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Zum Hauptstück der Sprachkritik des frühen Nietzsche: "Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne"

Title: Zum Hauptstück der Sprachkritik des frühen Nietzsche: "Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne"

Term Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ole Wagner (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Seit den sechziger Jahren, ausgehend von Frankreich, ist Friedrich Nietzsches (1844-1900) Sprachkritik innerhalb des umfangreichen Werks des deutschen Philosophen immer mehr in den Blickpunkt gerückt; besonders die frühe Schrift "Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne" hat großes Interesse erregt. Sie gilt gemeinhin „als das Herzstück der Sprachkritik Nietzsches“.

Die vorliegende Arbeit analysiert als Hauptthema diese Schrift und arbeitet ihre zentralen Ansätze heraus, um so eine Einführung in die Sprachkritik eines der einflussreichsten Denker des 19. Jahrhunderts zu bieten. Da der genannte Text, im Gegensatz zu den sprachkritischen Äußerungen Nietzsches in seinem restlichen Werk, sich systematisch mit diesem Thema beschäftigt, scheint er hierzu besonders geeignet. Bevor wir uns dem Text direkt zuwenden, soll hier mit einer Darstellung des gedanklichen Kontexts des Philosophen zur Zeit der Niederschrift von Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne, und wo seine in dieser Schrift repräsentierte Sprachkritik ihren Ursprung hat, begonnen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne

2.1 Der Kontext der Entstehung

2.2 Gustav Gerbers Die Sprache als Kunst

2.3 Wahrheit und Lüge

2.4 Die Bezeichnungen der Dinge

2.5 Der metaphorische Charakter der Sprache

2.6 Die Bildung der Begriffe

2.7 Kritik am Begriffssystem

2.8 Die menschliche Wahrnehmung

2.9 Freiheit des Intellekts – Herrschaft der Kunst

3. Fazit

4. Bibliografie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit bietet eine systematische Einführung in die Sprachkritik Friedrich Nietzsches, indem sie seine frühe Schrift „Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne“ analysiert, um das Verständnis für Nietzsches erkenntniskritischen Standpunkt bezüglich Sprache, Begriffsbildung und menschlicher Wahrnehmung zu schärfen.

  • Analyse der sprachphilosophischen Grundlagen Nietzsches
  • Dekonstruktion des Wahrheitsbegriffs und der menschlichen Erkenntnisfähigkeit
  • Untersuchung der metaphorischen Natur der Sprache
  • Kritik am anthropomorphischen Begriffssystem
  • Gegenüberstellung von Wissenschaft und Kunst als Zugänge zur Welt

Auszug aus dem Buch

2.6 Die Bildung der Begriffe

Ein weiteres Problem stellt die Begriffsbildung dar:

„[J]edes Wort wird sofort dadurch Begriff, dass es eben nicht für das einmalige ganz und gar individualisirte Urerlebnis, dem es sein Entstehen verdankt, etwa als Erinnerung dienen soll, sondern zugleich für zahllose, mehr oder weniger ähnliche, d.h. streng genommen niemals gleiche, also auf lauter ungleiche Fälle passen muss. Jeder Begriff entsteht durch Gleichsetzen des Nicht-Gleichen.“ (KSA 1, 879-880)

Wort beschreibt hier also die aus dem Urerlebnis hervorgehende Lautkette, während Begriff, eine Ebene weiter, eine verallgemeinerte Verwendung des Wortes bezeichnet. In unserem begrifflichen Denken machen wir nun den großen Fehler, dass wir Ähnlichkeiten einfach kurzerhand gleichsetzen und dann die Ungleichheiten vergessen: „[N]icht das Einzelne wird benannt und durch die Benennung in seiner Unverwechselbarkeit festgehalten, sondern im Gegenteil wird gerade das Unverwechselbare ausgeschieden und liegt somit ein Verwechseln der Begriffsbildung überhaupt zugrunde.“ (Hödl 1997, 89)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Nietzsches früher Sprachkritik ein und legt das Ziel der Arbeit fest, diese systematisch zu erschließen.

2. Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und beleuchtet detailliert Entstehungskontext, sprachkritische Thesen, die Natur der Metapher sowie die Kritik an Begriffsbildung, Wissenschaft und menschlicher Wahrnehmung.

2.1 Der Kontext der Entstehung: Hier wird der biographische und philosophische Hintergrund der Schrift im Sommer 1873 beleuchtet.

2.2 Gustav Gerbers Die Sprache als Kunst: Dieses Kapitel thematisiert den Einfluss von Gustav Gerbers Werk auf Nietzsches sprachphilosophische Überlegungen.

2.3 Wahrheit und Lüge: Hier wird der erkenntniskritische Ausgangspunkt der Schrift und die Bedeutung von Wahrheit im nicht-ethischen Sinne erörtert.

2.4 Die Bezeichnungen der Dinge: Dieses Kapitel hinterfragt die Korrespondenz zwischen Wort und Ding sowie die subjektive Natur der sprachlichen Bezeichnung.

2.5 Der metaphorische Charakter der Sprache: Hier wird die Herleitung unserer Sprache als zweistufige metaphorische Übertragung des Nervenreizes dargelegt.

2.6 Die Bildung der Begriffe: In diesem Kapitel wird aufgezeigt, wie Begriffe durch das unzulässige Gleichsetzen von Ungleichem entstehen.

2.7 Kritik am Begriffssystem: Hier wird die Kritik an der starren, ordnungsstiftenden Funktion des Begriffssystems als menschliches Konstrukt ausgeführt.

2.8 Die menschliche Wahrnehmung: Dieses Kapitel analysiert, wie der Mensch sich als Subjekt vergisst, um innerhalb seiner anthropomorphischen Welt wissenschaftlich arbeiten zu können.

2.9 Freiheit des Intellekts – Herrschaft der Kunst: Hier wird die befreiende Rolle der Kunst und des Mythos im Gegensatz zum starren Begriffsbauwerk thematisiert.

3. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung resümiert die Hauptthesen der Arbeit zur Willkürlichkeit der Sprache und der Rolle des Vergessens.

4. Bibliografie: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primär- und Forschungstexte auf.

Schlüsselwörter

Nietzsche, Sprachkritik, Wahrheit, Lüge, Metapher, Erkenntnistheorie, Begriffsbildung, Anthropomorphismus, Illusion, Intellekt, Kunst, Mythos, Wahrnehmung, Konvention, Subjekt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Sprachkritik Friedrich Nietzsches, speziell fokussiert auf seine frühe Schrift „Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Sprache als metaphorischer Prozess, die Kritik an der menschlichen Begriffsbildung, das Problem der Erkenntnis und die Rolle der Kunst als Alternative zur wissenschaftlichen Rationalität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Nietzsches zentrale Ansätze in der genannten Schrift herauszuarbeiten und eine fundierte Einführung in sein sprachkritisches Denken zu bieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische und textanalytische Arbeit, die Nietzsches Originaltext eng interpretiert und durch relevante Forschungsliteratur einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Abschnitte, die unter anderem den Kontext der Entstehung, den metaphorischen Charakter der Sprache, die Problematik der Begriffsbildung sowie den Gegensatz zwischen intuitiver Kunst und rationalem Begriffssystem behandeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Sprachkritik, Metapher, Erkenntnistheorie, Begriffsbildung und Anthropomorphismus charakterisieren.

Inwiefern spielt der Begriff des „Vergessens“ bei Nietzsche eine entscheidende Rolle?

Das „Vergessen“ ist laut Nietzsche essenziell, da der Mensch die ursprüngliche metaphorische und willkürliche Entstehung seiner Sprache vergisst und seine geschaffenen Illusionen fälschlicherweise für objektive Wahrheiten hält.

Wie unterscheidet Nietzsche zwischen dem „intuitiven“ und dem „vernünftigen“ Menschen?

Der vernünftige Mensch begegnet den Nöten des Lebens mit starren Begriffen und Ordnungen, während der intuitive Mensch diese Nöte durch künstlerisches Wirken transzendiert, auch wenn er dabei ebenfalls in Täuschung befangen bleibt.

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Details

Title
Zum Hauptstück der Sprachkritik des frühen Nietzsche: "Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne"
College
University of Heidelberg
Grade
2,0
Author
Ole Wagner (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V75056
ISBN (eBook)
9783638695169
ISBN (Book)
9783638827089
Language
German
Tags
Hauptstück Sprachkritik Nietzsche Ueber Wahrheit Lüge Sinne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ole Wagner (Author), 2005, Zum Hauptstück der Sprachkritik des frühen Nietzsche: "Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75056
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