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Die motorische Entwicklung des Kindes

Title: Die motorische Entwicklung des Kindes

Seminar Paper , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susann Sulzbach (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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„Kinder und Uhren dürfen nicht beständig aufgezogen werden. Man muss sie auch gehen lassen.“ Dieses Zitat Erich Kästners kann meiner Ansicht nach an Trefflichkeit kaum gesteigert werden. Mit „gehen lassen“ bezog er sich sicherlich auf allgemeine Freiheiten, die man Kindern in der Erziehung einfach gewähren muss, um sie zum eigenständigen Zurechtfinden in der Welt zu befähigen. Doch „gehen lassen“ lässt sich auch im Kontext der motorischen Entwicklung des Kindes verstehen, denn der Fortgang der Motorik von der vorgeburtlichen Zeit bis in die Vorschulphase – dem Zeitraum der kindlichen Entwicklung, mit dem ich mich in dieser Arbeit auseinandergesetzt habe – kann individueller nicht sein. „Gehen lassen“ appelliert an die Toleranz und Nachsicht der Eltern, ihre Kinder in Bezug auf den Verlauf der motorischen Entfaltung weder zu hindern noch zu drängen, und hin und wieder einige Eigenheiten zu akzeptieren. Denn gerade diese zeichnen das Kind in seiner Entwicklung als ganz besondere Persönlichkeit aus.

In meiner Arbeit habe ich mich im ersten Kapitel um die Klärung grundlegender Begrifflichkeiten bemüht, im zweiten Abschnitt gehe ich auf die einzelnen Phasen der kindlichen Motorikentwicklung ein. Dabei begrenze ich mich auf die oben angeführte Zeitspanne, und schließe mit dem Punkt der Einschulung, also dem Moment, an dem der Grund- oder Förderschullehrer eintritt.

Es erscheint mir als zukünftige Förderpädagogin besonders wichtig, nicht nur den unter anderem motorischen Entwicklungsstand der mir anvertrauten Kinder zu kennen, sondern darüber hinaus eine gewisse Vorstellung von dem bereits stattgefundenen Ablauf der frühkindlichen Entwicklung zu haben, um bestimmte unzureichend ausgeprägte Fähigkeiten oder Retardierungen besser verstehen zu können. Das dritte Kapitel greift individuelle Eigentümlichkeiten auf, und ich äußere mich in Ansätzen zu Ursachenhypothesen und verbreiteten Annahmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Einführung

2.1 Motorik

2.2 Motorische Entwicklung

2.3 Entwicklung

2.3.1 Reifung

2.3.2 Wachstum

2.3.3 Lernen

2.3.4 Sozialisation

3 Die motorische Entwicklung des Kindes

3.1 Pränatale Phase

3.2 Neugeborenenalter

3.3 Prinzipien der Differenzierung und Integration im Säuglings- und Kleinkindalter

3.4 Säuglingsalter

3.5 Kleinkindalter

3.6 Vorschulalter

4 Motorische Entwicklung unter dem Aspekt der Individualität

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der motorischen Entwicklung von Kindern von der pränatalen Phase bis zum Schuleintritt. Dabei liegt der Fokus darauf, grundlegende Begriffe zu definieren, die verschiedenen Entwicklungsphasen zu beschreiben und den Einfluss individueller sowie umweltbedingter Faktoren auf den motorischen Fortschritt zu analysieren.

  • Grundlagen der Motorik und motorischen Entwicklung
  • Einflussfaktoren wie Reifung, Wachstum, Lernen und Sozialisation
  • Chronologische Phasen der kindlichen Motorik
  • Prinzipien der Differenzierung und Integration
  • Individualität und Umwelteinflüsse in der Entwicklung

Auszug aus dem Buch

3.1 Pränatale Phase

Auch wenn in der Fachliteratur die Beschreibung der motorischen Entwicklung fast ausschließlich im postnatalen Zeitraum ansetzt, so gehören auch die Bewegungen im Mutterleib zum Verlauf dieser Entwicklung.

Die pränatale Phase unterliegt ebenfalls einer Einteilung. In der 1. und 2. Schwangerschaftswoche spricht man vom Stadium der Ovum, die 3. bis 16. Woche wird als Embryonalzeit bezeichnet. Ab der 11. Woche kann man vom Kind auch als Fötus sprechen.

Bereits ab dem 17. Schwangerschaftstag sind Ansätze neuronaler Zellen belegbar. In der 3. Woche ist erstmals der Herzschlag messbar. Ab der 5. Woche erfolgt die strukturelle und somit funktionsfähige Anordnung von Muskelzellen, so dass sich das Kind ab der 6. Schwangerschaftswoche zu bewegen beginnt. Zum gleichen Zeitpunkt ist das Auslösen von Reflexen im Kopfbereich möglich; wird die Gesichtshaut berührt, so beugt der Fötus seinen Kopf und den Rumpf. Nach 8 Wochen kann das Ungeborene Rumpf und Gliedmaßen spontan bewegen, und auch der Saugreflex äußert sich durch Daumenlutschen. Zur Reflexauslösung bei der Berührung der Fußsohle und der Handinnenfläche kommt es während der 11. Entwicklungswoche. Außerdem ist das Kind zu Streckbewegungen von Kopf und Rumpf in der Lage. In der darauffolgenden Woche, also nach 3 Monaten im Mutterleib, sind Augenbewegungen hinter den noch geschlossenen Augenlidern, kurze Zeit später sogar schon Blinzelreaktionen nachweisbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorwort: Die Autorin erläutert ihre Motivation für die Themenwahl und betont die Bedeutung einer toleranten Erziehung, um die individuelle motorische Entfaltung des Kindes nicht zu behindern.

2 Einführung: In diesem Kapitel werden grundlegende Begrifflichkeiten wie Motorik, motorische Entwicklung sowie die Prozesse der Reifung, des Wachstums, des Lernens und der Sozialisation theoretisch geklärt.

3 Die motorische Entwicklung des Kindes: Das Kapitel beschreibt den chronologischen Verlauf der motorischen Entwicklung von der pränatalen Phase bis zum Vorschulalter und beleuchtet die Prinzipien der Differenzierung und Integration.

4 Motorische Entwicklung unter dem Aspekt der Individualität: Dieser Abschnitt thematisiert die hohe Variabilität der kindlichen Entwicklung und hinterfragt den Einfluss sozialer Faktoren auf die individuelle motorische Ausbildung.

Schlüsselwörter

Motorik, motorische Entwicklung, Reifung, Wachstum, Lernen, Sozialisation, pränatale Phase, Säuglingsalter, Kleinkindalter, Vorschulalter, Differenzierung, Integration, individuelle Entwicklung, Bewegungsabläufe, Zentralnervensystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Grundlagen und dem Verlauf der kindlichen motorischen Entwicklung von der Zeit vor der Geburt bis zum Schuleintritt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Themenfeldern gehören die theoretische Begriffsbestimmung der Motorik, die Entwicklungsphasen des Kindes sowie die Rolle von Reifung, Wachstum und Umweltfaktoren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, einen Überblick über den Fortlauf der motorischen Fertigkeiten im Kindesalter zu geben und das Verständnis für individuelle Entwicklungsverläufe zu schärfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung theoretischer Ansätze zur kindlichen Entwicklung aus der Sport- und Bewegungspädagogik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition grundlegender Begriffe, eine detaillierte Phasenbetrachtung der motorischen Entwicklung und eine Diskussion über die Einflüsse von Individualität und sozialem Umfeld.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind motorische Entwicklung, Reifung, Lernen, Sozialisation, Kleinkindalter und die Prinzipien der Differenzierung und Integration.

Was bedeutet das Prinzip der Differenzierung in diesem Kontext?

Differenzierung beschreibt die voranschreitende Verbesserung, Strukturierung und Ausformung motorischer Funktionen, bei der sich ungeordnete Massenbewegungen zu gezielten Einzelbewegungen entwickeln.

Warum betont die Autorin die Individualität bei der Entwicklung?

Weil jedes Kind ein einzigartiges Entwicklungstempo hat und altersgemäße Normen lediglich als grobe Richtwerte dienen; individuelle Abweichungen sind daher oft kein Grund zur Sorge.

Welche Rolle spielt das ZNS bei der motorischen Entwicklung?

Das Zentralnervensystem bildet die Grundlage für Steuerung und Regelung von Bewegungen; die Reifung der Nervenbahnen und der Myelinisierungsprozess ermöglichen erst komplexere und koordinierte Bewegungsabläufe.

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Details

Title
Die motorische Entwicklung des Kindes
College
University of Leipzig  (Institut für Förderpädagogik)
Course
Neurophysiologische Grundlagen der Förderpädagogik
Grade
1,0
Author
Susann Sulzbach (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V75475
ISBN (eBook)
9783638741750
ISBN (Book)
9783638742412
Language
German
Tags
Entwicklung Kindes Neurophysiologische Grundlagen Förderpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susann Sulzbach (Author), 2002, Die motorische Entwicklung des Kindes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75475
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