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Der Börsenverein im Nationalsozialismus

Title: Der Börsenverein im Nationalsozialismus

Seminar Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Cornelia Weinreich (Author)

Book Science
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Im Jahre 2005 feierte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. sein 180jähriges Bestehen und schaut dabei auf eine wechselvolle Geschichte.
Die Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1945 konnte bis dato noch nicht vollständig aufgearbeitet werden, wurden doch bereits im Jahre 1943 bei einem schweren Angriff auf Leipzig das Buch- und Grafikviertel und damit auch die Bestände des Börsenverein stark zerstört.
Mit Hilfe älterer und neuerer Texte soll hier versucht werden, ein differenziertes Bild dieser Zeit darzustellen. Wie hat sich der Börsenverein gegenüber der Reichsregierung verhalten? Welche Aufgaben und Tätigkeiten nahm er wahr? Wie hat sich der Börsenverein in diesen zwölf Jahren verändert? Welche Personen spielen eine große Rolle?
Dies wird, im Hintergrund die politische und gesellschaftliche Lage berücksichtigend, in der folgenden Arbeit untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Beginn des Nationalsozialismus 1933 / 1934

1.1.Politische und gesellschaftliche Lage

1.2. Börsenverein und Buchhandel

2. Die Zeit von 1934 bis Kriegsbeginn 1939

2.1 Politische und gesellschaftliche Lage

2.2. Börsenverein und Buchhandel

3. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges 1939 bis 1945

3.1. Politische und gesellschaftliche Lage

3.2.Börsenverein und Buchhandel / Lage des Buchmarkts

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle und Entwicklung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels während der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945). Ziel ist es, die Prozesse der Gleichschaltung, die politische Anpassung des Verbandes und die Auswirkungen auf den Buchmarkt und die literarische Freiheit zu analysieren, um aufzuzeigen, wie sich der Verein von einem unabhängigen Wirtschaftsverband zu einer staatstreuen Standesvertretung entwickelte.

  • Politische Rahmenbedingungen und Gleichschaltungsprozesse von 1933 bis 1945
  • Die Rolle des Börsenvereins bei der Zensur und „Säuberung“ des Literaturangebots
  • Ökonomische Auswirkungen, Verfolgung jüdischer Verleger und Auswirkungen des Krieges auf den Buchhandel
  • Die Machtstrukturen und der Einfluss des Nationalsozialismus auf die Verbandsführung

Auszug aus dem Buch

1.2. Börsenverein und Buchhandel

Der „stockkonservativ, deutschnational“ (BARBIAN, 2000, S. 92) eingestellte Vorstand des Börsenvereins erhoffte sich von der neuen Regierung, dass diese ihm im Kampf gegen Konkurrenz und gegen buchhändlerische Tätigkeit von Vereinen, Parteien und Gewerkschaften helfen könne. Deshalb legte der Börsenverein am 12. April 1933 ein Sofortprogramm, das die Grundlage für Verhandlungen zwischen Börsenverein und Reichsministerium sein sollte, vor und zeigte sich sehr bereitwillig, die „Judenfrage“ regeln zu wollen (Punkt 10) (am 3. Mai 1933 im Börsenblatt Nr. 101 abgedruckt) (siehe im Anhang). Dafür strebte der Börsenverein mit diesem Programm eine Bereinigung des Marktes und eine gestärkte Position des Buchhandels an.

Mit der Bücherverbrennung „Wider den undeutschen Geist“ am 10. Mai 1933 veröffentlichte das Börsenblatt Nr. 112 vom 16. Mai 1933 eine Liste von Autoren zur „Säuberung der Volksbüchereien“. Diese Aufstellung geschah freiwillig und sollte ein Beitrag für eine neue deutsche Kultur sein.

Bei der Hauptversammlung vom 14. Mai 1933 kam es zu Neuerungen für den Börsenverein. Die Leitung bestand aus acht Mitgliedern, doch war keiner von denen Mitglied in der NSDAP. Dies wurde mit den Nationalsozialisten Karl Baur, Martin Riegel und Theodor Fritsch nachgeholt. Sie veranlassten unter anderem, dass im Juni 1933 die Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums gegründet wird. Unter Leitung von Alfred Rosenberg untersuchten etwa 1400 Lektoren die deutsche Literatur. Genehmigte Bücher wurden ab 1936 in einer „Nationalsozialistischen Bibliographie“ registriert, missliebige verboten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Beginn des Nationalsozialismus 1933 / 1934: Dieses Kapitel beschreibt die politische Machtübernahme der Nationalsozialisten und die daraus resultierende erzwungene Anpassung (Gleichschaltung) des Börsenvereins sowie den Beginn der Zensurmaßnahmen im Buchhandel.

2. Die Zeit von 1934 bis Kriegsbeginn 1939: Der Fokus liegt auf der weiteren Instrumentalisierung des Buchhandels durch staatliche Prüfkommissionen und der Verdrängung jüdischer Verleger sowie der zunehmenden Kontrolle über Literatur und Preise.

3. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges 1939 bis 1945: Hier wird der Zerfall der Strukturen des Börsenvereins unter den Bedingungen des „totalen Krieges“, die Zensur als „positive Schrifttumspolitik“ und der Zusammenbruch der Buchproduktion thematisiert.

4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Entwicklung des Börsenvereins von einem unabhängigen Verband zu einer staatstreuen Institution und kritisiert die Priorisierung politischer Anpassung gegenüber dem Kulturgut „Buch“.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Börsenverein, Gleichschaltung, Buchhandel, Zensur, Bücherverbrennung, Reichsschrifttumskammer, Antisemitismus, Verfolgung, NS-Propaganda, Kulturpolitik, Schrifttum, Totaler Krieg, Reichsministerium, Autarkie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Wandel und die Rolle des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels während des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Gleichschaltung des Verbandes, die Mitwirkung an der nationalsozialistischen Zensur, die Ausgrenzung jüdischer Verleger und die wirtschaftliche Lage des Buchmarktes im Krieg.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt nach dem Verhalten des Börsenvereins gegenüber der NS-Regierung und wie sich die Organisation von einem unabhängigen Wirtschaftsverband zu einem staatstreuen Organ entwickelte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Verfasserin nutzt eine historische Analyse unter Auswertung von zeitgenössischen Dokumenten wie dem „Sofortprogramm“ und dem „Börsenblatt“ sowie aktueller Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die drei Phasen von 1933 bis 1945 und beleuchtet jeweils die politische Lage sowie die spezifischen Auswirkungen auf den Börsenverein und den Buchmarkt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Gleichschaltung, Börsenverein, Zensur, Nationalsozialismus und der wirtschaftliche Niedergang des Buchhandels.

Warum leistete der Börsenverein 1933 ein „Sofortprogramm“?

Der Vorstand erhoffte sich durch proaktive politische Anbiederung Unterstützung der neuen Regierung im Kampf gegen Konkurrenz und die Sicherung seiner eigenen Rolle.

Wie endete der jüdische Buchhandel in Deutschland?

Durch den Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer und ein Verbot auf Anordnung von Joseph Goebbels am 31. Dezember 1938 verschwand der jüdische Buchhandel vollständig.

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Details

Title
Der Börsenverein im Nationalsozialismus
College
University of Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Cornelia Weinreich (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V75526
ISBN (eBook)
9783638812894
ISBN (Book)
9783638814119
Language
German
Tags
Börsenverein Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelia Weinreich (Author), 2003, Der Börsenverein im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75526
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