Atlantis und die Dialoge des Platon - Der Timaios-Dialog im Hintergrund des Atlantismythos


Hausarbeit, 2002
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsangabe:

1. Prolog

2. Platon – Der Sophist
2.1. Sein Leben und seine Philosophie
2.2. Die Vorstellung vom Idealstaat

3. Die geplante Trilogie unter besonderer Betrachtung des Timaios
3.1. Die Dialoge und ihr Prinzip
3.2. Die Erwähnung und Überlieferung des Atlantismythos im Timaios
3.2. Das Wesen des Timaios

4. Epilog

5. Literaturangabe:

Fußnoten

1. Prolog

Die Erfindung der Philosophie brachte den wenigen Griechen der gebildeten Oberschicht die Gewissheit der Selbständigkeit des Denkens jenseits religiöser Dogmatik. Ihre Verbundenheit mit der Rhetorik und Dialektik hat die Philosophie dabei nie verloren und genau diese ist es, die sich im Dialog manifestiert.

Platon (427 - 347 v. Chr.), ein Schüler des Sokrates, war einer derjenigen Sophisten, die es verstanden ihre philosophischen Ansichten in dialogischer Form festzuhalten. Eines seiner berühmtesten Werke ist zweifellos seine geplante, aber nie vollendete Trilogie des Timaios, Kritias und Hermokrates.

Gerade der im Timaios angedeutete und im Kritias zur Entfaltung gekommene Mythos vom untergegangenen Atlantis hat die Menschen lange Zeit bewegt und fasziniert.

Ein Historiker, der um ein Verständnis dieses Mythos im Rahmen der platonischen Dialoge ringt, sieht sich einer Trinität der Betrachtungsweisen gegenüber. Denn er darf, um mit Pierre Vidal - Naquet zu sprechen , „die beiden Städte, die Platon so eng miteinander verbunden hat, nicht trennen, er muß sich stets auf die Naturauffassung im Timaios besinnen und ebenso muss er schließlich den historischen Mythos,..., mit dem platonischen Idealismus in Beziehung setzen.“1

Unter Wahrung dieser Gesichtspunkte soll im Rahmen des Themas „Atlantis und die Dialoge des Platon“ vor allem der Timaios - Dialog, sein Wesen und seine Beziehung zum darin angedeuteten Mythos im Mittelpunkt stehen. Hierzu wird zunächst der Sophist Platon, sein Leben und seine Philosophie, wie auch seine Gedanken zum Idealstaat vorgestellt, um danach zu dem eigentlichen platonischen Werk zu gelangen, das schlechthin als „die geplante Trilogie“ bekannt geworden ist. In diesem Zuge soll das den Dialogen zugrunde liegende Prinzip, wie auch die Trilogie in nuce und der Timaios in concreto erläutert werden.

2. Platon – Der Sophist

2.1. Sein Leben und seine Philosophie

Diktum amicus Plato, magis amica veritas.2 Diesen historischen Satz, der den Charakter der Verehrung und Kritik gegenüber Platon gleichermaßen beinhaltet, äußerte sein Schüler Aristoteles, der ebenso bekannt werden sollte wie sein Lehrer selbst. Aber wer war Platon und was macht ihn zu einem solch gleichermaßen verehrten wie kritisierten Denker?

Der griechische Philosoph Platon (427 – 347 v. Chr.), aus Athener Hochadel stammend, wurde in eine Zeit geboren in der Athen auf dem Höhepunkt seiner Macht angelangt und schon im Begriff war mit Sparta um die Vorherrschaft zu kämpfen. Von seinem Leben selbst ist wenig bekannt, er war Schüler des Sokrates, den er sein Leben lang verehrte und entschloß sich nach dessen Tod seine Bildungsidee fortzuführen, weshalb er viele Reisen durch den Mittelmeerraum unternahm.

Als traditioneller wandernder Rhetoriklehrer (Sophist), wollte Platon den Großteil der Menschen, die er traf für seine Lehren begeistern. In Syrakus wurde er Regierungsberater, jedoch, um einem Desaster zu entgehen, verließ er bald wieder tief enttäuscht und unverstanden diese Tyrannis.

Zurück in Athen gründete er die Akademie in den dem Akademos gewidmeten Gärten. Dort gewann er seine wichtigste philosophische Erkenntnis in Form des sogenannten Höhlengleichnisses: Die Teilung der Welt in ein Reich der Entität und ein Reich der wechselnden Erscheinungen.

Demzufolge sitzen alle Menschen in einer Höhle mit dem Rücken zu einem Feuer, zwischen ihnen und dem Feuer ziehen Gestalten vorbei von denen nur die Abbilder an der Höhlenwand vor ihnen erkennbar sind. Hieraus leitete Platon ab, das die Wirklichkeit nur aus Idealen Grundtypen bestehen könne, die er Ideen nannte. In der Geometrie, so glaubte der Philosoph, bestünde die Möglichkeit mit ihrer Perfektion in Berührung zu kommen.3

Die höchste Idee war nach Platon, die Trias des Guten, Schönen und Wahren von denen sich alle anderen Ideen konzentrisch ausbreiten. Rückbetrachtend ist Platon, ob kritisch gesehen oder nicht, durch seine Teilung der Welt in Diesseits und Jenseits als Begründer der Metaphysik und des Idealismus in die Geschichte der Philosophie eingegangen.

2.2. Die Vorstellung vom Idealstaat

Die Schrift „Politeia“ wurde von Platon kurz vor den Dialogen des Timaios und Kritias beendet und stellt eine Abhandlung über die ideale Staatsform im Rahmen einer Utopie dar. Platons Meinung, daß die Gemeinschaft sich von sich selbst immer mehr entfernen würde und demzufolge ihre Belange und Ziele eine unangemessene Form annahmen, war das Motiv dieses Werk zu beginnen.4

Der Idealstaat, so wie er beschrieben wird, hat Familie und Eigentum abgeschafft und staatliche Erziehung in den Mittelpunkt seiner Bestrebungen gesetzt. Ein Mensch ist im Sinne des Idealstaates selbst ein Ideal und nur gut, wenn er den Erhalt der Gemeinschaft gewährleistet, tut er dies nicht, so löst die Ordnung sich selbst auf. Daraus folgt, daß er entsprechend erzogen werden muß, um zur Einsicht der zwingenden Notwendigkeit dieses Erhaltes zu kommen.5

Innerhalb der staatliche Erziehung findet sich ein rigides Bildungsprogramm, das im Kindesalter zunächst mit Mythenerzählungen beginnt, später dann auf Lesen und Schreiben aufbauend, soll mit 14 - 16 Jahren die Dichtung unterrichtet werden und von 16 - 18 Jahren Mathematik. Nach der nun folgenden militärische Ausbildung zwischen dem 18. und 20. Lebensjahr findet eine gesellschaftliche Aufteilung statt, aufgrund derer die weniger Begabten bei der Armee bleiben und die Begabten eine wissenschaftliche Ausbildung absolvieren sollten. Danach wird noch einmal unterschieden zwischen den praktisch Veranlagten, die für eine niedere Beamtenlaufbahn vorgesehen sind und der Elite des Staates. Diese Elite, bestehend aus den besten überhaupt, soll sich 5 Jahre lang mit reiner Ideenlehre beschäftigen, dann 15 Jahre eine praktische Tätigkeit in Regierungsämtern übernehmen, um mit Vollendung des 50. Lebensjahres für die Führung des Staates bereit zu sein.6

Alles in allem zeichnet sich das politische System, das Platon entwirft, als Ordnung mit festen Werten und einer rigiden Form aus, der keine politische Dynamik zugrunde liegt und sich demnach als totalitär qualifiziert.

[...]


1 Vidal – Naquet, P., Der Schwarze Jäger. Denkformen und Gesellschaftsformen in der griechischen Antike, Frankfurt/New York 1989, S. 217.

2 „Ich liebe Platon, aber noch mehr die Wahrheit“. Vgl. Höffe, O., Aristoteles, München 2000, S. 16.

3 Hauskeller, M., Geschichte der Ethik - Antike, München 2000, S. 36 .

4 ebd., S. 54.

5 Hauskeller, M., Geschichte der Ethik 1999, S. 54.

6 Der rechtschaffende Staatshüter muß seinen Blick gleich einem Philosophen auf das Innere richten, damit er nicht ziellos im Unbeständigen umherirrt und unklare Vorstellungen entwickelt. Vgl. Hauskeller, S. 70.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Atlantis und die Dialoge des Platon - Der Timaios-Dialog im Hintergrund des Atlantismythos
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Alte Geschichte)
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
18
Katalognummer
V75081
ISBN (eBook)
9783638745192
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Atlantis, Dialoge, Platon, Timaios-Dialog, Hintergrund, Atlantismythos
Arbeit zitieren
Magister Artium Björn Rosenstiel (Autor), 2002, Atlantis und die Dialoge des Platon - Der Timaios-Dialog im Hintergrund des Atlantismythos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75081

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