Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Der Andere, das ist die Hölle

Title: Der Andere, das ist die Hölle

Term Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Heiko Klug (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1. Fragestellung und Aufbau der Arbeit

„Der Andere, das ist die Hölle“ ist das Thema unserer schriftlichen Hausarbeit.
Aussagen wie: „Da stimmt die Chemie einfach nicht!“ oder „Wenn der nicht gewesen wäre, dann…“ sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinem fremd. Jeder hat sich zumindest schon einmal von einem Anderen in irgendeiner Art und Weise beeinträchtigt gefühlt. Nach unseren Erfahrungen und unserem Empfinden haben wir Grund zu der Annahme, dass wir dieser Beeinträchtigung durch den Anderen jeden Tag aufs Neue ausgesetzt sind. Warum, wenn nicht aus diesem Grund, gehen beispielsweise Studenten, die zu spät kommen, erst in der nächsten Pause mit all den anderen Studenten in die Vorlesung; doch wohl nur, um den vermeintlich kritischen Blicken von Studenten und Professoren zu entgehen. Es gibt wohl kaum eine Möglichkeit nicht mit dem Anderen sein Leben zu leben. Aber nicht allein die Tatsache, dass der Andere existiert, hindert mich an der unentwegten Entfaltung beziehungsweise Entwicklung meiner Selbst, sondern gerade die dadurch stattfindende oder auch nicht stattfindende Beziehung und Verbindung zu dem Anderen. Nicht umsonst kennt jeder folgenden Wunsch und hat ihn bestimmt auch schon einmal erbeten: „Am liebsten wäre ich jetzt auf einer einsamen Insel!“
Das Ziel der Arbeit ist eine eingehende Auseinandersetzung mit der existentialistischen Auffassung von Jean-Paul Sartre. Primär geht es jedoch dabei um die Darstellung der Problematik des Anderen, dass heißt was ist und bedeutet der Andere für mich und was stelle ich im Umkehrschluss für ihn da?
Im Kapitel 2 (Begriffliche Klärungen) wird auf die theoretische Bedeutung der Lehre des Seins sowie der daraus entspringenden Komponenten des An-Sich und des Für-Sich seins eingegangen. Nachdem die Frage nach dem Bewusstsein geklärt ist, zielen Ausführen im Zusammenhang mit dem Ego, auf den Anderen ab.
In Kapitel 3 (Höllenerfahrungen durch den Anderen) soll es konkret um die Beziehung zu und mit dem Anderen gehen. Das Ausmaß des Anderen, was auch zugleich der zentrale Untersuchungsgegenstand unserer Arbeit ist, wird in der Eindringlichkeit des Blickes, in der Interdependenz der Höllenbewohner in dem Theaterstück (huis clos) Bei geschlossenen Türen sowie der Bedeutung des Leibes deutlich.
Im Kapitel 4 gehen wir darauf ein inwieweit Sartres Ansichten der heutige Zeit entsprechen und geben ein sachliches und persönliches Fazit über die Problematik des Anderen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung und Aufbau der Arbeit

2. Begriffliche Erklärungen

2.1 Die Basis der Ontologie

2.2 An-Sich und Für-Sich

2.2.1 Die zwei Seinsmomente des Ego

2.2.2 Das thetische und das nicht thetische Bewusstsein

2.3 Die Zwiespältigkeit des Anderen

2.4 Herr-Knecht-Verhältnis

3. Höllenerfahrungen durch den Anderen

3.1 Die Konstitution durch den Anderen

3.2 Die konkrete Verbindung mit Anderen

3.3 Der Blick

3.3.1 Phase eins: Der Andere bricht in meine Welt ein

3.3.2 Phase zwei: Aus dem Objekt-Anderen wird ein Subjekt

3.3.3 Sich dem Erblickt-werden entziehen

3.4 Der Leib

3.5 Das Erstarren der Freiheit: Bei geschlossenen Türen

3.5.1 Die Unaufrichtigkeit

3.5.2 Der andere, das ist die Hölle!

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit setzt sich mit der existentialistischen Auffassung des Philosophen Jean-Paul Sartre auseinander, um zu untersuchen, was der „Andere“ für das Individuum bedeutet und inwiefern zwischenmenschliche Beziehungen als Einschränkung der Freiheit oder „Hölle“ erfahren werden können.

  • Existentialistische Ontologie nach Jean-Paul Sartre
  • Das Spannungsfeld zwischen An-Sich und Für-Sich
  • Die konstituierende Macht des „Blicks“ des Anderen
  • Interdependenz und Konflikt in menschlichen Beziehungen
  • Analysen zum Theaterstück „Bei geschlossenen Türen“

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Phase eins: Der Andere bricht in meine Welt ein

Anhand eines Beispiels soll das Geschehen des Blickes verdeutlicht werden. Das Blicken wird nicht als der physiologisch beschreibbare Vorgang verstanden, wonach auf die Netzhaut Bilder fallen, so dass wir von diesen Gegenständen Kenntnis nehmen, sondern als Ereignis, in dem etwas geschieht. Man stelle sich nun vor: Ich sitze in einem Park und sehe die alten Bäume, die Allee, den Rasen, den Himmel, die ziehende Wolken. Ich selbst bin der Mittelpunkt für all diese Dinge. Alles was ich sehe, gruppiert sich um mich. Mein sehen ist also ein Ordnen; ich vollziehe eine bestimmte Anordnung des Seienden. Das Dasein fühlt sich als Mittelpunkt, als Zentrum, und das heißt als beherrschend. (vgl. Biemel 1993, S. 43) Nunmehr geschieht jedoch folgendes.

Ein anderer Mensch taucht plötzlich im Park auf. Im ersten Moment nehme ich Ihn als einen Gegenstand, als ein Objekt unter den anderen gegebenen Objekten war. Zu den bestehenden Bezügen, die ich zu den Dingen hergestellt habe und wodurch sich meine Umwelt begründet, kommt nun der neue Bezug zum Objekt-Mitmenschen hinzu. Doch bald gestehe ich mir ein, dass dieses Objekt ein privilegiertes Objekt ist. Aufgrund der Tatsache, dass er sich nicht einfach durch die Abstände, die zwischen den Dingen festgelegt wurden, einfangen lässt, sondern das er selbst Entfernungen entfaltend ist. Dinge lassen sich durch Distanzen festlegen, der Mensch ist distanzlos, weil er das Wesen ist, das Entfernungen beziehungsweise Bezüge herstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die existenzialistische Thematik der Beeinträchtigung des Individuums durch den Anderen sowie Darstellung der Forschungsziele.

2. Begriffliche Erklärungen: Theoretische Grundlegung der Ontologie Sartres, insbesondere die Differenzierung von An-Sich und Für-Sich sowie deren Seinsmomente.

3. Höllenerfahrungen durch den Anderen: Konkrete Analyse der zwischenmenschlichen Interaktion, des Blicks und der Auswirkungen auf die menschliche Freiheit.

4. Resümee: Reflexion über die Übertragbarkeit Sartrescher Ansätze auf die heutige Gesellschaft und das Spannungsverhältnis zwischen Harmonie und existenziellem Konflikt.

Schlüsselwörter

Jean-Paul Sartre, Existentialismus, Ontologie, An-Sich, Für-Sich, Der Andere, Der Blick, Intersubjektivität, Freiheit, Unaufrichtigkeit, Selbsttäuschung, Bei geschlossenen Türen, Phänomenologie, Herr-Knecht-Verhältnis, Fremdexistenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophische Perspektive von Jean-Paul Sartre auf die menschliche Existenz und die Art und Weise, wie das Individuum durch die Anwesenheit anderer Menschen geprägt, eingeschränkt oder „zur Hölle“ geführt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die ontologischen Kategorien des Seins, die Dynamik zwischenmenschlicher Beziehungen, das Phänomen des Blicks und die Unfreiheit, die durch den sozialen Kontakt entsteht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit Sartres These „Der Andere, das ist die Hölle“, um zu verstehen, warum die Existenz des Anderen als Bedrohung der eigenen Freiheit und des Selbstbildes wahrgenommen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische und existenzialistische Textanalyse, die sich auf Sartres Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“ sowie ergänzende Interpretationen stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen (Ontologie), die konstituierende Wirkung des Anderen, die Bedeutung des Blicks, die Rolle des Leibes und das Theaterstück „Bei geschlossenen Türen“ als Fallbeispiel untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Existentialismus, Der Andere, Freiheit, Unaufrichtigkeit, Selbsttäuschung und Intersubjektivität.

Wie definiert Sartre den „Blick“ des Anderen in diesem Kontext?

Der Blick ist für Sartre ein Ereignis, das die Welt des Subjekts dezentriert; man wird von einem handelnden Subjekt zum Objekt der Wahrnehmung des Anderen, was eine existenzielle Scham und Furcht auslöst.

Was bedeutet der Begriff „Unaufrichtigkeit“ in den Schlussfolgerungen des Autors?

Unaufrichtigkeit beschreibt den Versuch des Individuums, sich durch Lügen oder Lebenslügen vor der Realität seiner Verantwortung zu drücken, anstatt sich den Anforderungen der freien Existenz zu stellen.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Der Andere, das ist die Hölle
College
University of Applied Sciences Fulda
Grade
2,0
Author
Heiko Klug (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V75277
ISBN (eBook)
9783638798051
ISBN (Book)
9783640256730
Language
German
Tags
Andere Hölle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heiko Klug (Author), 2006, Der Andere, das ist die Hölle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75277
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint