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Sozialräumliche Konzeptentwicklung

Weg und Methode in der offenen Jugendarbeit

Title: Sozialräumliche Konzeptentwicklung

Presentation (Elaboration) , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Eric Schley (Author)

Social Work
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Warum sprechen wir heute über eine Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit? Anfang der 90er Jahre stellten Lothar Böhnisch und Richard Münchmeier fest, dass Jugendliche sich verstärkt sozialräumlich orientieren. Für Jugendliche hat der unmittelbare Lebensraum, der Stadtteil, das Viertel, an Bedeutung zugenommen. Im Gegenzug findet ein Bedeutungsverlust von Institutionen, tradierten Rollen und Normen statt. Jugendliche finden kaum noch vorgefertigte Lebensläufe vor, an denen sie sich orientieren können. Das von Böhnisch und Münchmeier benannte Prinzip des „bildungsoptimistischen Lebensentwurfes“ (Böhnisch/Münchmeier 1999, 56ff), der Verzicht im Heute und Jetzt und die Hoffnung durch Bildung, in der Zukunft, bessere soziale und berufliche Chancen zu haben, wird von den Jugendlichen gegen eine Idee der sozialräumlichen Mobilität eingetauscht.
In dieser Arbeit stelle ich Methoden der Sozialräumlichen Konzeptentwicklung für die offene Kinder- und Jugendarbeit vor. Diese Methoden wenden sich vorallem an Kinder und Jugendliche und beteiligen sie an der Konzeptentwicklung ihrer Einrichtung in ihrem Sozialraum.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit

2 Sozialräumliche Konzeptentwicklung

2.1 Ziele

2.2 Grundlagen

2.3 Kriterien

2.4 Ablauf

2.5 Methoden der qualitativen Lebensweltanalyse

2.5.1. Grundlagen

2.5.2. Stadtteilbegehung mit Kindern und Jugendlichen

2.5.3. Cliquenraster

3 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist es, die Notwendigkeit und den Prozess der sozialräumlichen Konzeptentwicklung in der offenen Jugendarbeit darzulegen, um die Arbeit von einrichtungsbezogenen Strukturen hin zu einer lebensweltorientierten Praxis zu transformieren.

  • Sozialraumorientierung als Antwort auf veränderte Lebenswelten Jugendlicher
  • Methoden der qualitativen Lebensweltanalyse als Instrumente zur Raumaneignung
  • Vom einrichtungsbezogenen Selbstverständnis zur sozialräumlichen Ausrichtung
  • Partizipation und Kooperation im Sozialraum
  • Strukturierte Vorgehensweise bei der Konzeptentwicklung

Auszug aus dem Buch

1 Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit

Warum sprechen wir heute über eine Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit? Anfang der 90er Jahre stellten Lothar Böhnisch und Richard Münchmeier fest, dass Jugendliche sich verstärkt sozialräumlich orientieren. Für Jugendliche hat der unmittelbare Lebensraum, der Stadtteil, das Viertel, an Bedeutung zugenommen. Im Gegenzug findet ein Bedeutungsverlust von Institutionen, tradierten Rollen und Normen statt. Jugendliche finden kaum noch vorgefertigte Lebensläufe vor, an denen sie sich orientieren können. Das von Böhnisch und Münchmeier benannte Prinzip des „bildungsoptimistischen Lebensentwurfes“ (Böhnisch/Münchmeier 1999, 56ff), der Verzicht im Heute und Jetzt und die Hoffnung durch Bildung, in der Zukunft, bessere soziale und berufliche Chancen zu haben, wird von den Jugendlichen gegen eine Idee der sozialräumlichen Mobilität eingetauscht. Der Sozialwissenschaftler Ulrich Beck hat diese gesamtgesellschaftliche Entwicklung in seinem Konzept der Risikogesellschaft beschrieben.

Alexejew Leontjew, sowjetischer Psychologe und Vertreter der kulturhistorischen Schule, stellt die Bedeutung des Raums in seinem „Aneignungskonzept“ ins Zentrum. Für Leontjew ist die Raumaneignung eine tätige Auseinandersetzung des handelnden Subjekts mit der Umwelt, die bereits wesentlich durch menschliche Tätigkeiten geschaffen oder verändert wurde. Klaus Holzkamp hat das Konzept von Leontjew weiterentwickelt. Für ihn steht außer Frage, dass eine erfolgreiche Raumaneignung zu einem Kompetenzzuwachs bei Jugendlichen führen kann. Holzkamp ist Aneignung eine kreative Gestaltung von Räumen und Symbolen. Sie ist Inszenierung im öffentlichen Raum und Veränderung vorgegebener Situationen und Arrangements. Für Ulrich Deinet ist die aktive Erschließung der Lebenswelt, durch Kinder und Jugendliche, ein schöpferischer Prozess. Die Raumaneigung stellt somit einen Gegenentwurf zum Konstrukt der „gefährlichen“ Straße dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit: Das Kapitel erläutert den Wandel der Lebenswelten Jugendlicher und begründet, warum die Hinwendung zum Sozialraum eine notwendige Reaktion der offenen Jugendarbeit darstellt.

2 Sozialräumliche Konzeptentwicklung: Dieser Abschnitt beschreibt systematisch die Ziele, Grundlagen, Kriterien und methodischen Ansätze, wie Einrichtungen ihre Arbeit prozesshaft sozialräumlich neu ausrichten können.

3 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die sozialräumliche Konzeptentwicklung eine Chance bietet, starre Strukturen aufzubrechen und durch eine aktive Einbeziehung der Lebenswelt der Jugendlichen eine wirkungsvollere Praxis zu etablieren.

Schlüsselwörter

Sozialraumorientierung, Offene Jugendarbeit, Konzeptentwicklung, Lebensweltanalyse, Raumaneignung, Partizipation, Jugendkulturen, Stadtteilbegehung, Cliquenraster, Sozialräumliche Mobilität, Aneignungskonzept, Sozialraum, Jugendhilfeplanung, qualitative Feldforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den notwendigen Wandel der offenen Jugendarbeit hin zu einem sozialraumorientierten Ansatz, um den veränderten Lebensumständen von Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Raumaneignung, die Abkehr von rein einrichtungsbezogenen Angeboten und die methodische Erforschung von Lebenswelten im Stadtteil.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Lesern den Weg und die Methoden der sozialräumlichen Konzeptentwicklung aufzuzeigen, damit pädagogische Einrichtungen ihre Arbeit an der Qualität des Sozialraums und den Bedürfnissen der Jugendlichen ausrichten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der qualitativen Lebensweltanalyse nach Ansätzen von Ulrich Deinet und Richard Krisch, die subjektorientierte Feldforschung in den Mittelpunkt stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die notwendigen Ziele, Kriterien und ein konkreter Ablaufplan für eine einjährige Konzeptentwicklung sowie spezifische Erhebungsmethoden wie Stadtteilbegehungen und das Cliquenraster erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialraumorientierung, Lebensweltanalyse, Raumaneignung und offene Jugendarbeit definiert.

Warum ist die Unterscheidung zwischen quantitativer und qualitativer Analyse so wichtig?

Die quantitative Analyse liefert statistische Daten zur Infrastruktur, während die qualitative Lebensweltanalyse das „Verstehen“ der subjektiven Bedeutung von Räumen aus der Sicht der Jugendlichen ermöglicht, was für die pädagogische Praxis entscheidender ist.

Welche Rolle spielt die „kleine Feldforschung“ im Prozess der Konzeptentwicklung?

Sie dient dazu, die pädagogische Arbeit zu bereichern und durch den stetigen Wechsel zwischen Seminareinheiten und Feldforschung die konzeptionelle Arbeit fundiert an der Lebenswelt der Jugendlichen auszurichten.

Warum ist beim Einsatz der Methoden ein verantwortlicher Umgang geboten?

Es besteht die Gefahr des „Herrschaftswissens“. Erlangtes Wissen darf nur für die eigene pädagogische Arbeit genutzt werden, und es dürfen bei den Jugendlichen keine Erwartungen geweckt werden, die die Jugendarbeit später nicht einlösen kann.

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Details

Title
Sozialräumliche Konzeptentwicklung
Subtitle
Weg und Methode in der offenen Jugendarbeit
College
Protestant University of Applied Sciences Dresden
Grade
1,7
Author
Eric Schley (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V75392
ISBN (eBook)
9783638811460
ISBN (Book)
9783638811972
Language
German
Tags
Sozialräumliche Konzeptentwicklung Jugendzentrum Beteiligung Partizipation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eric Schley (Author), 2005, Sozialräumliche Konzeptentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75392
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