Das Referat „Die Geschichte des Lesens“, spiegelte einen Abriss der großen europäischen Epochen uns bekannter Geschichtsschreibung wieder. Dem Auditorium wurde hierbei, angefangen in der Antike, dem klassischen Griechenland, dem Hellenismus und dem römischen Reich, über das Früh- und Spätmittelalter zur Reformation und Neuzeit, dem 17., 18., 19. und 20. Jahrhundert bis Heute, schwerpunktmäßig die wichtigen Etappen und Merkmale nahe gebracht.
Im Rahme des Referates bearbeitete ich einen einführenden Teil, welcher sich mit den Ursprüngen des Lesens und Schreibens, sowie deren Entstehung auseinandersetzte.
Ich möchte diese Hausarbeit nutzen, das bereits von mir bearbeitete Thema in einem ersten Schritt nochmals auszuführen.
Anschließend werde ich mich der „Geschichte des Lesens“, aus einer anderen Perspektive blickend, zu wenden. Bereits während unseres Referates kam die Frage nach Geschlechterdifferenzen, bezüglich des Leseverhaltens auf. Dies möchte ich in einem zweiten Teil aufgreifen und tiefgehend untersuchen. Hierbei werde ich vor allem die Rolle der Frau und deren Leseverhalten ergründen, da im Zuge des Referates die männliche Position in ihren wesentlichen Punkten dargestellt wurde. Zunächst werde ich allgemeine Besonderheiten der Geschlechterdifferenzen aufzeigen, um anschließend an einem besonderen geschichtlichen Beispiel, der Heian-Epoche, diese verdeutlichen zu können. Abschließend möchte ich allgemeine Merkmale des weiblichen Leseverhaltens herausarbeiten.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Anfängliche Entwicklung des Lesens und Schreibens
2.1 Das Lesen
2.2 Ursprünge der Schrift
2.3 Die Entstehung des Alphabetes
3. Das weibliche Leseverhalten
3.1 Allgemeine Geschlechterdifferenzen
3.2 Das 18. Jahrhundert
4. Das weibliche Leseverhalten an einem ausgewählten geschichtlichem Beispiel
4.1 Die Heian-Epoche
5. Abschließende Bemerkung
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Forschungsgegenstand
Diese Hausarbeit untersucht die historischen Ursprünge und die soziokulturelle Entwicklung des weiblichen Leseverhaltens. Ziel ist es, geschlechtsspezifische Unterschiede im Leseverhalten aufzuzeigen, diese durch historische Beispiele wie die Heian-Epoche zu kontextualisieren und zentrale Merkmale der weiblichen Lektürepraxis herauszuarbeiten.
- Historische Entwicklung der Schrift und des Lesens.
- Soziologische Analyse von Geschlechterdifferenzen beim Lesen.
- Die Rolle der Frau als Leserin im 18. Jahrhundert.
- Fallbeispiel: Das Leseverhalten in der japanischen Heian-Epoche.
- Ableitung allgemeiner Charakteristika weiblichen Leseverhaltens.
Auszug aus dem Buch
Die Heian-Epoche
Die Heian-Epoche findet ihren Beginn in der Verlegung des Kaiserhofes nach Heian-Kyō, dem heutigen Kyōto. Die Beziehungen zum Kaiserreich China wurden eingeschränkt, eine neue nationale Gesinnung bann sich ihren Weg.
Die folgende Abbildung soll das alltägliche Leben der Heian-Frauen verdeutlichen. Diese verdeutlicht typische Merkmale der weiblichen Sozialisation.
Der Betrachter des Bildes erkennt die Kontrolle der Frauen durch die Männer. Die Männer bevormundeten und „versteckten“ ihre Frauen „hinter Maueren“ (vgl. Manguel, 1998). Diese besonders dünnen Mauern aus Papier ließen kaum ein abweichendes Verhalten von der gesellschaftlichen Norm zu. Das tägliche Tun zeichnete sich im Nichtstun aus, die Untätigkeit bildete den Alltag.
Das Lesen war eine Möglichkeit dieser „Langeweile“ zu entfliehen. Wobei das emotionale Empfinden auch hier im Vordergrund stand. Das Flüchten aus dieser Welt in eine selbst geschaffene fiktive Welt, lenkt von der Tristes ab. Hierbei galt es jedoch den Anschein zu erwecken an Büchern, Wissen und Bildung nicht interessiert zu sein. Das Aufbauen einer solchen Fassade ermöglichte Wege der Beschaffung von Büchern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der Lesegeschichte ein und formuliert die Absicht, das Leseverhalten aus einer geschlechtsspezifischen Perspektive zu untersuchen.
2. Anfängliche Entwicklung des Lesens und Schreibens: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Schrift, die Entstehung der Alphabete und definiert den Begriff des Lesens als vielschichtigen Prozess.
3. Das weibliche Leseverhalten: Hier werden allgemeine geschlechtsspezifische Unterschiede sowie die historische Situation von Frauen im 18. Jahrhundert analysiert.
4. Das weibliche Leseverhalten an einem ausgewählten geschichtlichem Beispiel: Anhand der Heian-Epoche wird das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Kontrolle und der Entstehung weiblicher Literatur verdeutlicht.
5. Abschließende Bemerkung: Die Autorin fasst die zentralen Thesen zusammen und reflektiert die Ergebnisse sowie mögliche Ansätze für weiterführende Untersuchungen.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Werke zur Untermauerung der Untersuchung.
Schlüsselwörter
Lesegeschichte, weibliches Leseverhalten, Geschlechterdifferenzen, Heian-Epoche, Schriftentwicklung, Alphabetisierung, Lektürepraxis, Sozialisation, Literaturgeschichte, Geschlechterstereotype, Frauenrolle, Kulturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die geschichtliche Entwicklung des Lesens mit einem spezifischen Fokus auf die Unterschiede im Leseverhalten von Frauen und Männern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Entstehung von Schrift und Alphabet, die soziologische Einordnung von Geschlechterrollen sowie die historische Lektürepraxis von Frauen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, charakteristische Merkmale des weiblichen Leseverhaltens über verschiedene Epochen hinweg zu identifizieren und zu begründen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf Fachliteratur und Fallbeispielen basiert, um das Leseverhalten in einen soziokulturellen Kontext zu setzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über die Entstehung des Lesens und eine detaillierte historische Analyse des weiblichen Leseverhaltens (u.a. 18. Jahrhundert und Heian-Epoche).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Geschlechterdifferenzen, weibliche Sozialisation und die Rolle der Frau als Leserin prägen den Inhalt.
Welche Rolle spielt die Heian-Epoche für die Untersuchung?
Die Heian-Epoche dient als konkretes historisches Fallbeispiel, um zu zeigen, wie Frauen unter gesellschaftlichem Druck eigene literarische Räume und Genres schufen.
Warum wurde das 18. Jahrhundert als Fallbeispiel gewählt?
Das 18. Jahrhundert markiert den Beginn des bürgerlichen Zeitalters und ist essenziell, um die gesellschaftliche Zuweisung von Frauen in den häuslichen Bereich und damit verbundene Leseformen zu erklären.
- Quote paper
- Sandra Kittner (Author), 2007, Die Geschichte des Lesens - eine Untersuchung des weiblichen Leseverhaltens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75173