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Zu: Wilhelm Maria Hubertus Leibl - „Das ungleiche Paar" (1875)

Title: Zu: Wilhelm Maria Hubertus Leibl  - „Das ungleiche Paar" (1875)

Term Paper , 2001 , 12 Pages , Grade: 1

Autor:in: M.A. Martina Merten (Author)

Art - Painting
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Summary Excerpt Details

Wilhelm Leibl hat mit seinem „Ungleichen Paar“ ein rätselhaftes und zugleich realistisches Bild vom bäuerlichen Leben im Allgemeinen geschaffen, welches aber auch das Einzelschicksal eines Ehepaars unterschiedlichen Alters und Charakters erzählt. Die bewußt widersprüchliche Haltung des Paares zueinander, die zugleich mit der intensiven Betrachtung des eigentlich außenstehenden Betrachters einhergeht, lenkt den Blick fort vom fragwürdigen Beziehung und eröffnet die Frage nach dem Wesen der Person selbst.

Mit Hilfe seines charakterisierenden Pinselstrichs verleiht Leibl jedoch nicht nur den Personen besondere Bedeutung, selbst das Detail des schräg gehaltenen Glases und des Stillebens auf dem Regal erzeugen eine eigene Spannung. Leibl ist es gelungen, ein Bild der einfachen Landbevölkerung zu zeichnen. Er hat eine zusammenhängende Komposition geschaffen ohne das Auge für das Detail zu verlieren und ist so trotz proportionaler Schwächen zu einem einheitlichen Gesamtgefüge gelangt.

Dabei ist es ihm gelungen die Technik der alten Meister mit den realistischen Lebensdarstellungen seiner Zeit zu verbinden. Abschließend kann man sich nur der Auffassung des Malers Max Liebermann anschließen, der in seiner Eröffnungsrede zur Leibl-Ausstellung - 1929 in Berlin - von Leibl als „ dem größten Malergenius seit der Renaissance“ gesprochen und ihm damit den verdienten Platz in der Kunstgeschichte zugewiesen hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitende Worte

II. „Das ungleiche Paar“

1. Analyse von Bildaufbau und -inhalt

2. Zur Bedeutung des Bauernsujets und der Gegenüberstellung von jung und alt

3. Bedeutung und Kritik eines französischen Phänomens - Der Realismus

III. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert das Ölgemälde „Das ungleiche Paar“ (1875) von Wilhelm Leibl im Hinblick auf seine kompositorische Gestaltung, die symbolische Bedeutung der dargestellten Figuren sowie die Einordnung des Werkes in den kunsthistorischen Kontext des Realismus.

  • Bildnerische Analyse von Aufbau, Perspektive und Detaildarstellung
  • Interpretation der psychologischen Dynamik zwischen den porträtierten Personen
  • Untersuchung des Bauernsujets und der Gegenüberstellung von verschiedenen Altersstufen
  • Rezeptionsgeschichte und zeitgenössische Kritik am Realismus Leibls
  • Vergleich von Leibls Malweise mit traditionellen und zeitgenössischen Einflüssen

Auszug aus dem Buch

1. Analyse von Bildaufbau und -inhalt

Das hochformatige und fast quadratische Bild Leibls zeigt zwei, die Bildfläche einnehmende und eng beieinander sitzende Personen, einen alten Mann und ein junges Mädchen. Beide sind dem Betrachter nach links zugewandt und sitzen auf einer hölzernen Stubenbank. Das Mädchen ist in Dreiviertelansicht gegeben, während der Greis hinter der Frau in Frontalansicht gegeben ist. Die Komposition weist einen knappen, nahgerückten Bildausschnitt auf: der rechte Arm des Greises wird vom Bildrand geschnitten, nur eine kleine Raumecke mit einer Fensternische am linken Bildrand ist für den Betrachter sichtbar. Die geschlossenen und geschnittenen Fensterläden verstärken den Eindruck dieser intimem Atmosphäre. Besitzergreifend hat der Bauer seinen linken Arm um das Mädchen gelegt und selbstgefällig die andere Hand auf die Knie gestemmt. Dieser rechte Arm und die dem Mädchen zugewandte Körperhaltung, welches selbst mit ihren linken Arm auf der Lehne in bildparalleler Manier den Betrachter auf Abstand hält, symbolisiert eine innere Geschlossenheit der gesamten Komposition und private Intimität des ungleichen Paares. Der goldene Ehering hebt sich im Sinne ehelicher Zusammengehörigkeit deutlich vom hellen Inkarnat des Armes ab.

Das Paar scheint sich in einem unterschiedlichen Gemütszustand zu befinden: der lachende Greis und das zurückhaltende Mädchen, welches den Beobachter fragend und ein wenig trotzig ins Gesicht blickt. Dennoch werden diese unterschiedlichen Charaktere, die einander nicht anblicken oder durch zärtliche Gebärde als Verliebte zu erkennen sind, durch Situation und Raum zum Paar. Besonders die junge Frau scheint dieser Verbindung eher reserviert gegenüber zu stehen, anstatt ihren Geliebten eine vertraute Geste zu signalisieren hat sie beide Arme an den Körper gelegt, eine Abwehrhaltung signalisierend. Dem Partner an ihrer nicht der kirchlichen Tradition entsprechenden, rechten Seite scheint sie nicht seelisch zu bedürfen, er tritt wörtlich wie bildlich in ihren Hintergrund.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitende Worte: Einführung in das Gemälde, dessen Entstehungsgeschichte und eine erste Charakterisierung der malerischen Stileinflüsse Leibls.

II. „Das ungleiche Paar“: Eine detaillierte Untersuchung der kompositorischen Elemente, der soziologischen Bedeutung der Altersgegenüberstellung und der theoretischen Einbettung in den zeitgenössischen Realismus.

1. Analyse von Bildaufbau und -inhalt: Untersuchung der formalen Bildstruktur, der räumlichen Anordnung der Figuren und der symbolischen Details innerhalb des Werkes.

2. Zur Bedeutung des Bauernsujets und der Gegenüberstellung von jung und alt: Analyse der Tradition des Bildtypus und der Absicht Leibls, durch das Nebeneinander von Alter und Jugend allgemeingültige Lebensphasen darzustellen.

3. Bedeutung und Kritik eines französischen Phänomens - Der Realismus: Erörterung der Einflüsse durch Courbet und holländische Meister sowie der kontroversen zeitgenössischen Aufnahme von Leibls naturalistischer Malweise.

III. Schlußbetrachtung: Fazit zur künstlerischen Bedeutung des Werkes und Einordnung Leibls in die Kunstgeschichte als Meister des Realismus.

Schlüsselwörter

Wilhelm Leibl, Das ungleiche Paar, Realismus, Bauernmalerei, Kompositionsanalyse, Bildnis, Kunstgeschichte, Temperatechnik, Altersdarstellung, Dachauer Bauern, Gustave Courbet, 19. Jahrhundert, Bildaufbau, Porträt, Kunstkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das 1875 entstandene Gemälde „Das ungleiche Paar“ von Wilhelm Leibl und analysiert dessen formale Gestaltung sowie inhaltliche Symbolik.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Bildkomposition, die psychologische Interaktion der Figuren, die Bedeutung bäuerlicher Sujets und die kunsthistorische Einordnung des Werkes in den Realismus des 19. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Werk durch eine detaillierte Analyse der Stilelemente und des zeitgenössischen Kontextes besser verständlich zu machen und Leibls Rolle als Realist zu würdigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt kunsthistorische Methoden wie die formale Bildanalyse, den ikonographischen Vergleich und die Auswertung zeitgenössischer Quellen und Kritiken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse des Bildes, eine Untersuchung des Bauernsujets als Träger von Alterskontrasten und eine Diskussion der Rezeption des Realismus.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Realismus, Leibl, Bildkomposition, Bauernsujet, psychologische Gegenüberstellung und die künstlerische Technik der alten Meister.

Welchen Einfluss hatte die Technik der alten Meister auf Leibls Werk?

Leibl nutzte die Temperatechnik, um eine dichte, fast emailartige Oberfläche zu erzeugen, die eine detaillierte und wahrheitsgetreue Darstellung ermöglichte.

Wie reagierten zeitgenössische Kritiker auf das Bild?

Die Reaktionen waren gespalten: Während einige deutsche Kritiker den „rücksichtslosen Naturalismus“ bemängelten, wurde Leibl in Frankreich für seine Wirklichkeitsnähe bewundert.

Welche Rolle spielt die „Abwehrhaltung“ des Mädchens im Bild?

Die Haltung der jungen Frau wird als distanziert und abweisend interpretiert, was die Diskrepanz zwischen den beiden dargestellten Personen unterstreicht.

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Details

Title
Zu: Wilhelm Maria Hubertus Leibl - „Das ungleiche Paar" (1875)
College
University of Frankfurt (Main)  (Kunstgesch. Institut)
Course
Deutsche Malerei im 19. Jhd.
Grade
1
Author
M.A. Martina Merten (Author)
Publication Year
2001
Pages
12
Catalog Number
V75483
ISBN (eBook)
9783638800280
ISBN (Book)
9783638803069
Language
German
Tags
Wilhelm Maria Hubertus Leibl Paar Deutsche Malerei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Martina Merten (Author), 2001, Zu: Wilhelm Maria Hubertus Leibl - „Das ungleiche Paar" (1875), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75483
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