE
Mangelnde Hardwareunterstützung bei neuer Hardware
Keine Herstellergarantie, keine Entwicklungsgarantie
Kein (Hersteller-) Support / Service
Problem bei Dokumentation und Leitfäden
3.3 CHANCEN BEIM EINSATZ VON OPEN SOURCE SOFTWARE
Verfügbarkeit und Analysierbarkeit des Quellcodes
Erweiterbarkeit von Open Source Software, bedarfsorientierte Funktionalität
Beständigkeit und Investitionssicherheit
Kosteneinsparpotential
Förderung der lokalen Wirtschaft
Förderung des Wettbewerbs
3.4 RISIKEN DES EINSATZES VON OPEN SOURCE SOFTWARE
Mangelnde Reife von OSS
Rechtliche Risiken
Umstiegsaufwand und -Kosten
Umschulungsaufwand
Akzeptanzbarrieren bei den Mitarbeitern
3.5 ZUSAMMENFASSUNG
4 KRITISCHE ERFOLGFAKTOREN
Motivation für OSS
Zeitpunkt für den Umstieg
Zeitrahmen für einen Umstieg
Projektmanagement
Externe Beratung
Ganzheitliche Kostenbetrachtung
Professioneller Support
Dokumentation
Mitarbeiter
5 ABSCHLUSS
5.1 FAZIT
5.2 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, IT-Entscheidern in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) eine fundierte Arbeitsunterlage für die Bewertung von Open Source Software (OSS) im Desktop-Bereich bereitzustellen, um den Entscheidungsprozess zu standardisieren und eine faktenbasierte Meinungsbildung zu ermöglichen.
- Strategische Analyse von Open Source Software mittels SWOT-Analyse.
- Identifikation und Erläuterung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken beim OSS-Einsatz.
- Analyse kritischer Erfolgsfaktoren für die Implementierung von Open Source Software.
- Entwicklung einer Entscheidungsmatrix als Leitfaden für Entscheidungsträger.
- Untersuchung von Aspekten der Wirtschaftlichkeit und TCO (Total Cost of Ownership).
Auszug aus dem Buch
3.1 Stärken von Open Source Software
Open Source Software würde nicht auf so viel Interesse stoßen, wenn sie gegenüber kommerzieller Software nicht einige Vorzüge aufzuweisen hätte. Diese überwiegend direkt aus der OSD abzuleitenden Stärken werden nun zusammenfassend dargelegt. Da die Einstufung teilweise nicht immer eindeutig möglich ist, finden sich einige, in der Literatur uneinheitlich bisweilen auch unter den Stärken subsumierte Aspekte, die nicht in der OSS selbst liegen, in dieser Arbeit in Kapitel 3.3 bei den Chancen.
Kostenstruktur
Ein entscheidender Vorteil von Open Source Software liegt sicherlich in den niedrigeren Anschaffungskosten, da Lizenzgebühren nicht anfallen (vgl. [Gläßer 2004, Seite 32]). Beim Einsatz von Open Source Software kommt es aber unter Umständen zu einer Kostenverlagerung von Sachaufwand in Form von Lizenzkosten hin zu Personalkosten, so dass jedenfalls das Augenmerk auch auf die Total Cost of Ownership (TCO) zu legen ist [Wichmann 2005, Seite 33].
Sicherheit, Qualität und Stabilität
Da bei größeren Projekten eine Vielzahl von Programmierern freiwillig mitarbeiten, werden Veränderungen am Quellcode laufend von einer großen Gruppe von Experten validiert. Fehler oder absichtlich eingefügte, schädliche Codes werden dabei nachweislich (vgl. [Ebert und Ruffin 2004, Seite 31] mit weiteren Nachweisen) sehr rasch entdeckt und beseitigt (sog. „Peer-review“-Prinzip, vgl. [Wieland 2004, Seite 109]).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der wachsenden Bedeutung von Open Source Software für KMU und Definition der Aufgabenstellung zur Standardisierung des Entscheidungsprozesses.
2 GRUNDLAGEN: Einführung in die Definitionen und Konzepte von Open Source Software sowie das strategische Instrument der SWOT-Analyse.
3 SWOT-ANALYSE DES OSS-EINSATZES: Detaillierte Identifikation und Beschreibung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken beim Einsatz von Open Source Software.
4 KRITISCHE ERFOLGFAKTOREN: Analyse der wesentlichen Faktoren, wie Projektmanagement, Support und Mitarbeiterakzeptanz, die über den Erfolg einer OSS-Einführung entscheiden.
5 ABSCHLUSS: Zusammenfassendes Fazit zur individuellen Beurteilung von OSS sowie ein Ausblick auf zukünftige Potenziale.
Schlüsselwörter
Open Source Software, SWOT-Analyse, IT-Entscheider, KMU, Strategische Planung, Quellcode, TCO, Kostenstruktur, Software-Implementierung, Erfolgsfaktoren, Desktop-Anwendungen, IT-Controlling, Herstellerunabhängigkeit, Change Management, Risikomanagement.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt den Einsatz von Open Source Software in kleinen und mittelständischen Software-Unternehmen und unterstützt Entscheider dabei, diesen Einsatz mittels einer strukturierten Analyse zu bewerten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen zu OSS, die Durchführung einer SWOT-Analyse zur Bewertung sowie die Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren bei der Implementierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Entscheidungsprozess für oder gegen Open Source Software zu standardisieren, indem eine fundierte Arbeitsunterlage für IT-Entscheider zur Verfügung gestellt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die aus der Unternehmensplanung entlehnte SWOT-Analyse (Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse) als zentrales Instrument, ergänzt durch Literaturanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die Stärken und Schwächen von OSS, Chancen und Risiken sowie die kritischen Erfolgsfaktoren bei der Einführung solcher Lösungen beleuchtet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Open Source Software, KMU, SWOT-Analyse, TCO (Total Cost of Ownership), strategische Entscheidungsfindung und kritische Erfolgsfaktoren.
Warum ist eine ganzheitliche Kostenbetrachtung bei OSS wichtig?
Obwohl OSS oft keine Lizenzgebühren verursacht, können Personalkosten und Umstellungskosten steigen. Eine TCO-Betrachtung ist daher essenziell, um die tatsächliche Wirtschaftlichkeit zu bewerten.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei einer OSS-Umstellung?
Die Mitarbeiter werden als kritischster Erfolgsfaktor eingestuft, da Umstellungen auf neue Software oft mentale Barrieren und Widerstände hervorrufen, die aktiv durch Kommunikation adressiert werden müssen.
Wie lässt sich die Reife von Open Source Software einschätzen?
Die Reife ist oft uneinheitlich; zur Einschätzung wird im Anhang der Arbeit ein spezifischer Kriterienkatalog bereitgestellt, der Faktoren wie Verbreitung, Alter des Projekts und Support berücksichtigt.
- Quote paper
- Lajos Vilt (Author), 2007, SWOT-Analyse für den Einsatz von Open Source Software, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74869