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Zum Stand des Parteiensystems in Ostdeutschland

Title: Zum Stand des Parteiensystems in Ostdeutschland

Thesis (M.A.) , 2007 , 130 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Carsten Socke (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Ziel der Arbeit soll ist es, das ostdeutsche Parteiensystem genauer zu betrachten und seine markanten Eigenschaften herauszuarbeiten. Zunächst ist es daher wichtig, eine theoretische Grundlage zu schaffen, indem die zentralen Begrifflichkeiten in einem theoretischen Teil geklärt werden. Dabei wird zunächst natürlich der Begriff der Partei im Mittelpunkt der Analyse stehen. Erst durch die genaue Kenntnis seiner Bedeutung ist es möglich, sich dem zentralen Begriff des Parteiensystems zu nähern. Parteiensysteme besitzen bestimmte Eigenschaften, anhand derer sie sich unterscheiden lassen. Diese Parteisystemeigenschaften werden im zweiten Abschnitt des theoretischen Teils genauer vorgestellt und operationalisiert. Anhand der im Verlaufe der Arbeit herauszuarbeitenden Parteiensystemeigenschaften wird so ein Analyseraster erstellt, mit dessen Hilfe das ostdeutsche Parteiensystem untersucht werden soll.
In diesem Zusammenhang bietet sich ein Vergleich mit dem Parteiensystem der alten Bundesländer an, da sie sozusagen das natürliche Referenzsystem bilden. Erst durch diesen Vergleich lassen sich die Ergebnisse vernünftig einordnen. Der Vergleich wird sich auf die zuvor erarbeiteten Parteisystemeigenschaften beziehen und sowohl elektorale als auch parlamentarische Unterschiede betreffen. Datengrundlage der Gegenüberstellung bilden dabei hauptsächlich Wahlergebnisse, da sich an ihnen die Kräfteverhältnisse in Parteiensystemen gut ablesen lassen. Allerdings darf sich eine Analyse solcher Systeme nicht nur auf die Auswertung von Kräfteverhältnissen beschränken. Genauso wichtig scheinen die inhaltlichen Unterschiede zwischen den Parteien zu sein. Diese werden im Unterpunkt zur Polarisierung besondere Beachtung finden. Darüber hinaus müssen natürlich auch die Parteien, als tragende Elemente des Parteiensystems, und vor allem ihre strukturelle Lage Beachtung finden. Eine solche Analyse wird den Abschluss des Vergleiches zwischen den neuen und den alten Ländern bilden.
Im Anschluss an den umfangreichen Ost/West-Vergleich folgt ein Abschnitt, in dem die regionalen Unterschiede im ostdeutschen Parteiensystem beleuchtet werden. Dies erscheint wichtig, da zu vermuten ist, dass es sich beim Parteiensystem im Osten nicht um eine ‚homogene Masse’, sondern vielmehr um ein ausdifferenziertes System mit regionalen Unterschieden handelt.
Im abschließenden Teil, in dem Resümee gezogen und ein Ausblick gewagt wird, soll dann versucht werden, die bereits erwähnten Fragen zu beantworten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Methodik

1.3. Forschungsstand

II. Theoretische Grundlagen

1. Partei

1.1. Begriffsklärung

1.2. Rechtliche Stellung

1.2.1. Grundgesetz

1.2.2. Parteiengesetz

1.3. Parteientypologisierungen

2. Parteiensystem

2.1. Begriffsklärung

2.2. Systemtheoretische Einordnung

2.3. Parteiensystemeigenschaften als Aspekte der Unterscheidung

2.3.1. Format

2.3.2. Fragmentierung, Asymmetrie, Volatilität

2.3.3. Polarisierung, Segmentierung

III. Das ostdeutsche Parteiensystem im Vergleich

1. Anzahl der Akteure (Format)

2. Elektorale Unterscheidungen

2.1. Fragmentierung

2.2. Asymmetrie

2.2.1. SPD-CDU-Asymmetrie

2.2.2. Asymmetrie der Koalitionsblöcke

2.2.3. Links-Rechts-Asymmetrie

2.3. Volatilität im Vergleich

3. Inhaltliche Unterscheidungen

3.1. Polarisierung

3.1.1. Historischer Exkurs

3.1.2. Polarisierung im Vergleich

3.1.2.1. Ideologische Selbsteinstufung (Links-Rechts)

3.1.2.2. Verortung auf der sozio-ökonomischen Konfliktdimension

3.1.2.3. Verortung auf der politisch-kulturellen Konfliktdimension

3.2. Segmentierung

3.2.1. Segmentierung auf Bundesebene

3.2.2. Segmentierung in den alten Ländern

3.2.3. Segmentierung in den neuen Ländern

4. Situation der Parteien in den neuen Ländern

4.1. Strukturelle Schwäche der ostdeutschen Parteien

4.2. Folgen dieser Schwächen

IV. Regionale Differenziertheit des ostdeutschen Parteiensystems

1. Parlamentsparteien

2. Regionale Unterschiede im Wahlverhalten Ostdeutschlands

2.1. Bundestagswahlen in Ostdeutschland

2.2. Landtagswahlen in Ostdeutschland

3. Kennzahlen der ostdeutschen Landesparteiensysteme

V. Resümee & Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, einen aktuellen wissenschaftlichen Stand des Parteiensystems in Ostdeutschland zu vermitteln. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Entwicklung seit der Wiedervereinigung sowie der Identifikation der heutigen Hauptmerkmale des ostdeutschen Parteiensystems, um Rückschlüsse auf künftige Entwicklungen ziehen zu können.

  • Analyse der strukturellen Schwäche ostdeutscher Parteien und deren Auswirkungen.
  • Vergleichende Untersuchung des Parteiensystems zwischen Ost- und Westdeutschland.
  • Untersuchung der regionalen Differenziertheit innerhalb Ostdeutschlands.
  • Anwendung des Analyserasters nach Oskar Niedermayer zur Bewertung der Parteiensystemeigenschaften.
  • Auswertung von Wahlergebnissen und Parteimitgliedschaftsdaten zur Bestimmung von Fragmentierung, Volatilität und Segmentierung.

Auszug aus dem Buch

1.1. Problemstellung

Mit der politischen Wende in der DDR im Jahre 1989 erwachte die ostdeutsche Parteienlandschaft aus einer Art ‚Schockstarre’, in der sie sich rund 56 Jahre befunden hatte. In diesem Zeitraum sorgten zunächst die Nationalsozialisten mit ihrem Einparteiensystem und später das SED-Regime mit ihrem gleichgeschalteten Blockparteiensystem oder auch nichtkompetitiven Hegemonialsystem dafür, dass ein demokratischer Wettbewerb unter den politischen Parteien, wie wir ihn von heute kennen, nicht stattfinden konnte. Die ostdeutsche Bevölkerung kannte folglich über ein halbes Jahrhundert lang nur starre Parteiensysteme, die von dem jeweiligen Regime kontrolliert wurden. Mit dem Zusammenbruch der DDR änderte sich dies schlagartig. Im Herbst 1989 bekam das bis dahin starre politische System der DDR eine ungeahnte Dynamik.

Mit der Entstehung von Bürgerbewegungen wie dem ‚Neuen Forum’ und ‚Demokratie Jetzt’ oder der Neugründung der Sozialdemokratischen Partei SDP am 7. Oktober 1989 kam Bewegung in das bewegungslose Parteiensystem der DDR. Sehr schnell wandelte sich das quasi Einparteiensystem der DDR in ein Mehrparteiensystem, welches durch die Wahl am 18. März 1990 auch in der Volkskammer sichtbar wurde.

Eine weitere Beschleunigung dieser Entwicklung wurde dem ostdeutschen Parteiensystem durch die Wiedervereinigung zuteil. Diese Vereinigung war allumfassend politisch, ökonomisch, gesellschaftlich und machte natürlich auch vor dem Parteiensystem nicht halt. Innerhalb kürzester Zeit verabschiedete sich die ehemalige DDR von ihrem vierzig Jahre lang gepflegten Parteiensystem, in dem der Führungsanspruch der SED unbestritten war, und übernahm, nach zahlreichen Vereinigungen der Westparteien mit ihren ostdeutschen ‚Schwesterparteien’, das Parteiensystem der BRD. Schnell übernahmen die etablierten Parteien des Westens die Führungsrolle im politischen Meinungsbildungsprozess, der in der Praxis bald ähnlich ablief, wie dies im ‚Referenzsystem Bundesrepublik’ der Fall war.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Ausgangslage der ostdeutschen Parteienlandschaft ein und formuliert das Ziel der Arbeit, den aktuellen Zustand und die Merkmale des ostdeutschen Parteiensystems zu bestimmen.

II. Theoretische Grundlagen: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten von Partei und Parteiensystem geklärt sowie ein theoretisches Analyseraster entwickelt, das für die Untersuchung der Parteiensystemeigenschaften grundlegend ist.

III. Das ostdeutsche Parteiensystem im Vergleich: In diesem Hauptteil wird das ostdeutsche Parteiensystem anhand des zuvor entwickelten Analyserasters elektoral und inhaltlich mit dem gesamtdeutschen und westdeutschen System verglichen.

IV. Regionale Differenziertheit des ostdeutschen Parteiensystems: Dieses Kapitel beleuchtet die Unterschiede zwischen den einzelnen ostdeutschen Bundesländern und widerlegt die Annahme eines vollkommen homogenen ostdeutschen Parteiensystems.

V. Resümee & Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Stabilität und Entwicklung des Parteiensystems unter Berücksichtigung der strukturellen Schwächen der Parteien.

Schlüsselwörter

Ostdeutschland, Parteiensystem, Parteienlandschaft, Transformation, Wiedervereinigung, Parteientypologie, Fragmentierung, Asymmetrie, Volatilität, Polarisierung, Segmentierung, Mitgliederentwicklung, Strukturwandel, Wahlverhalten, Parteiendemokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Stand und die Entwicklung des Parteiensystems in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung und arbeitet dessen spezifische Merkmale im Vergleich zum westdeutschen Parteiensystem heraus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die strukturelle Lage der Parteien, elektorale Muster wie Fragmentierung und Volatilität sowie inhaltliche Distanzen zwischen Parteien (Polarisierung und Segmentierung).

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit möchte einen aktuellen Stand des ostdeutschen Parteiensystems vermitteln und die Frage beantworten, wie sich dieses in den letzten sechzehn Jahren entwickelt hat und welche Hauptmerkmale es heute prägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?

Es wird ein systemtheoretisch begründetes Analyseraster verwendet, um quantitative (elektorale) und qualitative (inhaltliche) Parteiensystemeigenschaften zu operationalisieren und mittels Längsschnittanalysen sowie Wahldaten zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen Ost/West-Vergleich auf Grundlage verschiedener Kennziffern und eine detaillierte Betrachtung der regionalen Unterschiede innerhalb der ostdeutschen Bundesländer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Transformation, Parteiensystem, Ostdeutschland, Fragmentierung, Volatilität, Polarisierung, Segmentierung und Parteienidentifikation.

Welche Bedeutung hat die Partei "Die Linke" (ehemals Linkspartei.PDS) für die Analyse?

Die Arbeit identifiziert die starke Präsenz der Linkspartei.PDS als einen der zentralen Unterschiede zwischen dem ost- und westdeutschen Parteiensystem, da sie im Osten als Volkspartei agiert, während sie im Westen kaum Fuß fassen konnte.

Wie bewertet die Arbeit die "strukturelle Schwäche" der Parteien im Osten?

Diese wird als zentrales Merkmal identifiziert, das sich durch geringe Mitgliederzahlen, Überalterung und finanzielle Abhängigkeit von Bundesparteien äußert, was das Parteiensystem fragil erscheinen lässt.

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Details

Title
Zum Stand des Parteiensystems in Ostdeutschland
College
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Grade
2,0
Author
Carsten Socke (Author)
Publication Year
2007
Pages
130
Catalog Number
V75440
ISBN (eBook)
9783638712576
ISBN (Book)
9783638714556
Language
German
Tags
Stand Parteiensystems Ostdeutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Socke (Author), 2007, Zum Stand des Parteiensystems in Ostdeutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75440
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