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Das makrosoziologische Cleavage-Konzept nach Lipset und Rokkan

Title: Das makrosoziologische Cleavage-Konzept nach Lipset und Rokkan

Seminar Paper , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sabrina Daudert (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Die empirische Wahlforschung beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, warum Parteien und Parteiensysteme entstehen. Mit einem Fokus auf die Auswirkungen von Entscheidungsprozessen auf die Makroebene sind diesbezüglich zunächst zwei Ansätze zu nennen. Der stratifikationstheoretische Ansatz konzentriert sich auf sozio-strukturelle Faktoren und der institutionelle Ansatz auf parteipolitische. Aus der Einseitigkeit dieser beiden Konzepte resultierte der Cleavage-Ansatz von Lipset und Rokkan. Dieser wurde im Rahmen einer „historisch-genetische[n] Rekonstruktion der Entstehung von Parteiensystemen in westeuropäischen Demokratien“ entwickelt. Cleavages werden hier interpretiert als soziale Konflikt- oder Spannungslinien, die zwischen Individuen, sozialen Gruppen oder gesellschaftlichen Organisationen verlaufen.
Die nachstehende Arbeit setzt sich mit der ursprünglichen Cleavage-Theorie, aber auch mit Weiterentwicklungen wie dem Entstehen neuer Konflikte auseinander. Es soll geklärt werden, was die historischen Ursprünge stabiler gesellschaftlicher Spannungslinien sind und welche Bedingungen für die Bildung von Parteien anhand gesellschaftlicher Spannungslinien existieren. Des Weiteren soll die mögliche Entwicklung der Parteisysteme seit ihrer Konsolidierung betrachtet werden. Abschließend erfolgt eine Einordnung Deutschlands in das Cleavage-Konzept.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Grundannahmen bei Lipset & Rokkan

Das Cleavage-Konzept

Wichtige historische Entwicklungen in Europa und deren Bedeutung für gesellschaftliche Konflikte

Freezing, Dealignment und Realignment

Cleavages im deutschen Parteiensystem

Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit setzt sich mit der ursprünglichen Cleavage-Theorie von Lipset und Rokkan auseinander, beleuchtet deren theoretische Grundlagen, historische Ursprünge stabiler Spannungslinien sowie moderne Weiterentwicklungen und untersucht abschließend die Anwendung dieses Konzepts auf das deutsche Parteiensystem.

  • Grundlegende Konzepte und Annahmen der Cleavage-Theorie.
  • Historische Entstehung gesellschaftlicher Konfliktlinien in Europa.
  • Prozesse der Parteisystementwicklung (Freezing, Dealignment, Realignment).
  • Analyse der Relevanz des Cleavage-Modells für das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland.

Auszug aus dem Buch

Das Cleavage-Konzept

Eine erste Annäherung an die Strukturen von Cleavages bieten Lipset und Rokkan durch das Aufbringen eines möglichen Modells, das stark an das AGIL-Schema von Talcott Parsons angelehnt ist. Als Ausgangspunkt kann hier die Annahme gesehen werden, dass alle sozialen Systeme und Gesellschaften Probleme bezüglich der „economic adaption (A), goal attainment (G), integration (I) and pattern maintenance of latency (L)“ lösen müssen und daher jeweils spezielle Institutionen oder Subsysteme gebildet werden: für die Adaption die Ökonomie, für die Erreichung von Zielen die Polity, die Integration wird durch Kirchen, Freiwilligenvereinigungen, Organisationen etc. erreicht und für die Strukturerhaltung werden Schulen, Haushalte, Gemeindenetzwerke u.ä. genutzt.

Entscheidende Konflikte können nach Lipset und Rokkans Weiterentwicklung innerhalb eines zweidimensionalen Raumes angeordnet werden, der aus einer territorialen und einer funktionalen Achse besteht. An den Polen der territorialen Dimension befinden sich einerseits Konflikte, die durch rein regionale Oppositionen gegenüber der nationalen Elite geführt werden, und andererseits Konflikte, die das System als Gesamtgefüge zum Inhalt haben. Die funktionale Dimension stellt interessenbezogene, ökonomische Konflikte ideologischen Freund-Feind-Konflikten gegenüber.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die empirische Wahlforschung ein und erläutert die Entstehung des Cleavage-Ansatzes zur Erklärung von Parteiensystemen.

Grundannahmen bei Lipset & Rokkan: Dieses Kapitel definiert Parteien als Allianzen in Konflikten und beschreibt deren expressive und instrumentell-repräsentative Funktionen.

Das Cleavage-Konzept: Hier wird das theoretische Modell der Konfliktlinien anhand der Dimensionen von Parsons und der Unterscheidung zwischen territorialen und funktionalen Konflikten hergeleitet.

Wichtige historische Entwicklungen in Europa und deren Bedeutung für gesellschaftliche Konflikte: Das Kapitel analysiert, wie Modernisierungsprozesse wie Reformation und industrielle Revolution zur Entstehung stabiler Konfliktlinien führen.

Freezing, Dealignment und Realignment: Hier werden Konzepte zur Stabilität und Veränderung von Parteiensystemen sowie der Einfluss soziostruktureller Wandlungsprozesse diskutiert.

Cleavages im deutschen Parteiensystem: Dieses Kapitel ordnet das deutsche Parteiensystem in das Cleavage-Modell ein und untersucht die Transformation von klassischen zu neuen Konfliktlinien.

Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Stärken und Schwächen des Cleavage-Ansatzes zusammen und bewertet die Notwendigkeit ergänzender Erklärungsmodelle für das Wahlverhalten.

Schlüsselwörter

Cleavage, Lipset und Rokkan, Wahlsoziologie, Parteiensystem, soziale Konfliktlinien, Freezing-Hypothese, Dealignment, Realignment, Klassenkonflikt, Wertewandel, Parteipräferenz, politische Soziologie, Wahlanalyse, Bundesrepublik Deutschland, gesellschaftliche Modernisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das makrosoziologische Cleavage-Konzept von Lipset und Rokkan, das erklärt, wie gesellschaftliche Spannungslinien zur Entstehung und Stabilität von Parteiensystemen beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Cleavage-Theorie, historische Entstehungsbedingungen von Konfliktlinien, die Dynamik von Parteiensystemen sowie die Anwendung dieser Konzepte auf den deutschen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die ursprüngliche Cleavage-Theorie darzustellen, Weiterentwicklungen zu beleuchten und zu klären, wie sich Parteiensysteme seit ihrer Konsolidierung entwickelt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Anwendung des Cleavage-Modells auf historische und aktuelle politische Gegebenheiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Grundannahmen, der theoretischen Herleitung, historischen Ursprüngen (z.B. Reformation, industrielle Revolution), Dynamiken wie Dealignment und Realignment sowie der Einordnung Deutschlands.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Cleavage, Parteiensystem, Freezing-Hypothese, Dealignment, Realignment, Klassenkonflikt und politische Soziologie.

Wie definiert die Arbeit das "Freezing" von Parteiensystemen?

Die "Freezing-Hypothese" besagt, dass sich Parteiensysteme in den 1920er Jahren in einer bestimmten Konfiguration "einfroren" und diese Strukturen über lange Zeit hinweg stabil blieben.

Warum wird Deutschland in der Arbeit als Sonderfall betrachtet?

Deutschland wird als Sonderfall gesehen, da hier durch historische Zäsuren und die Überkreuzung verschiedener Konfliktlinien (Klassen- und Religionskonflikte) eine spezifische Entwicklung des Parteiensystems stattfand.

Was versteht man in diesem Kontext unter "Dealignment"?

Dealignment beschreibt die abnehmende Bindungskraft klassischer, sozialstrukturell verankerter Konfliktlinien an die Parteipräferenzen der Wähler.

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Details

Title
Das makrosoziologische Cleavage-Konzept nach Lipset und Rokkan
College
University of Potsdam
Course
Wahlsoziologie
Grade
1,0
Author
Sabrina Daudert (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V75712
ISBN (eBook)
9783638803977
Language
German
Tags
Cleavage-Konzept Lipset Rokkan Wahlsoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Daudert (Author), 2006, Das makrosoziologische Cleavage-Konzept nach Lipset und Rokkan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75712
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