Wenn ich das Wort „Fehler“ höre, kommen mir sogleich Assoziationen zu Schulstunden aus den 20er Jahren, wo der Lehrer sehr dominant und autoritär über die Schüler herrschte. Wenn Schüler im mündlichen Bereich Fehler machten, so wurden sie dafür gerügt und nicht selten auch geschlagen. Hatte jemand grobe Fehler in seinem Aufsatz gemacht, so musste er manchmal 100x einen Satz richtig schreiben, damit er solch einen Fehler ja nicht mehr begehe. Dies hatte natürlich zur Folge, dass die Schüler Angst vor dem Lehrer, aber auch Angst davor bekamen, etwas falsch zu machen. Dass dies nicht der richtige Weg ist, den Schülern beizubringen, wie man sich sicher in einer Fremdsprache bewegt und welche positiven Seiten Fehler haben, dies soll in der Hausarbeit gezeigt werden. Dazu werden im ersten Teil die Begriffe „Fehler“ und „Fehleranalyse“ definiert und der Forschungsstand diskutiert, im zweiten Teil wird die Fehleranalyse von Katharina Kuhs interpretiert und ihre Vorschläge an Geschichten von sechs Kindern mit Migrationshintergrund erprobt. Die Fehleranalyse kann dazu beitragen, eine Fehlertherapie durchzuführen. Dies soll im dritten Teil der Hausarbeit betrachtet werden und mit einer Didaktisierung für einen Fehlerunterricht schließen.
Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis
2 Einleitung:
3 Theoretische Überlegungen zu Fehleranalyse und -therapie
4 Die Fehleranalyse nach Katharina Kuhs
4.1 Anwendung der Fehleranalyse nach Kuhs
5 Fehlerunterricht
6 Zusammenfassung
8 Anhang
8.1 Anlage 1: Aufgabenstellung
8.2 Anlage 2: Türkisches Mädchen
8.3 Anlage 3: Türkisches Mädchen
8.4 Anlage 4: Arabischer Junge
8.5 Anlage 5: Arabisches Mädchen
8.6 Anlage 6: Bosnischer Junge
8.7 Anlage 7: Russischer Junge
8.8 Anlage 8: Deutsches Mädchen
8.9 Anlage 9: Deutscher Junge
8.10 Anlage 10: Korrekturen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung von Fehlern im Fremdsprachenerwerb von Kindern mit Migrationshintergrund zu untersuchen und praktische Wege für einen konstruktiven Fehlerunterricht aufzuzeigen, um Lernblockaden durch Angst vor Fehlern abzubauen.
- Grundlagen der Fehleranalyse und Fehlertheorien
- Methodik der Fehleranalyse nach Katharina Kuhs
- Praktische Erprobung der Fehleranalyse an ausgewählten Schülertexten
- Strategien und Didaktisierung für einen motivierenden Fehlerunterricht
Auszug aus dem Buch
4 Die Fehleranalyse nach Katharina Kuhs
Katharina Kuhs hat zu dem Thema „Fehleranalyse“ einen Aufsatz geschrieben, wo sie versucht, die Erkenntnisse aus der Forschung mit der Praxis zu verbinden. Sie stellt eine Systematik vor, mit der man Schülertexte auf ihre Fehler hin analysieren kann und wie man die gewonnenen Ergebnisse in den Unterricht einfließen lassen kann. In einem kurzen Überblick soll diese nun vorgestellt werden. Zunächst einmal bemerkt Kuhs, dass unter Fehleranalyse sehr unterschiedliche Überlegungen zusammengefasst werden. So ist die Fehleranalyse ein Sammelbegriff ihrer einzelnen Teile, die einen unterschiedlich hohen Stellenwert haben können, und ihrer Ziele.
Kuhs vergleicht den ungesteuerten Spracherwerb, wie er bei Kindern normal abläuft, mit dem gesteuerten, den man im Fremdsprachenunterricht finden kann, und so stellt sie fest, dass Kinder bei dem Muttersprachenerwerb natürlich auch Fehler machen und nur durch diese Fehler lernen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Inhaltsverzeichnis: Auflistung der Kapitelstruktur der Arbeit.
2 Einleitung:: Darstellung der persönlichen Motivation und der Zielsetzung der Hausarbeit hinsichtlich des Umgangs mit Fehlern im Unterricht.
3 Theoretische Überlegungen zu Fehleranalyse und -therapie: Erörterung wissenschaftlicher Definitionen von Fehlern, Abweichungen und der Bedeutung von Fehleranalyse für den Lernprozess.
4 Die Fehleranalyse nach Katharina Kuhs: Vorstellung der Systematik von Katharina Kuhs zur Verbindung von theoretischer Fehleranalyse mit schulpraktischer Anwendung.
4.1 Anwendung der Fehleranalyse nach Kuhs: Praktische Erprobung der Analyse-Methode anhand von sechs Schülergeschichten von Kindern mit Migrationshintergrund im Vergleich zu deutschen Muttersprachlern.
5 Fehlerunterricht: Entwicklung von didaktischen Ansätzen und konkreten Unterrichtsmethoden zur Fehlerbehandlung und Fehlerprophylaxe im DaF-Unterricht.
6 Zusammenfassung: Resümee der Arbeit und Bestätigung der Bedeutung einer positiven Fehlerkultur für den Lernfortschritt.
8 Anhang: Dokumentation der verwendeten Aufgabenstellung, der Originalschülertexte und der Korrekturbeispiele.
8.1 Anlage 1: Aufgabenstellung: Präsentation der zur Erstellung der Erzähltexte verwendeten Bildergeschichte.
8.2 Anlage 2: Türkisches Mädchen: Erstes Beispiel eines Schülertextes im Anhang.
8.3 Anlage 3: Türkisches Mädchen: Zweites Beispiel eines Schülertextes im Anhang.
8.4 Anlage 4: Arabischer Junge: Drittes Beispiel eines Schülertextes im Anhang.
8.5 Anlage 5: Arabisches Mädchen: Viertes Beispiel eines Schülertextes im Anhang.
8.6 Anlage 6: Bosnischer Junge: Fünftes Beispiel eines Schülertextes im Anhang.
8.7 Anlage 7: Russischer Junge: Sechstes Beispiel eines Schülertextes im Anhang.
8.8 Anlage 8: Deutsches Mädchen: Vergleichstext eines muttersprachlichen Kindes.
8.9 Anlage 9: Deutscher Junge: Vergleichstext eines muttersprachlichen Kindes.
8.10 Anlage 10: Korrekturen: Dokumentation des korrigierten Schülertextes zur Veranschaulichung der Fehlertherapie.
Schlüsselwörter
Fehleranalyse, Fehlerunterricht, Deutsch als Zweitsprache, Migrationshintergrund, Interferenz, Fehlertherapie, Fremdsprachenunterricht, Fehlerprophylaxe, Interlanguage, Zweitsprachenerwerb, Identitätshypothese, Fehlerkorrektur, Kontrastivhypothese, Schülertexte, Sprachproduktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Fehler im Deutschunterricht bei Kindern mit Migrationshintergrund analysiert und pädagogisch sinnvoll zur Fehlertherapie genutzt werden können, anstatt sie ausschließlich negativ zu sanktionieren.
Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Grundlagen der Fehleranalyse, der praktischen Anwendung nach Katharina Kuhs sowie der Entwicklung von didaktischen Strategien für einen produktiven Fehlerunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Lehrern aufzuzeigen, dass Fehler als notwendiger Teil des Lernprozesses begriffen werden sollten, und Möglichkeiten zu bieten, diese systematisch für die Unterrichtsplanung zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt die Methode der Fehleranalyse nach Katharina Kuhs, um Schülertexte auf Fehlerursachen hin zu untersuchen, und vergleicht diese mit Texten deutscher Muttersprachler.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Hintergründe erläutert, dann die Methode von Kuhs vorgestellt und anschließend an sechs Fallbeispielen von Kindern mit Migrationshintergrund in der Praxis erprobt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Fehleranalyse, Fehlerunterricht, DaZ (Deutsch als Zweitsprache), Fehlerprophylaxe und die Kontrastivitätshypothese.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von traditionellen Ansätzen der Fehlerkorrektur?
Im Gegensatz zu traditionellen Ansätzen, die Fehler als Versagen werten, plädiert diese Arbeit für ein wertungsfreies Umfeld, in dem Fehler als diagnostische Hinweise für den Lehrer dienen.
Warum wurde die Fehleranalyse nach Katharina Kuhs gewählt?
Die Methode von Kuhs wurde gewählt, weil sie versucht, theoretische Erkenntnisse mit den Anforderungen der Unterrichtspraxis zu verbinden und eine Systematik bietet, die über eine bloße Fehlermarkierung hinausgeht.
Welche Rolle spielen die Vergleichstexte der deutschen Kinder?
Sie dienen als Referenz, um ein Verständnis dafür zu entwickeln, welche Schwierigkeiten bei der Textproduktion im Alter von ca. 10 Jahren als entwicklungsbedingt „normal“ anzusehen sind und welche spezifisch durch den Zweitspracherwerb bedingt sein könnten.
- Quote paper
- Katharina Veit (Author), 2006, Fehleranalyse und Fehlerunterricht am Beispiel schriftlicher Erzähltexte von Kindern mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75776