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Autobiografische Einflüsse bei der Darstellung der Weiblichkeit in Erich Kästners Roman "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten"

Title: Autobiografische Einflüsse bei der Darstellung der Weiblichkeit in Erich Kästners Roman "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten"

Seminar Paper , 2007 , 27 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Thomas Werner (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

[...]
Und immer wieder bekommt es der Protagonist Jakob Fabian mit den verschiedensten
Facetten der Weiblichkeit zu tun. Meist dargestellt als sündige Wesen jenseits der damals herrschenden und auch teilweise heute noch geltenden Moralvorstellungen. Getrieben von existenzieller Not oder einfach nur ausgestattet mit einem Übermaß an weiblicher Lüsternheit, sollen sie sogar die Ursache allen im Roman dargestellten Übels
sein, oder wie Egon Schwarz schreibt: „Den breitesten Raum nimmt die Satire gegen
den wildgewordenen Sexus der präfaschistischen Jahre ein […].“ Das Gegenteil, die
Rolle der anständigen, lieben Frau, bleibt dabei ausschließlich der Mutter des
Protagonisten vorbehalten.
[...]
In dieser Hausarbeit sollen nun die verschiedenen Frauentypen im Roman näher betrachtet und im Verhältnis zu Kästners Biografie hinterfragt werden. Dazu wird nach einer kurzen Vorstellung des Romaninhalts und -aufbaus nacheinander auf die einzelnen Frauenbilder eingegangen, ihre Bedeutung für die Entwicklung des persönlichen Schicksals des Protagonisten aufgezeigt und nach Parallelen in der Lebenswelt des Autors gesucht, welche wiederum Rückschlüsse auf die Grundlage der Ausgestaltung der Romanfiguren erlauben. Dies erfolgt insbesondere auf der Basis des Verhältnisses Erich Kästners zu seiner Mutter, aber auch unter Berücksichtigung der Erfahrungen Kästners mit der Weiblichkeit in seiner Leipziger und Berliner Zeit bis zum Erscheinen des Romans.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Roman

3 Frauen im Fabian

3.1 Einstieg

3.2 Leda

3.3 Irene Moll

3.4 Cornelia Battenberg

3.5 Fabians Mutter

4 Resumee

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die autobiografischen Einflüsse in der Darstellung der Frauenfiguren in Erich Kästners Roman "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten". Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, inwiefern Kästners reale Biografie, speziell sein enges Verhältnis zu seiner Mutter und seine Erfahrungen mit Ilse Julius, die Ausgestaltung der Romanfiguren und das Frauenbild im Werk geprägt haben.

  • Analyse der verschiedenen Frauentypen im Roman Fabian
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen Kästners Biografie und den Romanfiguren
  • Die Mutter-Sohn-Beziehung im Spiegel der "Muttchenbriefe"
  • Der Einfluss gesellschaftlicher Zustände der Weimarer Republik auf die Geschlechterrollen
  • Darstellung von Passivität und Moralvorstellungen bei Jakob Fabian

Auszug aus dem Buch

3.3 Irene Moll

Der Höhepunkt der Darstellung der Passivität Fabians findet sich in der Gegenüberstellung mit „der emanzipierten, sexuell äußerst aktiven Irene Moll, die als Gegenpol zum entscheidungslosen Fabian angelegt ist.“ Ihrer Dominanz wird dabei von Beginn ihrer Bekanntschaft an deutlich: Sie bestimmt, das Institut der Frau Sommer zu verlassen und fällt gleich raubtierartig im Taxi über Fabian her. Dieser kann dem nichts entgegensetzen, sondern lediglich das Schicksal um Hilfe anrufen, welches ihm diese jedoch verwehrt: „Das Schicksal hatte Ausgang.“

Irene Moll ist also keineswegs so friedfertig und sanft, wie sie es ihrem Namen nach zu sein scheint, eine Tatsache, die für Fabian aber nicht überraschend sein dürfte, da er bereits bei seiner Ankunft im Institut der Frau Sommer darauf hingewiesen worden ist: „Die Menschen sehen harmloser aus, als sie sind.“ Sie zwingt ihn, mit in ihre Wohnung zu kommen, wo er von dem Vertrag zwischen ihr und ihrem Ehegatten erfährt, wonach sie jeden Mann, mit dem sie gedenkt das Bett zu teilen, zunächst ihrem Gatten vorführen und von diesem genehmigen lassen muss, anderenfalls würde sie Teile ihrer monatlichen finanziellen Zuwendungen verlieren. Am meisten jedoch bringt Fabian in Wut, dass er in den Augen der Moll lediglich ein Objekt der sexuellen Begierde darstellt: „Sie reden über mich, als wäre ich ein Stück Streuselkuchen oder ein Rodelschlitten. […] Ein Rodelschlitten bist du, mein Kleiner!“ Somit wird er, statt die eigentlich dem Mann in jener Zeit zustehende Rolle des sexuellen Eroberers einzunehmen, in die des Lammes, welches zur Schlachtbank geführt wird, gepresst: „So, nun wird der kleine Junge geschlachtet.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in den Roman Fabian ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung von Frauenrollen im Kontext von Kästners Biografie.

2 Der Roman: Dieses Kapitel gibt einen kurzen Überblick über den Inhalt des Romans Fabian und seine Darstellung der Großstadt Berlin in der späten Weimarer Republik.

3 Frauen im Fabian: Hier werden die verschiedenen Frauenfiguren des Romans detailliert analysiert und ins Verhältnis zu Kästners eigenen Lebenserfahrungen gesetzt.

3.1 Einstieg: Dieser Abschnitt thematisiert den ersten Kontakt Fabians mit der Unmoral der Großstadt und seine Beobachterrolle.

3.2 Leda: Das Kapitel untersucht die Beziehung von Labude zu Leda und zeigt Parallelen zur gescheiterten Beziehung Kästners zu Ilse Julius auf.

3.3 Irene Moll: Die Analyse konzentriert sich auf die Figur der Irene Moll als "femme fatale" und Gegenpol zum passiven Protagonisten Fabian.

3.4 Cornelia Battenberg: Hier wird Cornelia als potenzielle Partnerin und ihr Scheitern an ökonomischen Zwängen sowie ihre Bedeutung für Kästners Ehevorsammlungen diskutiert.

3.5 Fabians Mutter: Dieses Kapitel hebt die Mutterrolle als einzig positiv besetzte weibliche Figur hervor und belegt die Mutter-Sohn-Bindung durch Kästners reale Briefe.

4 Resumee: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die autobiografischen Aspekte in Kästners Werk.

Schlüsselwörter

Erich Kästner, Fabian, Frauenbilder, Autobiografie, Weimarer Republik, Literaturanalyse, Mutter-Sohn-Beziehung, Geschlechterrollen, Passivität, Moralist, Leda, Irene Moll, Cornelia Battenberg, Ilse Julius, Muttchenbriefe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Frauenfiguren in Erich Kästners Roman "Fabian" und setzt diese in Bezug zu Kästners eigener Biografie.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die geschlechtsspezifische Rollenverteilung, der moralische Verfall in der Weimarer Zeit, die Mutter-Sohn-Bindung und die Verarbeitung privater Lebenserfahrungen im literarischen Werk.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Kästner bei der Darstellung der Frauenfiguren auf einen breiten Fundus autobiografischer Erfahrungswerte zurückgegriffen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung von Kästners Briefen (Muttchenbriefe) und Sekundärliteratur zu seinem Leben und Werk.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert nacheinander die Figuren Leda, Irene Moll, Cornelia Battenberg und die Mutter Fabians und verknüpft diese mit Kästners Realität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Erich Kästner, Fabian, Autobiografische Einflüsse, Geschlechterrollen, Moral und die Weimarer Republik.

Wie wird die Rolle der Mutter in der Analyse bewertet?

Die Mutter wird als einzige positiv besetzte und treusorgende Figur im Kontrast zu den "verdorbenen" anderen Frauenfiguren im Roman dargestellt.

Was sagt die Arbeit über das Verhältnis von Fabian zu Irene Moll aus?

Die Analyse verdeutlicht, dass Irene Moll als dominanter Gegenpol zum entscheidungslosen und passiven Fabian fungiert und ihn in eine Opferrolle drängt.

Warum ist die Figur Cornelia Battenberg für den Autor wichtig?

Sie dient Kästner dazu, das Ideal einer ehrlichen Beziehung zu entwerfen, nur um an ihrer Unmöglichkeit in einer ökonomisch prekären Zeit zu scheitern.

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Details

Title
Autobiografische Einflüsse bei der Darstellung der Weiblichkeit in Erich Kästners Roman "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten"
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Deutsches Institut)
Grade
2,3
Author
Thomas Werner (Author)
Publication Year
2007
Pages
27
Catalog Number
V75648
ISBN (eBook)
9783638780490
ISBN (Book)
9783638903622
Language
German
Tags
Autobiografische Einflüsse Darstellung Weiblichkeit Erich Kästners Roman Fabian Geschichte Moralisten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Werner (Author), 2007, Autobiografische Einflüsse bei der Darstellung der Weiblichkeit in Erich Kästners Roman "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75648
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