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Der Primat des Papstes - Die Krise des Primates im Zeitalter von Schisma und Konziliarismus

Title: Der Primat des Papstes - Die Krise des Primates im Zeitalter von Schisma und Konziliarismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Marcus Schumacher (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Das Primatenamt kommt dem Papst als Nachfolger des Heiligen Petrus zu. So wie Jesus dem Petrus die Gewalt übertragen hat, so beanspruchten die Bischöfe von Rom dieses Primatenamt für sich. Aber das Amt des Primaten war nicht von Anfang an im gleichen Umfang vorhanden, wie wir es heute kennen. Es ist eng verbunden mit der Geschichte und der geschichtlichen Entwicklung der Kirche über die Jahrhunderte hinweg. Die Entwicklung des Primatenamtes war Höhen und Tiefen unterworfen. In dieser Hausarbeit soll ein Tiefpunkt in der geschichtlichen Entwicklung untersucht und dargestellt werden: Die Zeit des großen abendländischen Schismas und der Konziliarismus.
Zu Beginn dieser Arbeit soll die Entstehung des Schisma und seine Manifestierung aufgezeigt werden. Im Anschluss werden die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten mit der konziliaren Idee aufgezeigt. In einem zweiten Teil wird ferner das Ringen des Papsttums mit den Vertretern des Konziliarismus ein Thema sein. Abschließend wird eine kurze Darstellung des Endes des Konziliarismus durch den Beginn der Renaissance aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das große abendländische Schisma

2.1 Das Ende der babylonischen Gefangenschaft

2.2 Der Beginn des großen abendländischen Schismas

2.3 Die Manifestierung des Schismas in ganz Europa

2.4 Die Versuche, das Schisma zu beenden

3 Der Konziliarismus

3.1 Die konziliare Idee zur Lösung des Schismas

3.2 Das Konzil von Pisa

3.3 Das Konzil von Konstanz

3.4 Das Konzil von Basel

4 Das Ende des Konziliarismus

4.1 Das V.Laterankonzil als Gegenkonzil

4.2 Die Festigung des Primates zu Beginn der Renaissance

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht einen historischen Tiefpunkt in der Entwicklung des päpstlichen Primatenamtes, nämlich die Zeit des großen abendländischen Schismas und die daraus resultierende Bewegung des Konziliarismus, um aufzuzeigen, wie die Kirche in einer Notsituation versuchte, ihre Einheit und Reformfähigkeit zu wahren.

  • Historische Untersuchung des großen abendländischen Schismas (1378–1418)
  • Die Entstehung und Entwicklung der konziliaren Idee als Lösungsansatz
  • Das Ringen zwischen päpstlicher Vollgewalt und den Vertretern des Konziliarismus
  • Analyse der Konzile von Pisa, Konstanz und Basel
  • Der Übergang zur Renaissance und das Ende des Konziliarismus

Auszug aus dem Buch

3.1 Die konziliare Idee zur Lösung des Schismas

Schon während der Zeit der babylonischen Gefangenschaft in Avignon war die Universität zu Paris auf dem Höhepunkt ihres Ansehens. Aufgrund ihrer Bedeutung als vornehmste internationale Bildungsstätte hatte sie großes Interesse an einer Einheit der Kirche.

Zu Beginn des Schismas entwickelten schon die beiden deutschen Theologen an der Pariser Universität Konrad von Gelnhausen und Heinrich von Langenstein die These, durch ein allgemeines Konzil die Einheit der Kirche wieder herzustellen. Sie vertraten den Gedanken, dass in außergewöhnlichen Zeiten, gemäß der Lehre vom natürlichen Notrecht, die Kirche sich auch ohne päpstliche Autorität versammeln dürfe. „[…] die habituelle Gewalt der Universalkirche ist größer als die jeder Partikularkirche – auch die der römischen – und muss in Notfällen aktualisiert werden […] zur Rettung der Kirche und um des Allgemeinwohls willen tritt daher auch das Recht des Papstes zur Konzilsberufung im Schisma außer Kraft […].“

Da sich beide Theologen aber zu sehr an Wilhelm von Ockham lehnten, mussten sie Paris verlassen. Ihre Lehre und Idee vom Konziliarismus wurde aber durch Nicolas de Clemanges, Pierre d`Ailly, Jean Gerson und Dietrich von Nienheim weiterentwickelt und weiter gelehrt. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass „[…] die Gesamtkirche und das ökumenische Konzil als ihre vollste "Repräsentation" seien wurzelhaft Träger aller Vollmachten, auch derer, die bei normalem Funktionieren des Papsttums diesem zukommen. Der Papst hat an sich die "Fülle der Gewalt", und das Konzil darf ihn in dieser Vollmacht nicht beschränken. Es ist jedoch für Notfälle die Kontrollinstanz, die darüber befindet, ob der Papst nicht die Grenzen seiner Vollmacht überschritten hat oder dem Sinn seines Amtes zuwider gehandelt hat […]“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die geschichtliche Entwicklung des Primatenamtes und stellt die Untersuchung des Schismas und des Konziliarismus als zentralen Tiefpunkt in dieser Entwicklung vor.

2 Das große abendländische Schisma: Dieses Kapitel behandelt den Ursprung und die europaweite Ausbreitung der Kirchenspaltung sowie die vergeblichen Versuche, diese durch Rücktritt der konkurrierenden Päpste zu beenden.

3 Der Konziliarismus: Hier wird die konziliare Idee als theoretisches Modell zur Überwindung des Schismas erläutert und die praktische Anwendung auf den Konzilien von Pisa, Konstanz und Basel beschrieben.

4 Das Ende des Konziliarismus: Das Kapitel analysiert das V.Laterankonzil als Gegenmodell und beschreibt die Festigung des päpstlichen Primats zu Beginn der Renaissance, was die konziliare Bewegung faktisch beendete.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bilanziert, dass die konziliaren Dekrete Notsicherungen waren, deren Vernachlässigung nachfolgender Reformen den Boden für die spätere Reformation bereitete.

Schlüsselwörter

Päpstlicher Primat, Abendländisches Schisma, Konziliarismus, Konzil von Konstanz, Konzil von Basel, Haec sancta, Frequens, Kirchenspaltung, Reform, Renaissance, Papsttum, Kirchengeschichte, Dogmatik, Notrecht, Johannes XXIII.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Krise des päpstlichen Primatenamtes während des großen abendländischen Schismas und die Entstehung der konziliaren Bewegung als Antwort darauf.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Kirchenspaltung, die Theorie und Praxis des Konziliarismus, das Ringen zwischen päpstlicher Autorität und konziliarer Kontrolle sowie die Auswirkungen dieser Epoche auf die spätere Kirchengeschichte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Konziliarismus als Reaktion auf eine Notsituation der Kirche darzustellen, statt ihn losgelöst von seinem historischen Kontext zu betrachten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine dogmen- und kirchengeschichtliche Untersuchung, die auf der Analyse zeitgenössischer Dokumente und fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Schismas, die theoretische und praktische Entwicklung des Konziliarismus, die zentralen Konzilien (Pisa, Konstanz, Basel) und das abschließende Erstarken des Papsttums vor der Reformation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Konziliarismus, Schisma, Primat des Papstes, Kirchenreform, Frequens und Haec sancta sind die prägenden Begriffe der Arbeit.

Warum scheiterten die frühen Versuche zur Schismabeendigung?

Die Versuche scheiterten primär an fehlendem Vertrauen und der Abwesenheit neutraler Territorien, da die Päpste befürchten mussten, auf dem Gebiet des Gegners gefangen genommen zu werden.

Welche Bedeutung hatten die Dekrete Haec sancta und Frequens?

Diese Dekrete waren Notsicherungen in einer kritischen Situation, um die Kirche vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren und den Reformbedarf zu kanalisieren, wobei sie den Primat nicht grundsätzlich ersetzen, sondern in Notfällen einschränken sollten.

Warum konnte sich der Konziliarismus langfristig nicht durchsetzen?

Das Interesse an allgemeinen Konzilien schwand aufgrund politischer Instrumentalisierung durch weltliche Herrscher, praktischer Reisebeschwerden und dem Erstarken eines absoluten päpstlichen Regimes zu Beginn der Renaissance.

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Details

Title
Der Primat des Papstes - Die Krise des Primates im Zeitalter von Schisma und Konziliarismus
College
Ruhr-University of Bochum  (Institut für Dogmatik, Katholische Fakultät)
Course
Hauptseminar
Grade
2,3
Author
Marcus Schumacher (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V75183
ISBN (eBook)
9783638785518
ISBN (Book)
9783638795401
Language
German
Tags
Primat Papstes Krise Primates Zeitalter Schisma Konziliarismus Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Schumacher (Author), 2006, Der Primat des Papstes - Die Krise des Primates im Zeitalter von Schisma und Konziliarismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75183
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