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Mode als soziales Phänomen - Unterschiede der männlichen und weiblichen Mode zur Jahrhundertwende

Title: Mode als soziales Phänomen - Unterschiede der männlichen und weiblichen Mode zur Jahrhundertwende

Term Paper , 2007 , 31 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Mirja D. Dauphin (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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Wenn man von Mode als sozialem Phänomen spricht, so ist dabei zu beachten, dass hier nicht etwa Kleidung gemeint ist, also das Produkt an sich, das konsumiert und getragen wird, sondern die Auswirkungen, die sich für den Träger oder ganze Gruppen ergeben, die Absichten und sozialen Regelungen, die durch Mode sichtbar werden.

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Mode ausgehend von der Theorie Georg Simmels. Von zentraler Bedeutung ist hierbei die Dualität des Menschen, die sich in verschiedenen Bereichen des menschlichen Seins wiederspiegelt. Genau wie die Dualität bereits im Menschen angelegt ist, spielt sie auch in der gesamten Gesellschaft eine wichtige Antriebskraft und zeigt sich in den verschiedensten sozialen Phänomenen. Wie später noch ausführlich gezeigt wird ist der Abschluss von der Gruppe, ebenso wie der Anschluss des Individuums an die Gruppe eine der wichtigen Ursachen der Mode als soziales Phänomen und gleichzeitig Bestandteil der Geschichte der Gesellschaft, in der es um die Versöhnung zwischen der Verschmelzung mit der sozialen Gruppe und der individuellen Abhebung des Individuums geht. Laut Simmel ist jede Lebensform daran interessiert Dauer und Gleichheit mit Veränderung und Einzigartigkeit zu verbinden. Wie später gezeigt werden soll „erweist sich die Mode nur als ein einzelnes, besonders charakterisiertes unter jenen mannigfachen Gebilden, in denen die soziale Zweckmäßigkeit die entgegengesetzten Strömungen des Lebens zu gleichen Rechten objektiviert hat.“ (Simmel, Philosophie der Mode, 37)

So viel zu dem zentralen Element der Mode als sozialem Phänomen, im Folgenden werden nun die Ursachen und auch die sozialen Funktionen der Mode näher betrachtet. Der Fokus liegt hierbei auf der Aufgabe der Mode als Ersatz sozialer Bedürfnisse und wird ergänzt durch die Theorie Thorstein Veblens, für den Mode ein Zeichen sozialen Prestiges darstellt. Der gewählte Aspekt wird zeigen, wie das soziale Phänomen der Mode sich bei Mann und Frau auf verschiedene Weise auswirkt. Aufgrund der kontextuellen Gebundenheit des Aufsatzes Philosophie der Mode, d.h. der Zeit, in der er entstand und der damaligen sozialen und kulturellen Denkweisen, wird ein Blick auf die deutsche Gesellschaft der Jahrhundertwende geworfen um so später einen Vergleich mit der gegenwärtigen Gesellschaft ziehen zu können und gegebenenfalls Teile der Theorie Simmels als kontextgebunden zu identifizieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Mode als soziales Phänomen

2. Ursachen der Mode als soziales Phänomen

2.1. Mode als Nachahmung

2.2 Mode als Phänomen des Abschluss und Anschluss

3. Die soziale Funktion der Mode

3.1. Mode als Ersatz sozialer Bedürfnisse

3.2. Mode als Zeichen des Prestiges

4. Die Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts

4.1. Deutschland um 1900

4.2. Geschlechterrollen

4.2.1. Sozialer Status und soziale Identität der Frau

4.2.2. Sozialer Status und soziale Identität des Manns

4.3. Geschlechterspezifische Unterschiede in der Mode

4.3.1. Mode der Frau

4.3.2. Mode des Manns

4.4. Verhältnis zwischen Mode und sozialem Status

5. Vergleich mit gegenwärtiger Gesellschaft

5.1. Wandel der Geschlechterrollen

5.2. Annäherung der männlichen und weiblichen Mode

6. Abschließende Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Mode als soziales Phänomen auf Basis der Theorie von Georg Simmel, mit dem Ziel, die Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Mode zur Jahrhundertwende zu analysieren und in einen gesellschaftlichen Kontext zu setzen.

  • Soziologische Grundlagen der Mode (Nachahmung und Differenzierung)
  • Die soziale Funktion von Mode als Prestige- und Distinktionsmerkmal
  • Einfluss der Geschlechterrollen auf die Ausgestaltung von Mode
  • Historische Analyse der Gesellschaft in Deutschland um 1900
  • Vergleich der historischen Beobachtungen mit gegenwärtigen Entwicklungen

Auszug aus dem Buch

3.1. Mode als Ersatz sozialer Bedürfnisse

Das Phänomen der Nachahmung hat gezeigt, dass Individuen Mode anderer imitieren um soziale Anerkennung zu erlangen. Die Nachahmung wurde somit zu einem wichtigen Faktor der Mode, der zusammen mit der individuellen Differenzierung die Lebensbedingungen der Mode als durchgängige Erscheinung bildet. Jedoch bietet die Mode dem Einzelnen noch weitaus mehr als reine soziale Anerkennung, sie ermöglicht es dem Individuum ein Stück seiner Freiheit zu behalten, sie als Maske zu benutzen und sie dient ihm als Ersatz sozialer Bedürfnisse. Dass die Mode ein Produkt sozialer Bedürfnisse ist, lässt sich ganz einfach feststellen, denn sie folgt in ihren unzähligen Formen in keiner Weise zweckmäßigen Zielen. „[G]erade die Zufälligkeit, mit der sie einmal das Zweckmäßige, ein andermal das Abstruse, ein drittes Mal das sachlich und ästhetisch ganz Indifferente anbefiehlt, zeigt ihre völlige Gleichgültigkeit gegen die sachlichen Normen des Lebens [...].“ Ihre Motivation ist rein formal-sozial, ihr zu folgen geschieht nicht um einen Zweck zu erfüllen, es wird zur Pflicht.

Manche Individuen benutzen die Mode als eine Art Maske hinter der sie ihre innerste Persönlichkeit versuchen zu verstecken. Indem sie der neuesten Mode folgen, ihr nicht entgegenstehen, schaffen sie sich einen Raum, der ihnen die Möglichkeit bietet ihre wahre Person und ihre Gefühle zu verstecken oder zumindest für andere nicht sofort sichtbar zu sein. Das Folgen der Normen und Gepflogenheiten der Masse ist für sie nichts weiter als die Gelegenheit und das Mittel „ihr persönliches Empfinden und ihren Geschmack zu reservieren, den sie eben wirklich ganz für sich haben wollen, so für sich, dass sie ihn nicht in die Erscheinung treten lassen wollen, die allen zugänglich wäre.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Mode als soziales Phänomen: Einführung in die Thematik der Mode als soziales Phänomen, basierend auf Georg Simmels Konzept der menschlichen Dualität.

2. Ursachen der Mode als soziales Phänomen: Analyse der grundlegenden psychologischen Mechanismen Nachahmung und Differenzierung sowie deren Bedeutung für das Phänomen des Abschlusses und Anschlusses.

3. Die soziale Funktion der Mode: Untersuchung der Mode als Ersatz sozialer Bedürfnisse und als Instrument zur Zurschaustellung von sozialem Prestige.

4. Die Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts: Betrachtung der deutschen Gesellschaft um 1900, der vorherrschenden Klassenstrukturen und der spezifischen Rollenbilder von Mann und Frau.

5. Vergleich mit gegenwärtiger Gesellschaft: Gegenüberstellung des historischen Wandels der Geschlechterrollen und die heutige Annäherung der männlichen und weiblichen Mode.

6. Abschließende Bewertung: Fazit zur Relevanz der Simmelschen Theorie in der heutigen Zeit unter Berücksichtigung moderner Entwicklungen wie des metrosexuellen Mannes.

Schlüsselwörter

Mode, soziales Phänomen, Georg Simmel, Nachahmung, individuelle Differenzierung, Klassenmode, Geschlechterrollen, Jahrhundertwende, Bürgertum, Prestige, Status, Emanzipation, Kleidung, Identität, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Mode als soziales Phänomen und untersucht insbesondere die Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Mode zur Jahrhundertwende.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören soziologische Modetheorien, historische Geschlechterrollen, der Einfluss von Klassenschichten sowie der Wandel dieser Verhältnisse hin zur Gegenwart.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Verhältnis von Mode, sozialem Status und Geschlecht um 1900 zu verstehen und zu prüfen, inwieweit Teile der ursprünglichen Theorie heute noch Bestand haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die soziologische Theorie Georg Simmels und ergänzt diese durch weitere Literatur sowie den historischen Vergleich mit der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen von Mode, ihre soziale Funktion als Prestigesymbol sowie die spezifische Rolle der Frau und des Mannes im Kaiserreich im Kontext der Mode.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mode, Nachahmung, Differenzierung, Geschlechterrollen, Prestige, Bürgertum und Identität.

Inwiefern hat die soziale Position der Frau die Mode beeinflusst?

Da Frauen im Kaiserreich politisch und beruflich eingeschränkt waren, nutzten sie auffällige Mode, um ein Gefühl von Individualität und Anerkennung zu erlangen.

Warum wird heute von einer Annäherung der männlichen und weiblichen Mode gesprochen?

Die Arbeit führt dies auf den Wandel der Geschlechterrollen seit der Jahrhundertwende zurück, wobei Männer zunehmend Modeattribute übernehmen und Frauen traditionell männliche Kleidung tragen.

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Details

Title
Mode als soziales Phänomen - Unterschiede der männlichen und weiblichen Mode zur Jahrhundertwende
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
2,0
Author
Mirja D. Dauphin (Author)
Publication Year
2007
Pages
31
Catalog Number
V74990
ISBN (eBook)
9783638743181
Language
German
Tags
Mode Phänomen Unterschiede Mode Jahrhundertwende
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mirja D. Dauphin (Author), 2007, Mode als soziales Phänomen - Unterschiede der männlichen und weiblichen Mode zur Jahrhundertwende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74990
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