Früherkennung ist ein gleichermaßen umfangreiches als auch weitestgehend unausgereiftes Gebiet innerhalb des Controlling. Durch die zunehmende Beachtung des Risikomanagements als ein wirkungsvolles Instrument zur Erkennung von Veränderungen im Unternehmensumfeld, die Chancen oder Bedrohungen darstellen können, rückt die Früherkennung verstärkt in den Blickpunkt des Managements. Gerade in einer Branche wie der Hotellerie, die von weiter zunehmenden Verdrängungswettbewerb und Kostendruck mit steigendem Fixkostenanteilen geprägt ist, kann dieses Controlling-Teilgebiet ein wirkungsvollen Ansatz darstellen, um rechtzeitig Entscheidungen treffen zu können.
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, den derzeitigen Stand in der Hotelbranche bezüglich der kennzahlengestützten operativen Früherkennung als ein Teilgebiet der gesamten Früherkennung zu erarbeiten und mit den in der Literatur vorhandenen theoretischen Grundlagen zu vergleichen. Daraus folgernd sollen Ansätze für eine in der Praxis anwendbare Systematik aufgezeigt werden. Dazu werden zunächst in den nachstehenden Kapiteln die Grundlagen zu den Bereichen Kennzahlen und Kennzahlensysteme (Kapitel 2), der Hotelbranche (Kapitel 3) und der Frühaufklärung als ein Instrument des Controlling (Kapitel 4) dargelegt. Den Schwerpunkt bildet die in Kapitel 5 beschriebene eigenständig durchgeführte Untersuchung in der Hotelbranche. Diese gliedert sich in die beiden Teilbereiche der persönlichen Interviews und einer Fragebogenumfrage. Daraus abgeleitete Ansätze zur operativen Früherkennung werden im darauffolgenden Kapitel erarbeitet. Eine kritische Bewertung dieser Ergebnisse inklusive eines Ausblickes auf die zukünftig mögliche und notwendige Entwicklung wird im Anschluss daran gegeben. Die Diplomarbeit schließt mit einem Fazit, indem der Inhalt die Ergebnisse kurz wiedergegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der Kennzahlen und der Kennzahlensysteme
2.1 Einführende Erläuterungen zu Kennzahlen und Kennzahlensysteme
2.1.1 Arten von Kennzahlen
2.1.2 Zweck, Ermittlung, Auswertung und Darstellung der Kennzahlen
2.1.3 Vergleichsmöglichkeiten durch die Ermittlung von Kennzahlen
2.2 Aufbau und Arten von Kennzahlensystemen
2.2.1 Das DuPont-System of Financial Control
2.2.2 Das ZVEI-Kennzahlensystem
2.2.3 Das Rentabilitäts- und Liquiditätskennzahlensystem
2.2.4 Die Balanced Scorecard
3 Eine einführende Übersicht in die Hotelbranche
3.1 Der Ist-Zustand auf dem deutschen Hotelmarkt
3.2 Die Destination Berlin
3.3 Operative Kennzahlen in der Hotellerie
3.3.1 Kennzahlen im Bereich Logis
3.3.2 Kennzahlen im Bereich Food and Beverage
3.3.3 Kennzahlen im Personalbereich
4 Die Frühaufklärung als ein Instrument des Controlling
4.1 Einführung in das Gebiet Frühaufklärung
4.2 Systeme der Früherkennung
4.2.1 Zielsetzung und Inhalte der operativen Früherkennungssysteme
4.2.2 Aufgaben von operativen Früherkennungssystemen
4.3 Bedeutung der Kennzahlen als Basis der Früherkennung
5 Untersuchung in der Hotelbranche
5.1 Vorgehensweise bei der Datenerhebung
5.2 Deskriptive Darstellung und Auswertung der Datenerhebung
5.2.1 Fragebogenumfrage
5.2.2 Persönlich durchgeführte Interviews
5.3 Einordnung der Untersuchungsergebnisse
6 Früherkennung in der Hotelbranche
6.1 Zusammenführung der bestehenden und der erarbeiteten Ansätze
6.1.1 Branchenneutrale Ansätze im Controlling
6.1.2 Einbezug der Ergebnisse der Untersuchung
6.2 Ableitung einer Früherkennungssystematik für die Hotelbranche
6.3 Bewertung der kennzahlengesteuerten Früherkennung in der Hotellerie
7 Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Diplomarbeit hat das Ziel, den aktuellen Status der kennzahlengestützten operativen Früherkennung innerhalb der Hotelbranche zu erfassen und diese Erkenntnisse mit theoretischen Grundlagen aus der Literatur abzugleichen, um praxisorientierte Systematik-Ansätze abzuleiten.
- Grundlagen von Kennzahlen und Kennzahlensystemen im Controlling
- Strukturelle Analyse und Kennzahlenrelevanz in der Hotellerie
- Systematik der Frühaufklärung und Früherkennung im Unternehmen
- Empirische Untersuchung der Praxis in Berliner Hotelbetrieben
- Herleitung einer Früherkennungssystematik für die Hotellerie
Auszug aus dem Buch
2.1 Einführende Erläuterungen zu Kennzahlen und Kennzahlensysteme
„Ein klassisches Controlling-Instrument stellen Kennzahlen bzw. Kennzahlensysteme dar.“ Der Kennzahlenbegriff hat eine vielseitige Entwicklung durchlaufen. Dabei hat sich in der Wissenschaft ein relativ einheitlicher, allgemein akzeptierter Kennzahlenbegriff herausgearbeitet. „Kennzahlen bezeichnen jene Zahlen, die quantitativ erfassbare Sachverhalte in konzentrierter Form wiedergeben.“ Die wichtigsten Elemente einer Kennzahl sind demnach der Informationscharakter, die Quantifizierbarkeit und die spezifische Form der Information. Diese Messgrößen geben relevante Tatbestände sowie Zusammenhänge in einfacher, verdichteter Form wieder. Dabei ist die Wahl einer korrekt ermittelten Datengrundlage, welche im Hinblick auf die Fragestellung eine urteilsfähige Aussage zulässt, von entscheidender Bedeutung. Bei der Verwendung von Kennzahlen besteht in der Praxis die Frage nach dem Umfang der Kennzahlenermittlung. Einerseits existiert der Anspruch, dass alle Bereiche des Unternehmens abgebildet und analysiert werden. Andererseits besteht die Gefahr, dass eine unüberschaubare Menge von Informationen entsteht. Kennzahlen sollen vor allem als Instrument der Unternehmensführung Managementaufgaben im Bereich der Leistungs-erstellung unterstützen. Der Informationsnutzen ergibt sich nicht durch die Kennzahl an sich, sondern erst durch deren Interpretation. In diesem Zusammenhang muss neben der Qualität der ermittelten Daten auch beachtet werden, dass eine differenzierte Beurteilung zusätzlicher Einflussgrößen während des Interpretationsprozesses zu unterschiedlichen Annahmen der Entscheidungsträger führen kann. Diese unzureichende Objektivität einer Kennzahl zeigt sich vor allem bei zwischenbetrieblichen Vergleichen, ein Teilbereich des so genannten „Benchmarking“. Zusätzlich wird die Interpretation einer Kennzahl dadurch erschwert, dass aufgrund der Verdichtung der Informationen aus ihr nicht ersichtlich ist, wie sich die zugrunde liegenden Größen der Kennzahl verändert haben. Die Problematik der Interpretation belegt die beschränkte Aussagekraft einer einzelnen, für sich betrachteten Kennzahl. Diese lässt die Zusammenhänge, welche sich hinter dem Sachverhalt verbergen, nicht erkennen. Erst der Vergleich der Relationen im Zusammenhang mit anderen Kennzahlen und deren Einbettung in den betrieblichen Gesamtzusammenhang erlaubt eine aussagekräftige Entscheidungsfindung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Früherkennung im Controlling der Hotellerie sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Grundlagen der Kennzahlen und der Kennzahlensysteme: Definition von Kennzahlen und Vorstellung gängiger Kennzahlensysteme wie DuPont, ZVEI, RL-System und Balanced Scorecard.
3 Eine einführende Übersicht in die Hotelbranche: Überblick über den deutschen Hotelmarkt und die spezifischen operativen Kennzahlen in den Bereichen Logis, F&B und Personal.
4 Die Frühaufklärung als ein Instrument des Controlling: Theoretische Einführung in die Frühaufklärung und die verschiedenen Generationen von Früherkennungssystemen.
5 Untersuchung in der Hotelbranche: Beschreibung der empirischen Datenerhebung mittels Interviews und Fragebögen sowie die Auswertung der Ergebnisse.
6 Früherkennung in der Hotelbranche: Synthese der theoretischen Ansätze mit den Untersuchungsergebnissen und Ableitung einer Systematik für die Hotellerie.
7 Ausblick: Zusammenfassendes Fazit zur Anwendbarkeit von Früherkennungssystemen in der Hotelbranche.
Schlüsselwörter
Hotelmanagement, Controlling, Kennzahlen, Kennzahlensysteme, Früherkennung, Frühaufklärung, Hotellerie, Operatives Controlling, Benchmarking, Balanced Scorecard, Umsatz, Personalkosten, Risikomanagement, Unternehmenskrisen, Datenerhebung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Implementierung und Anwendung von kennzahlengesteuerten Systemen zur operativen Früherkennung im Hotelmanagement.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft betriebswirtschaftliche Controlling-Theorien zu Kennzahlen und Früherkennungssystemen mit der spezifischen Marktsituation und Praxis der deutschen Hotellerie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, zu analysieren, inwieweit Hoteliers bereits Kennzahlen für die operative Früherkennung nutzen, und daraus eine praktikable Systematik für die Branche abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine zweigeteilte empirische Untersuchung durch, bestehend aus einer schriftlichen Fragebogenumfrage unter 428 Hotels und persönlich geführten Experteninterviews mit sieben Hotelleitungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Kennzahlensystemen und Früherkennung (Kapitel 2-4) sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der eigenen empirischen Ergebnisse (Kapitel 5-6).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Früherkennung, Kennzahlen, Hotelmanagement, Controlling, Balanced Scorecard und operatives Risikomanagement.
Warum wird die Balanced Scorecard im Zusammenhang mit Früherkennung diskutiert?
Die BSC wird als wertvolles Instrument erachtet, da sie durch ihre Perspektivenvielfalt und Strategieausrichtung eine integrierte Sicht auf Chancen und Risiken ermöglicht, was sie für die Hotellerie besonders attraktiv macht.
Welche Rolle spielt die Datenqualität und -verfügbarkeit in der Hotelpraxis?
Die Arbeit stellt fest, dass zwar hohe Datenmengen in Hotelbetrieben generiert werden, es jedoch häufig am Know-how und der softwareseitigen Unterstützung mangelt, um diese gezielt für eine systematische Früherkennung zu verdichten.
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- Dipl.-Kfm. (FH) Joachim Ollhoff (Author), 2006, Einsatzmöglichkeiten der kennzahlengesteuerten Früherkennung im Hotelmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75407