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Die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in der Zeit des Nationalsozialismus

Title: Die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in der Zeit des Nationalsozialismus

Seminar Paper , 2002 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Norman Voigt (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Die Rolle des Beamten und der Verwaltung in der Zeit des Nationalsozialismus zählt zu den wenigen Bereichen, die in der Geschichtswissenschaft noch nicht umfassend aufgearbeitet wurden. Jedoch gehörte die Administration zu den Kriterien, die maßgeblich die Herrschaft Hitlers stabilisierten und gewährleisteten. Es stellt sich die Frage, wie sich die Machthaber die Loyalität der Beamten sicherten, sie respektive erzwangen.

Dem Gesetz zur „Wiederherstellung des deutschen Berufsbeamtentums“ kommt bei der Betrachtung dieser Frage eine gewichtige Bedeutung zu, da dieses das Instru-ment der Konstituierung der nationalsozialistischen Herrschaft im behördlichen Sinne darstellte.


Diese Arbeit soll eine Übersicht über die wesentlichen Bestimmungen des Berufsbe-amtengesetzes geben, die Folgen für die betroffenen Personengruppen aufzeigen und versuchen den Inhalten des BBG eine Bewertung zu geben. Es konnte nur in sehr begrenzten Maße auf die einzelnen Paragraphen eingegangen werden, eine vollständige Analyse ist im Rahmen dieser Arbeit nicht zu leisten. Die wichtigsten Inhalte sind kurz aufgezeigt und werden in ihrer Wirkung beschrieben. Auf eine ausführliche Darstellung der Vorgeschichte des Beamtenapparats in der Weimarer Republik, sowie die Rolle des Deutschen Beamtengesetzes ab 1937 mußte ebenfalls verzichtet werden.

Der Stand der Forschung hat sich seit den neunziger Jahren verbessert, da eine Viel-zahl der Akten durch die Öffnung der Archive im Osten Deutschlands zugänglich wurden. Wissenschaftlich erschlossen wurden die Bestände allerdings nur marginal. Die Forschung tendiert bislang zu Darstellungen, die das Beamtentum von Beginn seiner Entstehung bis zum heutigen Zeitraum dokumentieren und daher nicht explizit auf bestimmte Problemkomplexe eingehen können. Dahingehend sind die Werke Thieles und Hattenhauers zu nennen, welche die wichtigsten Entwicklungslinien
andeuten, aber eher als Einstieg in die Thematik zu sehen sind. Als Standartwerke gelten die Arbeiten von Mommsen und Mühl – Benninghaus , wobei letztere auf Mommsen aufbaut und ihn durch die veränderte Quellenlage ergänzt.



Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung.

2. Hauptteil

2.1. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten und die Folgen für den Beamtenapparat.

2.2. Die Einführung des Gesetzes zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“.

2.3. Verschärfungen und Veränderungen des Berufsbeamtengesetzes.

2.4. Charakteristik des Berufsbeamtengesetzes.

3. Schluß.

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle des Gesetzes zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ als zentrales Instrument zur Etablierung und Stabilisierung der nationalsozialistischen Herrschaft innerhalb der öffentlichen Verwaltung und analysiert die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Beamtenschaft sowie den Verwaltungsapparat.

  • Die Auswirkungen der Machtübernahme der NSDAP auf den Beamtenapparat.
  • Analyse der Bestimmungen und der Implementierung des Berufsbeamtengesetzes (BBG).
  • Die systematische Ausgrenzung und Entlassung politischer Gegner und jüdischer Beamter.
  • Reaktionen, Widerstand und die strukturelle Umgestaltung der Verwaltung unter dem NS-Regime.
  • Die Wirksamkeit und die politische Bewertung des Gesetzes im historischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

2.4. Charakteristik des Berufsbeamtengesetzes.

Das BBG, welches unmittelbar nach dem Ermächtigungsgesetz verabschiedet wurde, schaffte die rechtliche Grundlage für die Neuordnung der Beamtenschaft. Es kann nur in Zusammenhang mit den Gesetzen zur Gleichschaltung der Ländern mit dem Reich gesehen werden, erst durch diese konnte eine reichseinheitliche Ausführung aller Gesetze, Erlasse und Verordnungen gewährleistet werden. Der Titel des BBG ist ungerechtfertigt, es ging nie um eine „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.“

Aktive Mitglieder bzw. Personen die mit der KPD, SPD und denen nahestehenden Organisationen in irgendeiner Weise in Verbindung gebracht wurden, sind unerbittlich entlassen worden; sofern sie Beamte, Angestellte und Arbeiter des öffentlichen Dienst waren. Es spielte dabei auch keine Rolle ob sie die für ihre Laufbahn vorgeschriebene Vorbildung besaßen oder nicht. Weiterhin konnten neben Mitgliedern demokratischer Parteien und Organisationen auch mißliebige NSDAP – Mitglieder, die mit dem eingeschlagenen Kurs der Partei nicht zufrieden waren, aus dem öffentlichen Dienst ausgesondert werden. In letzter Konsequenz bedeutete dies, daß jeder in irgendeiner Art Mißliebige sich dem Druck der Partei nicht entziehen konnte.

Es erfolgte gleichzeitig der sich immer weiter verschärfende Ausschluß der Juden aus der Beamtenschaft. „ Unter diesem Blickwinkel kommt dem Gesetz eine besondere Rolle zu, da es die antisemitische Grundhaltung der Nationalsozialisten erstmals auf dem Wege der Legislative festschrieb.“ Das Verbot der Amtsausübung der Juden war der erste Schritt zur systematischen Vertreibung aus allen Bereichen der Gesellschaft. Somit kann das BBG als Vorstufe zu den Nürnberger Gesetzen von 1935 gezählt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung.: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Verwaltung während der NS-Zeit und definiert das Gesetz zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ als entscheidendes Instrument zur Sicherung der Loyalität und Herrschaftskonstituierung.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Folgen der Machtübernahme, die spezifischen rechtlichen Bestimmungen des BBG, die verschiedenen Verschärfungen des Gesetzes sowie dessen generelle Charakteristik als Instrument zur Gleichschaltung.

2.1. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten und die Folgen für den Beamtenapparat.: Dieses Kapitel beschreibt die willkürliche Besetzung von Verwaltungsämtern durch die NSDAP und den damit verbundenen Druck auf die bestehende Beamtenschaft direkt nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler.

2.2. Die Einführung des Gesetzes zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“.: Hier wird die rechtliche Etablierung des Gesetzes erläutert, das als Grundlage diente, um Gegner des Regimes systematisch aus der öffentlichen Verwaltung zu entfernen.

2.3. Verschärfungen und Veränderungen des Berufsbeamtengesetzes.: Dieses Kapitel behandelt die zahlreichen nachgelagerten Verordnungen und Änderungstexte, die das Gesetz zunehmend radikalisierten, unter anderem durch den „Arierparagraph“.

2.4. Charakteristik des Berufsbeamtengesetzes.: Eine abschließende inhaltliche Einordnung, die das BBG als Mittel zur politischen Säuberung und ideologischen Kontrolle der Verwaltung entlarvt.

3. Schluß.: Das Fazit fasst zusammen, dass die Instrumentalisierung des Beamtenapparats maßgeblich zur Stabilisierung des NS-Regimes beitrug und die Beamtenschaft durch ihre Mitwirkung an der Verwaltung des Unrechts mitschuldig wurde.

Schlüsselwörter

Berufsbeamtengesetz, Nationalsozialismus, Beamtenapparat, Gleichschaltung, Arierparagraph, Machtübernahme, NSDAP, Verwaltung, politische Säuberung, Antisemitismus, Reichsministerium des Innern, Berufsbeamtentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Gesetz zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ als zentrales Werkzeug des NS-Regimes, um die öffentliche Verwaltung ideologisch zu unterwerfen und politisch missliebige Beamte zu entfernen.

Welche Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die unmittelbare Phase der Machtübernahme, die rechtlichen Instrumente der Entlassung und Pensionierung sowie die Rolle der Beamtenschaft bei der Stabilisierung der NS-Diktatur.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie sich die nationalsozialistischen Machthaber die Loyalität des Beamtenapparates sicherten bzw. diese erzwangen und welche Rolle das Berufsbeamtengesetz dabei spielte.

Welche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Analyse, die den Gesetzestext und dessen Durchführung unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch und inhaltlich die Auswirkungen der Machtübernahme, die spezifischen Paragraphen des Gesetzes und deren Verschärfungen durch Durchführungsverordnungen.

Was sind die wichtigsten Schlagworte der Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Berufsbeamtengesetz, Gleichschaltung, Arierparagraph und NS-Verwaltungspolitik charakterisieren.

Warum wird der Titel „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ als irreführend bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass es bei dem Gesetz niemals um eine echte Wiederherstellung berufsständischer Werte ging, sondern ausschließlich um die politische Säuberung und ideologische Neuausrichtung des öffentlichen Dienstes.

Welche Bedeutung hatte der sogenannte „Arierparagraph“?

Er diente als Instrument zur rassistischen Selektion, indem er jüdische Beamte aus dem Dienst entfernte und somit als Vorstufe zu den späteren Nürnberger Gesetzen fungierte.

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Details

Title
Die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in der Zeit des Nationalsozialismus
College
University Karlsruhe (TH)
Grade
1,3
Author
M.A. Norman Voigt (Author)
Publication Year
2002
Pages
17
Catalog Number
V75582
ISBN (eBook)
9783638800860
ISBN (Book)
9783638803229
Language
German
Tags
Wiederherstellung Berufsbeamtentums Zeit Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Norman Voigt (Author), 2002, Die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in der Zeit des Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75582
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