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Think Tanks - Wissenschaftliche Politikberatung oder politisches Unternehmertum?

Title: Think Tanks - Wissenschaftliche Politikberatung oder politisches Unternehmertum?

Term Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mareike Mayer (Author)

Politics - Miscellaneous
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An der Stelle der praxisorientierten Politikberatung wollen die sogenannten Think Tanks anknüpfen und als Brücke zwischen Politik und Wissenschaft dienen (Stone/Denham/Garnett 1998: 16). Die Grenzen der klassischen Beratung durch die Administration, welche immer noch den größten Teil der Politikberatung ausmacht, aber auch der traditionellen wissenschaftlichen Dienste, wurden erkannt und Think Tanks haben den Anspruch diese durch einen neuen Typus der Politikberatung zu überwinden: „Etablierte Beratungsformen und -akteure finden ihre Grenze dort, wo technisch-informatives Wissen mit der Vermittlung politisch-strategischer Erwägungen verschmilzt und der Entwurf von Zukunftsbildern in den Vordergrund tritt“ (Thunert 1999: 13)
Dieser Typus der Politikberatung soll im Rahmen dieser Arbeit unter der Fragestellung „Think Tanks – Wissenschaftliche Politikberatung oder politisches Unternehmertum?“ untersucht werden. Dafür wird der Begriff Think Tank zunächst definiert, um anschließend die unterschiedlichen damit verbundenen Rollen und Funktionen zu erläutern. Um diese besser zu verstehen, sollen außerdem die Rahmenbedingungen für Think Tanks in Deutschland im Vergleich zu den USA genauer betrachtet werden, da diese für das Verständnis der spezifischen Entwicklung von Think Tanks in Deutschland entscheidend sind. Daraufhin werden drei unterschiedliche Typologisierungen von dreien der wichtigsten deutschen Think Tank-Forscher vorgestellt: Martin Thunert, Winand Gellner und Josef Braml. Da diese jedoch im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht alle ausführlich vorgestellt werden können, soll der Schwerpunkt der Typologisierungen in dieser Arbeit auf die Typologisierung Thunerts gelegt werden, um anschließend kurz die wichtigsten Unterschiede zu denjenigen Gellners und Bramls darzustellen. Nach der Erläuterung dieser theoretischen Grundlagen sollen zwei unterschiedliche Veränderungstendenzen der Think Tank Landschaft in Deutschland dargestellt und anhand von kurzen Beispielen aufzeigt werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rolle von Think Tanks in Deutschland

2.1 Definition von Think Tanks

2.2 Funktionen von Think Tanks im gesellschaftlich-politischen Prozess

3. Rahmenbedingungen für Think Tanks in Deutschland im Vergleich zu den USA

4. Typologien

4.1 Thunerts Typologie

4.2 Gellnerts Typologie

4.3 Bramls Typologie

5. Veränderungen der Think Tank Landschaft in Deutschland

5.1 Entwicklungstendenzen vom akademischen zum advokatischen Think Tank

5.2 Think Tanks der jüngeren Generation - politisches Unternehmertum?

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Politikberatung und politischem Unternehmertum bei deutschen Think Tanks. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Organisationen lediglich als Forschungsinstitute agieren oder ob eine Entwicklung hin zu advokatischen, unternehmerisch geprägten Akteuren stattfindet.

  • Vergleich der institutionellen Rahmenbedingungen von Think Tanks in Deutschland und den USA.
  • Analyse theoretischer Typologien von Think Tanks (Thunert, Gellner, Braml).
  • Untersuchung von Entwicklungstendenzen hin zum advokatischen Think Tank.
  • Diskussion über das Phänomen des politischen Unternehmertums bei neuen Think-Tank-Generationen.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Phobie gegen Praxisnähe“, „theoretische Verspieltheit“, oder „sprachliche Abschottung“ sind nur einzelne der Vorwürfe die der Wissenschaft von Seiten der Politik in Bezug auf die Politikberatung gemacht werden. Die Wissenschaftler hingegen kritisieren die „Verarmung zukunftsgerichteten Denkens“, „Unfähigkeit zur Prioritätensetzung“ oder die „politischen Scheuklappen“ (Thunert 2003: 30). Auch der Vorwurf der technokratischen Instrumentalisierung von Forschungsergebnissen (Kümmel 2004: 9) wird häufig gemacht. Die Wissenschaft diene als Legitimitätsbeschaffung für bereits getroffene Entscheidungen und erfülle lediglich eine Entlastungsfunktion für die Politik.

Diese gegenseitige Kritik beschreibt sehr deutlich das Spannungsverhältnis zwischen den beiden Bereichen, das sich aus den unterschiedlichen Funktionslogiken ergibt. Ein zentrales Merkmal für diese ist, dass der Politiker political advice erwartet, die wissenschaftlichen Berater aber meist nur policy advice geben wollen (vgl. Heilemann 1998 zit. in Thunert 2003: 30). An dieser Stelle der praxisorientierten Politikberatung wollen die sogenannten Think Tanks anknüpfen und als Brücke zwischen Politik und Wissenschaft dienen (Stone/Denham/Garnett 1998: 16). Die Grenzen der klassischen Beratung durch die Administration, welche immer noch den größten Teil der Politikberatung ausmacht, aber auch der traditionellen wissenschaftlichen Dienste, wurden erkannt und Think Tanks haben den Anspruch diese durch einen neuen Typus der Politikberatung zu überwinden: „Etablierte Beratungsformen und -akteure finden ihre Grenze dort, wo technisch-informatives Wissen mit der Vermittlung politisch-strategischer Erwägungen verschmilzt und der Entwurf von Zukunftsbildern in den Vordergrund tritt“ (Thunert 1999: 13)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt das Spannungsverhältnis zwischen Politik und Wissenschaft und stellt die Forschungsfrage zur Einordnung von Think Tanks zwischen akademischer Beratung und politischem Unternehmertum.

2. Rolle von Think Tanks in Deutschland: Definiert den Begriff Think Tank und erläutert deren intermediäre Funktion im politisch-gesellschaftlichen Prozess.

3. Rahmenbedingungen für Think Tanks in Deutschland im Vergleich zu den USA: Analysiert institutionelle und politisch-kulturelle Unterschiede, die die ungleiche Entwicklung von Think Tanks in beiden Ländern erklären.

4. Typologien: Stellt verschiedene wissenschaftliche Kategorisierungen von Think Tanks vor, mit Schwerpunkt auf der Typologie von Martin Thunert.

5. Veränderungen der Think Tank Landschaft in Deutschland: Untersucht die Tendenz zur Politisierung und zum advokatischen Handeln sowie das Auftreten neuer, unternehmerisch agierender Think-Tank-Formen.

6. Fazit: Fasst zusammen, dass trotz einer „stillen Revolution“ und Anpassungen bei Arbeitsweisen deutsche Think Tanks größtenteils keine politischen Unternehmer im definierten Sinne sind, sondern weiterhin einen hohen Wert auf wissenschaftliche Seriosität legen.

Schlüsselwörter

Think Tanks, Politikberatung, Wissenschaftlichkeit, politisches Unternehmertum, Interessenvertretung, advokatische Think Tanks, akademische Institute, Deutschland, USA, Ideenmakler, Agenda-Setting, Politikberatung, Institutionen, Strategieberatung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle von Think Tanks in Deutschland und untersucht kritisch, ob diese Organisationen als wissenschaftliche Politikberater agieren oder ob sich ihre Arbeitsweise hin zum politischen Unternehmertum verschoben hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition und Funktionen von Think Tanks, der Vergleich zwischen deutschen und US-amerikanischen Rahmenbedingungen, theoretische Typologien der Institute sowie die aktuelle Entwicklung und Politisierung der Think-Tank-Landschaft in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, anhand theoretischer Grundlagen und aktueller Entwicklungstendenzen zu klären, ob deutsche Think Tanks eher als neutrale wissenschaftliche Berater zu charakterisieren sind oder als politische Akteure, die aktiv für eigene Problemsichten werben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener politikwissenschaftlicher Ansätze und Typologien sowie der Auswertung empirischer Erkenntnisse, etwa zur Rollenwahrnehmung von Instituten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung von Think Tanks, die Analyse der unterschiedlichen Rahmenbedingungen im Vergleich zu den USA, die Vorstellung verschiedener Typologien (Thunert, Gellner, Braml) sowie die Darstellung von Veränderungstendenzen hin zum advokatischen Think Tank.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Think Tanks, Politikberatung, politisches Unternehmertum, Wissenschaftlichkeit, Advokatorik, Agenda-Setting und institutionelle Rahmenbedingungen.

Wie unterscheidet sich die Rolle deutscher Think Tanks von derjenigen in den USA?

Deutsche Think Tanks verstehen sich laut Arbeit primär als Forschungsinstitute mit hohem Anspruch an Wissenschaftlichkeit, während amerikanische Think Tanks stärker die Verbreitung von Forschungsergebnissen, Netzwerkfunktionen und die Elitenrekrutierung fokussieren.

Was versteht die Autorin unter einem „advokatischen Think Tank“?

Ein advokatischer Think Tank orientiert sich zwar an wissenschaftlichen Standards, sieht seine Aufgabe jedoch primär in der politischen Anwaltschaft für bestimmte Themen oder Weltanschauungen und agiert als Wissens- und Ideenmakler.

Warum wird im Fazit bezweifelt, dass deutsche Think Tanks „politische Unternehmer“ sind?

Die Autorin argumentiert, dass die in Deutschland vorherrschende hohe Wertschätzung der „Wissenschaftlichkeit“ und die Zurückhaltung gegenüber einer offenen, aggressiven Parteinahme viele Institute daran hindern, das Profil eines „politischen Unternehmers“, wie es in der Literatur (Rudloff) definiert wird, vollständig zu erfüllen.

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Details

Title
Think Tanks - Wissenschaftliche Politikberatung oder politisches Unternehmertum?
College
University of Potsdam  (Wirtschafts-und Sozialwissenschaftliches Institut)
Course
Semina
Grade
1,0
Author
Mareike Mayer (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V75233
ISBN (eBook)
9783638797870
Language
German
Tags
Think Tanks Wissenschaftliche Politikberatung Unternehmertum Semina
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mareike Mayer (Author), 2007, Think Tanks - Wissenschaftliche Politikberatung oder politisches Unternehmertum?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75233
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