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Versuche der Konstitution puertoricanischer Identität in Magali Garcia Ramis' "Felices Días, Tío Sergio"

Title: Versuche der Konstitution puertoricanischer Identität in Magali Garcia Ramis' "Felices Días, Tío Sergio"

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Kathrin Herz (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Der Roman Felices días, Tío Sergio, der als erster Bestseller der puertoricanischen Autorin Magali García Ramis gilt , wurde im Jahr 1986 veröffentlicht und zählt heute zu den meist gelesenen Werken der zeitgenössischen hispano-karibischen Literatur.
García Ramis, die oft der „generación del 70“ und damit Autorinnen und Autoren wie Rosario Ferré oder Manuel Ramos Otero zugeordnet wird, konnte im freiwilligen U.S.-amerikanischen Exil aus der Distanz einen klaren Blick auf ihre Wurzeln und ihr Land gewinnen und bricht, wie auch die SchriftstellerInnen ihrer „Generation“, mit bislang festgesetzten Tabus. In zahlreichen ihrer Werke beschreibt die Autorin das Familienleben und die Entwicklung einer neuen femininen Identität . Wie auch in ihrer im Jahre 1971 erschienenen Kurzgeschichte Todos los domingos erzählt García Ramis in Felices días, Tío Sergio aus der Sicht eines heranwachsenden Mädchens der Mittelschicht von dessen Alltagsleben . Wenn auch von vielen Lesern als nostalgisches Werk betrachtet, handelt es sich hierbei, wie auch der an die danza von Juan Morel Campos angelehnte Titel vermuten lassen könnte, nicht um die Beschreibung eines unwiederbringlichen Idylls, sondern um den Versuch Geschichte in ihren unterschiedlichen Dimensionen zu erfassen, zu erhalten, gleichzeitig in Frage zu stellen und verschiedene Herangehensweisen an die puertoricanische Identitätsproblematik anzubieten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtlicher Kontext und dessen Einfluss auf die Gesellschaft

3. Der Mikrokosmos von Lidias Familie: Der Versuch der Bewahrung konservativer, patriarchalischer spanischer Werte

4. Ein alternatives Identitätsmodell: Tío Sergios Versuch der Schaffung einer neuen Identität

5. Die zweite Alternative: Lidia Solís' Fortführung der durch Tío Sergio begonnenen Identitätsentwicklung

6. Schlussbetrachtung

7. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman "Felices días, Tío Sergio" von Magali García Ramis, um die komplexe Identitätssuche innerhalb der puertoricanischen Gesellschaft der 1950er und 60er Jahre zu analysieren, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen traditionellen Werten und den Einflüssen der U.S.-amerikanischen Moderne liegt.

  • Historischer Kontext und Amerikanisierung Puerto Ricos
  • Strukturen patriarchaler Macht im Mikrokosmos der Familie Solís
  • Die Rolle des Tío Sergio als Katalysator für gesellschaftliche und individuelle Identitätsbildung
  • Die Entwicklung der Protagonistin Lidia Solís zur selbstbestimmten puertoricanischen Frau

Auszug aus dem Buch

Der Mikrokosmos von Lidias Familie: Der Versuch der Bewahrung konservativer, patriarchalischer spanischer Werte

Lidias Familie zählt zur weißen, und nach eigener Überzeugung, gehobenen Mittelschicht, die im entfremdeten Umfeld der Moderne zurechtkommen muss. Sie steht symbolisch für die „untergehende Lebensform und Gesellschaftsschicht des Großbürgertums“. Ihre Einstellungen sind Produkt des historischen Prozesses von damals. Die älteren weiblichen Familienmitglieder, vor allen Dingen Lidias Tanten, wollen eine unveränderliche und geordnete Welt mit starren Werten und Moralvorstellungen bewahren und trennen die Welt, also gesellschaftliche Klassen, Politik, Nationen, Rassen und Kultur, in Gut und Böse. Sie wohnen, herrschen und erziehen im abgeschotteten Raum des Hauses, es herrscht eine Art insularismo in Form eines unterdrückerischen Schutzes und der Abgrenzung zur Welt außerhalb des Hauses:

Era que éramos isleños y el mar, por todos lados el mar, era nuestra única frontera. Viviíamos rodeados de agua, y sumergidos en los consejos de mis familia. [...] Corríamos en la soledad de nuestra casa, jugando con soldaditos americanos, con naipes españoles, con sueños de irnos de allí.

Obwohl außer den Brüdern Lidias keine männlichen Vertreter anwesend sind, ist der Diskurs ein phallozentristischer, der von den Frauen aufrechterhalten wird. In Lidias, wie auch in der großen puertoricanischen Familie, werden Werte der von Männern gestalteten Welt übernommen und dürfen, genauso wenig wie das Verhalten der Männer, in Frage gestellt oder kritisiert werden: „El es un hombre, y a los hombres ne se les va detrás preguntándole qué hacen o qué dejan de hacer.“ Dem Mann muss Respekt gezollt werden, er hat immer Vorrecht, selbst wenn er nicht anwesend ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Roman "Felices días, Tío Sergio" und Darstellung der zentralen Identitätsproblematik im Kontext der puertoricanischen Gesellschaft.

2. Geschichtlicher Kontext und dessen Einfluss auf die Gesellschaft: Analyse der soziopolitischen Veränderungen in Puerto Rico unter U.S.-Einfluss und deren Folgen für das Selbstbild der Bevölkerung.

3. Der Mikrokosmos von Lidias Familie: Der Versuch der Bewahrung konservativer, patriarchalischer spanischer Werte: Untersuchung der familiären Strukturen, die durch Abschottung und starre Geschlechterrollen eine nostalgische Identität zu konservieren suchen.

4. Ein alternatives Identitätsmodell: Tío Sergios Versuch der Schaffung einer neuen Identität: Vorstellung des Onkels Sergio als Figur, die durch seine Exilerfahrungen und progressive Haltung die festgefahrenen Strukturen der Familie infrage stellt.

5. Die zweite Alternative: Lidia Solís' Fortführung der durch Tío Sergio begonnenen Identitätsentwicklung: Betrachtung der persönlichen Entwicklung der Protagonistin, die ausgehend von Sergios Anstößen eine eigene, authentische Identität sucht.

6. Schlussbetrachtung: Zusammenführende Reflexion der Ergebnisse über die Identitätskrise Puerto Ricos und das Ringen um eine eigenständige, moderne Identität.

7. Bibliografie: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur zur Identitätsproblematik in Puerto Rico.

Schlüsselwörter

Puerto Rico, Identitätssuche, Magali García Ramis, Felices días, Tío Sergio, Patriarchat, Amerikanisierung, Kulturnation, puertorriqueñidad, Geschlechterrollen, Exil, Postkolonialismus, Familiensoziologie, Moderne, Tradition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Identitätswandel einer puertoricanischen Familie im literarischen Spiegel des Romans "Felices días, Tío Sergio".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen der Amerikanisierung, das patriarchale Familiengefüge sowie das Spannungsverhältnis zwischen kulturellem Erbe und moderner Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Protagonistin Lidia durch den Einfluss ihres Onkels Sergio ein kritisches Bewusstsein entwickelt und sich von überkommenen Werten befreit.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Romantext in den historisch-politischen Kontext der puertoricanischen Geschichte einbettet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des konservativen Familienmikrokosmos, die Rolle der Figur Tío Sergio als Identitätsstifter und die fortführende Identitätsentwicklung der Protagonistin Lidia.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Identität, Patriarchat, Kolonialgeschichte, Kulturnation und den spezifischen soziokulturellen Prozess der puertorriqueñidad.

Warum spielt die Figur des Tío Sergio eine so entscheidende Rolle für Lidia?

Sergio fungiert als „das Andere“, das durch seine exilbedingten, progressiven Erfahrungen Lidias Horizont erweitert und ihre kritische Distanz zur starren Familienordnung ermöglicht.

Inwiefern beeinflusst das historische Umfeld den Identitätskonflikt der Familie Solís?

Der wirtschaftliche und politische Druck der U.S.-amerikanischen Dominanz führt dazu, dass sich die Familie in eine starre, spanisch-konservative Nostalgie zurückzieht, um sich vor dem als minderwertig empfundenen neuen Umfeld zu schützen.

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Details

Title
Versuche der Konstitution puertoricanischer Identität in Magali Garcia Ramis' "Felices Días, Tío Sergio"
College
University of Heidelberg  (Romanisches Insitut)
Course
Hauptseminar Puerto Rico – Literatura e identidad en un “Estado asociado”
Grade
1,7
Author
Kathrin Herz (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V75861
ISBN (eBook)
9783638880237
ISBN (Book)
9783638880350
Language
German
Tags
Versuche Konstitution Identität Magali Garcia Ramis Felices Días Sergio Hauptseminar Puerto Rico Literatura
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Herz (Author), 2007, Versuche der Konstitution puertoricanischer Identität in Magali Garcia Ramis' "Felices Días, Tío Sergio", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75861
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