Die Geschichte des Lesens - eine Untersuchung des weiblichen Leseverhaltens


Hausarbeit, 2007
18 Seiten, Note: 10 Punkte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anfängliche Entwicklung des Lesens und Schreibens
2.1 Das Lesen
2.2 Ursprünge der Schrift
2.3 Die Entstehung des Alphabetes

3. Das weibliche Leseverhalten
3.1 Allgemeine Geschlechterdifferenzen
3.2 Das 18. Jahrhundert

4. Das weibliche Leseverhalten an einem ausgewählten
geschichtlichem Beispiel
4.1 Die Heian-Epoche

5. Abschließende Bemerkung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Referat „Die Geschichte des Lesens“, spiegelte einen Abriss der großen europäischen Epochen uns bekannter Geschichtsschreibung wieder. Dem Auditorium wurde hierbei, angefangen in der Antike, dem klassischen Griechenland, dem Hellenismus und dem römischen Reich, über das Früh- und Spätmittelalter zur Reformation und Neuzeit, dem 17., 18., 19. und 20. Jahrhundert bis Heute, schwerpunktmäßig die wichtigen Etappen und Merkmale nahe gebracht.

Im Rahme des Referates bearbeitete ich einen einführenden Teil, welcher sich mit den Ursprüngen des Lesens und Schreibens, sowie deren Entstehung auseinandersetzte.

Ich möchte diese Hausarbeit nutzen, das bereits von mir bearbeitete Thema in einem ersten Schritt nochmals auszuführen.

Anschließend werde ich mich der „Geschichte des Lesens“, aus einer anderen Perspektive blickend, zu wenden. Bereits während unseres Referates kam die Frage nach Geschlechter-differenzen, bezüglich des Leseverhaltens auf. Dies möchte ich in einem zweiten Teil aufgreifen und tiefgehend untersuchen. Hierbei werde ich vor allem die Rolle der Frau und deren Leseverhalten ergründen, da im Zuge des Referates die männliche Position in ihren wesentlichen Punkten dargestellt wurde. Zunächst werde ich allgemeine Besonderheiten der Geschlechterdifferenzen aufzeigen, um anschließend an einem besonderen geschichtlichen Beispiel, der Heian-Epoche, diese verdeutlichen zu können. Abschließend möchte ich allgemeine Merkmale des weiblichen Leseverhaltens herausarbeiten.

Für die Ausarbeitung dieser Arbeit half mir Alberto Manguels (1998) „Eine Geschichte des Lesens“. Manguel (1998) beschreibt in seinem Werk in einem ersten Teil den Akt des Lesens, in einem zweiten Teil wendet er sich vor allem den unbekannten Geschichtsepochen, wie der Heian-Epoche, zu. Seine Monografie überzeugte mich aufgrund seiner Vielschichtigkeit. Zudem füllt Manguel (1998) seine Ausführungen mit eigenen Erfahrungen, was den Leseprozess bei mir erleichterte.

Stefan Bollmanns (2005) „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ gab mir vor allem einen einführenden Blick in die Thematik. Obwohl Bollmann (2005) in seinem Werk die Rolle lesender Frauen in Malerei und Fotografie untersuchte, konnte ich wesentliche Schlüsse erlangen.

Der erste Teil der Arbeit, welcher sich an die Ausarbeitung des Referates richtet, basiert hauptsächlich auf Grieps (2005) „Geschichte des Lesens“.

Ich möchte darauf hinweisen, dass bei der Verwendung des Begriffes „Frau“, besonders in den geschichtlich ausgeprägten Teilen dieser Arbeit, die Frau der gehobenen Schicht gemeint ist. Im bürgerlichen Zeitalter ist es demzufolge die Frau des aufstrebenden Bürgertums. Auch die Frau der Heian-Epoche ist als eine Frau der höheren Schicht anzusehen.

Abschließend möchte ich anmerken, dass meine Ausführungen keinesfalls vollständigen Charakter besitzen. Diese umfangreiche Thematik der Geschichte des Lesens lässt sich kaum auf wenigen Seiten festhalten. Tausende von Jahren auf diesen Seiten zu berücksichtigen ist beinahe unmöglich. Ausgewählte Themen, wie die Heian-Epoche und das bürgerliche Zeitalter, sollen für das Leseverhalten der Frau sensibilisieren. Zudem möchte ich auf ein Zitat Alberto Manguels verweisen:

„Indem der Schreiber den Leser erschafft, verfügt er seinen eigenen Tod, denn um seinen Text abzuschließen, muß der Schreiber sich von ihm entfernen, aufhören zu existieren. Solange der Schreiber da ist, bleibt der Text unvollendet.“ (Manguel, 1998, 209)

2. Anfängliche Entwicklung des Lesens und Schreibens

2.1 Das Lesen

Ein Beginn der Geschichte des Lesens lässt sich nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt datieren. Unübereinstimmungen, sowie Unklarheiten diesbezüglich sind in Literatur (vgl. Griep, 2005; Manguel, 1998) und Forschung vorherrschend.

„Wann, wo und aus welchen Gründen Menschen anfingen zu lesen, wissen wir nicht.“ (Griep, 2005, 10)

Allerdings geht man davon aus, dass die Wiege der Schrift im fruchtbaren Land zwischen Euphrat und Tigris, in Mesopotamien, liegt. In Mesopotamien wurden Tonkugeln gefunden, welche mit Bildern bemalt, Händlern als Dokument vor Betrug und Dieberei schützen sollte.

Aber repräsentieren gemalte Bilder einen uns bekannten Lesevorgang? Eine Definition des Begriffes „Lesen“ könnte sicher Aufschluss geben, allerdings ist der Konjunktiv hier bewusst gewählt. Eine Definition des Lesens weist ähnliche Probleme, wie sie die Unklarheiten bezüglich des Beginns der Geschichte des Lesens darstellen, auf. Lexika verweisen auf dieses Phänomen und lassen den Leser ratlos erscheinen. Alberto Manguel (1998) setzte sich in seiner „Geschichte des Lesens“ ebenfalls mit dieser Thematik auseinander. Er beschreibt das Lesen als einen Vorgang, der von Mehrdeutigkeiten geprägt ist.

Das Lesen von Buchstaben auf einer Seite ist nur eine ihrer Erscheinungsformen. (Manguel, 1998, 15)

Manguel listet im Folgenden Beispiele auf, welche die Vielfältigkeit in den Erscheinungsformen bekräftigt.

Der Astronom liest am Himmel in Sternen, die längst nicht mehr existieren; japanische Architekten lesen die Beschaffenheit des Grundstückes, auf dem sie ein Haus errichten wollen, um es vor bösen Geistern zu bewahren, Jäger und Naturforscher lesen die Wildfährten im Wald; Kartenspieler lesen die Gesten und Mienen ihrer Partner, bevor siue die entscheidende Karte ziehen. Ballettänzer lesen die Notierungen der Choreographen, und die Zuschauer lesen dann die Figuren des Tanzes auf der Bühne. Teppichweber lesen die verschlungenen Muster eines gewebten Teppichs, (…). (Manguel, 1998, 15)

Ein Definitionsversuch, basierend auf diesen Feststellungen und Eigenschaften, könnte wie folgt lauten:

Der Prozess des Lesens ist ein von Mehrdeutigkeiten geprägter Vorgang, welcher sich auf dem Erkennen von Tatsachen und Fakten begründet. In der Germanistik werden diese als Zeichen benannt. Das Erkennen von Zeichen steht im Vordergrund. Der Leser füllt die Zeichen mit seinen Bedeutungen, welche in Abhängigkeit von den Zeichen hoch differenziert sein können.

Laut diesem Definitionsversuch, müssten die vor mehr als 50000 Jahren entstandenen Höhlenmalereien, sowie das Lesen des Sternenhimmels und der Körpersymptome kranker Menschen, ebenfalls einen Leseprozess darstellen (vgl. Griep 2005).

Manguel (1998) schreibt dem Lesen von Zeichen eine essentielle Lebensfunktion zu. Er stellt das Lesen als Notwendigkeit des Lebens, des Begreifens der Welt und des Daseins dar.

Das Lesen ist wie das Atmen eine essentielle Lebensfunktion. (Manguel, 1999,16)

Die Entstehung des Lesens hat das Schreiben zur Folge. Das Lesen lässt sich nicht ohne Berücksichtigung des Schreibens untersuchen. Obwohl dem zu Lesenden das Schreibende zugrunde liegt, setzt eine zeitliche Entstehung das Schreiben an nachfolgende Stelle. Denn, einfach ausgedrückt, wer kann etwas schreiben, wenn er es nicht lesen kann?

Der Leser erschafft den Schreiber. Erst das Lesen von Zeichen macht es möglich diese auch aufzuschreiben. Die Existenz von schreiblosen Kulturen, welche nur Lesen können, soll als Beweis gelten. Aber auch in der Schule lernen Kinder zunächst das Lesen, um auf dessen Wissen das Schreiben zu erlangen.

Lesen und Schreiben stehen somit in Wechselwirkung zueinander. Meine folgenden Ausführungen wenden sich dem Schreiben, mit der Entstehung der Schrift und des Alphabetes, zu. Dem Schreiben kommt im Leseprozess eine elementare Funktion zu, da unsere Schrift ein System von Zeichen wieder spiegelt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Geschichte des Lesens - eine Untersuchung des weiblichen Leseverhaltens
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Lese- und Mediensozialisation von Kindern im Grundschulalter
Note
10 Punkte
Autor
Jahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V75173
ISBN (eBook)
9783638755658
Dateigröße
1453 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Lesens, Untersuchung, Leseverhaltens, Lese-, Mediensozialisation, Kindern, Grundschulalter
Arbeit zitieren
Sandra Kittner (Autor), 2007, Die Geschichte des Lesens - eine Untersuchung des weiblichen Leseverhaltens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75173

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