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Inszenierungen an der Schnittstelle von medialer Kultur und Geschlecht

Männlichkeiten in der Reality Soap Big Brother

Title: Inszenierungen an der Schnittstelle von medialer Kultur und Geschlecht

Diploma Thesis , 2001 , 126 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. Jürgen Budde (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Die Untersuchung beschäftigt sich mit den aktuellen medialen Inszenierungen von Geschlecht. Im Fokus steht dabei mit "Big Brother" eines der ersten formate der "Reality Soaps". An der Schnittstelle von Gender- und Cultural Studies wird anhand der ersten Staffel der Serie Big Brother aufgezeigt, welche aktuellen Männlichkeitsinszenierungen medial produziertbar sind.
Dabei zeigt sich, dass nicht nur eine hegemoniale Form von Männlichkeit existiert, sondern unterschiedliche 'Typen', wie "der Macho", "der Freak", "der Nette" oder "der Onkel". Männlichkeit wird von den Bewohner nicht dauerhaft hergestellt, sondern kann situativ eingesetzt werden. Die soziale Kategorie Geschlecht funktioniert als "ruhende Ressource".
Die medialen Vorbilder reproduzieren durch ihre Eindimensionalität tradierte Geschlechtercodes, teilweise in modernisierter Form. Gleichwohl wird aufgezeigt, dass die Rezeption der Vorbildfunktion von Medien eine komplexe soziale Aushandlung ist und keine einseitige Manipulation durch die Medien.

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Inhaltsverzeichnis

0. Prolog

1. Einleitung

2. Die Konstruktion von Geschlecht

2.1. Die Geschichte der Geschlechter

2.1.1. Unterschiede in Gleichheit

2.1.2. Die Aufklärung, die Moderne, die neuen Bürger

2.2. Und so wird’s gemacht: Geschlechter

2.2.1. Gender trouble und Diskurse

2.2.2. Geschlecht als Existenzweise

2.2.3. Materialität, Norm und Sprache

2.2.4. ‚Disko’

2. 3. Zusammenfassung

3. Die Herstellung von Männlichkeit

3.1. Die Theorie der hegemonialen Männlichkeit von Connell

3.1.1. Connells Hegemoniebegriff

3.1.2. Männlichkeiten

3.1.3. Globalisierung von Männlichkeiten

3.2. Bourdieu und männliche Herrschaft

3.2.1. Habitus und Kapitalien

3.2.2. Macht und symbolische Ordnung

3.3. Geschlecht als körperliche Inszenierung

3.4. Macht, Ordnung und Körper

3.5. Die Rede von der Krise

3.5.1. Männerverständigungsliteratur

3.5.1.1.Von der klassischen ...

3.5.1.2. ...zur veränderten Männlichkeit

3.5.1.3. Systematisierung, Zusammenfassung und Kritik

3.5.2. Männlichkeit und Arbeit in der Krisentheorie

3.5.3. Ästhetisierung

3.5.3.1. Ästhetisierung als Figur

3.5.3.2. Prozess, Appell und Zwang

3.6. Der bewegte Mann – eine Zusammenfassung

4. Die soziale Dimension der Medien

4.1. Die Verwirrung der Realität im Fernsehen

4.1.1. Über Soap Operas

4.1.2. Big Brother als Soap Opera

4.2.1. Die Konzeption von öffentlich und privat im Fernsehen

4.2.2. Die Verdrehung: öffentliches und privates bei Big Brother

4.3.1. Realität und Simulation in den Medien

4.3.2. Big Brother als Inszenierung. Was ist Reality am Reality TV?

4.2. Über die Rezeption

4.2.1. Die Rezeption von Soaps

4.2.2. Die Rezeption von Big Brother

4.5. Zusammenfassung

5. Big Brother

5.1. Die Spielregeln

5.2. Sensationell - die Bedeutung von Big Brother

5.3. Die Kandidaten

5.3.1. Die Selbstinszenierung der Bewohner

5.3.2. Die Inszenierung in Sekundärmedien

5.4. Inszenierung zwischen tradierter und veränderter Männlichkeit

6. Epilog

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Konstruktion von Geschlecht und Männlichkeit im Kontext der Reality-Soap "Big Brother", mit dem Ziel zu analysieren, ob sich tradierte hegemoniale Männlichkeitsbilder unter dem Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen wandeln oder beibehalten werden.

  • Soziale Konstruktion von Geschlecht
  • Theorie der hegemonialen Männlichkeit nach R.W. Connell
  • Bourdieu und männliche Herrschaft
  • Mediale Inszenierung von Männlichkeit ("Doing Gender")
  • Reality-TV als gesellschaftliche Schnittstelle

Auszug aus dem Buch

3.3. GESCHLECHT ALS KÖRPERLICHE INSZENIERUNG

Als wichtiges Element der leiblichen Einschreibung von Geschlecht sei hier auf die geschlechtsbezogene Inszenierung in der sogenannten ‚Körpersprache’ eingegangen. Die alltägliche körperliche Inszenierung der Geschlechter stellt für die Analyse von Big Brother ein wichtiges Instrumentarium dar, da sich hier geschlechtsbezogene Äußerungen identifizieren lassen, die bei der bewussten Inszenierung im Fernsehen nicht sichtbar werden. Allerdings ist der hier zusammengefasste Ansatz auch nur unter einigen Einschränkungen verwendbar, die ich zum Ende des Abschnittes diskutieren werde.

Die leibliche Einschreibung ist, wie oben erläutert, eine wichtige Komponente der Konstruktion, ebenso wie die Wiedergabe durch die geschlechtlich entworfenen Körper. Dabei kann die Inszenierung auch als aktiver Konstruktionsprozess, als Tätigkeit begriffen werden. Der inkorporierte Ausdruck ist dabei als geschlechtsbezogener Beitrag betrachtbar. Da gerade in den Medien Bilder produziert werden, deren Funktionsweise sehr wohl unter einer linguistischen, symbolischen Position erklärbar sind, ist es für die spätere Analyse wichtig, eine Vorstellung der unterschiedlichen Körperkonstruktionen zu erhalten. Bilder mit geschlechtlichen Symboliken entfalten ihre Wirkung „weitgehend außerhalb bewußter Kontrolle”, deswegen sind sie auch so stabil. Wenger verweist in diesem Zusammenhang auf die Beharrungstendenz der Heterosexualität, obwohl sich scheinbare Veränderungen in der Geschlechterordnung ergeben.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Prolog: Das Kapitel führt in die erkenntnistheoretische Perspektive ein und betrachtet Realität und Wirklichkeit als soziale Konstruktionen.

1. Einleitung: Diese Einleitung begründet das Forschungsinteresse an Männlichkeit und Herrschaft, eingebettet in einen pädagogischen Kontext und erste theoretische Überlegungen.

2. Die Konstruktion von Geschlecht: Das Kapitel legt den theoretischen Rahmen dar, wie Geschlecht als soziale Konstruktion produziert und durch Diskurse und Materialität geformt wird.

3. Die Herstellung von Männlichkeit: Hier wird die Binnenstruktur von Männlichkeit unter Rückgriff auf Connell und Bourdieu beleuchtet sowie der Diskurs um eine "Krise der Männlichkeit" erörtert.

4. Die soziale Dimension der Medien: Das Kapitel analysiert die Rolle der Medien bei der Produktion symbolischer Ordnungen und wie Fernsehen die Wahrnehmung von Realität und Geschlecht beeinflusst.

5. Big Brother: Dieses Kapitel bildet den empirischen Teil, in dem die Sendung "Big Brother" als Fallbeispiel für die Inszenierung von Männlichkeiten untersucht wird.

6. Epilog: Der Epilog fasst die Ergebnisse zusammen und schließt mit einer kritischen Reflexion über die Beharrungstendenzen bei Geschlechterkonstruktionen.

Schlüsselwörter

Männlichkeit, Geschlecht, soziale Konstruktion, hegemoniale Männlichkeit, R.W. Connell, Pierre Bourdieu, Medienanalyse, Big Brother, Reality-TV, Krise der Männlichkeit, Körpersprache,Doing Gender, Inszenierung, symbolische Gewalt, Macht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Männlichkeit als soziale Konstruktion in den Medien, speziell in der Reality-Soap "Big Brother", hergestellt und inszeniert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit verknüpft gesellschaftstheoretische Ansätze zur Konstruktion von Geschlecht mit medienwissenschaftlichen Analysen, um die Stabilität und Veränderung tradierter Männlichkeitsbilder zu verstehen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu überprüfen, ob sich Männlichkeitsmodelle in populären Medienformaten tatsächlich wandeln oder ob sie trotz gesellschaftlicher Umbrüche auf tradierte, hegemoniale Muster zurückgreifen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine diskurstheoretische Perspektive, die Erkenntnisse der Männlichkeitsforschung (insb. Connell) und der Habitus-Theorie (Bourdieu) mit einer qualitativ-analytischen Auswertung von Videomitschnitten und Sekundärmedien kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung der Geschlechter- und Männlichkeitskonstruktion sowie die anschließende empirische Untersuchung der Sendung "Big Brother" und deren Rezeption.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Männlichkeit, soziale Konstruktion, hegemoniale Männlichkeit, symbolische Gewalt, Medieninszenierung und der "Doing Gender"-Ansatz.

Warum spielt das "Zlatko-Phänomen" eine besondere Rolle im Buch?

Zlatko wird als Beispiel für die "Wiederbestärkung" klassischer Männlichkeitsvorstellungen angeführt, da er durch seine Popularität eine einfache, scheinbar "reale" Identifikationsmöglichkeit jenseits komplexer Flexibilisierungsdiskurse bietet.

Wie bewertet der Autor das Potenzial für eine "Enthierarchisierung" von Männlichkeit bei Big Brother?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass trotz einzelner Irritationen oder flexiblerer Ansätze bei den Kandidaten eine grundlegende Enthierarchisierung nicht stattfindet; die hegemonialen Strukturen und die damit verbundenen Machtverhältnisse bleiben stabil.

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Details

Title
Inszenierungen an der Schnittstelle von medialer Kultur und Geschlecht
Subtitle
Männlichkeiten in der Reality Soap Big Brother
College
University of Hamburg  (Fachbereich Erziehungswissenschaft)
Grade
1,0
Author
Dr. Jürgen Budde (Author)
Publication Year
2001
Pages
126
Catalog Number
V75364
ISBN (eBook)
9783638716413
ISBN (Book)
9783638718684
Language
German
Tags
Inszenierungen Schnittstelle Kultur Geschlecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Jürgen Budde (Author), 2001, Inszenierungen an der Schnittstelle von medialer Kultur und Geschlecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75364
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