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Problematik der Terrorismusdefinition(en)

Title: Problematik der Terrorismusdefinition(en)

Term Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl. Soz. Pädagoge Robert Siegl (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Kaum ein Thema ist in den letzten Jahren so präsent in den Medien, wie Handlungen und Übergriffe, welche mit dem Begriff des "Terrorismus" tituliert werden. Dabei wird allzu oft außer acht gelassen, dass es bis heute an einer allgemein gültigen und international anerkannten Definition des "Terrorismus"-Begriffes mangelt.
Im Prozess des „definierens“ wird einem sprachlichen Ausdruck eine exakte Bedeutung gegeben, wodurch dieser überhaupt erst für den allgemeinen und im Besonderen auch für den wissenschaftlichen Sprachgebrauch nutzbar wird und einen, wie auch immer gearteten, Diskurs darüber gestattet.
Berücksichtigt man diese erste Überlegung, könnte man meinen, dass es nicht so schwer sein kann, den Begriff „Terrorismus“ zu definieren - jedoch gibt es bis heute weit mehr als 100 verschiedene. Um diesen Sachverhalt angemessen zu analysieren ist es daher notwendig, grundsätzlich zu klären, was denn überhaupt eine Definition ist. Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Vorhandensein einer bestimmten Definition, bzw. welche Folgen hat das Nichtvorhandensein einer Definition? Ist es möglich, dass sich die Definition ein und desselben Begriffes im Laufe der Zeit oder an verschiedenen Orten grundsätzlich voneinander unterscheidet? Gibt es vielleicht sogar unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Charakteristika einen bestimmten Sachverhalt grundsätzlich ausmachen und ihn daher definieren sollten, und kann es für den Fall, dass es solche kommutabelen Definitionen gibt, überhaupt die eine „richtige“ und „wahre“ Definition geben?
Ferner soll der Frage nachgegangen werden, ob sich ein Zusammenhang zwischen der verwendeten Definition und dem eigenen Interesse an dem hierin definierten Sachverhalt ausmachen lässt und welche Konsequenzen sich hieraus für die Analyse der Terrorismusdefinition(en) selbst ergeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition

2.1 Was ist eine Definition

2.2 Definition und Wesentliches

2.3 Definition und Wissenschaft

2.4 Definition und Interesse

3. Terrorismusdefinition(en)

3.1 „Terrorismus“ im Wandel der Zeit

3.2 Terrorismus und Merkmalsfindung

3.3 Aspekte der Definitionsproblematik

3.4 Terrorismusdefinition(en) und Interesse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die problematische Natur der Terrorismusdefinition und analysiert den Zusammenhang zwischen der begrifflichen Bestimmung und den zugrunde liegenden Interessen der definierenden Akteure. Dabei wird hinterfragt, warum eine einheitliche Definition trotz wissenschaftlicher Bemühungen ausbleibt und welche Rolle pragmatische Interessen bei der Verwendung des Begriffs spielen.

  • Grundlagen der Definitionstheorie
  • Historische Entwicklung der Terrorismusbegrifflichkeit
  • Analyse der Definitionsproblematik durch kriminologische Perspektiven
  • Einfluss von Interessen auf den Definitions- und Etikettierungsprozess
  • Die Rolle von "persuasiven Definitionen" bei der politischen Meinungsbildung

Auszug aus dem Buch

3.1 „Terrorismus“ im Wandel der Zeit

Um sich mit der Definition des Terrorismusbegriffes und insbesondere mit der ihr innewohnenden Problematik zu beschäftigen, bietet die historische Entwicklung der Begriffsverwendung, also dessen etymologischer Werdegang, einen sinnvollen Einstieg. Die Frage, inwiefern sich dessen historische Verwendung gewandelt hat, geht dabei mit der Frage, welche Bedeutung dem Begriff, zu unterschiedlichen Zeitpunkten und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen historischen Kontexte zugrunde liegt, einher.

Der allgemeine Gebrauch des Begriffes „Terror“ wird auf dessen Verwendung als Namenspatron für das „Régime de la terreur“ einer Regierung und einer ganzen Periode ihrer Herrschaft, in einer bestimmten Periode (10.8.1792 – 27.7.1974) der französischen Revolution, zurückgeführt. „Terror“ (v. lat. terror = Schrecken) bedeutet soviel wie Schreck(en), Schreckensnachricht oder schreckerregender Gegendstand, dementsprechend ist erwähnte Zeitspanne im deutschen Sprachraum auch als Zeit der „Schreckensherrschaft“ bekannt.

„Terrorismus“ zeigt sich in dem hier aufgezeigten historischen Kontext als ein „Terrorismus von oben“, Robespierres Terrorregime wurde als ein offizielles Instrument zur Durchsetzung von Ordnung errichtet. Als Machtinstrument diente es der Etablierung und Aufrechterhaltung der Souveränität des kürzlich etablierten revolutionären Staates, z.B. durch die Vergabe umfassender Befugnisse, an den allgemeinen Sicherheitsausschuss und das Revolutionstribunal, im Hinblick auf durchzuführende Verhaftungen und Hinrichtungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt über ein Kinderspiel in die Komplexität des Definierens ein und leitet daraus die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Terrorismusdefinitionen ab.

2. Definition: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen des Definierens erarbeitet, wobei Aspekte wie Wissenschaftlichkeit, Subjektivität und die Verbindung zwischen Begriffen und Interessen beleuchtet werden.

2.1 Was ist eine Definition: Dieser Abschnitt erörtert die formallogische Struktur einer Definition als Gleichung zwischen Definiendum und Definiens.

2.2 Definition und Wesentliches: Hier wird diskutiert, dass Definitionen keine essenzialistischen Wahrheiten darstellen, sondern menschliche Setzungen darüber, was als wesentlich erachtet wird.

2.3 Definition und Wissenschaft: Dieser Teil befasst sich mit dem wissenschaftlichen Anspruch an Objektivität und der Notwendigkeit einer exakten Terminologie, trotz der Herausforderungen durch subjektive Interpretationen.

2.4 Definition und Interesse: Das Kapitel analysiert, wie Definitionen durch pragmatische Interessen beeinflusst werden und wie Begriffe gezielt eingesetzt werden, um Einstellungen zu steuern.

3. Terrorismusdefinition(en): Das Hauptkapitel wendet die zuvor erarbeiteten theoretischen Werkzeuge auf das konkrete Phänomen der Terrorismusdefinition an.

3.1 „Terrorismus“ im Wandel der Zeit: Dieser Abschnitt skizziert den etymologischen und historischen Bedeutungswandel des Begriffs von der Französischen Revolution bis in die Moderne.

3.2 Terrorismus und Merkmalsfindung: Hier werden die methodischen Probleme bei der Identifikation allgemeingültiger Terrorismusmerkmale thematisiert, unter anderem durch Bezugnahme auf Studien von Alex P. Schmid.

3.3 Aspekte der Definitionsproblematik: Die Analyse fasst die Schwierigkeiten zusammen, die sich aus der historischen Wandlung und der unterschiedlichen Verwendung des Begriffs ergeben.

3.4 Terrorismusdefinition(en) und Interesse: Das Kapitel schließt mit einer Untersuchung der praktischen Konsequenzen von Terrorismusetikettierungen in der heutigen Sicherheitspolitik und deren strategischer Machtnutzung.

Schlüsselwörter

Terrorismus, Definitionsproblematik, Kriminologie, Interessen, Sprachgebrauch, Schreckensherrschaft, Machtinstrument, persuasive Definition, Freiheitskämpfer, Stigmatisierung, Sicherheitsbehörden, Diskurs, Begriffsverwendung, Terrorismus von oben, Terrorismus von unten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Herausforderungen, die mit der Definition des Terrorismusbegriffs verbunden sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definitionstheorie, die historische Entwicklung des Terrorismusbegriffs sowie die Verknüpfung von Sprache, Interessen und Macht in der kriminologischen Debatte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der verwendeten Definition und dem pragmatischen Interesse hinter der Definition aufzudecken sowie aufzuzeigen, wie das Label "Terrorismus" strategisch eingesetzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein definitonstheoretischer Ansatz gewählt, der kriminologische Literatur sowie sprachanalytische Konzepte von Autoren wie Stevenson und Frege integriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den historischen Wandel des Begriffs, die Schwierigkeiten der Merkmalsfindung sowie die heutige politische Instrumentalisierung des Begriffs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören Terrorismus, Definitionsproblematik, Interessen, Machtinstrument und Stigmatisierung.

Wie unterscheidet sich der Terrorismusbegriff historisch?

Der Begriff wandelte sich von einer positiven Selbstzuschreibung während der Französischen Revolution hin zu einer fremdzugeschriebenen, stigmatisierenden Bezeichnung für diverse nicht-staatliche oder staatsfeindliche Akteure.

Warum gibt es keine allgemein anerkannte Terrorismusdefinition?

Weil Definitionen laut Autor nicht das Wesen eines Dings abbilden, sondern Interessen widerspiegeln, weshalb Akteure Definitionen so gestalten, dass sie ihren jeweiligen Zielen dienen.

Welche Rolle spielt der Begriff des "Interesses" in der Arbeit?

Interesse wird als zentraler Faktor identifiziert, der erklärt, warum Akteure in Politik und Medien Begriffe gezielt definieren oder undefiniert lassen, um Handlungsspielräume zu erhalten oder Gegner zu delegitimieren.

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Details

Title
Problematik der Terrorismusdefinition(en)
College
University of Hamburg  (Institut für kriminologische Sozialforschung)
Course
Gewalt III - Terrorismus(bekämpfung)
Grade
1,3
Author
Dipl. Soz. Pädagoge Robert Siegl (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V75484
ISBN (eBook)
9783638739979
ISBN (Book)
9783638740593
Language
German
Tags
Problematik Terrorismusdefinition(en) Gewalt Terrorismus(bekämpfung)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Soz. Pädagoge Robert Siegl (Author), 2005, Problematik der Terrorismusdefinition(en), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75484
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