Warum sprechen wir heute über eine Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit? Anfang der 90er Jahre stellten Lothar Böhnisch und Richard Münchmeier fest, dass Jugendliche sich verstärkt sozialräumlich orientieren. Für Jugendliche hat der unmittelbare Lebensraum, der Stadtteil, das Viertel, an Bedeutung zugenommen. Im Gegenzug findet ein Bedeutungsverlust von Institutionen, tradierten Rollen und Normen statt. Jugendliche finden kaum noch vorgefertigte Lebensläufe vor, an denen sie sich orientieren können. Das von Böhnisch und Münchmeier benannte Prinzip des „bildungsoptimistischen Lebensentwurfes“ (Böhnisch/Münchmeier 1999, 56ff), der Verzicht im Heute und Jetzt und die Hoffnung durch Bildung, in der Zukunft, bessere soziale und berufliche Chancen zu haben, wird von den Jugendlichen gegen eine Idee der sozialräumlichen Mobilität eingetauscht.
In dieser Arbeit stelle ich Methoden der Sozialräumlichen Konzeptentwicklung für die offene Kinder- und Jugendarbeit vor. Diese Methoden wenden sich vorallem an Kinder und Jugendliche und beteiligen sie an der Konzeptentwicklung ihrer Einrichtung in ihrem Sozialraum.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit..
- 2 Sozialräumliche Konzeptentwicklung
- 2.1 Ziele......
- 2.2 Grundlagen
- 2.3 Kriterien
- 2.4 Ablauf..
- 2.5 Methoden der qualitativen Lebensweltanalyse
- 2.5.1. Grundlagen.
- 2.5.2. Stadtteilbegehung mit Kindern und Jugendlichen
- 2.5.3. Cliquenraster ..
- 3 Zusammenfassung
- 4 Literaturverzeichnis.
- 5 Anhang.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung der Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit und beleuchtet die Methoden und Prozesse der sozialräumlichen Konzeptentwicklung.
- Die wachsende Bedeutung des Sozialraums für Jugendliche und ihre Lebenswelten
- Die Notwendigkeit einer Verschiebung des Blickwinkels von institutionellen zu sozialräumlichen Perspektiven
- Die Rolle qualitativer Lebensweltanalysen in der Konzeptentwicklung
- Methoden zur Analyse der Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen im Sozialraum
- Die Integration von Raumaneignung und Partizipation in die offene Jugendarbeit
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit: Dieses Kapitel analysiert die zunehmende Bedeutung des Sozialraums für Jugendliche und beleuchtet die Veränderungen in ihren Lebenswelten. Es zeigt auf, dass Jugendliche sich zunehmend im unmittelbaren Lebensraum orientieren und die Bedeutung von traditionellen Institutionen und Normen nachlässt. Weiterhin werden die Konzepte der Raumaneignung und der „gefährlichen“ Straße im Kontext der offenen Jugendarbeit diskutiert.
- Kapitel 2: Sozialräumliche Konzeptentwicklung: Dieses Kapitel befasst sich mit dem Prozess der Entwicklung eines sozialräumlichen Konzepts für die offene Jugendarbeit. Es werden verschiedene Ziele und Grundlagen für die Konzeptentwicklung vorgestellt und die Methoden der quantitativen Sozialraumanalyse und der qualitativen Lebensweltanalyse diskutiert.
Schlüsselwörter
Sozialraumorientierung, offene Jugendarbeit, Lebensweltanalyse, Konzeptentwicklung, Raumaneignung, Stadtteilbegehung, Cliquenraster, qualitative Methoden, Jugendhilfe, Sozialraum, Jugendpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Sozialraumorientierung in der Jugendarbeit?
Es ist die Ausrichtung der pädagogischen Arbeit am unmittelbaren Lebensraum der Jugendlichen (Stadtteil, Viertel), da dieser für ihre Identitätsbildung wichtiger geworden ist als traditionelle Institutionen.
Was ist eine Stadtteilbegehung mit Jugendlichen?
Eine Methode der qualitativen Lebensweltanalyse, bei der Kinder und Jugendliche ihren Sozialraum erkunden und bewerten, um Bedarfe für die Konzeptentwicklung aufzuzeigen.
Was ist ein Cliquenraster?
Ein Instrument zur Analyse sozialer Gruppen im Stadtteil, um herauszufinden, welche Jugendgruppen sich wo aufhalten und wie sie den Raum nutzen.
Warum verlieren traditionelle Lebensläufe für Jugendliche an Bedeutung?
Jugendliche finden heute kaum noch vorgefertigte Biografien vor und setzen stattdessen verstärkt auf sozialräumliche Mobilität und individuelle Raumaneignung.
Wie funktioniert partizipative Konzeptentwicklung?
Dabei werden die Zielgruppen (Kinder und Jugendliche) direkt in den Planungsprozess ihrer Einrichtungen einbezogen, indem ihre Perspektiven auf den Sozialraum ernst genommen werden.
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- Eric Schley (Author), 2005, Sozialräumliche Konzeptentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75392