Auf den folgenden Seiten wird die Art und Weise wie man Rede in Zeitungsnachrichten
wiedergeben kann näher betrachtet. Als Einstieg in diese Thematik werden die Funktionen
der Redewiedergabe erläutert. Nach dieser Hinführung werden die Hauptformen direkte und
indirekte Rede betrachtet. Dabei werden sie anhand von Beispielsätzen aus der Süddeutschen
Zeitung (Abkürzung: SuZ) auf ausgewählte Kriterien hin untersucht. Diese Beispielsätze
stammen aus politischen Nachrichtenartikeln. Es ist nicht nur innerhalb der politischen
Berichterstattung wichtig, dass der Journalist bei größtmöglicher Objektivität bleibt, Seine
Informationen bekommt der Journalist über Presseagenturen oder Pressemitteilungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Funktionen der Redewiedergabe
2.1 direkte Rede
2.2 indirekte Rede
2.2.1 Der Konjunktiv innerhalb der indirekten Rede
3. Gegenüberstellung von direkter und indirekter Rede
4. Weitere Formen der Redewiedergabe
4.1 Inhaltsangabe von Rede
4.2 Infinitivkonstruktionen
4.3 Modalverbgefüge aus wollen/sollen + Infinitiv
4.4 Quellenangaben und Präpositionalphrasen
4.5 Redesituierende Gliedsätze mit wie
5. Vermittelnde Instanzen
6. Schluss
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die verschiedenen linguistischen Möglichkeiten und Funktionen der Redewiedergabe in politischen Zeitungsnachrichten. Dabei wird analysiert, wie Journalisten durch die Wahl der Wiedergabeform – von direkter Rede bis hin zu distanzierteren Konstruktionen – die Objektivität ihrer Berichterstattung beeinflussen und eigene Stellungnahmen oder Nuancen in den Text einfließen lassen.
- Funktionen und Doppelschichtigkeit der Redewiedergabe
- Differenzierung zwischen direkter und indirekter Rede
- Einsatz von Konjunktiv und verschiedenen Modusformen
- Erweiterte Redewiedergabeformen wie Inhaltsangabe und Infinitivkonstruktionen
- Bedeutung von Quellenangaben und vermittelnden Instanzen
Auszug aus dem Buch
2. Funktionen der Redewiedergabe
Über die Funktionen der Redewiedergabe haben sich zahlreiche Sprachwissenschaftler Gedanken gemacht. So auch Josef Kurz, der in „Die Redewiedergabe“ (1966, S. 5) seine eigene Definition herausgearbeitet hat: „Zweck der Redewiedergabe in Zeitungstexten ist es vor allem über Stellungnahmen zu Prozessen in der Realität zu informieren, besonders in der gesellschaftlichen Sphäre. In zweiter Linie kann Redewiedergabe auch dazu dienen, das politische und moralische Verhalten des Urhebers einer Äußerung zu charakterisieren.“
Es ist prinzipiell zu beachten, dass jede Redewiedergabe eine Doppelschichtigkeit ausweist: Einerseits verfügt die originale Äußerung – je nach Kontext – über eine bestimmte Absicht. Andererseits stellt sich die Frage, welche Funktion ihr dann – eingebettet im neuen Text – zukommt. Je nach den sprachlichen Mitteln, die beim Einfügen der Redeerwähnung angewendet werden, verfolgt der Autor eine andere Absicht. Entweder kann er sich als Beobachter zeigen, der sich vom Geschriebenen distanziert und so die Verantwortung für den Inhalt an dem Zitierten abgibt, oder er kann die Redeerwähnung dazu nutzen, seine eigene Ansicht zu stützen, und lässt Subjektives in die sprachliche Aussage einfließen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Redewiedergabe in Zeitungsnachrichten ein und definiert den methodischen Rahmen anhand von Beispielen aus der Süddeutschen Zeitung.
2. Funktionen der Redewiedergabe: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, insbesondere die Doppelschichtigkeit der Redewiedergabe sowie die spezifischen Merkmale von direkter und indirekter Rede.
3. Gegenüberstellung von direkter und indirekter Rede: Hier werden die strukturellen Unterschiede sowie die Anforderungen an die Angleichung der Sprechsituation bei der Wiedergabe von Aussagen hervorgehoben.
4. Weitere Formen der Redewiedergabe: Dieser Abschnitt behandelt alternative Methoden wie Inhaltsangaben, Infinitivkonstruktionen und den Einsatz von Modalverbgefügen oder Quellenangaben zur Distanzierung.
5. Vermittelnde Instanzen: Das Kapitel kategorisiert die Akteure, die in der Berichterstattung das Wort ergreifen, und bewertet deren Einfluss auf die wahrgenommene Seriösität einer Nachricht.
6. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Wahl der Redewiedergabe eine große Verantwortung des Journalisten darstellt und den Leser zur kritischen Prüfung der Informationsgrundlage auffordert.
Schlüsselwörter
Redewiedergabe, Journalismus, Zeitungstexte, direkte Rede, indirekte Rede, Konjunktiv, Quellenangaben, Berichterstattung, Objektivität, Sprachwissenschaft, Mediensprache, Redeerwähnung, Modalverbgefüge, Sprachgebrauch, Nachrichtentext.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen sprachlichen Möglichkeiten, wie Rede in politischen Zeitungsartikeln wiedergegeben wird und welche Effekte diese Formen beim Leser erzielen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Funktionen der Zitation, die Unterscheidung zwischen direkter und indirekter Rede sowie verschiedene Abstufungen wie Inhaltsangaben und Quellenverweise.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Journalisten durch gezielte Wahl der Wiedergabeform Distanz oder Nähe zum Inhalt erzeugen und welche Verantwortung dies für die journalistische Objektivität mit sich bringt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine linguistische Analyse von Beispielsätzen aus politischen Artikeln der Süddeutschen Zeitung vorgenommen, ergänzt durch theoretische Ansätze namhafter Sprachwissenschaftler.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise von direkter und indirekter Rede, den Konjunktiv, den Einsatz von Infinitivkonstruktionen sowie die Rolle von Quellenangaben bei der Nachrichtengestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Redewiedergabe, journalistische Distanzierung, Konjunktiv und Mediensprache charakterisieren.
Welche Rolle spielt der "Blankdialog" in dieser Untersuchung?
Der Blankdialog beschreibt Redewiedergaben ohne explizite Redeeinleitung, bei denen der Konjunktiv als Normalmodus fungiert und über mehrere Sätze hinweg den Bezug zum Sprecher herstellt.
Warum ist die Wahl der "vermittelnden Instanz" für die Seriösität wichtig?
Die Art der Quelle – ob eine namentlich genannte Person, eine anonyme Instanz oder eine Institution – beeinflusst beim Leser die Einschätzung, wie fundiert und glaubwürdig eine Information ist.
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- Linda Werner (Author), 2007, Formen der Redewiedergabe in Zeitungstexten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75221