„Jahrelang soff ich und nahm Drogen, ungefähr seit meinem zwölften Lebensjahr. Ich schluckte ab und zu das eine oder andere Phenobarbital meiner Mutter. Hasch, Amphetamine und Koks folgten. Alkohol war gleichzeitig immer mit im Spiel. Dann entdeckte ich plötzlich Heroin. Ich würde lügen, würde ich behaupten, ich hätte mich nicht … na ja … gefühlt wie nie zuvor. Ich fühlte mich einfach vollkommen. Nichts konnte mir etwas anhaben. Ich war unerschütterlich. Es war Euphorie.“
(DAVE GAHAN; zitiert in MALINS 1999: 177)^
Dies sind die Erinnerungen eines Sängers (Depeche Mode) an seine Heroinabhängigkeit. Obwohl er einen Herzstillstand erlitt und seine Sucht nur knapp überlebte weiß er noch genau welchem guten Gefühl er mit jeder Injektion immer wieder gefolgt ist.
Was ist das für eine Droge, die auf der einen Seite eine einmalige Wirkung hat und ihre Konsumenten so fasziniert, auf der anderen Seite in der Lage ist, ihr Leben in sehr kurzer Zeit zu zerstören ?
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Heroin
2.2 Chemische Zusammensetzung/ Herstellung
2.3 Konsumformen und Wirkung
2.3.1 Intravenöser Konsum
2.3.2 Sniefen
2.3.3.Inhalieren
2.3.4. Rauchen
3. Abhängigkeit /Folgen
3.1 Definitionen
3.2 Folgen der Abhängigkeit
4. Beratungs- und Therapiemöglichkeiten
4.1 Stationäre Therapien
4.2 Ambulant
4.3 Substitution
4.4 Abstinenz
4.5 Bedeutungen des illegalen Handels für Beratung und Therapie
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Droge Heroin, deren physiologische Wirkungsweise, die daraus resultierende Abhängigkeit sowie die in Deutschland praktizierten Beratungs- und Therapiemöglichkeiten aus der Perspektive der Sozialarbeit.
- Chemische Grundlagen und Konsumformen von Heroin
- Physische und soziale Folgen der Heroinabhängigkeit
- Methoden der Beratung im Kontext des Erstkontakts
- Stationäre und ambulante Therapieansätze
- Die Rolle der Substitution und die Kritik an der aktuellen Drogenpolitik
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Intravenöser Konsum
Das direkte Injizieren ist die wohl die bekannteste Form des Konsums. Der Konsument erhitzt das Heroin auf einem Löffel mit Ascorbinsäure/ Zitronensäure und Wasser. Die Säure bewirkt beim Aufkochen die notwendige dauerhafte Verflüssigung des Heroins, da es nicht wasserlöslich ist. Nun wird die Flüssigkeit zur Reinigung durch z.B. Watte filtriert, mit einer Spritze aufgezogen und anschließend in eine Vene injiziert.
Es kommt zu einer sehr schnellen (10- 20 Sek.) Anflutung des Stoffes im Gehirn und löst dadurch den so genannten „Flash“ oder „ Kick“ aus. Darauf folgt die Wirkung des Heroins die von zwei-fünf Std. dauern kann (vgl. PLATT/LABATE 1982: 6).
„In der Regel wirkt Heroin beruhigend, entspannend und Schmerz lösend, gleichzeitig bewusstseinsmindernd und stark euphorisierend. Heroin dämpft die geistige Aktivität und beseitigt negative Empfindungen wie Angst, Unlust und Leere. Probleme, Konflikte und Belastungen des Alltags werden nicht mehr als solche wahrgenommen, unangenehme Wahrnehmungen und Reize werden ausgeblendet. Der Konsument fühlt sich glücklich und zufrieden…“ ( DHS: 5f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die biographische Erfahrung einer Heroinabhängigkeit und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Wirkung der Droge und den Möglichkeiten der sozialen Arbeit.
2. Heroin: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft, die chemische Zusammensetzung sowie verschiedene Konsumformen und deren spezifische Wirkweisen auf den menschlichen Organismus.
3. Abhängigkeit /Folgen: Es werden Definitionen der Abhängigkeit erörtert und die daraus resultierenden physischen sowie sozialen Konsequenzen, wie der soziale Abstieg und die Beschaffungskriminalität, dargelegt.
4. Beratungs- und Therapiemöglichkeiten: Das Kapitel beschreibt den Erstkontakt durch Sozialarbeiter sowie stationäre, ambulante und substitutionsgestützte Therapiekonzepte unter Berücksichtigung der kritischen Rahmenbedingungen durch den illegalen Markt.
5. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung reflektiert die Problematik der Abstinenzorientierung in der deutschen Drogenpolitik und betont die Notwendigkeit einer differenzierten Hilfeleistung.
Schlüsselwörter
Heroin, Abhängigkeit, Sucht, Sozialarbeit, Therapie, Substitution, Entzug, Drogenpolitik, Konsumformen, Beschaffungskriminalität, Beratung, Prävention, Illegalität, Opioide, Schadensminimierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Thema Heroin unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten, fokussiert sich auf die Entstehung der Sucht und untersucht, wie Beratungs- und Therapiemaßnahmen in Deutschland aktuell umgesetzt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die chemischen Eigenschaften von Heroin, die Auswirkungen des Konsums auf den Körper, die soziale Stigmatisierung und die verschiedenen therapeutischen Ansätze zur Behandlung von Abhängigen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Arbeit bei der Unterstützung von Heroinabhängigen aufzuzeigen und die Herausforderungen einer abstinenzorientierten Drogenpolitik kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden genutzt?
Es werden medizinische Fachinformationen über die Substanz mit sozialarbeitswissenschaftlichen Konzepten, wie der klientenzentrierten Gesprächsführung nach Carl Rogers, verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Droge Heroin, die Definition und Folgen der Abhängigkeit sowie eine umfassende Darstellung stationärer, ambulanter und substituierender Hilfsangebote.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Inhalt?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Suchtpotenzial, Entgiftung, Substitutionsbehandlung, soziale Reintegration und die Rolle des Sozialarbeiters definieren.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des illegalen Handels?
Der illegale Markt wird als massives Hindernis für erfolgreiche Therapien identifiziert, da die ständige Präsenz von Dealern in der Umgebung der Klienten Rückfälle massiv begünstigt.
Warum wird die deutsche Drogenpolitik im Text kritisiert?
Die Kritik richtet sich vor allem gegen das starre Ziel der vollkommenen Abstinenz, da dieses laut Autorin an der Lebensrealität vieler Abhängiger vorbeigehe und kaum praktikable Alternativen anbiete.
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- Kerstin Lucks (Author), 2007, Heroin - Substanz, Abhängigkeit und die Beratungs- und Therapiemöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74939