Analyse der Bundesstaatsidee in den „Federalist Papers“ und in den Werken der Autoren der „Papers“


Diplomarbeit, 2005

178 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

Verzeichnis der Gesetze und anderer Vorschriften

Abbildungsverzeichnis

1. Zweck und Anlage der Arbeit

2. Die Autoren der Federalist Papers, ihr Menschenbild und die Notwendigkeit des Staates
2.1 Die Autoren der Federalist Papers
2.1.1 Alexander HAMILTON (1757-1804)
2.1.2 John JAY (1745-1829)
2.1.3 James MADISON (1751-1836)
2.1.4 Die intellektuellen Einflüsse auf HAMILTON, JAY und MADISON
2.2 Die Federalist Papers und ihre geschichtliche Einordnung
2.2.1 Die Federalist Papers
2.2.2 Wichtige Begriffe in den Federalist Papers und ihre Übersetzung
2.2.3 Die Geschichtliche Ausgangssituation
2.2.3.1 Der Ursprung der „States“
2.2.3.2 Der Weg zur Unabhängigkeit
2.2.3.3 Die Entstehung der amerikanischen Verfassung
2.3 Das Menschenbild der Autoren der Federalist Papers und die Notwendigkeit des Staates
2.3.1 Das Menschenbild der Autoren der Federalist Papers
2.3.2 Notwendigkeit und Zweck des Staates

3. Die Organisationsform des „good government“
3.1 Die Betrachtung der Suche nach einer Organisationsform des „good government“ als Entscheidungsvorgang
3.2 Der Entscheidungsvorgang der Suche nach einer Organisationsform des „good government“
3.2.1 Zweck- und Zielsetzungsphase
3.2.2 Phase der Festlegung von Prioritäten
3.2.3 Definition der Situation
3.2.4 Die Suche nach alternativen Maßnahmen
3.2.5 Die Bewertung der alternativen Maßnahmen
3.2.5.1 Die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf das Zusammengehörigkeitsgefühl der Amerikaner
3.2.5.2 Die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf Politik und Verwaltung
3.2.5.3 Die ökonomische Vorteilhaftigkeit der „Union“
3.2.5.4 Die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf die Sicherheit der Bürger
3.2.5.4.1 Die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf äußere Sicherheit
3.2.5.4.2 Die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf innere Sicherheit
3.2.6 Die Auswahl der besten Maßnahme

4. Die Ausgestaltung der „Union“
4.1 Die Ausgestaltung der „Union“ als Republik
4.1.1 Die Bedeutung von „republic“
4.1.2 Federalist No. 10 und die Bedeutung von „factions“
4.1.3 Repräsentative Republik statt reiner Demokratie
4.2 Schwächen der „Articles of Confederation“
4.3 Die Forderung nach einer “more perfect Union”

5. Die „more perfect Union“ als Idee des Bundesstaates
5.1 Bisherige Untersuchungen zur Idee des Bundesstaates (in den Federalist Papers)
5.2 Die Idee des Bundesstaates
5.2.1 Grundprinzipien der Bundesstaatsidee bei den Autoren der Federalist Papers
5.2.2 Die Entstehung des Bundesstaates
5.2.3 Die Kompetenzen von „Union“ und „States“
5.2.3.1 Die Zuweisung von Kompetenzen an die Union
5.2.3.2 Die Notwendigkeit der der „Union“ zugewiesenen Kompetenzen
5.2.3.3 Die Unschädlichkeit der der „Union“ zugewiesenen Kompetenzen in ihrer Gesamtheit
5.2.4 Die Verteilung der Kompetenzen von „Union“ und „States“ auf die Gewalten
5.2.4.1 Gewaltenteilung im Bundesstaat
5.2.4.2 Die Legislative im Bundesstaat
5.2.4.2.1 Das Repräsentantenhaus
5.2.4.2.2 Der Senat
5.2.4.3 Die Exekutive im Bundesstaat
5.2.4.3.1 Der Präsident
5.2.4.3.2 Die Verwaltung
5.2.4.4 Die Judikative im Bundesstaat und das Problem der fehlenden „Bill of Rights“
5.2.4.4.1 Die Judikative im Bundesstaat
5.2.4.4.2 Das Problem der fehlenden „Bill of Rights“
5.2.5 Die Beantwortung der Frage, ob die Verfassung „national“ oder „federal“ sei

6. Ausblick

Literaturverzeichnis

Anlage 1: Nordamerika nach dem Friedensschluss 1783

Anlage 2: Die Ratifizierung der amerikanischen Verfassung

Erklärung gemäß § 12 Abs. 6 Satz 1 der Allgemeinen Diplomprüfungsord­nung der Universität der Bundeswehr München

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verzeichnis der Gesetze und anderer Vorschriften

Abbildungsverzeichnis

Nr. 1: Hermeneutischer Zirkel (Quelle: Darstellung nach C. DANNER, a. a. O., S. 57)

Nr. 2: „Charakter“ der Verfassung nach MADISON (Quelle: eigene Darstellung)

1. Zweck und Anlage der Arbeit

Vorliegende Arbeit hat die Analyse der Bundesstaatsidee in den „Federalist Papers“[1] und in anderen Werken der Autoren der „Papers“, Alexander HAMILTON, John JAY und James MADISON, zum Thema.

Dabei scheint es nahe liegend zu sein, zunächst zu klären, was im Allgemeinen unter einem „Bundesstaat“ zu verstehen ist. Danach müsste geprüft werden, ob ein dem „Bundesstaat“ äquivalenter Begriff in den „Federalist Papers“ zu finden ist oder ob eine Umschreibung der herausgearbeiteten allgemeinen Bedeutung von „Bundesstaat“ zu­mindest implizit vorhanden ist. Wenn eine dieser Möglichkeiten zuträfe, könnte die spezifische Bedeutung des Bundesstaats in den „Federalist Papers“ herausgearbeitet werden. Hierbei könnte die Untersuchung wiederum logisch unter zwei Aspekten be­trachtet werden. Zum einen kann die Betrachtung der Idee des Bundesstaates in den „Federalist Papers“ sich auf konkrete (z. B. geschichtliche, geographische, soziale, wirt­schaftliche, kulturelle) Situationen und Handlungsmöglichkeiten beziehen, zum anderen kann analysiert werden, welche dieser Vorstellungen vom Bundesstaat nach Meinung der Autoren der „Federalist Papers“ als überzeitliche, nicht an einen Ort oder bestimmte soziale, wirtschaftliche oder kulturelle Lebensverhältnisse gebundene, allgemeingültige Bundesstaatsidee gelten sollen.

Die beschriebene Vorgehensweise legt den Einwand nahe, dass durch den anfangs ein­geführten allgemeinen Begriff „Bundesstaat“ die Untersuchung sich in einem Kreis bewege und letztendlich nur das ( sc. die überzeitliche Bundesstaatsidee in den „Federalist Papers“) herausfände, was sie schon vorausgesetzt hatte. In der formalen Logik wird in solchen Fällen von einem Zirkel- oder einem Ringschluss gesprochen. Diesen Schluss­arten kommt keine formale Beweiskraft zu. Damit ist über den materia­len Wert der Aussagen allerdings noch nichts ausgesagt. Sie können wahr oder falsch sein.

Anspruch dieser Untersuchung kann aber nicht nur sein, dass die darin entwickelten Ergebnisse wahr, bzw. zumindest nicht falsch sind.[2] Dies ist lediglich als notwendige Bedingung anzusehen. Zusätzlich zu dieser notwendigen Bedingung muss zumindest die weitergehende Forderung erfüllt werden, dass die Idee des Bundesstaates in den „Federalist Papers“ vollständig abgehandelt wird. Der vorher skizzierte Einwand kann mit Hilfe dieser Überlegung dahingehend präzisiert werden, dass sowohl in Frage steht, ob mit der beschriebenen Anlage der Arbeit wahre Aussagen über das gestellte Thema getroffen werden können, als auch, ob diese Aussagen das Thema erschöpfend behan­deln können oder ob durch die Einführung der allgemeinen Idee des Bundesstaates am Anfang der Untersuchung nicht von einem begrenzten Standpunkt aus eine Vorweg­nahme des Ergebnisses erfolgt, die dann zu einer unzulässigen Verengung der Bundes­staatsidee in den „Federalist Papers“ führen kann.

Diese methodologischen Fragen sind vor der eigentlichen Untersuchung abzuhandeln, da diese als gescheitert angesehen werden müsste, wenn der Nachweis geführt werden könnte, dass die Anlage der Arbeit nicht dazu geeignet ist, dem Thema gerecht wer­dende Ergebnisse zu liefern. Es soll damit zumindest sichergestellt werden, dass die Anlage der Arbeit nicht notwendig zu Fehlern im Untersuchungsergebnis führen muss.

Zunächst wird daher geprüft werden, ob diese Anlage der Arbeit tatsächlich zu einer zirkulären Argumentation führen würde.

Die Schwierigkeit des Themas scheint darin zu liegen, dass die„Bundesstaatsidee“ in den Federalist Papers gefunden werden muss und es zuvor nötig ist zu wissen, was all­gemein unter „Bundesstaat“ verstanden wird. In dem allgemeinen Verständnis von „Bundesstaat“ ist aber die – noch unbekannte und erst durch die Untersuchung heraus­zufindende- Idee vom „Bundesstaat“ in den Federalist Papers enthalten. Diese kann nun wiederum nicht bestimmt werden, weil unklar ist, was unter „Bundesstaat“ allgemein verstanden wird. Es liegt also tatsächlich eine zirkuläre Betrachtungsweise vor.

Diese ist jedoch nicht mit Mängeln behaftet, dies wäre dann der Fall, wenn aus willkür­lichen Voraussetzungen versucht würde, diese sich über Umwege selbst „beweisen“ zu lassen. Hier hängen die Definitionen der allgemeinen Bundesstaatsidee und der Bundes­staatsidee in der „Federalist Papers“ aber sachlogisch zusammen. Als Definitionen müs­sen sie zudem tautologisch sein. Die vorgeschlagene Vorgehensweise ist deshalb aus wissenschaftstheoretischer Sicht korrekt.

Trotzdem ist sie für die Zwecke dieser Untersuchung undurchführbar, da die Suche nach der allgemeinen Bundesstaatsidee den vorgegebenen Rahmen sprengen würde und zudem fraglich ist, ob überhaupt eine solche einheitliche und allgemeine Idee vom Bun­desstaat existiert.[3] Zudem müsste hier zuerst auf den Ursprung der Bundesstaatsidee eingegangen werden, welcher, dies soll hier angenommen werden, bei den „Federalist Papers“ liegt.[4]

Zweckmäßiger erscheint es daher, hermeneutisch vorzugehen und von einem Vorver­ständnis ausgehend, die Idee des Bundesstaates bei den Autoren der „Federalist Papers“ nach und nach besser zu „verstehen“. Die Hermeneutik, die Kunst und die Theorie der Aus­legung[5], versucht dem problematisierten Zirkel durch eine spiralförmige Bewegung zu entgehen. Das Vorverständnis wird durch das Lesen von Texten erweitert (V zu V1, s.u.). Dadurch wird der Text besser verstanden und so beeinflussen sich Vorverständnis und Textverständnis, bis der Text „verstanden“ ist. Diese Methode wird in der folgen­den Abbildung deutlich.

Abb. Nr. 1: Hermeneutischer Zirkel (Quelle: Darstellung nach C. DANNER, a. a. O. S. 57)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Legende zu Abbildung 1: V= Vorverständnis; T= Textverständnis, V1 = erweitertes Vorverständnis; T1 = erweitertes Textverständnis usw.

Nach den bisherigen Ergebnissen zur Anlage der Untersuchung wären verschiedene Wege möglich, die Bundesstaatsidee in den „Federalist Papers“ und in anderen Werken der Autoren der Papers zu analysieren. Als Vorverständnis könnte eine Forschungs­hypothese oder eine weit gefasste Definition von „Bundesstaat“ dienen. Es wäre auch möglich, das Ergebnis der Untersuchung voranzustellen. Als weitere Möglichkeit böte sich an, die Entwicklung von Verfassungsdokumenten chronologisch aufzuführen und daran die Idee des Bundesstaates in den „Federalist Papers“ zu schildern. Hier soll je­doch ein anderer Ansatz angewendet werden. Es wird nicht direkt von der „Bundes­staatsidee“ bei HAMILTON, JAY und MADISON ausgegangen, sondern von HAMIL­TON, JAY und MADISON selbst. Dies erscheint deshalb als der logisch richtige Weg, weil hier Schritt für Schritt vorgegangen wird. Der erste Schritt führt zu den Autoren der „Federalist Papers“, in einem zweiten Schritt wird die „Bundesstaatsidee“ analy­siert, während bei der alternativen Vorgehensweise zwei Schritte auf einmal bewältigt werden müssten.

In zahlreichen Untersuchungen zum Thema Bundesstaat findet sich zudem die Vermu­tung, dass sich die Idee des Bundesstaates nicht nur aufgrund der Lektüre überlieferter staatsphilosophischer Betrachtungen ergab, sondern hauptsächlich aus den historischen Gegebenheiten.[6] Diese müssen daher auf jeden Fall in dieser Untersuchung berücksich­tigt werden. Es spielt dabei keine Rolle, ob sich zeigen wird, dass die historischen Ver­hältnisse tatsächlich ausschlaggebend für die Idee des Bundesstaats waren (dann wären sie für das Verständnis des Entstehens der Bundesstaatsidee und der Bundesstaatsidee selbst unabdingbar) oder nicht (dann würde eine weit verbreitete Auffassung falsifiziert werden).

Die Untersuchung wird deshalb mit der Vorstellung der Autoren der „Federalist Papers“ beginnen. Dabei wird auf deren Menschenbild eingegangen und daraus abgeleitet wer­den, warum es überhaupt einen Staat geben muss und welche Vorstellung HAMILTON, JAY und MADISON von diesem haben. Nachdem im zweiten Abschnitt dann festge­stellt worden ist, dass es eine Staatsorganisation geben müsse (oder auch nicht, dann erfolgt ein Abbruch der Untersuchung), wird im dritten Abschnitt die Frage beantwor­tet, welche Staatsorganisation es nach Auffassung der Autoren der „Federalist Papers“ in Amerika geben müsse. Danach folgt der Hauptteil der Arbeit (in den Abschnitten 4 und 5). Hier wird geklärt werden, wie die gefundene Staatsform ausgestaltet sein muss. Dabei wird die Idee des Bundesstaates bei den Autoren der „Federalist Papers“ (falls vorhanden) entfaltet werden. Danach erfolgt ein Ausblick auf die Anwendung der Er­gebnisse dieser Untersuchung auf Gegenwart und Zukunft.

2. Die Autoren der Federalist Papers, ihr Menschenbild und die Notwendigkeit des Staates

Im folgenden Abschnitt wird ausgehend von den Autoren der Federalist Papers und ihrem Menschenbild dargelegt, warum es nach deren Auffassung überhaupt einen Staat geben solle, was eine Mindestvoraussetzung für die Idee des Bundesstaates, welcher ein auf ganz bestimmte Art und Weise gestalteter Staat ist, darstellt.[7] Dabei sollen auch für die Untersuchung wichtige allgemeine Hintergrundinformationen über HAMILTON, JAY und MADISON sowie der hier hauptsächlich betrachteten Schrift, dem „Federa­list“, in systematischer Art und Weise gegeben werden. Auf diese allgemeinen Ausfüh­rungen kann dann im Hauptteil rekurriert werden, wenn dazu weitergehende Ausfüh­rungen nötig sein sollten. Dies soll vermeiden, dass im Hauptteil der Untersuchung ständig Einschübe notwendig werden, deren gemeinsame Basis dann jedes Mal wieder­holt werden müsste, was unzweckmäßig und für den Leser unübersichtlich wäre.

2.1 Die Autoren der Federalist Papers

Zuerst wird in diesem Abschnitt auf die Biographien von HAMILTON, JAY und MA­DISON eingegangen. Dabei sind vor allem Herkunft, Art der Bildung und die durchlau­fenen politischen Stationen von Interesse. Danach sollen die intellektuellen Einflüsse auf die genannten Autoren der „Federalist Papers“ dargestellt werden. Dies alles dient als erster Überblick, um zu verstehen, wessen Idee des Bundesstaats später analysiert werden soll.

2.1.1 Alexander HAMILTON (1757-1804)

HAMILTON wurde in 1757 Westindien geboren.[8] Er kam aus keiner besonders wohlha­benden Familie und seine Herkunft konnte nie endgültig geklärt werden.[9]

Er fing schon 1768, im Alter von elf Jahren, eine Lehre als kaufmännischer Angestellter („clerk“) an und arbeitete vier Jahre lang in einem Handelshaus.[10] Nachdem er 1772 ei­nen hervorragenden Zeitungsartikel geschrieben hatte, sammelten Bekannte Geld, um ihm eine Schulausbildung in Amerika zu finanzieren.[11] Er ging dort zuerst auf eine pres­byterianische Schule und dann auf das renommierte King’s College in New York (die heutige Columbia University).[12] HAMILTON trat danach in die Armee ein und machte dort bald auf sich aufmerksam.[13] So wurde er von George WASHINGTON gefördert und war von 1777 bis 1781 dessen Sekretär und Adjutant im Range eines Lieutenant-Colonel (Oberstleutnant).[14] In dieser Zeit heiratete er auch die Tochter (Elizabeth SCHUYLER) eines der reichsten und einflussreichsten Männer New Yorks (General Philip SCHUYLER)[15] und schrieb im Anschluss den „Continentalist“[16]. Er studierte 1781 Rechtswissenschaft im Selbststudium und wurde als Anwalt zugelassen.[17] Danach war HAMILTON für kurze Zeit Abgeordneter im „Continental Congress“ (Kontinen­talkongress).[18] Nach den Revolutionskriegen war er Mitgründer der Bank of New York und später Finanzminister (secretary of Treasury) in der Regierung Washingtons.[19] Er hatte einen wesentlichen Einfluss auf das Zustandekommen der amerikanischen Verfas­sung.[20]

1804 starb HAMILTON in einem Duell.[21]

2.1.2 John JAY (1745-1829)

John Jay wurde 1745 in New York geboren.[22] Er stammte aus einem wohlhabenden Elternhaus, sein Vater war ein reicher Händler, der es sich leisten konnte, sich im Alter von 40 Jahren vom Geschäftsleben auf sein Landhaus zurückzuziehen.[23] John JAY be­suchte ab dem Jahre 1760, wie auch HAMILTON später, das King’s College[24] und schloss dieses 1764 im Alter von neunzehn Jahren ab[25]. Er begann sofort danach in ei­ner Anwaltskanzlei zu arbeiten und Jura zu studieren.[26] JAY war in seiner Jugend nicht brillant und auffällig wie HAMILTON, gleichwohl seine große Begabung sichtbar wurde, sondern eher ruhig und arbeitsam.[27]

Die Familie JAYS fühlte sich den „Whigs“[28] zugehörig und unabhängig von Eng­land.[29] Durch seine Herkunft und seine Heirat, seine Frau war die Tochter des reichen Groß­grundbesitzers Livingston, der auch ein einflussreicher Anhänger der „Whigs“ war, konnte JAY schon in jungen Jahren Beziehungen zu den damaligen Eliten der Ge­sell­schaft aufbauen.[30]

Von 1774-1776 war JAY Abgeordneter im Kontinentalkongress.[31] Seine politische Hal­tung in diesen Jahren wird als konservativ, aber nicht als königstreu (dem König von England gegenüber) beschrieben.[32] 1779 wurde JAY dann zum Präsidenten des Kontinentalkongresses gewählt.[33]

Jay war ab 1784 fünf Jahre lang Außenminister und später (1789) der erste oberste Richter des „Supreme Courts“[34] und Bürgermeister von New York (1797-1801).[35] Da­nach zog sich JAY aus der Politik zurück.[36]

Er starb 1829 in seinem Landhaus in der Nähe von New York.[37]

2.1.3 James MADISON (1751-1836)

James MADISON wurde 1751 in Virginia geboren.[38] Seine Eltern besaßen Tabakplantagen, waren finanziell vermögend und damit unabhängig.[39]

Ab 1769 besuchte MADISON das College in Princeton.[40] Schon sieben Jahre später, im Jahre 1776, wurde er als Abgeordneter in die Virginia Convention gewählt und war dort an der Ausarbeitung der Verfassung Virginias und deren „Bill of Rights“ beteiligt.[41] 1780 wurde er als Abgeordneter in den Kontinentalkongress entsandt.[42] MADISON setzte sich dort vor allem gegen das Drucken von Papiergeld ein, das inflationäre Ten­denzen nach sich zog.[43] Nachdem MADISON sich von der Mitte des Jahres 1783 bis in das Jahr 1784 hinein aus dem politischen Leben zurückgezogen hatte,[44] wurde er wieder Abgeordneter in Virginia bis ins Jahr 1787.[45] Während dieser Zeit setzte er sich für die Versammlungen in Annapolis[46] und Philadelphia[47] ein und beeinflusste dort die Ausar­beitung der Verfassung wesentlich.

MADISON wird von HOFSTADTER[48] „philosopher of the constitution“ (Philosoph der Verfassung), von einem damaligen Korrespondenten „author of the constitution“ (Autor der Verfassung)[49] genannt. Gleichwohl BANNING letztere Auffassung für übertrieben hält, zeige diese die Wichtigkeit MADISONS für die amerikanische Verfassung.[50]

MADISON war von 1789 bis 1797 Abgeordneter im „House of Representatives“ (Repräsentenhaus), dort war er an der Ausarbeitung der „Amendments“ (Ergänzungen), die die fehlende „Bill of Rights“ ersetzten, beteiligt.[51] Nachdem er sich 1797 wieder für kurze Zeit ins Privatleben zurückgezogen hatte,[52] war er 1799 wieder Abgeordneter in Virginia und wurde dann im Jahr 1801, als Jefferson Präsident wurde, Außenminister.[53] MADISON wurde im Jahr 1808 nach JEFFERSON zum vierten Präsidenten der Verei­nigten Staaten von Amerika gewählt.[54] Nach zwei Amtsperioden (1809-1817) half er JEFFERSON bei der Gründung der University of Virginia und war weiterhin politisch aktiv.[55] Er starb 1836.[56]

Nachdem in den ersten drei Abschnitten in einem kurzen Abriss die Lebensläufe von HAMILTON, JAY und MADISON dargestellt wurden, soll im nächsten Abschnitt dar­auf eingegangen werden, welche Autoren sie studiert hatten und von wem sie intellek­tuell beeinflusst worden sind.

2.1.4 Die intellektuellen Einflüsse auf HAMILTON, JAY und MADISON

Die intellektuellen Einflüsse auf MADISON sind sehr schwer festzustellen, da er selbst kaum Hinweise auf seine Quellen gab.[57] Diese Aussage gilt für HAMILTON und JAY entsprechend.

“The founders hardly ever discussed their intellectual heritage explicitly, and in their writings, they often failed to let the reader know whom they were quoting.”[58]

Aufgrund dieser Schwierigkeit und dem verfolgten Erkenntnisinteresse kann an dieser Stelle der Untersuchung daher keine eigenständige allgemeine und detaillierte Analyse der intellektuellen Einflüsse auf HAMILTON, JAY und MADISON erfolgen. Stattdes­sen sollen die bisherigen Forschungsergebnisse hierzu überblicksartig dargestellt wer­den und dort, wo im „Federalist“ oder in anderen Werken der Autoren Lehren über­nommen wurden, die für eine bestimmte Stelle dieser Untersuchung relevant sind, wird dann an dieser gesondert darauf hingewiesen.

Die Frage des intellektuellen Einflusses auf die Autoren der Federalist Papers ist gut erforscht, aber umstritten. Strittig ist dabei nicht die Frage, ob, sondern hauptsächlich die Frage, in welchem Ausmaß andere Autoren Einfluss auf die Werke HAMILTONS, JAYS und MADISONS hatten.[59]

Unbestritten ist jedenfalls der große Einfluss der Lehren von LOCKE und MONTES­QUIEU auf die Autoren der Federalist Papers.[60] Des Weiteren wird auf den Einfluss von HOBBES auf den „Federalist“ verwiesen.[61]

Das Studium der klassischen griechischen und römischen Schriftsteller gehörte zur da­maligen schulischen Basisausbildung. CHINARD[62] folgert in einem Aufsatz über den Einfluss der klassischen griechischen und römischen Schriftsteller auf die Gründungs­väter der amerikanischen Verfassung:

„[I]t is necessary to realize that the most modern form of government is not un­connected with the political thought and the political experience of ancient times.”

Er weist diesen Einfluss dabei ausgiebig auf HAMILTON und MADISON nach.[63]

Bei MADISON ist die Lektüre von zumindest ARISTOTELES, PLUTARCH und DE­MOSTHENES bekannt.[64] Nach BURNS[65] sind allerdings PLATO und CICERO, wie auch MACHIAVELLI und ROUSSEAU überhaupt nie bei MADISON erwähnt.[66]

JONES[67] weist hingegen darauf hin, dass ROUSSEAU bei MADISON zumindest bekannt war und auch über dessen Theorien diskutiert wurde. Des Weiteren führt er aus, dass neben MONTESQUIEU auch TURGOT und TARGET bei MADISON bekannt gewesen seien.[68] Der Einfluss von französischen Theoretikern zur damaligen Zeit in Amerika wird allerdings gemeinhin als gering beschrieben.[69] Eine Ausnahme bildet davon alleine der schon erwähnte MONTESQUIEU.

Von HAMILTON ist bekannt, dass er sich in seiner Jugend intensiv mit HUME be­schäftigte.[70] Auch MADISON hat die Werke HUMES zumindest gelesen.[71] Die Lektüre eines anderen großen schottischen Philosophen, Adam SMITH, hat nach der Darstel­lung von FLEISCHACKER[72] wesentlichen Einfluss vor allem auf das Menschenbild der Autoren der „Federalist Papers“ gehabt.[73]

Unklar ist der Einfluss von COKE, DIDEROT und ABBE MABLY. MADISON hat deren Schriften aber gekannt.[74]

Es wird vermutet, dass auch BULLINGER und ALTHUSIUS einen nicht zu vernach­lässigenden Einfluss auf die Autoren der Federalist Papers hatten.[75] Von James HAR­RINGTON wird behauptet, dass sein Werk„Commonwealth of Oceana“[76] den Federa­list No. 10 beeinflusst habe.[77]

Nach BURNS[78] haben sich auch die Ansichten von JEFFERSON stark auf die Theorien von MADISON ausgewirkt.

Zusammenfassend kann für diesen Abschnitt gesagt werden, dass die Autoren der „Fe­deralist Papers“ sehr belesen waren und ihnen eine Vielzahl von politischen und staats­philosophischen Theorien bekannt war.

2.2 Die „Federalist Papers“ und ihre geschichtliche Einordnung

In diesem Abschnitt soll das hier hauptsächlich betrachtete Werk, die „Federalist Pa­pers“, durch allgemeine Anmerkungen vorgestellt werden. Es folgt dann nach dem Ab­schnitt mit Hinweisen zu wichtigen Begriffen in den „Federalist Papers“ und deren Übersetzung die Darstellung der geschichtlichen Ausgangssituation, in der die „Federa­list Papers“ geschrieben wurden.

2.2.1 Die „Federalist Papers“

Unter den „Federalist Papers“ (auch „Federalist“ genannt) versteht man eine Sammlung von fünfundachtzig Essays. Diese wurden von HAMILTON, JAY und MADISON un­ter dem Pseudonym „Publius“ an die Bürger von New York gerichtet, um für die Ratifi­zierung des Verfassungsentwurfs von Philadelphia vom September 1787 zu werben.[79] Sie wurden von Oktober 1787 bis Mai 1788 in verschiedenen New Yorker Zeitungen publi­ziert. Am siebzehnten März des Jahres 1788 erschienen die ersten sechsunddreißig „Fe­deralist Papers“ unter dem Namen „The Federalist: A Collection of Essays written in favor of the new Constitution, as agreed upon the Federal Convention.“ in Buchform.[80] Der zweite Teil, in dem die letzten acht der fünfundachtzig Essays zum ersten Mal ver­öffentlich wurden, erschien am achtundzwanzigsten Mai des Jahres 1788.[81]

Die „Federalist Papers“ gelten als „maßgebender Verfassungskommentar zur amerika­nischen Verfassung“[82] und als „Dokument der liberalen Repräsentativdemokratie“[83]. Sie werden zudem als Schlüsselwerk der Zeit, in der die amerikanische Verfassung ent­stand, verstanden.[84]

Der Begriff „Federalist“ ist heutzutage mehrdeutig, da ein „Federalist“ ein Vertreter des „Federalism“[85] ist. THOMAS[86] unterscheidet zum Beispiel drei Bedeutungen von “federa­lism“:

1. Eine intellektuelle Strömung (Nachfolger des „Whiggism“).
2. Eine bestimmte Art politischer Verfahren.
3. Eine politische Partei, die schlecht organisiert war. In dieser Partei gab es unter­schiedliche Motive. Zum einen wurde ein vertragstheoretisches (vgl. die lateinische Be­deutung von foedus – Bündnis, Vertrag) Konzept der “Union” verfochten („parochial federalists“), zum anderen gab es “national federalists“, welche die „Union“ als orga­nisch gewachsenes Gebilde betrachteten.

Auch bei RAKOVE[87] wird erwähnt, dass der Begriff „federalism“ und seine Bedeutung nicht geklärt seien. RAKOVE[88] nennt beispielhaft zwei Deutungsmöglichkeiten: In der ersten Sichtweise bedeutet „federalism“ nur, dass es verschiedene Ebenen von Legisla­tive und Verwaltung gibt. Eine andere Sichtweise würde es nahe legen, den Begriffsin­halt von „federalism“, den die Gründungsväter der amerikanischen Verfassung im Sinn hatten, zu rekonstruieren.

Hier soll jedoch nicht von der heutigen Sicht von „federalism“ ausgegangen werden. Der Begriff „federalism“, wenn er sich für die Idee des Bundesstaats als nötig heraus­stellen wird, muss daher im Hauptteil der Untersuchung in Bezug der Verwendung bei HAMILTON, JAY und MADISON näher erörtert werden.

Die Bedeutung des Pseudonyms „Publius“ lässt sich hingegen einfacher klären. Nach von OPPEN-RUNDSTEDT[89] bezieht sich das Pseudonym „Publius“ auf

„den sagenhaften Publius Valerius, der, wie Plutarch berichtet, in Rom nach dem Sturz des letzten Königs Tarquinus Superbus die Republik errichtet haben soll.“

Offenkundig ist dieses Pseudonym als Hinweis auf den republikanischen Charakter der Verfassung zu sehen.[90]

Der „Federalist“ ist als Gegenposition und als Antwort auf andere damals veröffent­lichte Zeitungsartikel zu sehen, welche heutzutage unter dem Namen „Anti-Federalist“ zusammengefasst werden.[91] Auch die „Anti-Federalists“ schrieben unter Pseudonymen, wie z. B. „Cato“, „Brutus“, „Centinel“ oder „Montezuma“. Sie waren eine inhomogene Gruppe mit den unterschiedlichsten Auffassungen. Die Identität der „Anti-Federalists“ ist zum Teil bis heute unklar.

Unklar scheint - allerdings nur auf den ersten Blick - auch, ob sich die „Federalist Pa­pers“ als unter Zeitdruck geschriebene Zeitungsartikel überhaupt für eine wissenschaft­liche Untersuchung eignen, die eine universelle Idee aus ihnen herausfiltern soll. Die Autoren der „Federalist Papers“ wussten beim Verfassen der einzelnen Papers sehr wahrscheinlich noch nicht genau, was sie in den späteren Federalist schreiben sollten, bzw. wer darüber schreiben sollte[92] und es ist auch nicht zu leugnen, dass die praktische Zwecksetzung für die Autoren der „Federalist Papers“ zunächst im Vordergrund stand.

Daraus, dass die Autoren der „Federalist Papers“ als politische Akteure handelten, lässt sich aber nicht schließen, dass ihre Schriften keine besondere Bedeutung für die politi­sche Theorie haben entwickeln können.[93]

Ganz im Gegenteil, der „Federalist“ wird als Werk gesehen, das Antworten auf zeitlose Fragen der politischen Philosophie gibt.[94] Die theoretische Relevanz der „Federalist Papers“ beschreibt GABRIEL[95] wie folgt:

“They have […] been recognized as a contemporary interpretation of the Consti­tution of the first importance and, in addition, an unsurpassed expression of American political theory of the age. […] No single work in American political thought approaches in importance the Federalist Papers. It is a profound treatise in political science.”

Neben dem “Federalist” ist besonders der „Continentalist“ von HAMILTON[96] von Relevanz. Daneben wurden zahlreiche weitere Werke der Autoren des „Federalist“ aus­gewertet.[97]

Der „Federalist“ soll im Folgenden wie ein Werk eines Autors betrachtet werden. Zwar wurde die These vertreten, dass Publius

“ a split personality“[98]

gewesen sei. Es zeigt sich jedoch, dass zwar HAMILTON, JAY und MADISON im Laufe ihres Lebens sehr unterschiedliche Positionen betrachteten, der „Federalist“ aber als einheitliches Werk gesehen werden kann. Dies wird durch die Untersuchung von CAREY[99] untermauert, der feststellt:

“[A] careful analysis of The Federalist does not lend support to the split personal­ity thesis. Whatever plausibility this thesis does possess would appear to derive from the differences between Hamilton and Madison over matters of political, economic, and otherwise that arose before or after the ratification. These differ­ences, of course, are marked and certainly would lead to regard any collaboration by Hamilton and Madison unlikely. But, as I have indicated, evidences in their differences, in the sense of antagonistic views on the nature of the Constitution, are not evident in the Federalist.“ (alle kursiv im Original, der Verfasser)

Die Tatsache, dass im „Federalist“, also einem englischen Text, etwas, das im deutschen „Bundesstaat“ genannt wird, analysiert werden soll, scheint erst bei näherer Betrachtung ein Problem zu sein.[100] Wie mit diesem und anderen Übersetzungsproblemen umzuge­hen ist, wird im folgenden Abschnitt untersucht.

2.2.2 Wichtige Begriffe in den Federalist Papers und ihre Übersetzung

Dass Fragen der Übersetzung zum Problem werden, fängt schon dabei an, das Äquiva­lent von „Bundesstaat“ in den verwendeten Texten bzw. in der englischen Sprache all­gemein heraus­zufinden. Hierbei muss nämlich zuerst eine bestimmte Vorstellung von „Bundesstaat“ im Deutschen existieren, der eine entsprechende Vorstellung eines engli­schen Begriffs zugeordnet wird. Gefragt ist aber nicht irgendeine heutige Vorstellung von Bundesstaat im Deutschen, sondern die Vorstellung der Autoren der „Federalist Papers“ von einem „Bundesstaat“. „Bundesstaat“ darf in diesem Zusammenhang daher nicht als Rechtsbegriff in der Bundesrepublik Deutschland aufgefasst werden, sondern muss als historischer Begriff betrachtet werden.

Da die Untersuchung eine Idee (sc. die Bundesstaatsidee) aus einem zunächst eng um­rissenen Text (Federalist Papers) und dann den übrigen Werken HAMILTONS, JAYS und MADISONS herausfiltern soll, kommt es besonders darauf an, dass die Intention der Verfasser dieses Textes möglichst genau wiedergegeben wird. In der vorliegenden Untersuchung wird auf das Stilmittel des wörtlichen Zitats deshalb häufig zurückgegrif­fen werden müssen. Nur so können die zahlreichen Nuancen der Argumentation zur Sprache kommen. Konnotationen, die häufig von einer bestimmten (z. B. religiösen) Lebenshaltung zeugen, gehen so nicht verloren.

Da die relevanten Textstellen nicht in der deutschen Sprache geschrieben sind und es für manche Ausdrücke keine deutschen Entsprechungen gibt, stellt sich zudem oft das Problem, Textstellen, Worte und Begriffe adäquat in das Deutsche zu übertragen. Selbst für manche der tragenden Begriffe der Untersuchung wird es sich als unmöglich erwei­sen, ein deutsches Synonym zu finden. Zwar liegen deutsche Übersetzungen von Tei­len[101] und auch der gesamten[102] Federalist Papers vor, doch können diese für den wissen­schaftlichen Gebrauch nicht vollständig befriedigen und nur als Anhalt für den der englischen Sprache unkundigen Leser gelten.

Ein weiteres Argument dafür, die „Federalist Papers“ dort, wo es möglich ist, für sich sprechen lassen, ist der Stil, in dem diese geschrieben sind.[103]

„All of Hamilton’s writings are remarkably cogent, closely reasoned, logical and clear, but they are also diffuse.”[104]

Begriffe wie „Union“, „States“, „confederacy“, „federal“ (s. o.) und “U. S.” werden im Text stehengelassen, also nicht übersetzt. In der deutschen Übersetzung des „Federalist“ von ADAMS[105] werden diese Begriffe allerdings ins Deutsche übersetzt, so z. B. „Sta­tes“ mit „Staaten“. Hier wird ein anderer Weg eingeschlagen. Die Begriffe werden des­halb zunächst nicht übersetzt, weil dabei die Gefahr bestünde, die Untersuchung in un­zulässiger Weise einzuengen und das Untersuchungsergebnis vorwegzunehmen.[106]

Die Vorgehensweise, Begriffe fremder Sprachen zunächst zu übernehmen und nicht zu übersetzen, ist im Übrigen auch in englischsprachigen Untersuchungen (für deutsche Begriffe) üblich.[107]

Nachdem in den letzten Abschnitten die Autoren des „Federalist“ und ihre wichtigsten Schriften dargestellt wurden und auf Probleme der Übersetzung eingegangen wurde, wird im Folgenden die geschichtliche Ausgangssituation, in der die Federalist Papers geschrieben wurden, grob skizziert, um später aus dem Menschenbild der Autoren des „Federalist“ deren Auffassung von der Notwendigkeit des Staates abzuleiten. Die Dar­stellung des geschichtlichen Kontextes ist unter anderem[108] deshalb wichtig, da später ermöglicht werden soll zu betrachten, welche Elemente der Bundesstaatsidee der Auto­ren der „Federalist Papers“ nur in dem geschichtlichen Zusammenhang gesehen werden dürfen und welche einem möglichen Anspruch auf allgemeine Anwendbarkeit gerecht werden können. Es wird dabei nur auf das eingegangen, was für die spätere Untersu­chung relevant ist, d.h. es interessiert primär die politische Ausgangssituation zu der Zeit, als HAMILTON, JAY und MADISON die „Federalist Papers“ schrieben.

2.2.3 Die Geschichtliche Ausgangssituation

Die geschichtliche Ausgangssituation wird durch drei chronologisch aufeinander auf­bauende Abschnitte geschildert. Zuerst wird auf den Ursprung der „States“ eingegan­gen. Danach wird der Weg der „States“ zur Unabhängigkeit beschrieben. Der letzte Unterpunkt dieses Absatzes beschäftigt sich mit der geschichtlichen Entwicklung, die von den „Articles of Confederation“ hin zur Ausarbeitung der Verfassung auf dem Konvent von Philadelphia führt.

2.2.3.1 Der Ursprung der „States“

Die dreizehn „States“ (Connecticut, Delaware, Georgia, Maryland, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, Virginia) waren zunächst englische Kolonien.[109] Kolonien lassen sich grundsätzlich in solche, die vom Mutterland geplant angelegt wurden und solche, welche aus freiwilliger Auswanderung überschüssiger Bevölkerungsteile entstanden sind, unterscheiden.[110] Schon die alten Griechen haben nach der Darstellung von KIESSEL­BACH „Kleruchien“ und „Apökien“ unterschieden.[111] Auch die Römer unterschieden die „coloniae ex consilio publico“ und die „coloniae ex seccessione conditae“.[112] Die jeweils zuerst genannten wurden dabei planmäßig „von oben“ herunter mit ganz be­stimmten Zwecken und größerer Abhängigkeit vom Mutterlande geplant, die Letzteren entstanden ungeplant und wuchsen „von unten“ auf.[113] Deshalb, so folgert KIESSELBACH, seien diese Kolonien auch vorwiegend demokratisch organisiert.[114] Die „States“ gehörten der letztgenannten Kategorie von Kolonien an, sie sind vor allem durch Auswanderung entstanden.

Da das monarchische England damals alle Kolonien, egal ob diese geplant angelegt worden waren oder natürlich aufgewachsen sind, in gleicher Art und Weise beherrschen wollte, führte dies zu Spannungen mit den amerikanischen Kolonien.[115] Diese wollten in ihrem

„halb gesellschaftlichen und halb staatlichem Zustand verbleiben, wie derselbe zur Zeit ihrer Gründung, auch in England selbst noch, in Wirklichkeit vorgewaltet hatte.“[116]

Das Streben der Kolonien nach Unabhängigkeit ist aber nicht monokausal auf diese Ursache zurückzuführen. Weitere Motive werden in den nächsten Abschnitten erläutert werden.

2.2.3.2 Der Weg zur Unabhängigkeit

Als historischer Ausgangspunkt der Darstellung der Bestrebungen nach Unabhängigkeit wird hier das Jahr 1764 genommen, ab hier gibt es durch den „sugar act“ und den „stamp act“[117] (1765) die ersten größeren Konflikte zwischen dem englischen Mutterland und den amerikanischen Kolonien. Die genannten Gesetze führten in Amerika Importzölle auf Waren ein, die nicht aus England oder anderen englischen Kolonien kamen.[118] Der Darstellung von KELLY und HARBISON folgend, ist dies unter anderem auf die Politik Englands zurückzuführen, welche sich in dieser Zeit von einer merkantilistischen zu einer imperialistischen Ausrichtung hin entwickelte.[119] Zwar wurden die Importzölle 1769 für alle Waren außer Tee wieder aufgehoben,[120] doch 1773 eskalierte die Situation und führte zur berühmten „Boston Tea Party“, bei der durch England subventionierter Tee von immensem Wert, der nach Amerika importiert wurde, in Boston ins Wasser geworfen wurde, weil die dort heimischen Händler ihre Geschäftsgrundlage bedroht sahen.[121] Des Weiteren gab es in dieser Zeit Streit um den rechtlichen Status der Kolonien.[122] Eine Hauptstreitigkeit war der fehlende politische Einfluss der Kolonien, obwohl diese Steuern zahlen mussten (Forderung: „No taxation without representation“).[123]

Der erste Kontinentalkongress („Continental Congress“) zu Philadelphia im September und Oktober 1774 brachte Vertreter aller Kolonien außer Georgia zusammen.[124] Dabei wurde ein Gesetz verabschiedet, das alle Kolonien verpflichtete, keine britischen Waren mehr zu kaufen, bis nicht das englische Parlament den Wünschen der Kolonien in den strittigen Rechtsfragen nachgab.[125]

Patrick HENRY wird beim ersten Kontinentalkongress die Aussage

„Der Druck Englands hat die Grenzen der verschiedenen Provinzen verwischt; der Unterschied zwischen Virginien und Pennsylvanien, zwischen New-Yorkern und Neuengländern besteht nicht mehr; ich bin kein Virginier sondern Amerikaner.“[126]

zugeschrieben. Der Kongress vertrat den Standpunkt eines Staatenbundes jedoch in kei­ner Weise.[127]

Dass eine eigentliche politische Organisation der Provinzen auf Grundlage eines Staa­tenbundes nicht vereinbart wurde, zeigt auch folgendes Zitat:

„Mit dem Auseinandergehen der Versammlung vom 26. Oktober trat für den Augenblick jede Kolonie in ihr Einzeldasein zurück, wobei es völlig in ihrem Willen stand, in wie weit sie den Bestimmungen des Kongresses Folge geben wollte. Einzig in der getroffenen Verabredung, auf den 10. Mai wieder als allge­meine Kolonialversammlung zusammenzutreten, boten seine Mitglieder dem Kolonialrate als solchem einen gewissen staatlichen Rückhalt zu gemeinsamem Vorgehen dar.“[128]

Der zweite Generalkongress der Kolonien fand am zehnten Mai 1775 statt.[129] Auch bei diesem zweiten Kongress wurde noch keine Zentralbehörde der „States“ benannt.[130]

Am vierten Juli 1776 erklärten die Kolonien ihre Unabhängigkeit von ihrem englischen Mutterland. Besonders erwähnenswert bei der Unabhängigkeitserklärung ist die Aus­sage, dass alle Menschen von Geburt an gleich seien (dies war gegen die Monarchie gerichtet) und ihnen von Natur aus gewisse Rechte („life“, „liberty“, „pursuit of happi­ness“) gegeben worden seien.[131]

Die damalige Zeit ist nur vor dem Hintergrund vertragstheoretischer Lehren[132], die von der Philosophie von LOCKE beeinflusst wurden[133] und ihren Ursprung in der Bibel[134] („covenantal tradition“) sahen, zu verstehen. Die Menschen besitzen demnach Natur­rechte[135] und schließen sich in einem fiktiven Naturzustand in einem ausformulierten oder impliziten Vertrag zu einem Staat zusammen, der allen Menschen von Nutzen ist.[136] Der Staat entsteht daher nicht zentral, sondern baut sich von den Individuen über die Familie und die örtliche Verbindungen auf, die dann immer größere Umfänge an­nehmen können.[137]

Die Bedeutung der damaligen vertragstheoretischen Auffassung stellt GETTELL[138] wie folgt dar:

“The Idea of a social contract as the basis of the state had an especial meaning to the colonists. In defense of their form of church organization they frequently as­serted that contract is the method by which all associations are formed. Frequent references were made to the covenants of the Old Testament and a close relation was held to exist between the ‘church covenant,’ by which an ecclesial congrega­tion was set up, and a ‘plantation covenenant,’ by which a colony was formed.”

Das Verhalten des englischen Mutterlandes wurde als Vertragsbruch gesehen und ist als eine wichtige Ursache der amerikanischen Revolution zu sehen.

Als weiteren und wichtigsten Punkt für den Abfall der dreizehn Kolonien, nennt KIES­SELBACH[139], dass diese den Wunsch hatten, wirtschaftlich selbständig zu sein. Wie BEARD[140], der dieselbe Auffassung vertritt, in seinem Werk „The Rise of American Civilization“ ausführt, gibt es hierzu jedoch verschiedene Interpretationen:

“Concerning the origin of the American Revolution there are as many theories as there were writers of sagas.”[141]

Sowohl die Auffassung, dass die Revolution

“was an indignant uprising of a virtuous people, who loved orderly and progres­sive government, against the cruel, unnatural, and unconstitutional acts of King George III”[142],

als auch die Auffassung

“[T]he War for Independence was a violent outcome of lawless efforts on the part of bucolic clowns, led by briefless pettifoggers and smuggling merchants, to evade wise and moderate laws broadly conceived in the interest of the English-speaking empire“[143]

seien aus vor allem politischen und nicht aus sachlich gerechtfertigten Gründen vertre­ten worden.[144]

Die pointierte Darstellung BEARDS und dessen Plädoyer für eine Auffassung, die vor allem wirtschaftliche Gründe als Ursache für das Streben nach Unabhängigkeit sieht, können jedoch nicht als Beleg für einen einzigen Auslöser der Revolution betrachtet werden. Die damalige Situation war zu komplex, als dass gesagt werden könnte, dass dieser Grund die Revolution allein auslösen konnte.[145] Auch die oben im Text angeführ­ten politischen Gründe müssen als maßgeblich betrachtet werden.[146]

2.2.3.3 Die Entstehung der amerikanischen Verfassung

Nach der Unabhängigkeitserklärung gaben sich alle „States“ (außer Rhode Island und Connecticut) jeweils eine Verfassung, sieben davon ergänzten diese um eine „Bill of Rights“ (Menschenrechtserklärung).[147] Rhode Island und Connecticut übernahmen ihre alten Regierungsformen. Im November 1777 wurden die „Articles of Confederation“ ausgearbeitet.[148] Sie wurden von allen „States“ bis 1781 ratifiziert.

Besonders nach dem 1783 geschlossenen Frieden wurden die Schwächen der „Articles of Confederation“ deutlich.[149] Deshalb gab es Bemühungen, sie zu verbessern.[150] Ein Schritt auf dem Weg dies umzusetzen, war dabei die Versammlung von Annapolis im September 1786, an der zwar nur fünf „States“ beteiligt waren, aber HAMILTON und MADISON immerhin eine neue Versammlung, den Konvent von Philadelphia, einberu­fen konnten, welcher dann 1787 stattfand.[151] Die Organisation und Durchführung der Versammlung von Philadelphia am 27.5.1787 wird von GABRIEL[152] als größter Sieg für den Nationalismus[153] in Amerika seit der Schlacht von Yorktown bezeichnet.

Nach dem Konvent von Philadelphia, auf dem die Verfassung ausgearbeitet wurde, folgten die Ratifizierungskonvente in den Einzelstaaten.[154] Hierzu wurden die „Federa­list Papers“ geschrieben, um New York zur Ratifizierung der Verfassung zu bewegen.

Die Schilderung bei GETTELL[155] kann als zusammenfassend für diesen gesamten ge­schichtlichen Abschnitt gelten. Demnach wurde die politische Ideengeschichte in Ame­rika in der Zeit der amerikanischen Revolution und danach vor allem durch unter­schiedliche rechtliche Konzepte bestimmt. Zuerst spielte das Rechtsverhältnis der Ko­lonien zu ihrem Mutterland England die wichtigste Rolle in der damaligen Diskussion, danach rückten die Fragen ob und wie eine „Union“ realisiert werden kann in den Mit­telpunkt. Als die „Union“ bestand, ging es um das Verhältnis der „States“ und der „Union“.

Nachdem nun die wichtigsten biographischen und historischen Hintergründe geklärt worden sind, wird nun aus dem Menschenbild der Autoren der „Federalist Papers“ de­ren Auffassung von der Notwendigkeit des Staates abgeleitet.

2.3 Das Menschenbild der Autoren der Federalist Papers und die Notwendigkeit des Staates

In diesem Abschnitt wird das Menschenbild der Autoren der Federalist Papers darge­stellt und daraus deren Auffassung, dass eine staatliche Organisation nötig ist, um das Zusammenleben der Menschen zu regeln (Ziffer 2.4), hergeleitet.

2.3.1 Das Menschenbild der Autoren der Federalist Papers

Politische Institutionen sind von Menschen für Menschen konstruiert. Staatliche Orga­nisationen und Organisationsprinzipien, wie hier der Idee des Bundesstaates bei HA­MILTON, JAY und MADISON, können deshalb nicht verstanden werden, wenn das Menschenbild der Konstrukteure nicht berücksichtigt wird. Dies würde selbst dort gel­ten, wo der Mensch nur als zu beherrschendes Subjekt gesehen wird und damit nicht als Zweck, sondern als bloßes Mittel, dessen Funktionsweise verstanden werden muss.

Von John JAY ist das folgende Zitat bekannt, welches zeigt, dass den Autoren der „Fe­deralist Papers“ die Wichtigkeit, ihr Menschenbild in ihre politische Theorie mit einzu­beziehen, bewusst war.

„I do not expect that mankind will, before the millenium, be what they ought to be; and therefore, in my opinion, every political theory which does not regard them as being what they are will prove abortive.“[156]

Noch klarer wird diese Haltung in dem folgenden Zitat HAMILTONS.

“The Science of policy is the knowledge of human nature.”[157]

Um dieses Menschenbild inhaltlich zu bestimmen, soll das obige Zitat JAYS noch ein­mal aufgegriffen werden. JAY konstatiert eine Lücke zwischen Sein und Sollen. Eine wünschenswerte Sollvorstellung wäre es, wenn Menschen generell nach dem Gemein­wohl handeln würden. Dies ist aber nicht der Fall. Dennoch sei der Mensch nicht von Grund auf böse. Es sei grundsätzlich nicht sein Ziel, sein Handeln gegen das Gemein­wohl auszurichten. Dies wird bei HAMILTON deutlich.

“It is a just observation, that the people commonly intend the public good.”[158] (kursiv im Original, der Verfasser)

Ein Grund, warum geschehe, dass die Menschen doch nicht dem Gemeinwohl dienen, sind die menschlichen Leidenschaften.[159] Menschliche Leidenschaften gefährden die Vernunft, indem sie diese überlagern können.[160] HAMILTON vertrat die Auffassung, dass Leidenschaften die Handlungen der Menschen steuern.

“Take mankind as they are, and what are they governed by? Their passions.”[161]

Er erkannte die Gefahr, die darin liegt. Die menschlichen Leidenschaften können poli­tisch ausgenutzt werden.

“Take mankind in general, they are vicious, their passions may be operated upon.“[162]

Die menschlichen Fehler dürfen bei der Suche nach einem geeigneten politischen Sys­tem also nicht verdrängt werden.

Nach der Auffassung HOFSTADTERS[163] hatten die „founding fathers“ ein pessimisti­sches Menschenbild.

“To them a human being was an atom of self-interest. They did not believe in man, but they did believe in the power of a good political constitution to control him.”

Daher sollten die institutionellen Grundlagen dieses Menschenbild berücksichtigen. HOFSTADTER ist in diesem Punkt zuzustimmen, denn tatsächlich finden sich viele Belege für diese Auffassung sowohl in den „Federalist Papers“, wie auch in anderen Schriften.[164]

Diese Auffassung muss allerdings ergänzt werden, denn HAMILTON, JAY und MA­DISON sahen die Menschheit nicht als homogene egoistische Masse an, sondern diffe­renzierten.[165] Demnach sind die Menschen unterschiedlich, manche können Dinge bes­ser als andere und die einzelnen Menschen werden nicht immer konstant als gut oder böse angesehen; dies hängt von der Situation ab.[166]

“Publius recognized that it was not wise to speak about the nature of man, writ large and in the abstract. Instead, it is more sensible to speak about the nature of men in the plural.”[167]

Für MADISON war das menschliche Streben nach Eigennutz die Hauptursache des gesellschaftlichen Wandels.[168] Dies betont noch einmal die Wichtigkeit, die menschli­chen Leidenschaften bei der Ausformung der staatlichen Organisation mit zu berück­sichtigen. Wie dies geschieht, wird im nächsten Zitat von HAMILTON[169] angedeutet.

“One great error is that we suppose mankind more honest than they are. Our pre­vailing passions are ambition and interest; and it will ever be the duty of a wise government to avail itself of the passions, in order to make them subservient to the public good; for these ever induce us to action.”

Den Menschen wird also Ehrsucht und Eigeninteresse vorgeworfen. Die Lösung, die HAMILTON vorschlägt, erinnert an die Theorien von Adam SMITH. Bei SMITH wird vorgeschlagen, die Wirtschaft auf dem „Markt“, auf dem egoistische Marktteilnehmer miteinander tauschen, abzuwickeln. Durch dieses Spiel freier Kräfte ergibt sich nach SMITH die Situation, dass Menschen zwar für sich sorgen, indem sie ihre Interessen durchsetzen, gleichzeitig aber damit dem Gemeinwohl dienen.[170] MADISON schlägt diese Art von Lösung auch für politische Vorgänge vor, beruft sich allerdings nicht da­bei auf SMITH.

Die Parallele des Menschenbildes der Autoren der „Federalist Papers“ zu SMITH ist in der Literatur tatsächlich gezogen worden. Es zeigt sich, dass diese Interpretation eine gewisse Plausibilität besitzt. Im nächsten Zitat aus den „Federalist Papers“ wird die Auffassung deutlich, dass die gegenläufigen Interessen ein Gleichgewicht ergeben und instrumentalisiert werden können und dadurch das Gemeinwohl erhöht werden kann.

"Ambition must be made to counteract ambition. The interest of the man must be connected with the institutional rights of the place. It may be a reflection on hu­man nature that such devices should be necessary to control the abuses of gov­ernment. But what is government itself, but the greatest of all reflections of hu­man nature? If men were angels no government would be necessary ... This policy of supplying by opposite and rival interest the defect of better motives, might be traced through the whole system of human affairs, private as well public."[171]

[...]


[1] E. G. Bourne (Hrsg.), The Federalist. A Commentary on the Constitution of the United States. Written by Alexander HAMILTON, James MADISON and John JAY, 1947. Nach dieser Ausgabe wird in der gesamten Untersuchung zitiert, außer dort, wo ausdrücklich eine andere Quelle vermerkt ist. Für die Ausgabe von BOURNE wird in den Anmerkungen im Folgenden die Kurzform für diese Ausgabe der „Federalist Paper(s)“ verwendet. Dazu wird lediglich der Nachname des jeweiligen Verfasser, die Nummer des jeweiligen „Papers“ und die Seite im Buch angegeben. Die Ausgabe von BOURNE besteht aus zwei Büchern in einem Band, welche getrennt nummeriert sind. Die Nummern I bis LXII finden sich dabei in Buch 1, die Nummern LXIII-LXXXV in Buch 2. Alle anderen Werke werden mit dem Namen des Verfassers, Stichworten aus dem Titel, Jahr und Seite zitiert. Die vollständigen bibliographischen Angaben enthält das Literaturverzeichnis. Vgl. zu anderen Ausgaben des „Federalist“D. Adair, The Federalist Papers: A Review Article.

[2] Auf die außerordentlich komplexe philosophische Diskussion des Wahrheitsbegriffes kann hier nicht näher eingegangen werden. Unter „Wahrheit“ von Aussagen soll in dieser Untersuchung (korrespondenztheoretisch) die Entsprechung von Aussagen über die Wirklichkeit mit der Wirklichkeit verstanden werden.

[3] Vgl. Abschnitt 5 dieser Untersuchung, es gibt keine allgemeine Bundesstaatsidee, da die Bundesstaatsideen verschiedener Autoren sich widersprechen.

[4] Vgl. (zustimmend) B. Becker, Öffentliche Verwaltung, S. 44, K. Ebke, Bundesstaat und Gewaltenteilung, S. 32 und C. E. Merriam, A History of American Political Theories, S. 254. Vgl. aber G. A. Lehmann, Ansätze zu einer Theorie des griechischen Bundesstaates. Dort wird die Auffassung vertreten, dass es Bundesstaaten schon im griechischen Altertum gegeben habe. Nach BRIE (S. Brie, Der Bundesstaat, S. 4) wurde die Lehre vom Bundesstaat von Ludolph HUGO (1630-704) begründet. Vgl. zu HUGO auch H. Neuhaus, Theoretische und historische Grundlagen des föderalen Bundesstaates in Deutschland, S. 6.

[5] Vgl. C. Danner, Methoden geisteswissenschaftlicher Pädagogik, 1994, S. 32.

[6] So z. B. B. Becker, Öffentliche Verwaltung, S. 44 und H. G. Keller, Unitarismus und Föderalismus im Werk der amerikanischen verfassungsgebenden Versammlung, S. 223, Fn. 48.

[7] So auch J. M. Usteri, Theorie des Bundesstaats, S. 10. Demnach ist „Staat“ der einzig sinnvolle Oberbegriff von „Bundesstaat“.

[8] Vgl. U. Sautter, Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, S. 106. So auch F. S. Oliver, Alexander Hamilton, S. 15 und J. T. Flexner, The Young Hamilton, S. 18. Letzterer verweist (ebd.) darauf, dass HAMILTON sein Geburtsdatum selber angab, als er nach Amerika kam, es daran aber nichts zu zweifeln gebe. Es ist aber umstritten, ob das Geburtsjahr nicht 1755 war.

[9] Vgl. C. G. Bowers, Jefferson and Hamilton, S. 22.

[10] Vgl. J. T. Flexner, The Young Hamilton, S. 34-44.

[11] Vgl. J. T. Flexner, The Young Hamilton, S. 48-52 und F. S. Oliver, Alexander Hamilton, S. 18, sowie J. E. Davies, Alexander Hamilton, S. 233 f.

[12] Vgl. J. T. Flexner, The Young Hamilton, S. 53-63 und F. S. Oliver, Alexander Hamilton, S. 18 f.

[13] Vgl. J. T. Flexner, The Young Hamilton, S. 77-94.

[14] Vgl. P. H. Burch, Elites in American History, S. 50 und F. S. Oliver, Alexander Hamilton, S. 44 ff. Eine sehr ausführliche Darstellung dieses Lebensabschnittes HAMILTONS findet sich bei J. T. Flexner, The Young Hamilton, S. 124-368.

[15] Vgl. P. H. Burch, Elites in American History, S. 50 und R. A. Hendrickson, The Rise and Fall of Alexander Hamilton, S. 101-117.

[16] Vgl. J. T. Flexner, The Young Hamilton, S. 346. Ein Abdruck des „Continentalist“ findet sich in M. J. Frisch, Selected Writings and Speeches of Alexander Hamilton, S. 40-66.

[17] Vgl. J. T. Flexner, The Young Hamilton, S. 376-379.

[18] Vgl. P. H. Burch, Elites in American History, S. 50.

[19] Vgl. P. H. Burch, Elites in American History, S. 50 und F. S. Oliver, Alexander Hamilton, S. 206-215 und J. S. Bassett, The Federalist System, S. 18 und ebd. Kapitel 2, 26 ff.

[20] Vgl. H. C. Lodge, Alexander Hamilton, S. 49-82.

[21] Vgl. J. T. Flexner, The Young Hamilton, S. 451 und R. A. Hendrickson, The Rise and Fall of Alexander Hamilton, S. 592-610.

[22] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 1.

[23] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 1.

[24] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 8 und W. Jay, The Life of John Jay, S. 12 f.

[25] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 12.

[26] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 12 f.

[27] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 19 f.

[28] Es gab damals zwei große Parteien in New York, „Whigs“ und “Tories” (vgl. G. Pellew, John Jay, S. 51).

[29] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 20.

[30] Vgl. P. H. Burch, Elites in American History, S. 60.

[31] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 33-52.

[32] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 33 und S. 51 (“Conservative though not Tory”).

[33] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 99.

[34] Vgl. P. H. Burch, Elites in American History, S. 60 und G. Pellew, John Jay, S. 235 ff.

[35] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 284 ff.

[36] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 303.

[37] Vgl. G. Pellew, John Jay, S. 315.

[38] Vgl. S. H. Gay, James Madison, S. 1.

[39] Vgl. S. H. Gay, James Madison, S. 4.

[40] Vgl. S. H. Gay, James Madison, S. 10.

[41] Vgl. S. H. Gay, James Madison, S. 15 und I. Brant, The Fourth President, S. 28-35 und die Virginia Bill of Rights bei L. W. Levy, Origins of the Bill of Rights, S. 272-280.

[42] Vgl. S. H. Gay, James Madison, S. 19, so auch I. Brant, The Fourth President, S. 44. BURNS (E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 7) gibt die Jahreszahl 1779 an, was nur für die Wahl in den Kontinentalkongress zutreffend ist.

[43] E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 7 f. und I. Brant, The Fourth President, S. 49-55.

[44] E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 8. Die Abgeordneten durften nur eine Amtszeit von drei Jahre hintereinander haben, deshalb war diese Pause für MADISON erzwungen.

[45] Vgl. I. Brant, The Fourth President, S. 119.

[46] Vgl. I. Brant, The Fourth President, S. 133-140 und G. Wills, Explaining America, S. 3-12 und 57-62.

[47] Vgl. C. Rossiter, 1787. The Grand Convention, S. 159-256 und R. Birley, Speeches and Documents.in American History, Vol. I, S. 44-116.

[48] R. Hofstadter, The American Tradition And The Men Who Made It, S. 4, so auch im Buchtitel bei E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution.

[49] Vgl. L. Banning, The Sacred Fire of Liberty, S. 1.

[50] Vgl. L. Banning, The Sacred Fire of Liberty, S. 1.

[51] Vgl. E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 15 f.

[52] Vgl. E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 17 und I. Brant, The Fourth President, S. 293-301.

[53] Vgl. I. Brant, The Fourth President, S. 305-317.

[54] Vgl. I. Brant, The Fourth President, S. 389-408 und S. H. Gay, James Madison, S. 272-308.

[55] Vgl. E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 24 und I. Brant, The Fourth President, S. 607-647.

[56] Vgl. E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 24.

[57] Vgl. J. N. Rakove, James Madison in Intellectual Context, S. 865.

[58] S. Fleischacker, Adam Smith’s Reception among the American Founders, 1776-1790, S. 897.

[59] Diese Frage interessiert hier in ihrer Allgemeinheit nicht.

[60] Vgl. B. Becker, Öffentliche Verwaltung, S. 44. Für LOCKES Einfluss auf den Federalist, z. B. D. R. Weaver, Leadership, Locke, and the Federalist. Für den Einfluss LOCKES auf MADISON vgl. z. B. E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 175-180 und für den Einfluss MONTESQUIEUS auf MADISON ebd., S. 180-183.

[61] Vgl. A. P. Grimes, American Political Thought, S. 129 f., F. M. Coleman, Hobbes and America, S. 121-134 und die Untersuchung von G. Mace, Locke, Hobbes, and the Federalist Papers. Zusammenfassend vertritt MACE die These (S. 120), dass nicht der Einfluss der Theorien von LOCKE, sondern der Theorien von HOBBES von weit größerer Bedeutung für die „founding fathers“ war und dass die Philosophie von LOCKE sogar in weiten Teilen abgelehnt worden ist.

[62] Vgl. G. Chinard, Polybius and the American Constitution, S. 58.

[63] Vgl. G. Chinard, Polybius and the American Constitution., S. 39 und 47-58.

[64] Vgl. E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 187.

[65] Vgl. E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 186.

[66] So auch H. M. Jones, American and French Culture, S. 369.

[67] H. M. Jones, America and French Culture, S. 525.

[68] Vgl. H. M. Jones, America and French Culture, S. 525.

[69] Vgl. R. G. Gettell, History of Political Thought, S. 295.

[70] Vgl. C. Rossiter, The Political Thought of the American Revolution, S. 67, vgl. auch die Gegenüberstellung von Zitaten von HUME und MADISON bei A. Bein, Die Staatsidee Alexander Hamiltons, S. 44-52.

[71] S. Fleischacker, Adam Smith’s Reception among the American Founders, S. 897 und H. v. Bose, Republik und Mischverfassung. Zur Staatsformenlehre der Federalist Papers, S. 39 f.

[72] S. Fleischacker, Adam Smith’s Reception among the American Founders.

[73] Vgl. dazu auch D. Adair, That Politics may be reduced to a Science, S: 345-349.

[74] Vgl. E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 187.

[75] Vgl. M. Burgess, Federalism in Anglo-American Political Thought, S. 60-62. Vgl. zu ALTHUSIUS T. Hueglin, Johannes Althusius: Medieval Constitutionalist or Modern Federalist? und B. Voyenne, Histoire de l’idée federaliste, S. 93 ff.

[76] Vgl. J. G. A. Pocock, The Commonwealth of Oceana and A System of Politics.

[77] E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 174.

[78] Vgl. E. McNall Burns, James Madison. Philosopher of the Constitution, S. 183-186.

[79] Vgl. Hamilton, No. XXXVII, S. 238, E . G. Bourne, Introduction, auf der zweiten Seite der “Introduction” (nicht paginiert) und M. Forsyth, Alexander Hamilton; John Jay; and James Madison, S. 9 f. Die Autorschaft der einzelnen Federalist Papers ist nicht endgültig geklärt, weil sowohl HAMILTON als auch MADISON eine Liste herausbrachten, wer welchen Aufsatz geschrieben habe, diese Listen aber nicht übereinstimmen. Hier wird die Zuordnung der zitierten Federalist-Ausgabe von BOURNE übernommen. Vgl. dazu auch E. G. Bourne, The Authorship of the Federalist und D. Adair, The Authorship of the Disputed Federalist Papers, sowie G. G. Carey, Publius – a split personality?, S. 6-9.

[80] Vgl. E. G. Bourne, Introduction, auf der dritten Seite der “Introduction” (nicht paginiert), hier, wie auch beim nächsten Zitat liegt bei BOURNE ein Druckfehler vor, denn er gibt die Jahreszahl 1778 an. Die richtige Jahreszahl findet sich z. B. bei M. Forsyth, Alexander Hamilton; John Jay; and James Madison, S. 40.

[81] Vgl. E. G. Bourne, Introduction, auf der dritten Seite der “Introduction” (nicht paginiert).

[82] R. Speth, Hamilton, Madison, Jay, S. 145.

[83] R. Speth, Hamilton, Madison, Jay, S. 145.

[84] Vgl. M. Diamond, Democracy and the Federalist: A Reconsideration of the Framers’ Intent, S. 53.

[85] Auf keinen Fall darf “federalism” mit Föderalismus übersetzt werden. Es ist auch zwischen der heutigen und der damaligen Bedeutung von „federalism“ zu unterscheiden (vgl. W. H. Riker, Martin Diamond’s View of The Federalist, S. 73). Heute ist „federalism“ beispielsweise mit Demokratie und Majoritätsherrschaft (Vgl. I. D. Duchacek, Dyadic Federations and Confederations, S. 15-18) verbunden, während früher darunter auch monarchische Systeme subsumiert werden konnten. Es gibt zahlreiche weitere Unterschiede.

[86] C. S. Thomas, American Union in Federalist political thought, S. 1.

[87] J. N. Rakove, The First Phases of Federalism, S. 2.

[88] J. N. Rakove, The First Phases of Federalism, S. 2.

[89] K. v. Oppen-Rundstedt, Die Interpretation der amerikanischen Verfassung im Federalist, S. 41.

[90] So auch H. v. Bose, Republik und Mischverfassung. Zur Staatsformenlehre der Federalist Papers,

S. 34 f.

[91] Für den “Anti-Federalist” wurde hier die siebenbändige Zusammenstellung von H. J. Storing (Hrsg.) mit dem Titel „The Complete Anti-Federalist“ verwendet.

[92] Vgl. R. A. Epstein, The Federalist Papers: From Practical Politics to High Principle, S. 13.

[93] so auch D. E. Ingersoll, Machiavelli and Madison: Perspectives on Political Stability, S. 260.

[94] Vgl. z. B. E. G. Lee III, Representation, Virtue, and Political Jealousy in the Brutus-Publius Dialogue, S. 1074 oder den Aufsatz von Epstein (R. A. Epstein, The Federalist Papers: From Practical Politics to High Principle).

[95] R. H. Gabriel, Hamilton, Madison and Jay, S. XIV.

[96] Für den Continentalist wurde die in M. J. Frisch (Hrsg.), Selected Writings and Speeches of Alexander Hamilton, S. 40-66 abgedruckte Ausgabe verwendet.

[97] Für Madison wurde die neunbändige Ausgabe der gesammelten Schriften von G. Hunt (Hrsg.), The Writings of James Madison, verwendet und ausgewertet. Für HAMILTON wurden die Auswahlen von M. J. Frisch (Hrsg.), Selected Writings and Speeches of Alexander Hamilton, und J. T. Adams, Hamiltonian Principles, benutzt. Für JAY wurde die zweibändige Biographie und Werksauswahl „The Life of John Jay“ herangezogen, die von seinem Sohn W. Jay geschrieben wurde.

[98] Vgl. G. W. Carey, Publius – A split personality, S. 5 m. w. N. Die “split personality These wurde zum Beispiel von D. ADAIR und G. DIETZE vertreten. Bei DIETZE wird der „Federalist“ deshalb strikt nach Autoren getrennt untersucht. Vgl. G. Dietze, Hamilton’s Federalist – A Treatise for Free Government, und ders., Madisons’ Federalist – A Treatise for Free Government, und das Kapitel “Jay on Free Government” in ders., The Federalist, S. 105-111. Des Weiteren wurde hervorgehoben, dass auch die einzelnen Autoren ihre Auffassungen änderten, vgl. J. Zvesper, The Madisonian Systems, S. 236-239.

[99] G. W. Carey, Publius – A split personality, S. 18 f.

[100] Diese Feststellung wird im folgenden Abschnitt (Ziffer 2.2.2) begründet.

[101] Zum Beispiel W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist: Politische Studien für die deutsche Gegenwart, Band 2, S. 271-441.

[102] Vgl F. Ermacora (Hrsg.), Der Föderalist von Alexander Hamilton, James Madison und John Jay, B. Zehnpfennig (Hrsg.), The Federalist Papers, 1993 und A. Adams (Hrsg.), Hamilton, Alexander: Die Federalist Artikel: politische Theorie und Verfassungskommentar der amerikanischen Gründerväter/ Alexander Hamilton; James Madison; John Jay. Vgl. die Aufzählung der Übersetzungen des „Federalist“ in andere Sprachen in K. Nadelmann, Apropos of Translations, S. 204 f.

[103] Das Zitat bringt dies nur für HAMILTON zum Ausdruck. Die Aussage gilt allerdings in gleicher Weise für JAY und MADISON.

[104] J. T. Adams, Hamiltonian Principles, S. VI.

[105] A. Adams (Hrsg.), Die Federalist Artikel, z. B. S. 1: Hier wird „To the People of the State of New York, mit „An das Volk des Staates New York“ übersetzt, was reichlich seltsam klingt.

[106] Die Untersuchung muss u. U. erst zeigen, dass diese Begriffe heute ein Äquivalent im Deutschen haben.

[107] Vgl. z. B. D. R. Reich, Court, Comity, and Federalism in West Germany, S. 198 f.

[108] Neben der Bedeutung für die in Abschnitt 1 dargelegte Vermutung, dass die Bundesstaatsidee aufgrund der historischen Verhältnisse entstanden sei.

[109] Vgl. zum Ursprung und zur Geschichte der Kolonien A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, Kapitel 1 (S. 7-25) und Kapitel 2 (S. 26-59).

[110] Vgl. W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 7.

[111] Vgl. W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 7.

[112] Vgl. W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 7.

[113] Vgl. W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 7. Dies wird in Verbindung mit den Vertragstheorien eine wichtige Rolle für Idee des Bundesstaates spielen.

[114] Vgl. W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 8.

[115] Vgl. W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 9.

[116] W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 9. So auch D. S. Lutz, The Origins of American Constitutionalism, in: C. W. Keller – D. L. Schillings (Hrsg.), Teaching about the Constitution, Kapitel 1.

[117] Dieser ist in H. S. Commager, Documents of American History, S. 53-55 abgedruckt.

[118] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 62 f. und A. B. Hart, Formation of the Union, S. 48-53.

[119] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 60.

[120] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 73.

[121] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 75, vgl. dazu auch C. A. Beard, The Rise of American Civilization, Bd. 1, S. 223-227.

[122] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 73-75, vgl. dazu auch R. G. Gettell, History of American Political Thought, S. 11.

[123] Vgl. A. B. Hart, Formation of the Union, S. 65.

[124] Vgl. W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 236 und C. A. Beard, The Rise of American Civilization, Bd. 1, S. 229 f.

[125] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 80.

[126] W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 237.

[127] Vgl. W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 237 f.

[128] W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 237 f.

[129] Vgl. W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 260 und C. A. Beard, The Rise of American Civilization, Bd. 1, S. 235 f.

[130] Vgl. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.1, S. 261.

[131] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 84 -87.

[132] Vgl. das für die damalige Zeit beispielhafte Werk „Sketches of American Policy“ von N. Webster.

[133] Vgl. R. Maidment – A. McGrew, The American Political Process, S. 25 f. und J. Locke, Second Treatise of Government [Ausgabe von J. W. Gough (Hrsg.) ].

[134] Die Bedeutung der Religion in den damaligen englischen Kolonien in Amerika ist kaum zu überschätzen, vgl. R. G. Gettell, History of American Political Thought, S. 42 und S. 52-58. Dies muss bei der Analyse der damaligen Vertragstheorien berücksichtigt werden. Vgl. dazu auch H. Maier, Der Föderalismus – Ursprung und Wandlungen, S. 218-220 und M. Burgess, Federalism in Anglo-American Political Thought, S. 59. Vgl. zum Einfluss der „covenant“- und Vertragstheorien auf die U. S.-Verfassung R. Rothmann, The Impact of Covenant and Contract Theories on Conceptions of the U. S. Constitution, speziell zum Federalist ebd. S. 157-159.

[135] Vgl. N. Webster, Sketches of American Policy, S. 3.

[136] Die Menschen können dabei als Individuen oder als Mitglieder einer Gemeinschaft (z. B. der „States“) verstanden werden. Die letztgenannte Alternative kommt bei C. P. Nettels, The Origin of the Union and of the States, S. 70 gut zum Ausdruck: „The original aim of the Revolution was to defend and preserve the rights which were associated with the colonies and which were referred later as state rights. But it quickly appeared that such rights could be secured only by means of a union.”

[137] Vgl. F. S. Carney (Hrsg.), The Politics of Althusius, S. 22-60.

[138] R. G. Gettell, History of American Political Thought, S. 69.

[139] Vgl. W. Kiesselbach, Der amerikanische Federalist, Bd.2, S. 111.

[140] Vgl. die Darstellung bei C. A. Beard, The Rise of American Civilization, Bd. 1, Kapitel 5 (S. 189-227).

[141] C. A. Beard, The Rise of American Civilization, Bd. 1, S. 189.

[142] C. A. Beard, The Rise of American Civilization, Bd. 1, S. 189.

[143] C. A. Beard, The Rise of American Civilization, Bd. 1, S. 189.

[144] C. A. Beard, The Rise of American Civilization, Bd. 1, S. 191.

[145] Vgl. R. Maidment – A. McGrew, The American Constitution, S. 23.

[146] So auch A. C. McLaughlin, The Background of American Federalism, S. 230 f.

[147] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 89 f.

[148] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 95. Für die Articles of Confederation wurde der Abdruck in E. G. Bourne (Hrsg.), The Federalist, Buch 2, a. a. O., S. 175-184 benutzt.

[149] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 95-104. Vgl. dazu auch Abschnitt 4.2, in welchem die Schwächen der Articles of Confederation besonders aus der Sicht der Autoren der Federalist Papers erörtert werden. Anlage 1 ist eine Karte von Nordamerika nach dem Frieden von 1783.

[150] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 104-106. Vgl. dazu die Sicht der Autoren der Federalist Papers in den Abschnitten 4.2 , 4.3 und 5.

[151] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 107-138.

[152] R. H. Gabriel, The Origin and Significance of The Federalist Papers , S. xi .

[153] Hier wieder in der anglo-amerikanischen Verwendungsweise gebraucht.

[154] Vgl. A. H. Kelly – W. A. Harbison, The American Constitution, S. 139-156.

[155] vgl. R. G. Gettell, History of American Political Thought, S. 11.

[156] W. Jay, The Life of John Jay, Band II, S. 233.

[157] A. Hamilton, Speech in the Federal Convention, as reported by Yates, June 22, 1787, zitiert nach: J. T. Adams, Hamiltonian Principles, S. 35.

[158] Hamilton, No. LXXI, S. 60.

[159] Vgl. G. Mace, Locke; Hobbes; and the Federalist Papers, S. 101.

[160] Vgl. M. Smith, Reason, Passion and Political Freedom in The Federalist, S. 526 f.

[161] A. Hamilton, Speech in the Federal Convention, June 22, 1787, zitiert nach: J. T. Adams, Hamiltonian Principles, S. 31. Vgl. zur Rolle der “passions” J. P. Scanlan, The Federalist and Human Nature, S. 661. Nach SCANLAN lässt sich das Menschenbild des „Federalist“ vor allem auf die Beurteilung von drei politischen Motiven, „passion“, „reason“ und „interest“, zurückführen (vgl. ebd.., S. 661-665), vgl. dazu auch M. White, Philosophy, The Federalist, and the Constitution, S. 102-129.

[162] A. Hamilton, Speech in the Federal Convention, June 22, 1787, zitiert nach: J. T. Adams, Hamiltonian Principles, S. 31.

[163] R. Hofstadter, The American Tradition. And the Man Who Made It, S. 3, so auch D. E. Ingersoll, Machiavelli and Madison: Perspectives on Political Stability, S. 266 f., anderswo wird das Menschenbild der “Federalist Papers” nicht „pessimistisch“, sondern „realistisch“ genannt, vgl. K. v. Oppen-Rundstedt, Die Interpretation der amerikanischen Verfassung im Federalist, S. 106.

[164] Vgl. dazu z. B. Hamilton, No. VI, S. 35 (“men are ambitious, vindictive and rapacious”), A. Hamilton, Speech in the Federal Convention, June 18, 1787, zitiert nach J. T. Adams, Hamiltonian Principles, S. 35 (“the people are turbulent and changing”) oder Hamilton, No. XV, S. 103.

[165] Vgl. aber das obige Zitat von HAMILTON, in dem davon gesprochen wird, dass die Menschen meistens das Gemeinwohl anstreben.. Hier liegt ein Widerspruch bei HAMILTON vor, der nicht erklärbar ist, denn entweder sind die Menschen grundsätzlich egoistisch oder sie streben grundsätzlich das Gemeinwohl an („intend the public good“).

[166] Vgl. R. A. Epstein, The Federalist Papers: From Practical Politics to High Principle, S. 15 f. . Diese Interpretation wird auch von J. O. McGinnis, The Original Constitution and Our Origins, S. 252 f. und L. D. Kramer, Madison’s Audience, S. 612 vertreten. Im Übrigen befürworten die Autoren der Federalist Papers menschliche Ungleichheit, insbesondere Ungleichheit beim Eigentum, vgl. dazu. z. B. Madison, No. X, S. 67 und S. 70 oder A. Hamilton, Speech in the Federalist Convention, June 18, 1787, zitiert nach J. T. Adams, Hamiltonian Principles, S. 34 (“All communities divide themselves into the few and the many. The first are the rich and well-born, the other the mass of the people.”).

[167] R. A. Epstein, The Federalist Papers: From Practical Politics to High Principle, S. 15.

[168] Vgl. D. E. Ingersoll, Machiavelli and Madison: Perspectives on Political Stability, S. 264.

[169] A. Hamilton, Speech in the Federal Convention, June 22, 1787, zitiert nach: J. T. Adams, Hamiltonian Principles, S. 31 f.

[170] Vgl. aber G. Wills, Explaining America, S. 201-207.

[171] Hamilton oder Madison, No. LI, S. 354 f.

Ende der Leseprobe aus 178 Seiten

Details

Titel
Analyse der Bundesstaatsidee in den „Federalist Papers“ und in den Werken der Autoren der „Papers“
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Institut für Öffentliche Verwaltung)
Note
1,4
Autor
Jahr
2005
Seiten
178
Katalognummer
V75860
ISBN (eBook)
9783638729680
ISBN (Buch)
9783638730129
Dateigröße
1887 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Laut Gutachten des Erstprüfers die beste Diplomarbeit, die je bei ihm geschrieben wurde
Schlagworte
Analyse, Bundesstaatsidee, Papers“, Werken, Autoren
Arbeit zitieren
Markus Andreas Mayer (Autor), 2005, Analyse der Bundesstaatsidee in den „Federalist Papers“ und in den Werken der Autoren der „Papers“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75860

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