Der englische Krimi - Der Detektiv und die kriminalistische Untersuchung


Seminararbeit, 2006
16 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

INHALT

1) Einleitung

2) Der klassische Detektiv

3) Der Detektiv in ausgewählten Detektivgeschichten
3.1) „The Fatal Shot“
3.2) “Murder and Mystery. An Incident.”

4) Die deduktische Ermittlung: allgemein und in den gewählten Beispielen

5) Zusammenfassung und Einschätzung

6) Anmerkungen
KAPITEL 2: DER KLASSISCHE DETEKTIV
KAPITEL 3: DER DETEKTIV IN AUSGEWÄHLTEN DETEKTIVGESCHICHTEN
KAPITEL 4: DIE ERMITTLUNG: ALLGEMEIN UND IN DEN GEWÄHLTEN BEISPIELEN
KAPITEL 5: ZUSAMMENFASSUNG UND EINSCHÄTZUNG

7) Literaturverzeichnis

Quellen:

Sekundärliteratur:

1) Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Detektiv und der kriminalistischen Untersuchung eines Verbrechens im englischen Kriminalroman (englisch „detective story“) des neunzehnten Jahrhunderts. Sie stützt sich zum Teil auf die im Newgate Calendar enthaltenen, anonym verfassten Kriminalgeschichten „The Fatal Shot“ von 1838 und „Murder and Mystery. An Incident.“ von 1841, die beide als Wegbereiter von, wenn nicht sogar als Einflüsse auf, Edgar Allan Poes Detektivgeschichten gelten (können).

Dabei wird in Kapitel 2 darauf eingegangen inwiefern sich die Detektive in diesen beiden Geschichten von dem Detektiv unterscheiden, der zumeist in der Sekundärliteratur beschrieben wird (siehe Kapitel 1), beziehungsweise inwieweit sie damit übereinstimmen.

Der Fokus der Arbeit liegt also auf dem Detektiv, da jedoch von ihm die Untersuchung des jeweiligen Verbrechens ausgeht, wird auch diese unter Punkt 4 behandelt, wenngleich in einem wesentlich kleineren Umfang.

Abschließend werden die Ergebnisse in Kapitel 5 noch einmal zusammengefasst und es wird versucht eine Einschätzung bezüglich ihrer Gültigkeit und Wichtigkeit für die Kriminalliteratur vor der Zeit Poes zu formulieren.

2) Der klassische Detektiv

Die Überschrift dieses Kapitels soll selbstverständlich weder darauf hindeuten, dass hier ein Detektiv aus der Zeit der Klassik beschrieben wird, noch handelt es sich um einen Detektiv, der eine bestimmten gesellschaftlichen Klasse angehört. Es geht vielmehr darum, wie der Detektiv in der Sekundärliteratur klassifiziert wird, das heißt, welche typischen Merkmale er aufweist.

Sehr hilfreich sind hierbei die Untersuchungen Peter Nussers zu diesem Thema (1980), der alle Figuren des Detektivromans, darunter das Opfer, den Mörder (da im Detektivroman Mord das hauptsächliche Verbrechen ist 1) und natürlich den Detektiv (beziehungsweise die Gruppe der Ermittelnden 2) charakterisiert.

„Der Detektiv ist die zentrale Figur jeglichen Detektivromans“ (Nusser 1980, 42) und daher gebührt ihm natürlich auch großes Interesse, und zwar sowohl seiner Erscheinung und Lebensweise als auch seiner untersuchenden Vorgehensweise (siehe dazu Kapitel 4).

Nusser bestimmt die wichtigsten Aufgaben des Detektivs als „Beobachtung, Verhör, Beratung, wobei er vor allem Kräfte der Wahrnehmung und gedanklicher Kombination entfalten muss“ (ebd., 43) und im weiteren Verlauf seiner Ausführungen beschreibt beziehungsweise erklärt er die typischen Merkmale des Detektiv im Detektivroman (diese Hervorhebung ist nötig, da Nusser schon zu Beginn seiner Untersuchung den Detektivroman von anderen Formen der Kriminalliteratur abgrenzt 3).

Dazu gehören: sein Außenseitertum, das den Detektiv von der Masse abgrenzt; seine Einsamkeit (Junggesellentum und sexuelle Abstinenz) 4; seine Professionalität und der Umgang mit Wissenschaftlern5; und natürlich auch gewisse menschliche Schwächen.6

Besonders auffällig ist die Tatsache, dass der Detektiv stets die zumeist als dilettantisch arbeitend hingestellte Polizei zu übertreffen vermag. Hieraus ergibt sich ein weiteres Charakteristikum für den Detektiv, obwohl dies kein eigentliches Merkmal des Detektivs selbst ist, sondern vielmehr ein Mittel zur Hervorhebung seiner Person: sein ihm intellektuell nicht unbedingt unterlegener, aber dennoch immer eine Spur langsamerer Mitarbeiter, beziehungsweise die Polizei, die ihn um Mithilfe bittet. Diese gehören zur „Gruppe der Ermittelnden“ (ebd., S. 42), aber ihre primäre Funktion ist nicht die der Untersuchung eines begangenen Verbrechens, im Gegenteil: ihnen ist dies ohne den Detektiv nicht möglich, da er meist andere Herangehensweisen nutzt. Ihr Vorhandensein hat unterschiedliche Gründe: der Mitarbeiter und der Detektiv beispielsweise reden oft miteinander und diese Dialoge dienen dem Detektiv dazu, seine Gedankengänge mitzuteilen und sowohl den Leser als auch den Mitarbeiter auf den neuesten Stand seiner Ermittlungen zu bringen.7 Jedoch hat der Mitarbeiter, wie auch in anderen Fällen die auftretende Polizei, im Wesentlichen die Aufgabe, die Leistung des Detektivs herauszustellen,8 seine intellektuellen und kombinatorischen Fähigkeiten zu betonen, ihn von seiner Umgebung abzuheben, obwohl es gleichzeitig den Anschein einer geschlossenen Gruppe (der Guten) haben soll.

Alles in allem ist der Detektiv also eine sehr (manchmal fast übernatürlich anmutend) intelligente Figur, die dem Detektivroman nicht nur seinen Namen gibt, sondern ihm auch Spannung verleiht, da seine Fähigkeit, jedes noch so kompliziert erscheinende Verbrechen zu lösen, indem er seine Intelligenz und natürlich gegebene Fakten benutzt, den Leser mitfiebern lässt. Oft stellt er sowohl das Verbrechen als auch die Motive des Täters und abschließend auch die Auflösung des Falles so ausführlich und dabei einfach dar, dass jeder Leser, ob er nun mitgerätselt hat oder nicht, jede Schlussfolgerung nachvollziehen kann und damit das Gefühl hat, er hätte selbst auf die Lösung des Falles kommen können (vorausgesetzt er hätte alles gewusst, was auch der Detektiv weiß!).

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Der englische Krimi - Der Detektiv und die kriminalistische Untersuchung
Hochschule
Universität Rostock
Veranstaltung
Proseminar "From Newgate to Christie: The first 150 years of Crime Fiction"
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V74977
ISBN (eBook)
9783638745109
ISBN (Buch)
9783638770156
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krimi, Detektiv, Untersuchung, Proseminar, From, Newgate, Christie, Crime, Fiction
Arbeit zitieren
Kristina Müller (Autor), 2006, Der englische Krimi - Der Detektiv und die kriminalistische Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74977

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