Malen in Gruppen. Eine Form der Kommunikation?


Seminararbeit, 2005

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung und Aufbau der Arbeit

2. Begriffliche Klärungen
2.1 Die Gruppe
2.2 Kommunikationsform – bildnerisches Gestalten

3. Malen in Gruppen als Kommunikationsform
3.1 Dialogisches Gestalten
3.2 Action-Painting
3.2.1 Erlebnismalen mit Kindern
3.2.2 Malen mit Familien

4. Resümee

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildung einer dialogisch erstellten Zeichnung

1. Fragestellung und Aufbau der Arbeit

„Malen in Gruppen – eine Form der Kommunikation?“ ist das Thema meiner schriftlichen Teilprüfungsleistung.

Der persönliche Bezug zu diesem Thema entstand durch ein Projekt, dass im Vorfeld des Weltjugendtages 2005 in Köln durchgeführt wurde. Dabei handelte es sich um ein Angebot der Diözese Würzburg. Nicht nur Jugendliche aus allen Diözesen Deutschlands sondern auch Jugendliche aus aller Welt trafen sich, um beim gemeinsamen Malen sprachliche Hindernisse zu überwinden und somit auf nonverbaler Weise Kontakte herzustellen. Dabei haben mich besonders die Eindrücke und Erfahrungen der jugendlichen Teilnehmer begeistert. Viele zuvor skeptische Jugendliche bestätigten im Nachhinein die überraschende Erkenntnisse Kommunikation mal auf einer anderen, visuellen Ebene erfahren zu haben.

Das Ziel der Arbeit ist eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Thema Gruppenmalen als Form der Kommunikation. Primär geht es mir hier um die Darstellung kommunikativer Aspekte des Malens in Gruppen.

Im Kapitel 2 (Begriffliche Klärungen) gehe ich auf die theoretische Bedeutung der Gruppen und in diesem Zusammenhang auf das Malen mit der Besonderheit nonverbaler Kommunikation ein. Die kommunikative Sphäre stellt zugleich den zentralen Untersuchungs-Gegenstand dar.

Im Kapitel 3 (Malen in Gruppen als Form der Kommunikation) zeige ich auf, in welcher vielfältigen Weise das Malen in und für Gruppen durchgeführt und letztendlich zur Kommunikation führen kann. Die Veranschaulichung über die Herstellung der nicht-sprachlichen Verständigung unter Kindern, Erwachsenen beziehungsweise zwischen Kindern und Erwachsenen spiegelt mein praktisches Erkenntnisinteresse wieder.

Im Kapitel 4 ziehe ich ein sachliches und persönliches Fazit über die Möglichkeiten des kommunikativen Gruppenmalens unter Einbindung eigener Erfahrungen.

2. Begriffliche Klärungen

Im folgenden Kapitel möchte ich speziell auf die Definition der Gruppe eingehen. Diese soll einen Überblick über die Vor- und Nachteile der Arbeit in der Gruppe sowie deren Struktur vermitteln. Weiterhin soll mit der Begriffsbestimmung des kommunikativen, bildnerischen Gestaltens ein theoretisches Basisverständnis zu Grunde gelegt werden.

2.1 Die Gruppe

Jede Gruppe hat eine eigene Beziehungsstruktur, welche auf den Persönlichkeitsmerkmalen und Sachkompetenzen der Teilnehmer basiert. Es ist die besondere Dynamik, die die Gruppenprozesse ausmacht. Strukturelle Gefüge werden verändert und weiterentwickelt. (vgl. Wichelhaus 1998, S. 4) Das gemeinsame Handeln in einer Gruppe unterliegt Regeln. Diese ergeben sich aus der Aufgabe, die das System „Gruppe“ zu erfüllen hat und dem sich daraus ergebenden Prozess der „Bildherstellung“. Bei der Planung und Durchführung von Gruppenprozessen sollte man daher auf die unterschiedlichsten Aspekte achten. Hauptmerkmal ist zunächst die Gruppe; dabei sollte sich ein Überblick über die Anzahl und die Zusammensetzung der Gruppe verschafft werden. Bei der Wahl der Bildfläche oder dem Bildträger ist die Form, Größe und Lage im Raum zu bedenken. Die Zuordnung der Gruppenmitglieder untereinander und zur Bildfläche kann statisch, dynamisch, nebeneinander oder gegenüber erfolgen. Das Material und die Verfahren wie Zeichnung, Malerei, Collage, Drucktechnik usw. haben entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung der Gruppenteilnehmer und sind daher nicht zu unterschätzen. Die Kommunikationsform (nonverbal, verbal) sollte ebenfalls vorher festgelegt werden. (vgl. Wichelhaus 1998, S.6)

Gruppenarbeit setzt eine gute Planung voraus und muss, so Wichelhaus, manchmal sehr mühsam erlernt werden. Bilder können gemeinsam von Paaren aber auch von Dreier-, Vierer- oder noch größeren Gruppen hergestellt werden. Man kann die gesamte Klasse einbeziehen und sogar klassenübergreifend arbeiten. Exemplarisch führt Wichelhaus das Arbeiten in schulischen Projektwochen im Austausch mit anderen Klassen oder Studierenden auf. Gruppen werden von Lehrpersonen nach sozialen und/oder fachlichen Gesichtspunkten zusammengesetzt. Sie können sich aber auch selbständig bilden. Gruppenprozesse zielen auf spezifische Erfahrungen ab:

1. mit dem oder der Anderen,
2. mit der eigenen Person und
3. mit der Sache, mit der sich die Gruppe auseinandersetzt. (vgl. Wichelhaus 1998, S.7)

Das folgende Zitat beschreibt meines Erachtens explizit, wie man den „Gruppenprozess“ zu verstehen hat. „Weder die ständige unfreiwillige Kooperation von besonders ‚friedliebenden’ Schülern mit Problemkindern noch die Versuche, ewige Streithähne in einem ‚ungefährlichen’ Feld ‚üben’ zu lassen, sind ausreichende Kriterien. Es geht darum eigene Gedanken, Motive, Wünsche, auch Ängste und Bedürfnisse differenzierter wahrzunehmen und gleichzeitig offener zu werden für die Interessen, Ideen und das Verhalten des oder der anderen.“ (Wichelhaus 1998, S.7)

- Das Für und Wider der Gruppenarbeit

Die Gruppe eignet sich besonders für Menschen, die das Arbeiten mit der Kunst zu anstrengend empfinden. Gruppen können als Katalysator für die Entwicklung verborgener Fähigkeiten dienen. Mitglieder können sich in neuen Rollen testen, indem sie die Reaktionen anderer beobachten und sich durch sie unterstützt und bestärkt fühlen. Teilnehmer mit gleichen Bedürfnissen können sich gegenseitig bei der Problemlösung unterstützen. Die Partizipanten können aus dem Feedback anderer Gruppenmitglieder lernen. Die Gruppenarbeit fördert das soziale Lernen und wird oft als befriedigender empfunden als Einzelarbeit. Nicht zu unterschlagen ist jedoch, dass die Gruppenarbeit auch gewisse Nachteile bietet, die es zu steuern und zu überwinden gilt. In einer Gruppe kann den einzelnen Mitgliedern nur noch wenig individuelle Aufmerksamkeit gewidmet werden. Konkret bedeutet dies, dass die Teilnehmer einer Gruppe als Gruppe gesehen werden, die in eine bestimmte Richtung kategorisiert wird, mit der Folge, dass die Gruppenmitglieder unter dem Gruppenaspekt gesehen werden und ihre Individualität vernachlässigt wird. Die Vertraulichkeit ist in einer Gruppe oft gefährdet und kann damit auch die Offenheit der Kommunikation beeinträchtigen. (vgl. Aissen-Crewett 2002, S.15)

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Malen in Gruppen. Eine Form der Kommunikation?
Hochschule
Hochschule Fulda
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V75276
ISBN (eBook)
9783638798044
ISBN (Buch)
9783640256723
Dateigröße
1872 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Malen, Gruppen, Eine, Form, Kummunikation
Arbeit zitieren
Heiko Klug (Autor), 2005, Malen in Gruppen. Eine Form der Kommunikation?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75276

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