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Vergessene Kriege: Santo Domingo, Puerto Rico und Spanien (1844-1865)

Title: Vergessene Kriege: Santo Domingo, Puerto Rico und Spanien (1844-1865)

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Stefan Bölingen (Author)

History - America
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Bei den Konflikten, die ich in dieser Arbeit untersuchen möchte, handelt es sich tatsächlich um „Vergessene Kriege“. Sie finden in vielen Standardwerken keine oder nur eine marginale Erwähnung; und dies obwohl die Jahre von 1844 bis 1865 durchaus ereignisreich waren.
In Santo Domingo wurden in diesen beiden konfliktgeladenen Dekaden die Weichen für die Zukunft des Staates weitgehend gestellt. So umschließt dieser Zeitraum exakt die Entwicklungen von der Unabhängigkeit bis zur endgültigen Abnabelung vom spanischen Mutterland.
Es werden hierbei die Konflikte um die Unabhängigkeit des „Parte Oriental“ mit Haiti, sowie das unbeständige Verhältnis zur Großmacht Spanien im Vordergrund stehen. Aus Platzgründen können die einzelnen kriegerischen Auseinandersetzungen dabei nur oberflächliche Erwähnung finden. Des weiteren werde ich kurz auf die Rolle der anderen Großmächte in diesen Konflikten und die der beiden wichtigsten Caudillos Santo Domingos, Pedro Santana und Buenaventura Baéz Mendez, eingehen.

Auch in Puerto Rico wurde in den besagten Jahren das Fundament für eine, wenn auch hier ungleich langsamere, Abnabelung von Spanien gelegt. Auch hier möchte ich eine kurze Darlegung der Gründe für die separatistischen Tendenzen vorwegschicken, um mich dann den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der puertoricanischen Ereignisse verglichen mit den dominikanischen zu widmen.

Abschließend wird in dieser Seminararbeit der Versuch unternommen, die Ereignisse in den Jahren 1844 bis 1865 mit der Politik Spaniens und dem Habitus der spanischen Behörden in Santo Domingo und Puerto Rico in einen kausalen Zusammenhang zu bringen. Hierbei soll besonders das Verhältnis der spanischen Autoritäten zu den Bewohnern seiner beiden Kolonien vor einem politischen, sozialen und kulturellen Hintergrund beleuchtet und angerissen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Santo Domingo

2.1 Der Weg zur Unabhängigkeit

2.2 Die Vergessenen Kriege: Haiti vs. Santo Domingo

2.3 Die Schlüsselrolle der Großmächte

2.4 La guerra para restaurar la república

3 Puerto Rico – ein Vergleich

4 Spanien – Fehlkalkulationen einer Kolonialmacht

5 Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die sogenannten „vergessenen Kriege“ in der Karibik zwischen 1844 und 1865, mit einem Fokus auf Santo Domingo und Puerto Rico, um die kausalen Zusammenhänge zwischen spanischer Kolonialpolitik und dem wachsenden Widerstand der einheimischen Bevölkerung aufzuzeigen.

  • Analyse der Unabhängigkeitsbestrebungen in Santo Domingo gegenüber Haiti
  • Untersuchung der instabilen Beziehungen zur Großmacht Spanien
  • Vergleich der politischen Situation in Santo Domingo und Puerto Rico
  • Bewertung des Einflusses externer Mächte auf regionale Konflikte
  • Kritische Betrachtung der spanischen Kolonialverwaltung und deren taktischer Fehlentscheidungen

Auszug aus dem Buch

2.4 La guerra para restaurar la república

Bei dieser Reannexion durch Spanien sicherte sich ihr Initiator Santana die Posten des Capitán-Generals und des Gouverneurs. Spanien stationierte 30.000 Soldaten und 22 Kriegsschiffe zur „Unterstützung der dominikanischen Armee“ auf der Insel. Des weiteren besetzten spanische Bürokraten die Schlüsselposten in Verwaltung und Kirche, die vorher von Dominikanern bekleidet worden waren.

Auch wenn es anfangs vergleichsweise wenig Widerstand seitens der Dominikaner gab, die Robert Scheina allerdings auf bloße Waffenknappheit zurückführt, so zeigte sich doch recht bald, dass die Zeit nicht stehen geblieben war, seitdem Spanien das letzte mal Santo Domingo beherrscht hatte. Die Spanier stellten bald fest, dass sich Bräuche und Lebensweise der Dominikaner, unter anderem in den Jahren der Unabhängigkeit, von denen der Spanier entfernt hatten. Das oft brutale Vorgehen der spanischen Armee gegen die dominikanische Bevölkerung tat ihr Übriges und ließ die Popularität der spanischen Kräfte sinken.

Mehr und mehr begannen Rebellen von haitianischem Territorium aus die Grenzen nach Santo Domingo zu infiltrieren. Santana ließ daraufhin jeden gefangenen Rebellenanführer exekutieren, was den Widerstand aber nur noch mehr anfachte, so dass Santana schließlich gezwungen war zurückzutreten, und das Feld dem neuen Gouverneur Felipe Rivero y Lemoyne zu überlassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage zu den „vergessenen Kriegen“ der Jahre 1844 bis 1865 und gibt einen Überblick über das methodische Vorgehen.

2 Santo Domingo: Dieses Kapitel behandelt die politischen Entwicklungen in Santo Domingo von der Unabhängigkeit über die Konflikte mit Haiti bis zur Reannexion durch Spanien.

2.1 Der Weg zur Unabhängigkeit: Hier werden die Entstehung der Widerstandsbewegung „La Trinitaria“ und der Aufstand gegen die haitianische Herrschaft erläutert.

2.2 Die Vergessenen Kriege: Haiti vs. Santo Domingo: Der Fokus liegt auf den militärischen Auseinandersetzungen nach der Unabhängigkeitserklärung und dem Aufstieg des Caudillo Pedro Santana.

2.3 Die Schlüsselrolle der Großmächte: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss externer Akteure wie Frankreich, England und der USA, die Haiti durch Drohungen von weiteren Angriffen auf Santo Domingo abhielten.

2.4 La guerra para restaurar la república: Beschrieben werden die Folgen der spanischen Reannexion, der zunehmende Widerstand der Bevölkerung und der Zusammenbruch der spanischen Herrschaft.

3 Puerto Rico – ein Vergleich: Der Vergleich zeigt die unterschiedliche Ausgangslage und die spezifischen repressiven Maßnahmen der spanischen Gouverneure in Puerto Rico auf.

4 Spanien – Fehlkalkulationen einer Kolonialmacht: Das Kapitel analysiert die systemischen taktischen Fehler der spanischen Verwaltung, die zur Entfremdung der Kolonien führten.

5 Schlussbemerkung: Die Zusammenfassung unterstreicht, dass eine mangelnde Rücksichtnahme auf lokale Gegebenheiten und kurzfristige Nutzenmaximierung in eine Spirale aus Gewalt und Unzufriedenheit führte.

Schlüsselwörter

Santo Domingo, Puerto Rico, Spanien, Haiti, Unabhängigkeit, Kolonialpolitik, Pedro Santana, La Trinitaria, Militärgeschichte, Karibik, Caudillo, Reannexion, Guerra para restaurar la república, Leyes Especiales, Aufstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die militärischen und politischen Konflikte in Santo Domingo und Puerto Rico zwischen 1844 und 1865, die in der allgemeinen Historiographie oft als „vergessene Kriege“ vernachlässigt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentral sind die Beziehungen zwischen den Karibikinseln und den Besatzungsmächten Haiti und Spanien, der Einfluss von Großmächten sowie die Rolle lokaler Führungspersönlichkeiten, den sogenannten Caudillos.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern der spanischen Kolonialverwaltung aufzuzeigen und einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Handeln der spanischen Behörden und den Unabhängigkeitsbewegungen herzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur basiert, um die Ereignisse der genannten Jahre in den größeren Kontext der lateinamerikanischen Militärgeschichte einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung der Unabhängigkeitsprozesse in Santo Domingo, einen Vergleich mit der Situation in Puerto Rico sowie eine kritische Analyse der spanischen Kolonialstrategie.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Dekolonialisierung, militärische Auseinandersetzungen, koloniale Misswirtschaft, soziopolitischer Wandel in der Karibik und der Einfluss von Machteliten.

Warum spielt die haitianische Besatzung für das Verständnis von Santo Domingo eine so wichtige Rolle?

Die haitianische Besatzung und die wirtschaftliche Belastung führten erst zur Bildung von Widerstandsbewegungen wie „La Trinitaria“, die den Weg für die spätere staatliche Unabhängigkeit ebneten.

Wie unterscheidet sich die Situation in Puerto Rico von der in Santo Domingo?

Während in Santo Domingo eine offene bewaffnete Rebellion gegen Spanien stattfand, verlief der Widerstand in Puerto Rico lethargischer, obwohl auch dort die Unterdrückung durch spanische Gouverneure zur Bildung von Geheimbünden führte.

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Details

Title
Vergessene Kriege: Santo Domingo, Puerto Rico und Spanien (1844-1865)
College
University of Cologne  (Iberische und Lateinamerikanische Abteilung des Historischen Seminars)
Course
Militärgeschichte Lateinamerikas im 19. und
Grade
2.3
Author
Stefan Bölingen (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V75489
ISBN (eBook)
9783638800303
ISBN (Book)
9783638803083
Language
German
Tags
Vergessene Kriege Santo Domingo Puerto Rico Spanien Militärgeschichte Lateinamerikas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Bölingen (Author), 2005, Vergessene Kriege: Santo Domingo, Puerto Rico und Spanien (1844-1865), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75489
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