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Die Entwicklung der Familie von der Agrargesellschaft bis zur Dienstleistungsgesellschaft

Title: Die Entwicklung der Familie von der Agrargesellschaft bis zur Dienstleistungsgesellschaft

Intermediate Diploma Thesis , 2007 , 30 Pages , Grade: 1

Autor:in: Silja Becker (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Summary Excerpt Details

Der Begriff der Familie scheint sowohl im alltäglichen Gebrauch als auch in der öffentlichen Diskussion ein deutlicher Begriff zu sein, der keinerlei Erklärung bedarf. Wir alle kennen das Idealbild von Familie, zum Beispiel aus der Kirche: Maria und Joseph bilden mit dem Jesus-Kind die heilige Familie. Viele Menschen glauben, dass Familie schon immer diesem Ideal von Vater-Mutter-Kind entsprochen hat. Wir haben das Familienideal der privatisierten Kleinfamilie mit dem Vorbild der bürgerlichen Familie im Kopf. Dass es Familie aber in ganz anderen Formen gegeben hat und dass sie ein Produkt gesellschaftlicher Veränderungen ist, ist nur wenigen Menschen bewusst. Familie ist in der Politik ein oft diskutiertes Thema, vielleicht gerade weil sie dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen ist. Aus diesem Grund habe ich als Thema für meine Studienbegleitende Hausarbeit „Die Entwicklung der Familie von der Agrargesellschaft bis zur Dienstleistungsgesellschaft“ gewählt. Ich möchte untersuchen, wie das Bild der Idealfamilie, das wir im Kopf haben, entstanden ist. Deswegen werde ich zunächst die Entwicklung der Familie seit der Agrargesellschaft bis zur heutigen Zeit kurz schildern. Im Rahmen dieses Kapitels werde ich auch auf die Begriffe der Individualisierung und Pluralisierung eingehen, weil sie unsere gesellschaftliche Situation sehr geprägt haben. Aber nicht nur die Familie und deren Entwicklung steht im Mittelpunkt meiner Arbeit sondern auch die soziale Rolle der Frau. Ich werde den Begriff der Mutter untersuchen und darstellen, dass auch dieser Begriff nicht absolut ist, sondern abhängig vom Wandel gesellschaftlicher und historischer Rahmenbedingungen.
Der Begriff der Mutter ist uns allen vertraut und keiner würde je nach einer genauen Definition fragen, wenn es sie denn gibt. Wir ordnen den Begriff der Mutter in die Privatsphäre ein, weil er vielen von uns vielleicht nicht relevant genug in Hinsicht auf Gesellschaft und Politik zu sein scheint. Ich möchte mit meiner Arbeit verdeutlichen, dass die Rolle der Mutter über die familiäre Privatsphäre hinausreicht und gesellschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen unterworfen ist. Wie sind die soziale Rolle der Frau und die Rolle der Mutter entstanden? Diese Frage möchte ich in einem gesonderten Kapitel meiner Arbeit versuchen zu beantworten.
Um die beiden Themen in meiner Arbeit zu vereinen, werde ich auf die deutsche Familienpolitik anhand der Parteiprogramme von SPD und CDU eingehen. Danach stelle ich das schwedische Familienmodell vor, weil es im Vergleich mit Deutschland verdeutlicht, wo die deutsche Mutter steht. Abschließend möchte ich verdeutlichen, wie der Wandel der Familie und der Wandel der sozialen Rolle der Frau zusammenhängen, bzw. wie sich das Bild der Idealfamilie und das Bild der idealen guten Mutter gegenseitig beeinflusst haben und sich beeinflussen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich in meiner Arbeit die soziale Rolle der Frau und Mutter in den Vordergrund stelle und auf die Rolle der Väter wenig Bezug nehmen werde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff Familie

3. Familienformen und ihre geschichtliche Entwicklung

3.1 Beispiel einer Familienform in der vorindustriellen Zeit: Die Bauernfamilie

3.2 Eine Familienform zur Zeit der Industrialisierung: Die bürgerliche Familie

3.3 Familienformen heute

3.3.1 Familienentwicklung im Zeitalter von Individualisierung und Pluralisierung

4. Mutterrolle und Mutterliebe im historischen Kontext

4.1 Mutterrolle und Mutterliebe unter den Einflüssen von Rousseau und Pestalozzi

4.2 Mutterliebe im 19. und frühen 20. Jahrhundert

5. Familienpolitik

5.1 Deutsche Familienpolitik

5.2 Das schwedische Familienmodell

6. Eigene Meinung und Zusammenfassung: Welche Auswirkungen hatte die Entwicklung der Familie auf das Mutterideal und umgekehrt?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel der Familie von der Agrargesellschaft bis zur modernen Dienstleistungsgesellschaft und analysiert dabei insbesondere die Wechselwirkungen zwischen familiären Strukturen und der sozialen Rolle der Frau bzw. dem Mutterideal.

  • Geschichtliche Entwicklung verschiedener Familienformen
  • Einfluss von Individualisierung und Pluralisierung auf Lebensentwürfe
  • Historische Wandlungsprozesse des Mutterbildes und der Mutterrolle
  • Vergleichende Analyse deutscher und schwedischer Familienpolitik
  • Spannungsfeld zwischen individueller Lebensplanung, Beruf und Familie

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Familienentwicklung im Zeitalter von Individualisierung und Pluralisierung

Um die Verbindung von den Veränderungen in weiblichen Lebensverläufen sowie Lebensentwürfen und den Prozessen der Individualisierung und Pluralisierung zu verdeutlichen, möchte ich im folgenden genauer auf diese beiden Begriffe eingehen. Was genau bedeutet Individualisierung und wann hat dieser Prozess begonnen?

Hurrelmann beschreibt Individualisierung als die Herauslösung von Menschen aus alten Sozialformen wie Verwandtschaft, Nachbarschaft, Sozialorientierung und sozialen Milieus. Das räumt den Mitgliedern einer Gesellschaft eine Vielfalt von Gestaltungsmöglichkeiten ein. Dabei sind sie unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Geschlecht und können ihre Lebensführung in die eigene Hand nehmen. Traditionelle Werte verlieren dabei an Bedeutung. Beck-Gernsheim formuliert den Prozess der Individualisierung als Selbstentfaltung, die das Individuum unternehmen kann und auch muss.

Nach Beck ist die erste Phase der Individualisierung zu Beginn der Industrialisierung bis Mitte des 20. Jahrhunderts zu erkennen. Dieser frühe Prozess der Individualisierung blieb aber zunächst auf Männer beschränkt. In den bürgerlichen Schichten wurden die Frauen zu dieser Zeit sogar „entindividualisiert“, weil sie auf den Binnenraum der Familie verwiesen wurden. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sich eine neue Phase von Individualisierung. Das war in allen hoch entwickelten Industrieländern zu erkennen, besonders aber in der deutschen Bundesrepublik.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas Familie im gesellschaftlichen Wandel und definiert das Ziel der Untersuchung hinsichtlich der Entwicklung von Familienbildern und der Rolle der Frau.

2. Der Begriff Familie: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene soziologische und fachwissenschaftliche Definitionen von Familie, um den Bedeutungswandel und die heutige Komplexität des Begriffs zu verdeutlichen.

3. Familienformen und ihre geschichtliche Entwicklung: Es wird der Wandel von der bäuerlichen Lebensgemeinschaft über die bürgerliche Kernfamilie bis hin zu modernen, pluralen Lebensformen nachgezeichnet.

4. Mutterrolle und Mutterliebe im historischen Kontext: Dieses Kapitel analysiert, wie sich das gesellschaftliche Bild der Mutter im Laufe der Geschichte verändert hat und welche Einflüsse pädagogische sowie philosophische Strömungen darauf ausübten.

5. Familienpolitik: Hier werden die familienpolitischen Ansätze in Deutschland im Vergleich zum schwedischen Modell beleuchtet, um Unterschiede in der Unterstützung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufzuzeigen.

6. Eigene Meinung und Zusammenfassung: Welche Auswirkungen hatte die Entwicklung der Familie auf das Mutterideal und umgekehrt?: Das abschließende Kapitel reflektiert die Erkenntnisse über die wechselseitige Beeinflussung von Familienwandel und Mutterbild im Kontext heutiger gesellschaftlicher Anforderungen.

Schlüsselwörter

Familie, Mutterrolle, Individualisierung, Pluralisierung, Familienpolitik, Geschlechterrollen, Arbeitsmarkt, Vereinbarkeit, Frauenbewegung, Mutterideal, historischer Wandel, soziale Lebensform, schwedisches Modell, Selbstverwirklichung, Doppelbelastung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Transformation der Familie von der Agrargesellschaft bis in die heutige Dienstleistungsgesellschaft und beleuchtet die damit einhergehende Veränderung der sozialen Rolle der Frau.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Familienformen, die soziologische Theoriebildung zu Individualisierung und Pluralisierung, den historischen Wandel des Mutterideals sowie einen rechtsvergleichenden Blick auf die Familienpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Ursprung des traditionellen Idealfamilienbildes aufzuzeigen und zu untersuchen, wie sich dieses Bild im Wandel der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändert hat und wie es mit der Rolle der Frau verknüpft ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Fachquellen sowie einer Untersuchung von familienpolitischen Parteiprogrammen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst verschiedene Familienformen historisch analysiert, danach die Entwicklung der Mutterrolle unter Einbezug von pädagogischen Diskursen (wie Rousseau und Pestalozzi) und schließlich die familienpolitische Praxis in Deutschland und Schweden diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff der Familie prägen Begriffe wie Individualisierung, Pluralisierung, Mutterrolle, Gleichstellung und Doppelbelastung die wissenschaftliche Auseinandersetzung.

Warum wird speziell das schwedische Familienmodell in der Arbeit herangezogen?

Schweden dient als Referenzmodell, da es eine Vorreiterrolle bei der politischen Förderung der Gleichstellung von Mutter und Vater einnimmt und somit Alternativen zur deutschen Problematik der Doppelbelastung aufzeigt.

Inwiefern beeinflusste die Industrialisierung das Familienbild der Frau?

Durch die räumliche Trennung von Arbeitsplatz und Wohnraum kam es zu einer Polarisierung der Geschlechterrollen, in der die Frau primär dem häuslichen Bereich und der Kindererziehung zugeteilt wurde.

Welche Rolle spielt die Bildungsexpansion für moderne Familienformen?

Die Bildungsexpansion ermöglichte Frauen neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt, was wiederum die traditionelle, auf den Mann ausgerichtete Versorgerrolle destabilisierte und den Weg zu individuelleren Lebensentwürfen ebnete.

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Details

Title
Die Entwicklung der Familie von der Agrargesellschaft bis zur Dienstleistungsgesellschaft
College
University of Marburg  (Erziehungswissenschaft)
Grade
1
Author
Silja Becker (Author)
Publication Year
2007
Pages
30
Catalog Number
V75196
ISBN (eBook)
9783638796354
ISBN (Book)
9783638797306
Language
German
Tags
Entwicklung Familie Agrargesellschaft Dienstleistungsgesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silja Becker (Author), 2007, Die Entwicklung der Familie von der Agrargesellschaft bis zur Dienstleistungsgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75196
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