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Kunst und Kultur des Heilens in der griechischen Antike - zwischen Asklepios und Hippokrates

Title: Kunst und Kultur des Heilens in der griechischen Antike - zwischen Asklepios und Hippokrates

Presentation (Elaboration) , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Mandy Busse (Author)

World History - Early and Ancient History
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Das Klassisches Altertum hat auch heute, nach zwei Jahrtausenden christlicher Kultur in Europa, nichts von seiner Kraft und Faszination verloren.

Ohne Frage war das antike Griechenland eine Nation der Dichter und Denker.
Die geheimnisvolle Welt der Mythologie gilt als unvergleichlicher Kunstschatz, als faszinierendes Zeugnis menschlicher Vorstellungskraft und Erzählkunst. Die Ruinen der einstigen griechischen Kultstätten, archetektonische Meisterwerke wie Tempel, locken jährlich Millionen von Touristen an. Pioniere der Naturwissenschaften, wie die Mathematiker Euklid, Archimedes und Pythagoras oder die Philosophen Aristoteles, Sokrates und Platon prägen das Bild, das wir heute von der griechischen Antike vor Augen haben.

Enormer wissenschaftlicher Fortschritt und ein sehr ausgeprägter, die ganze Gesellschaft durchdringender polytheistischer Glaube scheinen im antiken Griechenland Hand in Hand gegangen zu sein.

Diese faszinierende Koexistenz finden wir auch in der Medizin der Antike. Auf der einen Seite existierte der religiöse Asklepioskult, eine weit verbreitete Tempelmedizin. Auf der anderen Seite wirkten Hippokrates, der als Begründer der wissenschaftlichen Medizin gilt, und seine Kollegen zu dieser Zeit.

In dieser Ausarbeitung sollen diese beiden scheinbar sehr gegensätzlichen Medizinformen untersucht werden. Besondere Aufmerksamkeit will ich dabei auch möglichen Berührungspunkten schenken. Denn vielleicht sind die beiden durch Hippokrates und Asklepios personifizierten Medizinformen gar nicht so widersprüchlich, wie sie uns heute auf den ersten Blick erscheinen..?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Medizin der Wissenschaft

2.1 Hippokrates

2.2 Der hippokratische Arzt

3 Medizin der Religion

3.1 Der Asklepioskult

3.2 Der Äskulapstab

4 „Hippokrates trifft Asklepios“ – Gegenüberstellung am Beispiel

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Koexistenz und das Verhältnis zwischen der rationalen, wissenschaftlich geprägten Medizin des Hippokrates und der religiös orientierten Tempelmedizin des Asklepioskultes in der griechischen Antike, um deren vermeintliche Gegensätzlichkeit zu hinterfragen.

  • Wissenschaftliche Medizin versus religiöse Tempelmedizin
  • Die Rolle des Arztes und die Bedeutung des hippokratischen Eides
  • Struktur, Rituale und heilende Wirkung des Asklepioskultes
  • Symbolik des Äskulapstabes in der modernen Medizin
  • Vergleichende Analyse beider Medizinformen anhand konkreter Krankheitsbeispiele

Auszug aus dem Buch

4 „Hippokrates trifft Asklepios“ – Gegenüberstellung am Beispiel

Um die Gegensätzlichkeit der zwei unterschiedlichen Medizinformen in der griechischen Antike zu veranschaulichen, aber auch Verbindungen zu knüpfen, möchte ich auf den folgenden Ausschnitt des Textes „Asklepios trifft Hippokrates“ von Renate Wittern und Thomas Schnalke verweisen. Wittern und Schalke haben eine Gegenüberstellung der personifizierten Medizinformen der griechischen Antike geschaffen.

Der Text zu Asklepios stammt aus einem Wunderheilungsbericht, den man auf Marmorblöcken eingarviert im Asklepeion von Epidauros gefunden hat. Der rechte Text stammt von Hippokrates selbst, aus dessen Schrift „Über die Leiden“. Beide Texte befassen sich mit der Erkrankung Wassersucht.

Asklepios

»Arate von Lakonien, Wassersucht. Für diese schlief ihre Mutter, während sie (selbst) in Lakedämon war, und sieht einen Traum: sie träumte, der Gott schneide ihrer Tochter den Kopf ab und hänge den Körper auf mit dem Hals nach unten; als viel Flüssigkeit ausgeflossen, habe er den Körper abgehängt und den Kopf wieder auf den Hals gesetzt. Nachdem sie diesen Traum gesehen, kehrte sie nach Lakedämon zurück und trifft ihre Tochter gesund; diese hatte denselben Traum gesehen.«

Hippokrates

»Wassersucht entsteht dann, wenn einer infolge irgendeiner langwierigen Krankheit lange Zeit hindurch einen verunreinigten Körper behält; dann verderben nämlich die Fleischteile, schmelzen zusammen und werden zu Wasser. Wassersucht entsteht aber auch durch eine Erkrankung der Milz und der Leber, sowie aus der weißen Schleimkrankheit, Ruhr und Lienterie. Wenn sich die Wassersucht entwickelt, so füllt sich der Leib mit Wasser, die Füße und Unterschenkel schwellen an, die Schultern, die Schlüsselbeingegend, die Brust und die Oberschenkel magern ab.«

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die faszinierende Koexistenz von wissenschaftlichem Fortschritt und polytheistischem Glauben in der griechischen Antike sowie die daraus resultierende medizinische Zweigleisigkeit.

2 Medizin der Wissenschaft: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Medizin als weltliche Disziplin und analysiert das Wirken des Hippokrates sowie das Selbstverständnis des hippokratischen Arztes.

3 Medizin der Religion: Hier wird der Asklepioskult als ergänzende, sakrale Form der Heilkunst dargestellt und die Bedeutung des Äskulapstabes als medizinisches Symbol erläutert.

4 „Hippokrates trifft Asklepios“ – Gegenüberstellung am Beispiel: Anhand historischer Texte zur Wassersucht werden die unterschiedlichen Ansätze der beiden Medizinformen direkt gegenübergestellt und auf ihre Verbindungen untersucht.

5 Fazit: Das Fazit resümiert, dass sich hippokratische Heilkunde und asklepiadischer Heilkult ideal ergänzten und die Medizin der Antike einen ganzheitlichen Anspruch verfolgte.

Schlüsselwörter

Griechische Antike, Medizin, Hippokrates, Asklepioskult, Asklepeion, Äskulapstab, Wissenschaft, Religion, Heilkunst, Wassersucht, Corpus Hippocraticum, Tempelmedizin, Medizinhistorie, ganzheitliche Heilung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den zwei parallelen Medizinformen im antiken Griechenland: der wissenschaftlich orientierten Medizin des Hippokrates und der religiös geprägten Tempelmedizin des Asklepioskultes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?

Im Zentrum stehen die Konzepte der hippokratischen Heilkunde (Rationalität, Diagnose, aktive Patientenrolle) und die Riten sowie die sakrale Psychotherapie innerhalb der Asklepieia.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gegensätzlichkeit dieser beiden Systeme zu beleuchten und aufzuzeigen, dass sie in der Antike keineswegs feindlich, sondern als sinnvolle Ergänzung nebeneinander existierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse genutzt?

Die Autorin wählt einen deskriptiven und vergleichenden Ansatz, indem sie historische Quellen, antike Schriften und moderne Forschungsliteratur einbezieht und diese in einer Gegenüberstellung analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der wissenschaftlichen Medizin, die detaillierte Beschreibung der religiösen Heilpraxis sowie einen direkten Textvergleich beider Ansätze am Beispiel der Diagnose der „Wassersucht“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die Medizin der Wissenschaft, der Asklepioskult, die hippokratische Lehre, das Asklepeion und der Äskulapstab als Symbol für Heilberufe.

Wie unterscheidet sich die Rolle des hippokratischen Arztes von der der Tempelpriester?

Der hippokratische Arzt setzte auf klinische Beobachtung, natürliche Ursachen und eine rationale Diagnose, während die Tempelpriester den Heilungsprozess durch religiöse Riten, Inkubation (Tempelschlaf) und psychologische Unterstützung im Kontext göttlicher Heilung begleiteten.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der heutigen Bedeutung dieses historischen dualen Systems?

Die Autorin zieht das Fazit, dass diese historische „Zweigleisigkeit“ eine ganzheitliche Rundumversorgung bot, da sie gleichermaßen den Körper als auch den Geist des Kranken berücksichtigte, was als Vorbild für eine moderne, menschliche Medizin dienen kann.

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Details

Title
Kunst und Kultur des Heilens in der griechischen Antike - zwischen Asklepios und Hippokrates
College
University of Erfurt
Grade
1,3
Author
Mandy Busse (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V75887
ISBN (eBook)
9783638808064
Language
German
Tags
Kunst Kultur Heilens Antike Asklepios Hippokrates
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mandy Busse (Author), 2006, Kunst und Kultur des Heilens in der griechischen Antike - zwischen Asklepios und Hippokrates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75887
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