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Nietzsche als Vollender des Prinzips der Verleiblichung

Die Philosophie des Leibes als Philosophie der Erkenntnis

Title: Nietzsche als Vollender des Prinzips der Verleiblichung

Thesis (M.A.) , 2002 , 87 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kirsten Schmelzer (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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Summary Excerpt Details

Um verstehen zu können, warum im 19. Jahrhundert von einer Wende der Philosophie besonders durch Nietzsche und Schopenhauer gesprochen werden kann, muss zunächst ein Blick auf deren Vorläufer geworfen werden. So werden im ersten Teil die bestimmenden Strömungen des 18. bzw. 19. Jahrhunderts beschrieben sowie die Ansätze verschiedener Philosophen unter dem Aspekt der Veränderungen von Vergeistigung zu Verleiblichung. Diese Vorarbeit ist notwendig, um die Veränderung in der Philosophie und letztendlich die Bedeutung Nietzsches in diesem Paradigmenwechsel einschätzen zu können.
In diesem ersten Teil der Untersuchung fällt im zweiten Abschnitt ein besonderer Augenmerk auf Schopenhauer, da er zur Veränderung des seit Descartes dominierenden Leib-Geist-Verständnisses im Sinne des vergeistigten Menschen maßgeblich beigetragen hat, seine Schriften besonders vom jungen Nietzsche verehrt und rezipiert wurden und wahrscheinlich den größten Einfluss auf dessen Entwicklung philosophischer Gedanken hatte.

Nach einer Darstellung der zeitgeschichtlichen Einflüsse und besonders der bis dahin geltenden Vorherrschaft der Vernunftphilosophie sowie den bereits auftauchenden Rissen dieses zunächst anscheinend stabilen Vernunft-Fundaments, wird im zweiten Teil die Philosophie Nietzsches und dessen Stellung zum Leib betrachtet. Beginnend bei der Problematik einer solchen Untersuchung wird anschließend auf Nietzsches frühes Schaffen eingegangen, um abschließend im Spätwerk „Also sprach Zarathustra“ seine leibdominierte Philosophie mittels Stellen aus dem Nachlass zu belegen.

Um eine Bezeichnung wie „Vollender“ rechtfertigen zu können, muss auch die nach Nietzsche folgende anthropologisch-philosophische Entwicklung dargelegt werden. Im dritten Teil werden deshalb philosophische Ansätze aus dem 20. Jahrhundert aufgegriffen, um einen Eindruck der nach Nietzsche folgenden Philosophie und einer eventuellen Steigerung der Entwicklung der Verleiblichung zu bekommen.

Erst nach einer solchen Betrachtung des „Davor“ und „Danach“ wird in einer abschließenden Diskussion beantwortet, ob es gerechtfertigt ist, Nietzsche als „Vollender des Prinzips der Verleiblichung“ zu bezeichnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einflüsse am Beispiel von Arthur Schopenhauer

2.1 Allgemeine beeinflussende Faktoren

2.1.1 Zeitgeschichtliche Strömungen

2.1.2 Die Ablehnung der Vernunftphilosophie

2.1.3 Naturgefühl und positivistische Einschläge

2.2 Spezielle Verknüpfungen zwischen Schopenhauer und Nietzsche

2.2.1 Die Schopenhauersche Weltanschauung

2.2.2 Nietzsche als Anhänger der Philosophie Schopenhauers

2.2.3 Die Anerkennung der Leiblichkeit

3 Nietzsche – ein Philosoph des Leibes

3.1 Der Problemhorizont

3.1.1 Die Problematik der Begrifflichkeit

3.1.2 Begrifflichkeit und Interpretation bei Nietzsche

3.1.3 Das Problem der Leib-Geist-Dialektik

3.2 Die Philosophie Nietzsches

3.2.1 Das Apollinische und Dionysische

3.2.2 Der umgedrehte Platonismus

3.2.3 Die Illusion der Sprache

3.3 Das Leib–Vernunft - Verhältnis

3.4 Zarathustra und die Verächter des Leibes

3.4.1 Die Rede von den Hinterweltlern

3.4.2 Von den Verächtern des Leibes

3.4.2.1 Piepersche Interpretation

3.4.2.2 Gerhardtsche Interpretation

3.5 Die Physiologie des Leibes anhand des Nachlasses

3.6 Fazit der Betrachtung der Philosophie Nietzsches

4 Nietzsche als Vollender des Prinzips der Verleiblichung

4.1 Rückblick aus dem 20. Jahrhundert

4.2 Abschlussdiskussion

5 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der im 19. Jahrhundert vorherrschenden Vernunftphilosophie hin zu einer Leibphilosophie, wobei der Fokus auf der Frage liegt, ob Friedrich Nietzsche als Vollender des Prinzips der Verleiblichung bezeichnet werden kann.

  • Historische Herleitung der Leib-Geist-Problematik
  • Einflüsse von Arthur Schopenhauer auf das Nietzsche-Denken
  • Leiblichkeit in den Werken Nietzsches (insb. Also sprach Zarathustra)
  • Physiologische Grundlagen und der Willen zur Macht
  • Kritik an der metaphysischen Vernunftphilosophie

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die Problematik der Begrifflichkeit

Bei der Problematik der Begrifflichkeit muss man die Konnotationen der Wörter „Körper“ und „Leib“ berücksichtigen. Um mit diesen Begriffen arbeiten zu können, müssen deren Inhalte eindeutig zugewiesen werden.

Das Wort „Leib“ wird im religiösen, metaphysischen und naturwissenschaftlichen Gebrauch mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt. Im Deutschen benutzen wir die Ausdrücke „Körper“ und „Leib“. Der Begriff „Körper“ kann hierbei ähnlich wie in anderen Sprachen sowohl Totes als auch Lebendiges bedeuten, während dem Begriff „Leib“ immer nur Lebendiges zugeordnet wird.

Der „Leib“ ist etwas, mit dem wir leben, den wir erleben und spüren können und mit dem wir uns bewegen, während dem Begriff „Körper“ auch eine rein physikalische Bedeutung zukommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Vernunft- zur Leibphilosophie und Formulierung der Forschungsfrage bezüglich Nietzsches Rolle als Vollender.

2 Einflüsse am Beispiel von Arthur Schopenhauer: Untersuchung der zeitgeschichtlichen Faktoren und der direkten Einflüsse Schopenhauers auf Nietzsches Wendung vom Geist zum Leib.

3 Nietzsche – ein Philosoph des Leibes: Detaillierte Analyse von Nietzsches Leibverständnis, beginnend bei seiner Kulturkritik bis hin zu seinem Spätwerk und physiologischen Nachlass.

4 Nietzsche als Vollender des Prinzips der Verleiblichung: Kritische Diskussion der Ausgangsthese unter Einbezug philosophischer Ansätze des 20. Jahrhunderts.

5 Ausblick: Reflexion über die heutige Bedeutung von Nietzsches Kulturkritik und die Problematik des modernen Körperkults.

Schlüsselwörter

Nietzsche, Leibphilosophie, Vernunftphilosophie, Verleiblichung, Schopenhauer, Zarathustra, Wille zur Macht, Leib, Körper, Physiologie, Metaphysik, Diesseitigkeit, Dionysisch, Apollinisch, Erkenntnistheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den philosophischen Paradigmenwechsel vom 19. Jahrhundert hin zur Moderne, speziell die Abkehr von einer rein vergeistigten Vernunftphilosophie zugunsten einer neuen Wertschätzung der menschlichen Leiblichkeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Philosophiegeschichte (insb. Descartes, Kant, Hegel, Schopenhauer), Nietzsches Kulturkritik, die Bedeutung von Trieben und Instinkten sowie die physiologische Fundierung des Willens zur Macht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob Friedrich Nietzsche als der „Vollender des Prinzips der Verleiblichung“ gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die sowohl die Primärtexte von Nietzsche als auch einschlägige Interpretationen (z.B. Pieper, Gerhardt) und zeitgeschichtliche Quellen integriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der kritischen Auseinandersetzung mit der Vernunftphilosophie, der Analyse von Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ sowie der Untersuchung physiologischer Aufzeichnungen im Nachlass.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Leiblichkeit, Wille zur Macht, Monismus, radikale Diesseitigkeit und die Kritik an metaphysischen Hinterwelten charakterisiert.

Warum spielt Schopenhauer für die Untersuchung eine solch wichtige Rolle?

Schopenhauer gilt als wichtiger Vorläufer Nietzsches, da er den Leib als Erkenntnisinstrument einführte und Nietzsches frühes Denken maßgeblich beeinflusste, bevor dieser eine eigenständige, leibzentrierte Philosophie entwickelte.

Was bedeutet der Begriff „große Vernunft“ bei Nietzsche?

Die „große Vernunft“ bezeichnet bei Nietzsche den Leib als Ganzes, eine organische Vielheit, die das Handeln und Dasein des Menschen bestimmt, im Gegensatz zur „kleinen Vernunft“ des Geistes oder des Bewusstseins.

Was folgert die Autorin über den „Vollender“-Begriff?

Die Autorin lehnt am Ende der Arbeit das Prädikat „Vollender“ für Nietzsche ab, da sie Philosophie als ständigen Prozess begreift und die Einordnung in eine lineare Entwicklung der „Vollendung“ als methodisch problematisch erachtet.

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Details

Title
Nietzsche als Vollender des Prinzips der Verleiblichung
Subtitle
Die Philosophie des Leibes als Philosophie der Erkenntnis
College
University of Frankfurt (Main)  (Fachbereich Philosophie)
Grade
2,0
Author
Kirsten Schmelzer (Author)
Publication Year
2002
Pages
87
Catalog Number
V75554
ISBN (eBook)
9783638716543
ISBN (Book)
9783638718776
Language
German
Tags
Nietzsche Vollender Prinzips Verleiblichung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kirsten Schmelzer (Author), 2002, Nietzsche als Vollender des Prinzips der Verleiblichung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75554
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