Die Arbeit befasst sich mit Katharina II. Untersucht wird, wie ihre Politik gegenüber der Kirche aussah. Dazu gehört auch die Vorstellung der Kirchenpolitik Peters I. Umfang und Inhalt entsprechen dem Niveau eines Proseminars. Die Arbeit eignet sich sehr gut für einen ersten Überblick.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Situation vor Katharinas „Amtsantritt“
2.1 Stellung der Kirche und neue Religionen
3 Entwicklung unter Katharina
3.1 Protestanten, Katholiken und Juden unter Katharina
3.2 Katharinas „neue Gesetze“
3.3 Katharinas Schulpolitik
4 Kurzer Ausblick: die Zeit nach Katharina
5 Fazit
6 Literatur- und Quellenverzeichnis:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Katharina der Großen zur russisch-orthodoxen Kirche sowie ihr Handeln gegenüber anderen Religionsgemeinschaften, um die Auswirkungen ihrer Regierungspolitik auf das russische Kirchenwesen kritisch zu beleuchten.
- Kirchenpolitik und Säkularisation unter Peter dem Großen und Katharina II.
- Status und Behandlung religiöser Minderheiten (Protestanten, Katholiken, Juden).
- Die Rolle der Kirche als staatstragendes Element und die staatliche Kontrolle über geistliche Institutionen.
- Zusammenhang zwischen Religionspolitik, Gesetzgebung (Nakaz) und staatlicher Erziehungs- bzw. Schulpolitik.
- Vergleich der Reformansätze und des persönlichen Verhältnisses Katharinas zur Religion.
Auszug aus dem Buch
3.1 Protestanten, Katholiken und Juden unter Katharina
Für die evangelische Kirche in Rußland waren drei Entscheidungen Katharinas förderlich: die Ernennung von Divisionspredigern für ganz Rußland 1767, womit die Militärseelsorge nicht mehr nur zufällig stattfand, die Eroberung von Gebieten mit evangelischer Bevölkerung, insbesondere durch die Teilungen Polens, und die Anlage deutscher Bauernsiedlungen, die zum größten Teil evangelisch waren. Zwischen 1765 und 1767 sollen so 104 Siedlungen mit etwa 27.000 Deutschen und Deutschsprachigen im Bereich der Wolga entstanden sein, von denen 75% Protestanten waren. In ihrem Manifest vom 22.7.1762 ließ Katharina eine humanere Einstellung zur Geltung kommen. Vorbild für dieses Manifest war jenes von Peter I. aus dem Jahre 1702. Darin sichert sie die freie Religionsausübung und Berufswahl zu. Weiterhin gewährt sie zinslose Darlehen, Steuerfreiheit von 10 Jahren in der Stadt und 30 Jahren auf dem Land und Befreiung von Militär- und Zivildienst. Die meisten von ihnen erhielten Gebiete im Wolgaraum. Dass es den Siedlern in der Praxis nicht immer so gut ging, stellt Schleuning dar. Für die Zeit von 1764 bis 1767 berichtet er von 8000 Familien mit 29.000 Personen, die den Werbungen folgten. Anhängern des Raskol (-> Altgläubige) wurden keine Strafen mehr angedroht, sie wurden nur noch ermahnt. Ende des Jahres forderte sie gar ausgewanderte Altgläubige zur Rückkehr nach Rußland auf. Weitgehende Zugeständnisse erhielten deren Gemeinden in Moskau allerdings erst zwanzig Jahre später.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung Katharinas für die russische Kirchengeschichte ein und erläutert die Notwendigkeit, auch das Erbe Peters des Großen zu betrachten.
2 Die Situation vor Katharinas „Amtsantritt“: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung der russischen Kirche unter Peter dem Großen, insbesondere die Einführung der Kollegialverwaltung und die zunehmende staatliche Kontrolle.
2.1 Stellung der Kirche und neue Religionen: Hier wird der Wandel der Kirche zur staatlichen Anstalt und der zunehmende Kontakt zu anderen Religionsgemeinschaften vor Katharinas Regierungszeit erörtert.
3 Entwicklung unter Katharina: Das Kapitel beleuchtet Katharinas persönliche Einstellung zum Glauben und ihre spezifischen kirchenpolitischen Maßnahmen, inklusive der Säkularisation.
3.1 Protestanten, Katholiken und Juden unter Katharina: Untersuchung der kaiserlichen Politik gegenüber religiösen Minderheiten und deren Eingliederung in das russische Reich.
3.2 Katharinas „neue Gesetze“: Analyse der rechtlichen Reformen unter Katharina, insbesondere im Hinblick auf den "Nakaz" und den Umgang mit dem Klerus.
3.3 Katharinas Schulpolitik: Darstellung des Versuchs, Bildung und Schulwesen zu fördern, wobei die Säkularisation der kirchlichen Ländereien zur Finanzierung genutzt wurde.
4 Kurzer Ausblick: die Zeit nach Katharina: Ein kurzer Abriss über die Kontinuität und Modifizierung ihrer kirchenpolitischen Ansätze unter ihren Nachfolgern.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Katharina primär eine staatstragende Rolle der Kirche festigte und ihre Politik weitgehend in der Tradition Peters des Großen stand.
6 Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit.
Schlüsselwörter
Katharina die Große, russisch-orthodoxe Kirche, Peter der Große, Säkularisation, Religionspolitik, religiöse Minderheiten, Klosteramt, Geistliches Reglement, Aufklärung, Gesetzgebung, Schulpolitik, Toleranzpolitik, russisches Kaiserreich, Kirchenverwaltung, Raskol.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Wirken von Katharina der Großen in Bezug auf das russische Kirchenwesen und ihr Verhältnis zu verschiedenen Religionen im 18. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Säkularisation von Kirchengütern, die staatliche Kontrolle der Kirche, die Behandlung konfessioneller Minderheiten sowie die Bildungs- und Gesetzgebungsreformen der Kaiserin.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob Katharinas Regierung für das Kirchenwesen ein „Segen oder Fluch“ war und wie sie das kirchenpolitische Erbe ihrer Vorgänger fortführte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Fachliteratur sowie zeitgenössischer Dokumente und Quellen, um eine sozialgeschichtliche Einordnung der Kirchenpolitik vorzunehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Situation vor Katharinas Amtsantritt, die konkreten Maßnahmen zur Säkularisation, der Umgang mit Protestanten, Katholiken und Juden sowie die Schulreformen und die neue Gesetzgebung ausführlich analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Säkularisation, staatliche Aufsicht, religiöse Toleranz, Kirchenreform und Katharina II. beschreiben den Inhalt der Arbeit sehr präzise.
Inwiefern beeinflusste die Säkularisation das Klosterleben?
Die Säkularisation entzog den Klöstern ihre wirtschaftliche Basis, forderte die Versorgung von Kranken und Verwundeten und führte zu einer drastischen Reduzierung der Zahl der Klöster und Mönche.
Welche Rolle spielte der "Nakaz" in Katharinas Religionspolitik?
Der "Nakaz" (Instruktion) diente als Grundlage für ihre Gesetzgebung und sicherte zwar den Schutz christlicher Regeln zu, ordnete jedoch die Religion als Instrument zur Festigung von Moral und Ordnung unter den Staat unter.
Warum war der Aufstand von Pugačev für das Verhältnis zur Kirche relevant?
Obwohl der Aufstand primär soziale Ursachen hatte, nutzte Katharina die Kirche zu Propagandazwecken und um Gläubige zur Distanzierung von den Aufständischen zu bewegen, wobei sie das "Anathema" gegen Pugačev einsetzte.
- Quote paper
- Nils Kickert (Author), 2003, Katharina die Große und die Kirche: Segen oder Fluch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75040