Das Völkerrecht in Immanuel Kants "Metaphysik der Sitten"


Essay, 2005

7 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Das Völkerrecht in Immanuel Kants „Metaphysik der Sitten“

I. Das Kriegsrecht
1. Das Recht zum Krieg (§55f.)
2. Das Recht im Krieg (§57)
3. Das Recht nach dem Krieg (§58)

II. Das Friedensrecht

Das Recht des Friedens (§59)

Literaturverzeichnis

Das Völkerrecht in Immanuel Kants „Metaphysik der Sitten“

Im zweiten Abschnitts des 2. Teils „Das öffentliche Recht“ in der Rechtslehre der Metaphysik der Sitten stellt Immanuel Kant unter der Überschrift „Das Völkerrecht“ seine Konzeption des Rechts von Staaten im Verhältnis zueinander vor. Nach Kant ist es eine sprachliche Gepflogenheit, beim Recht der Staaten nicht von Staatenrecht, sondern von Völkerrecht zu sprechen, auch wenn diese Bezeichnung inhaltlich eine falsche Bezeichnung darstellt. In diesem Text werde ich versuchen, die einzelnen Bestandteile des Völkerrechts darzulegen.

Der Staat wird im Völkerrecht als eine moralische Person gedacht: Er befindet sich analog zum Zustand des Menschen zunächst im Zustand der natürlichen Freiheit. Da die natürliche Freiheit der Person keinerlei Schutz bietet, befindet sich der Staat als Person im Zustand der natürlichen Freiheit gedacht immer rechtlich in einem latenten Kriegszustand. In diesem Zustand hat ein Staat das Recht zum Krieg, das Recht im Krieg und das Recht der wechselseitigen Nötigung, aus dem Kriegszustand herauszutreten. Aus dem letztgenannten Recht folgt das Recht nach dem Krieg, das aus der Aufgabe besteht, eine Verfassung herzustellen, die einen anhaltenden Frieden erzeugen soll. Darauf folgt das Recht des Friedens (§59). Zusammengefasst enthält das Völkerrecht im Naturzustand (provisorisch) folgende Elemente:

1) der von Natur aus nichtrechtliche Zustand der Staaten im äußeren Verhältnis gegeneinander; 2) der Charakter dieses Zustands alsjuristischem Kriegszustands; 3) die Notwendigkeit eines Völkerbunds, der dafür Sorge trägt, äußere Angriffe auf die ihm angehörenden Staaten abzuwehren, und 4) die föderale Form dieser Verfassung, der keine souveräne Gewalt wie einer bürgerlichen Verfassung über die Verbündeten hat und der auchjederzeit von den einzelnen Staaten kündbar ist.

I. Das Kriegsrecht 1. Das Recht zum Krieg (§55f)

Das Recht eines Staates im Naturzustand, einen Krieg zu führen, wirft zwei Fragen auf: (1) Was berechtigt einen Staat einen Krieg zu führen und als Vorfrage (2) was berechtigt einen Staat, Landeseinwohner zu verpflichten an einem Krieg teilzunehmen und so ihr Leben aufs Spiel zu setzen?

Die Antwort zur ersten Frage lautet (§56): Ein Staat hat im natürlichen Zustand dann das Recht zum Krieg, wenn er sich durch einen anderen lädiert glaubt. Diese Läsion oder auch tätige Verletzung ist für ihn nicht anders als durch einen Krieg zu beantworten, da sich beide Staaten im Naturzustand befinden und somit ein Prozess, der im rechtlichen Zustand der angemessene rechtliche Weg wäre, nicht stattfinden kann.

(1) DerFall dertätigen Verletzung
(2) DerFall derBedrohung

Die zweite Frage wird in §55 wie folgt beantwortet: Der Staat kann sich nicht darauf berufen, dass seine Landeseinwohner sein Eigentum darstellen und er über sie verfügen kann wie ein Landwirt über seine Kühe. Aber da gedacht werden muss, dass er als Staatsgewalt von den Einwohnern des Landes eingesetzt wurde, erwächst aus dieser Beziehung ein eingeschränktes(?) Recht, die Landeseinwohner für Kriegszwecke einzusetzen.

2. Das Recht im Krieg (§57)

Das Recht zum Krieg ist das nach Kant am schwersten überhaupt zu bestimmende im Völkerrecht, um sich einen widerspruchsfreien Begriff davon zu machen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Das Völkerrecht in Immanuel Kants "Metaphysik der Sitten"
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
7
Katalognummer
V75086
ISBN (eBook)
9783638695572
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Doppelter Zeilenabstand
Schlagworte
Völkerrecht, Immanuel, Kants, Metaphysik, Sitten
Arbeit zitieren
Carsten Herkenhoff (Autor), 2005, Das Völkerrecht in Immanuel Kants "Metaphysik der Sitten", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75086

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