Das Umfeld für Non Profit Organisationen (NPO) wird in der heutigen Zeit zunehmend dynamischer und komplexer. Dabei sind sie keinesfalls frei von Konkurrenz, im Gegenteil, „die Konkurrenzbeziehungen sind oft viel subtiler und für das Management schwieriger erkennbar als im Unternehmen.“
Dies zwingt die NPO, ihre internen und externen Prozesse betriebswirtschaftlich zu überdenken und auszurichten. Außerdem ist die Erarbeitung und Einführung entsprechender Steuerungskonzepte, wie sie im Profit Bereich längst etabliert sind, notwendig.
Die Balanced Scorecard ist ein solches Steuerungskonzept und wird in Unternehmen mit Gewinnorientierung mit Erfolg angewandt. Diese Arbeit soll die Anwendbarkeit der Balanced Scorecard – unter Berücksichtigung der speziellen Eigenschaften der NPOs – im Non Profit Bereich darstellen. Es sollen Vorschläge zur Modifikation des Konzepts und Grenzen in der Anwendbarkeit aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Non Profit Organisationen
2.1 Was sind Non Profit Organisationen?
2.2 Unterschiede zwischen Profit und Non Profit Organisationen
2.3 Controlling in Non Profit Organisationen
3 Die Balanced Scorecard
3.1 Das Konzept
3.2 Die Perspektiven der Balanced Scorecard
3.2.1 Die finanzwirtschaftliche Perspektive
3.2.2 Die Kundenperspektive
3.2.3 Die interne Prozessperspektive
3.2.4 Die Lern- und Entwicklungsperspektive
4 Anwendung der Balanced Scorecard in Non Profit Organisationen
4.1 Anwendbarkeit
4.2 Anpassung der Perspektiven
4.2.1 Die Finanzperspektive
4.2.2 Die Kundenperspektive
4.2.3 Die interne Perspektive
4.2.4 Lern- und Entwicklungsperspektive
4.2.5 Erweiterung der Perspektiven
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht, ob und wie das aus der Privatwirtschaft stammende Steuerungskonzept der Balanced Scorecard (BSC) erfolgreich auf Non-Profit-Organisationen (NPOs) übertragen und angepasst werden kann, um deren strategische Ausrichtung in einem zunehmend dynamischen Umfeld zu unterstützen.
- Grundlagen und Besonderheiten von Non-Profit-Organisationen
- Konzept und Struktur der klassischen Balanced Scorecard
- Notwendigkeit und Möglichkeiten der Anpassung der BSC-Perspektiven an NPO-spezifische Ziele
- Integration einer mitarbeiterorientierten Perspektive
- Grenzen und Herausforderungen bei der Implementierung in NPOs
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Konzept
Bei der Balanced Scorecard handelt es sich um ein kennzahlenbasiertes Performance-Measurement-System, welches Anfang der 90er Jahre von Professor Robert Kaplan (Harvard Business School) und David Norton (damals Berater bei KPMG) zunächst für die Anwendung in der Privatwirtschaft konzipiert wurde. Später wurde es jedoch auch von beiden Autoren für die öffentliche Verwaltung und den Non-Profit-Bereich empfohlen.
Die Balanced Scorecard will die Defizite der bisherigen Kennzahlensysteme beheben. Diese sind in der Regel eindimensional, vergangenheitsorientiert und zu sehr an monetären Erfolgsgrößen orientiert. Meist messen sie nur den kurzfristigen Erfolg und vernachlässigen die strategischen Ziele einer Organisation, die Mission. In Situationen von hoher Komplexität und Unsicherheit drohen traditionelle Kennzahlensysteme zu versagen.
Hier setzt das System der Balanced Scorecard an. Sie führt zu einem völlig neuen Steuerungsverständnis, indem sie sich auf monetäre und nicht-monetäre Leistungsmessgrößen stützt. Durch die Überwachung von nachlaufenden Zielgrößen und vorlaufenden Indikatoren („ex-post“ und „ex-ante“-Kontrolle) werden kurzfristige ebenso wie langfristige Ziele berücksichtigt. Die gemeinsame Betrachtung von Zielen und Maßnahmen anhand von Ursache-Wirkungsbeziehungen zeigt die Stärken und Schwächen der Organisation auf.
Somit ermöglicht die Balanced Scorecard eine Leistungsschau des gesamten Unternehmens sowohl aus der Kapitalgeberperspektive (Leistungsergebnis) als auch aus der Entstehungsperspektive (d. h. der Prozesse, die zur Leistungserstellung notwendig sind und deren Verbesserung).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die zunehmende Dynamik und Wettbewerbssituation für NPOs dar und begründet die Notwendigkeit moderner Steuerungskonzepte wie der Balanced Scorecard.
2 Non Profit Organisationen: Dieses Kapitel definiert NPOs, grenzt sie von gewinnorientierten Unternehmen ab und beleuchtet die Komplexität ihrer Zielsysteme sowie die Anforderungen an ein entsprechendes Controlling.
3 Die Balanced Scorecard: Hier wird das BSC-Konzept erläutert, das als ganzheitliches Steuerungssystem den Fokus von rein monetären Kennzahlen auf eine ausgewogene Sichtweise (Finanzen, Kunden, Prozesse, Lernen) erweitert.
4 Anwendung der Balanced Scorecard in Non Profit Organisationen: Dieses Kapitel analysiert, wie die klassischen BSC-Perspektiven für NPOs modifiziert werden müssen und diskutiert die sinnvolle Erweiterung um eine Mitarbeiterperspektive oder Wertebezüge.
5 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die BSC trotz notwendiger Anpassungen und Anforderungen an ein funktionierendes Qualitätsmanagement ein sehr gut geeignetes Instrument für NPOs darstellt.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, Non Profit Organisation, NPO, Controlling, Steuerungskonzept, Strategie, Performance-Measurement, Kennzahlensystem, Leistungswirkung, Mission, Mitarbeiterperspektive, Kundenperspektive, Prozessoptimierung, Qualitätsmanagement, Sozialbetriebswirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Eignung der Balanced Scorecard als Steuerungsinstrument für Non-Profit-Organisationen, die sich in einem zunehmend kompetitiven Umfeld behaupten müssen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themenfelder umfassen die Definition von NPOs, die theoretischen Grundlagen der Balanced Scorecard sowie die praktische Adaption und Modifikation dieses Modells für den gemeinnützigen Bereich.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es darzustellen, wie die Balanced Scorecard unter Berücksichtigung der spezifischen Eigenschaften von NPOs modifiziert werden kann, um sie als effektives Führungsinstrument nutzbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur zum Thema Controlling, Performance-Measurement und spezifisch zur Balanced Scorecard in NPOs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der Balanced Scorecard und ihre Perspektiven sowie die detaillierte Analyse der notwendigen Anpassungen dieser Perspektiven für die Arbeit in Non-Profit-Organisationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Balanced Scorecard, NPO, Controlling, Strategie, Leistungssteuerung und ganzheitliche Unternehmenssicht.
Warum reicht ein rein monetäres Steuerungssystem für NPOs nicht aus?
Da NPOs nicht primär auf Gewinnmaximierung ausgerichtet sind, sondern Sachziele verfolgen und oft von komplexen Anspruchsgruppen abhängen, müssen auch nicht-monetäre Ziele adäquat abgebildet werden.
Welche neue Perspektive schlägt die Autorin konkret für NPOs vor?
Die Autorin schlägt eine eigene Mitarbeiterperspektive vor, da in NPOs das Personal die Hauptressource darstellt und die Förderung von Kompetenzen und Motivation entscheidend für den Erfolg ist.
Welche Rolle spielt die "Mission" bei der Anwendung der BSC?
Die Mission dient als zentrale Klammer für alle Überlegungen und muss als Basis für die Ableitung konkreter Ziele in allen Perspektiven der Balanced Scorecard dienen.
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- Sozialbetriebswirtin (FH) Petra Petermann (Author), 2006, Die Balanced Scorecard - Ein geeignetes Steuerungsinstrument für Non Profit-Organisationen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75677