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Königserhebung und -legitimation im toledanischen Westgotenreich

Title: Königserhebung und -legitimation im toledanischen Westgotenreich

Seminar Paper , 2006 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Konrad Schellbach (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das Ziel dieser Hausarbeit besteht darin, dem Leser einen Einblick in die Königserhebung und -legitimation der westgotischen Herrscher im Toledanischen Reich zu ermöglichen.
Im ersten Gliederungspunkt gehe ich auf die westgotischen Herrschaftsinsignien ein, wobei ich in den jeweils untergeordneten Kapiteln die Rolle und möglichen Stellenwert von Thron, Szepter, Gewand und Krone näher beschreibe.
Im besonderen Maße ist die Bedeutung der Krone in der Forschung umstritten. Ich habe dies zum Anreiz genommen, ebendiese auf Basis der zuvor erarbeiteten Erkenntnisse mit den Zeugnissen der Primärquellen zu vergleichen, um somit die Eventualität eines westgotischen Krönungsbrauches im zweiten Abschnitt zu überprüfen.
Der dritte und letzte Gliederungspunkt dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Salbung der toledanischen Herrscher. Hierbei beschreibe ich den Entwicklungsprozess, welcher sich über die Bemühungen zur Schaffung einer konfessionellen Einheit der Westgoten während der Herrschaft Leovigilds, sowie der beginnenden Verchristlichung des Königtums seit Reccared I. bis hin zum endgültig konstitutiven und somit maßgeblichen Akt der westgotischen Königsweihe, spätestens seit Wamba, entwickelt hat. Da der genaue Stellenwert der Salbung im westgotischen Zeremoniell ebenso in der Forschung umstritten ist, habe ich in diesem Gliederungspunkt zusätzlich die originalen Quellen einigen vorherrschende Forschungsmeinungen gegenübergestellt und miteinander verglichen.
Unter Berücksichtigung meiner schriftlichen Hauptquellen Isidor von Sevilla, Julian von Toledo, Johannes von Biclaro, der Illustration aus dem Codex Albeldense, dem Fresko von Qusejr ’Amra, einer Auswahl von Münzen sowie einschlägiger Sekundärliteratur habe ich versucht in dieser Hausarbeit der Fragestellung nachzugehen, wie sich die westgotische Königsweihe darstellte und mit welchen Mitteln die toledanischen Herrscher versuchten, ihre Macht zu legitimieren bzw. ebendiese zum Ausdruck zu bringen. Außerdem ist die Gegenüberstellung von möglicher Krönung sowie Salbung als konstitutive Akte der westgotischen Herrscherweihe von Interesse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herrschaftsinsignien der Westgotenkönige

2. 1. Einführung

2. 2. Der Thron

2. 3. Szepter und Königsgewand der Westgotischen Herrscher

2. 4. Die Krone

3. Krönung ohne Krone? – Die Rolle der Krone bei der westgotischen Herrschaftserhebung

4. Die Salbung – Entstehung und Bedeutung

5. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Mechanismen der Königserhebung und -legitimation im toledanischen Westgotenreich unter besonderer Berücksichtigung der Herrschaftsinsignien sowie der Bedeutung von Krönung und Salbung. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie sich die westgotische Königsweihe darstellte und mit welchen Mitteln die Herrscher ihre Macht im Spannungsfeld zwischen Adel und Königtum legitimierten.

  • Analyse der westgotischen Herrschaftsinsignien (Thron, Szepter, Königsgewand, Krone).
  • Untersuchung der Bedeutung der Krone und die Frage nach einem Krönungsbrauch.
  • Historische Einordnung und Bedeutung der Königssalbung als konstitutives Element.
  • Gegenüberstellung von schriftlichen Quellen, numismatischen Belegen und archäologischen Funden.
  • Diskurs der aktuellen Forschung zur Legitimationspraxis der westgotischen Herrscher.

Auszug aus dem Buch

2.2. Der Thron

Doch warum führte Leovigild gerade den Thron ein und welche Funktion übernahm dieser im westgotischen Hofzeremoniell?

Bevor diese Frage beantwortet werden kann, ergibt sich allerdings eine erneute nicht unwichtige Problematik. In der allgemeinen Forschungsmeinung wird basierend auf Isidor von Sevilla davon ausgegangen, dass Leovigild den Thron als Insignie eingeführt hat. Beim genauen Studium der Quellen stößt man jedoch auf die Tatsache, dass bereits 455 der gallische Panegyriker Sidonius Apollinaris einen Thron für König Theoderich II. (453 – 466) am tolosanischen Hof nannte: „Neben dem Thronsessel steht der oberste Waffenträger“ und „Er erhebt sich vom Thron und hat nun Zeit, seine Schätze oder die Stallungen zu besichtigen.“ Wie kann man diesen Gegensatz nun deuten?

Vermutlich meinte Apollinaris mit der Bezeichnung „Thron“ den für germanische Völker üblichen Herrscherstuhl, der den Platz des Königs am Hofe markierte und somit ihn als „Hausherrn“ auszeichnete. Allerdings kann dies nicht bedeuten, um zum aktuellen Forschungsstand zurückzukehren, dass der Tolosanische Thron bzw. Sessel von Sidonius Apollinaris mit dem von Leovigild gleichzusetzen ist. Denn letzterer kann nicht nur als einfache Sitzgelegenheit wahrgenommen werden, sondern ist für die Begründung sowie Ausführung rechtmäßiger Königsherrschaft von entscheidender Bedeutung. In dieser Wichtigkeit ist er erst seit Leovigild bezeugt, womit zu Recht angenommen werden kann, dass der Thron erst seit diesem König als Insignie existierte.

Nach diesem kurzen Exkurs kann man nun zur Beantwortung der o.g. Frage übergehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Zielsetzung der Arbeit sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise anhand der untersuchten Herrschaftsinsignien, der Salbung und der verschiedenen Primärquellen.

2. Herrschaftsinsignien der Westgotenkönige: Analyse der Einführung von Thron, Szepter und purpurnem Gewand unter König Leovigild zur Stärkung der königlichen Macht gegenüber dem Adel.

3. Krönung ohne Krone? – Die Rolle der Krone bei der westgotischen Herrschaftserhebung: Kritische Untersuchung der These eines westgotischen Krönungsbrauches, wobei die Krone als Herrschaftsinsignie aufgrund fehlender Belege in der Forschung hinterfragt wird.

4. Die Salbung – Entstehung und Bedeutung: Erläuterung der Entwicklung der Königssalbung als konstitutiver Akt, eingebettet in die Konversion zum Katholizismus und den wachsenden göttlichen Herrschaftsanspruch.

5. Abschließende Betrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach Thron, Szepter und Salbung als wesentliche Elemente der Herrschaftslegitimation gelten, während der Krone diese Rolle nicht zugesprochen werden kann.

Schlüsselwörter

Westgotenreich, Leovigild, Königserhebung, Legitimation, Herrschaftsinsignien, Thron, Szepter, Krone, Salbung, Königsweihe, Reccared I., Wamba, Byzanz, imitation imperii, Adel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Prozesse der Königserhebung und der Herrschaftslegitimation im toledanischen Westgotenreich und untersucht, welche Zeichen und Rituale die Macht des Königs stützten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Einführung und Bedeutung der königlichen Insignien, die Rolle der Krone, die Bedeutung des purpurnen Gewandes sowie die Entwicklung und Etablierung des Ritus der Königssalbung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie die westgotische Königsweihe ablief und mit welchen Mitteln die toledanischen Herrscher ihre Macht gegenüber dem einflussreichen Adel legitimierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine Quellenanalyse durch, indem er zeitgenössische schriftliche Zeugnisse (wie Isidor von Sevilla oder Julian von Toledo) mit numismatischen Daten und archäologischen Funden (wie dem Schatz von Guarrazar) vergleicht und in den aktuellen Forschungsdiskurs einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Herrschaftsinsignien unter Leovigild, die kritische Hinterfragung der Krönung als Herrschaftsakt und die detaillierte Analyse der Salbung als konstitutives Element der Herrscherweihe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Westgotenreich, Herrschaftsinsignien, Königserhebung, Legitimation, Salbung und die spezifische Herrscherpolitik unter Königen wie Leovigild und Wamba.

Warum spielt König Leovigild eine so entscheidende Rolle in der Arbeit?

Leovigild wird als zentraler Reformer dargestellt, da er unter innenpolitischem Druck des Adels und außenpolitischem Druck durch Byzanz entscheidende Insignien wie den Thron und das purpurne Gewand einführte und eine dynastische Stabilität anzustreben versuchte.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Votivkronen bei der Legitimation?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Votivkronen – wie jene aus dem Schatz von Guarrazar – keine Herrschaftsinsignien zur Legitimation waren, sondern vielmehr zum äußeren Prunk gehörten, da sie aufgrund ihrer Beschaffenheit zum Tragen oft ungeeignet waren.

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Details

Title
Königserhebung und -legitimation im toledanischen Westgotenreich
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Grade
1,0
Author
Konrad Schellbach (Author)
Publication Year
2006
Pages
33
Catalog Number
V75641
ISBN (eBook)
9783638808514
Language
German
Tags
Königserhebung Westgotenreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konrad Schellbach (Author), 2006, Königserhebung und -legitimation im toledanischen Westgotenreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75641
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