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Monologe bei Schiller und Shakespeare

Title: Monologe bei Schiller und Shakespeare

Examination Thesis , 2006 , 112 Pages

Autor:in: Manuela Kistner (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Monologe sind lauter Atemzüge der Seele.“ (Friedrich Hebbel )
Wer hat sich nicht schon einmal selbst dabei ertappt, einen – zumindest gedanklichen – Monolog gehalten zu haben? Einen Monolog in einer Situation, die eine Entscheidung erforderte? Eine Entscheidung, bei der es nicht möglich war, sie einfach aus dem hohlen Bauch heraus zu treffen, sondern sie statt dessen abzuwägen? Einen Monolog, der uns selbst verdeutlicht, in welcher Situation wir uns befinden? Eine Situation, über die wir uns nur dann klar werden können, wenn wir über sie reflektieren? Wahrscheinlich jeder! Denn Monologe sind etwas, was wir tagtäglich tun, teilweise auch ohne uns darüber bewusst zu sein. Monologe sind etwas, das uns in bestimmten Situationen helfen kann. Monologe sind Ausdruck unseres Inneren, die anderen verborgen bleiben; sie sind eben `Atemzüge unserer Seele´.

In der Literatur sind Monologe ein beliebtes Mittel, um eine Situation, ein Vorhaben oder gar Ängste von Figuren hervorzuheben, welchen anderen – abgesehen vom Leser – verborgen sind. Denkt man an die deutsche Literatur der Vergangenheit, fallen einem sofort Autoren, wie Schiller und Goethe ein, deren Werke maßgeblich für die weitere Entwicklung der Literatur waren. Denkt man im Spezielleren an die Werke Schillers, hört man förmlich seine Figuren `sprechen´, denn die Monologe seiner Figuren gehören zu den bekanntesten überhaupt, vor allem Tells „Durch diese hohle Gasse muss er kommen...“ oder Wallensteins „Wär’s möglich? Könnt‘ ich nicht mehr, wie ich wollte?“. Auch in der englischen Literatur finden sich Autoren, die eine vergleichbare Wirkung hatten und noch immer haben: So vor allem Shelley und Shakespeare, bei dessen Nennung nahezu jedem unwillkürlich die Hexen von Macbeth einfallen, die den gleichnamigen Helden des Werks dazu verleiten, zum Königsmörder zu werden, so dass dieser im Anschluss an den begangenen Mord von Wahnvorstellungen heimgesucht wird und mit diesen Erscheinungen sogar spricht; seine Worte „If it were done when `tis done“ und „Is this a dagger which I see before me“ eröffnen ebenfalls einen Monolog.

Die vorliegende Studie beschäftigt sich vor allem mit Monologen Schillers, teilweise jedoch auch mit denen Shakespeares und soll zeigen, ob und wenn ja, inwiefern sich Schiller von Shakespeare in seinen Werken beeinflussen ließ.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Untersuchung der Monologe

1.1 Wallenstein und Macbeth

1.1.1 Wallensteins Monolog Wär’s möglich? Könnt‘ ich...

1.1.2 Macbeths Monologe

1.1.2.1 If it were done when ´tis done...

1.1.2.2 Is this a dagger which I see before me

1.1.3 Zusammenfassung

1.2 Die Räuber und Richard III

1.2.1 Franz‘ Monolog Tröste dich, Alter! Du wirst ihn nimmer...

1.2.2 Richards Monolog Now is the winter of our discontent

1.2.3 Zusammenfassung

1.3 Die Verschwörung des Fiesco zu Genua: Fiescos Monolog Was ist das? - Der Mond ist unter – der Morgen kommt feurig

1.4 Don Karlos: Posas Monolog Wär’s möglich? Wär es?

1.5 Maria Stuart: Elisabeths Monolog O Sklaverei des Volksdiensts!

1.6 Wilhelm Tell: Tells Monolog Durch diese hohle Gasse muss er kommen

2. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und Ausgestaltung von Monologen in den Dramen von Friedrich Schiller und William Shakespeare. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der psychologischen und dramaturgischen Anlage dieser Schlüsselszenen aufzuzeigen und den wechselseitigen Einfluss sowie die literarische Verwandtschaft zwischen den beiden Autoren zu beleuchten.

  • Analyse zentraler Monologe in den Dramen von Schiller und Shakespeare.
  • Untersuchung der psychologischen Ausgangssituation der Figuren vor dem Handlungsentschluss.
  • Vergleich von Motiven wie Schuld, Verrat, Schicksal und dem Gegensatz von Sein und Schein.
  • Herausarbeitung der Bedeutung des "Wollens" gegenüber dem "Sollen" im Kontext der "äußeren Veranlassungen".
  • Einordnung der Monologtypen (Reflexions-, Planungs-, Entscheidungsmonolog) in den dramatischen Aufbau.

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Wallensteins Monolog Wär’s möglich? Könnt‘ ich...

Wallensteins Achsenmonolog (vgl. Borchmeyer 1988: 157) besteht aus vier Abschnitten, die klar durch Regieanweisungen voneinander getrennt sind, deren Funktion die nähere Beschreibung der Gestik und Mimik Wallensteins ist. Der erste Abschnitt des Monologs (V. 139 – 158) besteht überwiegend aus Fragesätzen, die die Bestürzung Wallensteins über seine Situation ausdrücken sollen und endet mit folgender Regieanweisung: „Er bleibt tiefsinnig stehen“ (I, 1). Im zweiten Teil (V. 159 – 179) geht Wallenstein auf seine Gedanken ein und versucht eine Prognose darüber zu geben, wie wohl seine Gegner auf sein Vorhaben reagieren werden; der zweite Teil endet damit, dass Wallenstein „Wiederum stillsteh[t]“ (I, 1). Im dritten Teil, der seinen Schluss darin findet, dass Wallenstein „heftige Schritte durchs Zimmer“ (I, 1) macht und dann „wieder sinnend stehen“ (I, 1) bleibt, macht er deutlich, dass ein Handeln seinerseits notwendig ist. Im weiteren Verlauf folgt der in diesem Monolog umfangreichste Teil (V. 194 – 217); darin beschäftigt sich Wallenstein mit der „Frage nach seiner und nach der Legitimität der bestehenden Ordnung“ (Borchmeyer 1988: 158).

Um Wallensteins Ausgangssituation in seinem Monolog nachvollziehen zu können, bietet sich am besten Goethes Beschreibung an: „Man sieht ihn rückwärts planvoll, aber frei; vorwärts planerfüllend, aber gebunden. So lange er seiner Pflicht gemäß handelte, reizte ihn der Gedanke, dass er allenfalls mächtig genug sei, sie übertreten zu können, und in dieser Aussicht auf Willkür glaubt er sich auf eine Art von Freiheit vorzubereiten; jetzt aber, in dem Augenblick, da er die Pflicht übertritt, fühlt er, dass er einen Schritt zur Knechtschaft tue“ (zit. nach H. und K. 1977: 8).

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Monologs als "Atemzug der Seele" ein und erläutert die Absicht, Schillers Werke in Bezug auf den Einfluss Shakespeares zu untersuchen.

1. Untersuchung der Monologe: In diesem Hauptteil werden spezifische Monologe aus den Werken beider Autoren detailliert analysiert, wobei der Fokus auf Wallenstein, Macbeth, Franz, Richard III, Fiesco, Don Karlos, Maria Stuart und Wilhelm Tell liegt.

2. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass beide Autoren ähnliche Redeformen nutzen, um individuelle Charakteristika und moralische Konflikte zu verdeutlichen, wenngleich Schiller eher in "Handlungsdramen" und Shakespeare in "Charakterdramen" denkt.

Schlüsselwörter

Monolog, Drama, Friedrich Schiller, William Shakespeare, Wallenstein, Macbeth, Identität, Schicksal, Handlungsentschluss, Macht, Schuld, Sein und Schein, Literaturvergleich, Handlung, Charakterentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Monologe von Hauptfiguren in Dramen von Schiller und Shakespeare. Es wird analysiert, wie diese Figuren ihre Entscheidungen reflektieren und welche Rolle dabei externe und interne Faktoren spielen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die Themen Machtstreben, Verrat, die Rolle der Vorsehung bzw. Sterne, das menschliche Gewissen sowie der Konflikt zwischen eigenem Willen und gesellschaftlichen Zwängen.

Was ist die primäre Zielsetzung der Studie?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Schiller von Shakespeare beeinflussen ließ und ob sich trotz unterschiedlicher dramatischer Grundkonzepte Parallelen in der Monologführung und psychologischen Zeichnung finden lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine detaillierte Text- und Inhaltsanalyse an, bei der primär die Monologe im chronologischen Kontext der jeweiligen Dramen interpretiert und durch Querverweise auf zeitgenössische Forschungsliteratur (wie Borchmeyer oder Clemen) gestützt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden acht prominente Monologe analysiert, unter anderem von Wallenstein und Macbeth, Franz und Richard III, sowie Fiesco, Posa, Elisabeth und Tell, wobei Gemeinsamkeiten in Bildsprache und Struktur herausgearbeitet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind "Wollen" und "Sollen", der ästhetische Schein, das Individuum im Konflikt, die "äußere Veranlassung" und die Funktion des Monologs als Reflexionsraum.

Welche Rolle spielt der Zufall in Schillers Dramen im Vergleich zur Shakespeare-Tradition?

Die Arbeit zeigt auf, dass Helden wie Wallenstein oder Fiesco den Zufall bzw. das Glück (Fortuna) oft gegen ihre Vernunft ins Feld führen, um ihr Handeln zu rechtfertigen, während dies bei Shakespeare oft stärker in ein komplexes, schicksalhaftes Geflecht eingebettet ist.

Wie unterscheidet sich Schillers "Handlungsdrama" von Shakespeares "Charakterdrama"?

Die Autorin legt dar, dass bei Shakespeare der Charakter die Handlung entwickelt, während bei Schiller die Geschichte den Menschen maßgeblich formt und die Handlung einem vorherbestimmten Sinngefüge folgt.

Excerpt out of 112 pages  - scroll top

Details

Title
Monologe bei Schiller und Shakespeare
College
University of Heidelberg
Author
Manuela Kistner (Author)
Publication Year
2006
Pages
112
Catalog Number
V75386
ISBN (eBook)
9783638716703
ISBN (Book)
9783638718707
Language
German
Tags
Monologe Schiller Shakespeare Wilhelm Tell Kabale und Liebe Wallenstein Macbeth Thema Friedrich von Schiller
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Kistner (Author), 2006, Monologe bei Schiller und Shakespeare, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75386
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