„Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muss durch ihren Kopf hindurch; aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab. “ Diese Erkenntnis machte schon Friedrich Engels.
In dieser Referatsausarbeitung beschäftigen wir, Marion Brelage, Silvia Kramer und Lydia Plagge, uns mit der Motivation zum und beim Schreiben. Um es mit den Worten Engels auszudrücken: Alles, was die Schüler zum Schreiben in Bewegung setzt und hält, muss durch ihren Kopf hindurch; aber welche Gestalt es in ihrem Kopf und anschießend auf dem Papier annimmt, hängt stark von den äußeren und inneren Umständen ab.
Zunächst betrachten wir exemplarisch die neuen Erkenntnisse der modernen Schreibforschung und die Möglichkeit eines schreiberdifferenzierten Unterrichts bevor wir einige Anregungen nennen, die die Motivation fördern und aufrechterhalten.
Anschießend erläutern wir drei Unterrichtsmodelle, in denen die Schreibmotivation anhand verschiedener Methoden etc. berücksichtigt wird.
Gliederung
1. Einleitung
2. Schreibmotivation
2.1 Ausgangslage der Überlegungen
2.2 Beständige Motivation
2.3 Schreiberdifferenzierter Unterricht
2.3.1 Unterschiedliche Befähigungen
2.3.2 Unterschiedliche Selbstbewertung
2.3.3 Abweichungen hinsichtlich der Orientierung
2.3.4 Unterschiedliche Wissensbestände
2.3.5 Geschlechtsspezifische Differenzen
2.3.6 Soziokulturelle Differenzen
2.4 Mögliche Anregungen
2.4.1 Gestaltung der Schreibsituation und von Schreibgelegenheiten
2.4.2 Duale Motivation: Schreibmotivation und Motivation bei Schwierigkeiten
2.4.3 Interessenweckung
3. Stationenbetrieb
3.1 Kurzer Überblick über die Schreibentwicklung
3.2 Der Stationenbetrieb
3.2.1 Begründung der Methode
3.2.2 Die Vorgehensweise
3.2.3 Vor- und Nachteile der Methode
3.3 Der Unterricht
3.3.1 Unterrichtsentwurf in tabellarischer Form
3.3.2 Lernziele
3.3.3 Der Unterrichtsverlauf
4. Schreibkonferenz
4.1 Differenzierung des Schreibunterrichts
4.2 Methode des prozessorientierten Schreibunterrichts: Schreibkonferenz
4.2.1 Die Idee
4.2.2 Verlauf
4.2.3 Vorteile und Nachteile
4.2.4 Moderner Schreibunterricht
4.3 Unterrichtsvorschlag
4.3.1 Lernziele
4.3.2 Tabellarische Übersicht zum Stundenablauf: Schreibkonferenz
4.3.3 Unterrichtsverlauf
5. Schreibjournal
5.1 Einleitung
5.2 Geschichtlicher Hintergrund des Portfolios
5.3 Ein Schreibjournal zum Buch: „Schachnovelle“ von Stefan Zweig
5.3.1 Einordnung in den Stoffplan
5.3.2 Begründung der Arbeit mit dem Schreibjournal
5.3.3 Unterrichtsentwurf
5.4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die die Motivation von Schülern zum Schreiben beeinflussen, und präsentiert praxisorientierte Unterrichtsmodelle, um den Schreibunterricht motivierender zu gestalten und individuelle Lernprozesse zu fördern.
- Grundlagen der Motivationsforschung im Kontext des Schreibens
- Konzept des schreiberdifferenzierten Unterrichts
- Methodik des Stationenbetriebs zur Isolierung von Schwierigkeiten
- Anwendung der Schreibkonferenz als prozessorientierte Methode
- Einsatz von Schreibjournalen/Portfolios am Beispiel der „Schachnovelle“
Auszug aus dem Buch
2.1 Ausgangslage der Überlegungen
Bei den folgenden Ausführungen beziehen wir uns schwerpunktmäßig auf den Basisartikel aus Praxis Deutsch, Heft Nr. 149: „Zum Schreiben motivieren – das Schreiben unterstützen“ von Jürgen Baurmann und Astrid Müller. Grundlage der Überlegung ist die Tatsache, dass das verfassen von Texten von drei wesentlichen Faktoren abhängig ist: emotionale, motivationale und volitive Faktoren.
Bei emotionalen Faktoren handelt es sich um die Gefühle des Schülers. Der Schüler sollte sich in seiner Schreibumgebung möglichst wohl und ungezwungen fühlen. Die motivationalen Faktoren beschreiben den „inneren Antrieb (eines Schreibers), ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder eine bestimmte Tätigkeit auszuführen“. Wichtig ist, dass der innere Antrieb nicht aufgrund von Ansprüche einer anderen Person hervorgerufen wird. Er muss dem eigenen Willen des Schreibers entsprechen. Die volitiven Faktoren letztlich bezeichnen den Willen eines Schreibers sich anzustrengen. Dieser Faktor wird maßgeblich von einer Über- bzw. Unterforderung beeinflusst. Die neueren Ergebnisse der Motivationsforschung zeigen, dass bei bestmöglicher Einhaltung dieser Faktoren die besten Lösungen erreicht werden können. Die drei Faktoren sind also Grundlage für jeden gelungenen Schreibprozess.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Bedeutung individueller Voraussetzungen und Umstände für den Schreibprozess und umreißt den Fokus der Arbeit auf Motivation und Unterrichtsmethoden.
2. Schreibmotivation: Dieses Kapitel analysiert theoretische Grundlagen der Schreibmotivation sowie die Relevanz eines schreiberdifferenzierten Unterrichts, der auf emotionale, motivationale und volitive Faktoren eingeht.
3. Stationenbetrieb: Hier wird der Stationenbetrieb als Methode zur Isolierung von Schwierigkeiten erläutert, inklusive eines konkreten Unterrichtsentwurfs zur Schreibmotivation.
4. Schreibkonferenz: Dieses Kapitel beschreibt die Schreibkonferenz als prozessorientierte Methode, die durch den Austausch unter Gleichaltrigen das Überarbeiten von Texten und die Schreibfreude fördern soll.
5. Schreibjournal: Abschließend wird das Portfolio-Konzept (Schreibjournal) am Beispiel der „Schachnovelle“ von Stefan Zweig als Modell für selbstorganisiertes Lernen vorgestellt.
Schlüsselwörter
Schreibmotivation, Schreibforschung, Schreibdidaktik, schreiberdifferenzierter Unterricht, Stationenbetrieb, Schreibkonferenz, Prozessorientierung, Portfolioarbeit, Schreibjournal, Schachnovelle, Motivationsforschung, Unterrichtsmodell, Lernprozesse, Schreibprozess, Binnendifferenzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Motivation von Schülern im Deutschunterricht, insbesondere im Hinblick auf den Schreibprozess. Es werden Ursachen für Motivationsprobleme analysiert und Lösungsansätze für einen attraktiveren Unterricht aufgezeigt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die moderne Schreibforschung, der schreiberdifferenzierte Unterricht, verschiedene Unterrichtsmethoden (Stationenbetrieb, Schreibkonferenz) sowie die Arbeit mit Portfolios (Schreibjournal).
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Lesern (Lehrkräften) aufzuzeigen, wie Schreibmotivation gefördert werden kann, um Schülern den Weg zu einem selbstständigen und freudvollen Schreiben zu ebnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch aktuelle Fachliteratur der Schreibdidaktik, ergänzt um konkrete, exemplarische Unterrichtsentwürfe und methodische Konzepte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zur Schreibmotivation und stellt drei spezifische Unterrichtsmodelle vor: Stationenbetrieb, Schreibkonferenz und den Einsatz von Schreibjournalen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Schreibmotivation, schreiberdifferenzierter Unterricht, Prozessorientierung sowie die vorgestellten spezifischen Methoden wie Schreibkonferenz und Portfolioarbeit.
Wie hilft der Stationenbetrieb bei Schreibschwierigkeiten?
Der Stationenbetrieb nutzt das „Prinzip der Isolierung der Schwierigkeiten“. Komplexe Aufgaben werden in überschaubare Teilschritte zerlegt, was den Schülern hilft, Probleme gezielt zu erkennen und Lösungen zu finden, ohne überfordert zu werden.
Warum ist die Arbeit mit einem Schreibjournal zur „Schachnovelle“ besonders?
Die Arbeit mit dem Schreibjournal kombiniert einen Pflichtteil (Sachthemen) mit einer „Kür“ (eigene Themenwahl). Dies ermöglicht Schülern, im Sinne des differenzierten Unterrichts Verantwortung für ihren eigenen Schreibprozess zu übernehmen und diesen im Nachwort zu reflektieren.
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- Lydia Plagge (Author), Marion Brelage (Author), Silvia Kramer (Author), 2006, Schreibmotivation. Theorie und Anwendung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75425