Effekte von ausländischen Direktinvestitionen am Fallbeispiel des Oberschlesischen Industriereviers


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2007

12 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ausländische Direktinvestitionen und ihr Empfängerland
2.1 Konzeption
2.2 Effekte im Empfängerland
2.3 Einflussgrößen
2.3.1 Investitionsvoraussetzungen
2.3.2 Zielsystem
2.3.3 Ausländische Direktinvestitionen

3 Regionale Betrachtung
3.1 Oberschlesisches Industrierevier
3.2 Investitionsvoraussetzungen
3.3 Zielsystem
3.4 Ausländische Direktinvestitionen

4 Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Oberschlesische Industrierevier zählt zu den Regionen in Mittel- und Osteuropa (MOE) in denen wirtschaftliches Wachstum und Investitionen multinationaler Konzerne auf massive regionale Struktur- und Umweltprobleme treffen. Nahe liegt die Frage, welchen Beitrag Ausländische Direktinvestitionen (ADI) für die Umgestaltung und Entwicklung solch einer Altindustrieregion leisten vermögen. Das folgende Themenpapier soll einen straffen Überblick über Effekte von ADI-Strömen und deren Einflussgrößen in theoretischer und regionaler Sicht geben und den weiteren wissenschaftlichen Diskurs anregen. Im ersten Kapitel wird die Grundidee dargelegt und deren Elemente diskutiert. Das zweiten Kapitel stellt die Konzeption in einen regionalen Bezug.

2 Ausländische Direktinvestitionen und ihr Empfängerland

2.1 Konzeption

Die in Abbildung 1 dargestellt Konzeption setzt die von den Direktinvestitionen ausgehenden Effekte in den Mittelpunkt der Betrachtung und es werden die Bedingungen im Empfängerland in Form der Investitionsvoraussetzungen, dem gesellschaftspolitischen Zielsystem und Ausländischen Direktinvestition thematisiert. Sie hat das Ziel drei übergeordnete Einflussgrößen für ADI-Effekte hervorzuheben.

Abbildung 1: Effekte und deren Einflussgrößen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigener Entwurf

Es wird Wert gelegt auf die Darstellung der zirkulären Bezüge zwischen den einzelnen Systemkomponenten und damit der Betonung der Komplexität, Heterogenität und den Wechselbeziehungen des Gesamtsystems. Die Effekte im Empfängerland sind die von ADI ausgelösten direkten und indirekten Veränderungen der sozio-ökonomischen Situation in einer Zielregion. Die Investitionsvoraussetzungen im Empfängerland sind die von staatlicher Seite beeinflussbaren Stellgrößen, die insbesondere die wirtschaftlichen und die infrastrukturellen Rahmenbedingungen betreffen. Das Zielsystem steht vereinfacht für die Ziele aus privatwirtschaftlicher, wirtschaftspolitischer und gesellschaftlicher Sicht. Ausländische Direktinvestition sind Grundlage der Betrachtung und Einflussgröße zugleich. Die Handlungsspielräume der Hauptakteure in der Region und in den Unternehmen werden durch die farbliche Trennung symbolisiert.

2.2 Effekte im Empfängerland

Ausländische Direktinvestitionen greifen in die lokalen und regionalen Wirtschaftssysteme ein und die Veränderung gewohnter sozio-ökonomischer Strukturen gehen mit positiven als auch negativen Auswirkungen einher. Sie sind bedeutsamer Faktor für wirtschaftliche Entwicklung und Modernisierung und die Befürchtung, dass der globale Wettbewerb zur Gewinnung von ADI zu einem „race to the bottom“ bestehender ökologischer und sozialer Standards führen wird, kann zwar ausgeschlossen werden, doch andererseits führte er auch nicht zu einem „race to the top“.[1]

Der von ADI-Strömen bedingter Wachstumsimpuls für die Wirtschaft des Empfängerlandes wird in der Literatur als ein herausragender positiver Effekt hervorgehoben. Dies kann beispielsweise durch Optimierung von Produktivitätskennzahlen, die Verminderung des Ressourcenverbrauchs für die Erstellung einer Produktionseinheit oder durch den Einkommensanstieg erreicht werden. Es besteht zusätzlich eine Verknüpfung von internationalem Handel und ADI, die im allgemeinen in ihrer Wirkung positiv betrachtet werden, wenn der Aspekt der langfristigen Integration eines Landes in die Weltwirtschaft im Vordergrund steht. Ein besonderer Augenmerk liegt auf den Spillover-Effekten. Diese beruhen auf der Weitergabe von Know-How auf vertikaler Ebene mit Betrieben der vor- und nachgelagerten Produktions- und Absatzstufen und durch die Internationalisierung der Forschung und Entwicklung.[2] Ein weiterer Effekt ist durch die Ausbildung der Mitarbeiter zu erwarten, die direkt durch die multinationale Unternehmung bzw. indirekt durch Qualifikationsmaßnahmen des Staates erfolgt. ADI sind mit negativen Effekten verbunden, wenn erfolgreiche einheimische Produzenten durch multinationale Unternehmen verdrängt werden. Bedenklich ist auch die „pollution haven“ These, nach dem insbesondere der Export von umweltschädlichen Produktionen in Länder mit geringeren Umweltstandards beschrieben wird.[3] Innerhalb einer Volkswirtschaft ist auch die Ausbildung von dualen Wirtschaftsstrukturen negativ, wie z.B. reine Produktionsinseln und Unternehmen, die ihre Gewinne ohne Zuwachs für die Volkswirtschaft des Empfängerlandes zurückführen. Besonders kritische Abhandlungen erkennen eine Gefährdung durch starke Kommerzialisierung und Abhängigkeit von internationalen Unternehmen. Es herrscht ein wissenschaftlicher Diskurs über Richtung, Ausmaß und Existenz der Effekte vor, zu dessen insbesondere die weitere fallweise und regionale Betrachtung von Nöten ist.[4]

2.3 Einflussgrößen

2.3.1 Investitionsvoraussetzungen

Die Standortwahl multinationaler Unternehmen wird durch betriebswirtschaftliche Kennzahlen maßgeblich beeinflusst, denn die Investitionsentscheidung erfolgt auf Grundlage von marktbezogenen Größen wie beispielsweise Zielmarkt, Marktkaufkraft, Marktdurchdringung oder Standortkosten. Diese werden durch das wirtschaftliche Basisniveau einer Volkswirtschaft determiniert und sind selbst innerhalb von Nationalstaaten sehr heterogen und stark divergent. Jedoch stellte die UNCTAD im bereits 1996 veröffentlichten World Investment Report fest, dass neue Determinanten an Bedeutung im Wettbewerb um die Gewinnung von ADI an Bedeutung gewinnen. Zu diesen zählen u.a. die Qualität der Infrastruktur und das Arbeitskräftepotential.[5] Zu den Investitionsvoraussetzungen aus globaler Sicht, gehört wie die OECD 2002 in einer Untersuchung in Entwicklungsländern feststellte, die Einhaltung eines wirtschaft­lichen und gesellschaftlichen Standards. Diese Länder müssen nicht nur attraktive Investitionsbedingungen aufweisen, sondern auch über einen aufnahmefähigen Absatzmarkt und ein investitionsfreundliches Umfeld verfügen. Besonderer Bedeutung wird der Förderpolitik für ausländische Investitionen beigemessen, die Anreize für Innovationen, Verbesserung von Qualifikationen und Schaffung eines Umfeldes für gesunden Wettbewerb schafft.[6] Im Zusammenschluss werden die Investitionsvoraussetzungen in Abbildung 2 dargestellt.

[...]


[1]) vgl. OECD 2001, S. 10

[2]) vgl. OECD 2002, S. 13ff

[3]) vgl. Smarzynska & Wei 2001

[4]) Kritische Betrachtung der Spillover-Effekte, z.B.: Groht 2005, Zukowska-Gagelmann 2001

[5]) vgl. UNCTAD 1996, S. 97

[6]) vgl. OECD 2002, S. 18

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Details

Titel
Effekte von ausländischen Direktinvestitionen am Fallbeispiel des Oberschlesischen Industriereviers
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
keine
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V75032
ISBN (eBook)
9783638685733
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Effekte, Direktinvestitionen, Fallbeispiel, Oberschlesischen, Industriereviers
Arbeit zitieren
Dipl. Betriebswirt / Dipl. Geograf Klaus-Dieter Färber (Autor), 2007, Effekte von ausländischen Direktinvestitionen am Fallbeispiel des Oberschlesischen Industriereviers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75032

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