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Krankenhausmanagement - Paradigmenwechsel in der Krankenhausfinanzierung

Titel: Krankenhausmanagement - Paradigmenwechsel in der Krankenhausfinanzierung

Seminararbeit , 2006 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Robert Schwanitz (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das deutsche Gesundheitssystem gilt allgemein als reformbedürftig. Gerade jetzt in diesen Tagen nimmt die große Koalition Anlauf, um erneut eine Reform auf den Weg zu bringen. Dabei ist es bemerkenswert, wie viele Versuche es in den vergangenen Jahrzehnten seitens deutscher Regierungen gegeben, und wie re-sistent sich das deutsche Gesundheitssystem v.a. gegenüber den Versuchen zur Kostenreduzierung erwiesen hat. Allein in den letzten 35 Jahren nahmen die Kosten im Gesundheitswesen um 1005% zu, während das Bruttoinlandsprodukt nur um 538% stieg. Gleichzeitig fiel der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im gleichen Zeitraum von 28,2 auf 26,1 Millionen (vgl. Spiegel Nr. 27, 19). Diese Zahlen verdeutlichen die Misere des deutschen Gesundheitssystems. Bei steigenden Kosten bricht die wichtigste Einnahmebasis der Gesetzlichen Krankernversicherung weg. Gleichzeitig wird unsere Bevölkerung im Durchschnitt älter und beansprucht immer teurere Leistungen einer moderner werdenden Medi-zin.
Der Fokus dieser Arbeit ist es aber nicht, das Gesundheitssystem, seine Ausgaben und Akteure in Gänze zu analysieren. Im Mittelpunkt soll hier nur ein Akteur stehen: die Institution Krankenhaus. Die Krankenhäuser sehen sich in den letzten Jahren verstärktem Druck ausgesetzt, der sie dazu zwingt, Strukturen und Pro-zesse an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Dieser Druck ist nicht das Resultat einer strukturellen Veränderung des Gesundheitssystems, sondern viel-mehr der Versuche zur Kostendämpfung im bestehenden System. Die Finanzie-rung der Institution Krankenhaus wird vor völlig neue Herausforderungen gestellt. Die Einführung von Fallpauschalen, den so genannten Diagnosis Related Groups , zum Jahresbeginn 2003 stellt hier zweifellos die größte Veränderung dar. Gab es im Vorhinein speziell in den 90er Jahren eher zaghafte Versuche die Krankenhausfinanzierung zu reformieren, so steht das Fallpauschalengesetz vom 23.4.2002 für einen Paradigmenwechsel in diesem Bereich und für einen ersten strukturellen Eingriff in das seit 1972 bestehende System.


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Krankenhausfinanzierung in Deutschland

1.1 Das System der dualen Finanzierung

1.2 Die bisherigen Versuche der Kostendämpfung

1.3 Das System der DRGs

1.4 Grundzüge und Begrifflichkeiten des DRG Systems

2. Praxisbeispiel: Die Implantation von ICDs

2.1 Was sind ICDs?

2.2 Kosten: ICD-Implantation vor und nach der DRG-Einführung

2.3 Aufgetretene Organisationsdefizite

2.3.1 Intern: Die OP-Planung

2.3.2 Intern: Prä-operative Maßnahmen

2.3.3 Extern: Zulieferer

3. Management-Ansätze

3.1 Schnittstellenübergreifende Kooperation und Standardisierung

3.2 Moderne Informationssysteme

3.3 Gezielte Personalentwicklung und Teamfähigkeit

3.4 Kooperative Produktentwicklung

3.5 Fazit: Management-Ansätze

4. DRGs: Die Ökonomisierung der Medizin?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert den durch die Einführung von Diagnosis Related Groups (DRGs) ausgelösten Paradigmenwechsel in der Krankenhausfinanzierung und die daraus resultierenden Anforderungen an das Krankenhausmanagement.

  • Struktur des dualen Krankenhausfinanzierungssystems
  • Entwicklung des DRG-Abrechnungssystems
  • Analyse des Praxisbeispiels der ICD-Implantation
  • Optimierungspotenziale in der OP-Planung und Prozessgestaltung
  • Management-Strategien für effizientere stationäre Abläufe

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Intern: Die OP-Planung

Als ein gravierender Einflussfaktor erweist sich die OP-Planung. Wie konsequent der einmal angesetzte Termin eingehalten wird, hat große Auswirkungen auf den gesamten Prozess. Wird ein OP-Termin abgesetzt, so führt dies zu einer Kettenreaktion. Die Verweildauer des Patienten verlängert sich, der Zulieferer muss ggf. einen neuen Termin für das Servicepersonal ansetzen etc.. Die Termindisziplin in den teilnehmenden Häusern variierte erheblich. Bei Krankenhäusern mit häufigeren Absetzungen lag die Quote bei bis zu 16%. Mehrkosten im vierstelligen Bereich waren keine Ausnahme (vgl. Bandemer/Hübner, 32).

Die Lösung scheint hier auf der Hand zu liegen, allerdings ist die Terminvergabe für OPs keineswegs ein standardisiertes Verfahren und variierte erheblich von Haus zu Haus. Dabei zeigte sich, dass die OP-Terminvergabe schon vor der eigentlichen Aufnahme des Patienten am zweckmäßigsten ist und so die größte Wahrscheinlichkeit der Einhaltung des Termins besteht. Einige Häuser vergaben die Termine erst, als der Patient schon auf Station lag, was zu größeren Abstimmungsproblemen und häufigeren Absetzungen führte.

Des Weiteren gab es Unterschiede bei der fachbezogenen OP-Verfügbarkeit. Hatten die im Fall von ICDs operierenden Kardiologen eigene OP-Räumlichkeiten zur Verfügung und mussten diese nicht mit z.B. den Chirurgen teilen, so wirkte sich dies positiv aus (vgl. Bandemer/Hübner, 34).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Reformbedürftigkeit des deutschen Gesundheitssystems und den Paradigmenwechsel durch die Einführung der DRGs.

1. Krankenhausfinanzierung in Deutschland: Erläuterung des dualen Finanzierungssystems und der Historie der Kostendämpfungsversuche bis hin zur DRG-Einführung.

2. Praxisbeispiel: Die Implantation von ICDs: Detaillierte Untersuchung des ICD-Implantationsprozesses, der Kostenunterschiede vor/nach der DRG-Einführung und identifizierter Organisationsdefizite.

3. Management-Ansätze: Vorstellung von Strategien zur Optimierung interner Abläufe, wie Prozessstandardisierung und verbesserte Informationssysteme.

4. DRGs: Die Ökonomisierung der Medizin?: Kritische Reflexion der Auswirkungen von DRGs auf die medizinische Praxis und die zunehmende Bürokratisierung.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der finanziellen Rahmenbedingungen und Ausblick auf künftige Entwicklungen im Krankenhaussektor.

Schlüsselwörter

Krankenhausfinanzierung, DRG, Fallpauschalen, Krankenhausmanagement, duales Finanzierungssystem, ICD, Prozessoptimierung, Gesundheitsreform, Verweildauer, Ökonomisierung, Patientenpfade, OP-Planung, Kostendämpfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung in Deutschland von tagesgleichen Pflegesätzen auf das DRG-System und untersucht die Konsequenzen für die Klinikverwaltung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Finanzierungshistorie, den operativen Herausforderungen bei ICD-Implantationen und modernen Management-Ansätzen zur Steigerung der Effizienz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine Praxisanalyse aufzuzeigen, wie Krankenhäuser ihre internen Prozesse an den durch DRGs erzeugten Kostendruck anpassen können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse sowie ein Praxisbeispiel zur Illustration von Organisationsdefiziten und Lösungsstrategien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Systematik der DRG-Berechnung, dokumentiert konkrete Defizite in der OP-Planung und leitet daraus notwendige Management-Strategien ab.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Krankenhausfinanzierung, DRG, ICD-Implantation, Prozessoptimierung und Ökonomisierung der Medizin sind die maßgeblichen Begriffe.

Warum ist das Beispiel der ICD-Implantation für die Analyse so gut geeignet?

Das Beispiel erlaubt einen detaillierten Einblick in den klinischen Alltag, da die Prozesse rund um die OP-Planung, Zulieferer und Diagnostik exemplarisch für die Herausforderungen der DRG-Umsetzung stehen.

Welche Rolle spielt die Kommunikation mit Zulieferern?

Die Arbeit verdeutlicht, dass eine rein preisorientierte Kommunikation nicht ausreicht; vielmehr müssen operative Schnittstellen wie Terminierung und Serviceleistung standardisiert werden.

Wie bewertet der Autor den Ausblick für die Krankenhäuser?

Der Autor sieht eine große Herausforderung in der notwendigen strukturellen Anpassung, betont jedoch, dass dies auch Chancen für eine interne Effizienzsteigerung bietet.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Krankenhausmanagement - Paradigmenwechsel in der Krankenhausfinanzierung
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaft)
Veranstaltung
Gesundheitswirtschaft
Note
1,3
Autor
Robert Schwanitz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V75457
ISBN (eBook)
9783638808484
ISBN (Buch)
9783638810746
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krankenhausmanagement Paradigmenwechsel Krankenhausfinanzierung Gesundheitswirtschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Robert Schwanitz (Autor:in), 2006, Krankenhausmanagement - Paradigmenwechsel in der Krankenhausfinanzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75457
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Leseprobe aus  21  Seiten
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