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Bauernkrieg und Frühbürgerliche Revolution im Geschichtsbild der DDR

Title: Bauernkrieg und Frühbürgerliche Revolution im Geschichtsbild der DDR

Seminar Paper , 2006 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ines Jachomowski (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Der Bauernkrieg nahm in der Geschichtswissenschaft der DDR eine zentrale Rolle ein. Zum einen, da dieses Ereignis – ausgehend von Friedrich Engels' Bauernkriegswerk – die Stimmigkeit der Marxistischen Revolutionstheorie bzw. der Theorie des Historischen Materialismus beweisen sollte und zum anderen, weil die DDR den Bauernkrieg als Legitimationsgrundlage des eigenen sozialistischen Staates auf deutschem Boden heranzog.

In dieser Arbeit nun sollen Bauernkrieg und Frühbürgerliche Revolution im Geschichtsbild der DDR dargestellt werden. Zu diesem Zweck werden zunächst grundlegende sozialistische Fachtermini glossarartig erläutert, um dadurch das tiefere Verständnis der Thematik zu fördern. Daraufhin folgt eine allgemeine Darstellung der DDR-Geschichtsschreibung zum Thema „Frühbürgerliche Revolution“ auf der Grundlage der Revolutionstheorie von Karl Marx sowie des Bauernkriegswerkes von Friedrich Engels. An diese eher allgemein gehaltenen Kapitel knüpft ein Abschnitt zur Entwicklung der Bauernkriegsdarstellung in der DDR mit Darstellungen ausgewählter DDR-Historiker an. Schließlich werden statt eines Fazits die Positionen der ostdeutschen Historiker jenen westdeutscher gegenübergestellt.

Als Quellen für die Darstellung der marxistischen Lehre wurden einige Werke und Aufsätze von Karl Marx und Friedrich Engels herangezogen, die größenteils in den so genannten „Blauen Bänden“, den Marx-Engels-Werken (MEW) veröffentlicht wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärungen – Erläuterung sozialistischer Fachtermini

3 Grundlegung: Darstellung der marxistischen Theorie sowie der daraus folgenden DDR-Geschichtsschreibung zur „Frühbürgerlichen Revolution“

3.1 Friedrich Engels: Der Deutsche Bauernkrieg

3.2 Allgemeine Darstellung der DDR-Geschichtsschreibung zum Thema „Frühbürgerliche Revolution“ auf der Grundlage der Revolutionstheorie von Karl Marx

4 „Bauernkrieg“ oder „Frühbürgerliche Revolution“? - Zur Entwicklung der Bauernkriegsforschung in der DDR

4.1 Forschungsaufschwung zum 450. Jahrestag des Deutschen Bauernkrieges

4.2 Darstellungen ausgewählter DDR-Historiker

4.2.1 Moisej M. Smirin

4.2.2 Max Steinmetz

4.2.3 Günter Vogler

4.3 Zusammenfassung

5 Statt eines Fazits: Vergleichende kurze Darstellung der Bauernkriegsforschung in der Bundesrepublik

6 Auswahlbibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie der Deutsche Bauernkrieg und die sogenannte "Frühbürgerliche Revolution" im offiziellen Geschichtsbild der DDR interpretiert wurden. Dabei liegt der Fokus auf der methodischen Grundlage des Historischen Materialismus und der Instrumentalisierung dieses historischen Ereignisses als Legitimationsgrundlage für den sozialistischen Staat, wobei die ostdeutsche Perspektive der Forschung in der Bundesrepublik gegenübergestellt wird.

  • Die Interpretation des Bauernkrieges im Kontext der marxistischen Revolutionstheorie.
  • Die Rolle von Friedrich Engels und Karl Marx als theoretisches Fundament der DDR-Geschichtsschreibung.
  • Thomas Müntzer als stilisierter Frührevolutionär im sozialistischen Kontext.
  • Methodische Unterschiede zwischen der ostdeutschen Interpretation und westdeutschen Forschungsansätzen.
  • Die Funktion der Geschichtswissenschaft zur Legitimation des SED-Regimes.

Auszug aus dem Buch

3.1 Friedrich Engels: Der Deutsche Bauernkrieg

Im Mai und Oktober 1850 veröffentlichte Friedrich Engels unter dem Eindruck der Märzrevolution von 1848/49 in der „Neuen Rheinischen Zeitung. Politisch-ökonomische Revue“ zwei Hefte mit dem Titel „Der Deutsche Bauernkrieg“. Engels Bauernkriegsschrift ist – ebenso wie das Bauernkriegswerk von Wilhelm Zimmermann, auf den sich Engels explizit stützt - zur Grundlage jeglicher Sichtweise auf den Bauernkrieg und die Reformation in der DDR-Geschichtswissenschaft geworden. Engels selbst wiederum nimmt die von Karl Marx begründete Revolutionstheorie und damit den in dieser Arbeit bereits angesprochenen historischen Materialismus zur Basis seiner Schrift zum Bauernkrieg.

Engels verteidigt die Märzrevolution von 1848/49, indem er auf die „revolutionäre Tradition des deutschen Volkes“ verweist, die mit dem Bauernkrieg 1525 ihren Anfang genommen hätte. Er vergleicht den Kampf von 1848/49 mit jenem über 300 Jahre zuvor: „Die Klassen und Klassenfraktionen, die 1848 und 49 überall verraten haben, werden wir schon 1525, [...], als Verräter vorfinden“. Der Bauernkrieg ist nach Engels Auffassung nicht religiös motiviert, sondern, ebenso wie die Revolution von 1848, ein politisch motivierter Klassenkampf. 1525 war die Religion keineswegs die Ursache, sondern nur ein Produkt jener Zeit, der historischen Entwicklungsstufe, auf der sich die Menschen damals befanden: „Meine Darstellung versuchte, [...], die Stellung der verschiedenen darin auftretenden Parteien, die politischen und religiösen Theorien, in denen diese Parteien über ihre Stellung sich klarzuwerden suchen, endlich das Resultat des Kampfes selbst mit Notwendigkeit aus den historisch vorliegenden gesellschaftlichen Lebensbedingungen dieser Klassen zu erklären; also die damalige politische Verfassung Deutschlands, die Auflehnungen gegen sie, die politischen und religiösen Theorien der Zeit nachzuweisen, nicht als Ursachen, sondern als Resultate der Entwicklungsstufe, auf der sich damals in Deutschland Ackerbau, Industrie, Land- und Wasserstraßen, Waren- und Geldhandel befanden“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die zentrale Rolle des Bauernkrieges in der DDR-Geschichtsforschung zur Legitimation des sozialistischen Staates.

2 Begriffsklärungen – Erläuterung sozialistischer Fachtermini: Definition zentraler Begriffe wie Revolution, Klassenkampf und Historischer Materialismus im Kontext des sozialistischen Sprachgebrauchs.

3 Grundlegung: Darstellung der marxistischen Theorie sowie der daraus folgenden DDR-Geschichtsschreibung zur „Frühbürgerlichen Revolution“: Analyse der theoretischen Basis durch Engels' Schriften und die allgemeine Anwendung der Marxschen Revolutionstheorie in der DDR.

4 „Bauernkrieg“ oder „Frühbürgerliche Revolution“? - Zur Entwicklung der Bauernkriegsforschung in der DDR: Diskussion der intensiven Forschungsaktivitäten zum 450. Jahrestag 1975 und die Positionen bedeutender Historiker wie Smirin, Steinmetz und Vogler.

5 Statt eines Fazits: Vergleichende kurze Darstellung der Bauernkriegsforschung in der Bundesrepublik: Gegenüberstellung der ostdeutschen Sichtweise mit den Forschungspositionen der Bundesrepublik, insbesondere im Hinblick auf wirtschaftsgeschichtliche Faktoren.

6 Auswahlbibliographie: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Bauernkrieg, Frühbürgerliche Revolution, DDR-Geschichtsschreibung, Historischer Materialismus, Friedrich Engels, Karl Marx, Thomas Müntzer, Klassenkampf, Reformation, Feudalismus, Kapitalismus, Sozialistische Legitimation, Geschichtsbild, Volksrevolution, Agrargeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie die Geschichtswissenschaft der DDR den Deutschen Bauernkrieg von 1525 als "Frühbürgerliche Revolution" interpretierte und für die staatliche Ideologie nutzte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Kernbereichen gehören die marxistisch-leninistische Theorie, die Rolle von Thomas Müntzer, der Vergleich mit westdeutschen Forschungspositionen und die politische Funktion von Geschichtsbildern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den ideologischen Rahmen aufzuzeigen, innerhalb dessen die DDR Historiker den Bauernkrieg zur Legitimation der DDR als Erben revolutionärer Traditionen einsetzten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine quellenbasierte Analyse durchgeführt, die historische Werke von Marx und Engels sowie DDR-Schullehrbücher und Darstellungen ausgewählter Historiker in einen vergleichenden Kontext stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung, eine detaillierte Betrachtung der DDR-Geschichtsschreibung sowie eine vergleichende Analyse der Bauernkriegsforschung in der DDR und der Bundesrepublik.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Frühbürgerliche Revolution, Historischer Materialismus, Bauernkrieg, DDR-Geschichtsschreibung und Klassenkampf.

Warum wurde Thomas Müntzer in der DDR so stark thematisiert?

Er wurde zum bedeutendsten Frührevolutionär stilisiert, da sein Wirken als Vorläufer des Klassenkampfes gegen den Feudalismus interpretiert wurde, was der SED-Ideologie diente.

Wie unterscheidet sich die ostdeutsche Interpretation von der westdeutschen?

Während die DDR den Bauernkrieg als Klassenkampf im Übergang zum Kapitalismus deutete, neigte die bundesdeutsche Forschung stärker zu sozioökonomischen und rechtshistorischen Erklärungen.

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Details

Title
Bauernkrieg und Frühbürgerliche Revolution im Geschichtsbild der DDR
College
University of Rostock  (Historisches Institut)
Grade
1,3
Author
Ines Jachomowski (Author)
Publication Year
2006
Pages
29
Catalog Number
V75628
ISBN (eBook)
9783638801041
ISBN (Book)
9783638803250
Language
German
Tags
Bauernkrieg Frühbürgerliche Revolution Geschichtsbild
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Jachomowski (Author), 2006, Bauernkrieg und Frühbürgerliche Revolution im Geschichtsbild der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75628
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