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Das Sonne-und-Mond-Gleichnis: Über das Verhältnis zwischen Papst und Kaiser im Mittelalter

Título: Das Sonne-und-Mond-Gleichnis: Über das Verhältnis zwischen Papst und Kaiser im Mittelalter

Trabajo , 2002 , 22 Páginas , Calificación: 2+

Autor:in: Joseph Badde (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Bei der Auswahl der Referatsthemen, über das Verhältnis von regnum und sacerdotium im Mittelalter, fiel mir das Sonne-Mondgleichnis auf, weil ich damit ein jüdisches Märchen in Zusammenhang brachte, dass ich aus meinen Kindheitstagen kannte und in positiver Erinnerung behalten hatte. Dieses Märchen handelt davon, dass am Anfang der Schöpfung Sonne und Mond gleich groß gewesen wären und friedlich nebeneinander koexistiert hätten. Doch eines Tages sei dem Mond der Gedanke gekommen, größer sein zu wollen als die Sonne und so ging der Mond zu Gott um ihm seine Gedanken zu erläutern. Gott hörte geduldig zu und sagte, er werde etwas ändern und wandelte das sonnenhafte Aussehen des Mondes in das mondhafte Aussehen, das wir heute noch kennen. Da war der Mond sehr erzürnt und eilte zu Gott, um sich zu beschweren: ‚Du hast mir versprochen mich größer zu machen als die Sonne. Nun hast Du mich kleiner und kälter gemacht und auch das Licht erhalte ich nun von der Sonne!’ Doch Gott antwortete: ‚Beruhige dich, du bist viel größer geworden als du denkst, denn nach dir werden sich die Weltmeere richten und die Menschheit wird ihren Kalender nach dir planen.’ Da war der Mond zufrieden.1
Dieses Märchen beschrieb das jüdisch-theologische Wissen, dass augenscheinliche Größe täuschen kann. Doch dieses Wissen, dass der Mond eine innere Größe hat, die die äußerliche Größe der Sonne überragt, ging in der Kirche des Mittelalters und im besonderen in der Frage des Machtverhältnisses zwischen Papst und Kaiser bald verloren, und dies obwohl früh kirchliches Quellen die Kirche noch mit dem Mond vergleichen, die ihren Glanz von Gott empfängt.2 Spätestens seitdem die Kirche einen politischen Machtfaktor darstellte, war dieser Vergleich nicht mehr haltbar, weil es nun nicht mehr um ein theologisches Gleichnis ging, sondern um politischen Machterhalt, mittels einer weit hergeholten theologischen Begründung. So musste, nach kirchlicher Ansicht, um den weltlichen Einfluss der Kirche zu gewährleisten, die Sonne die Kirche darstellen und der Mond den Kaiser.
Im Folgenden werde ich der Geschichte und den verschiedenen Interpretationen des Sonne-Mond-Gleichnisses im Mittelalter nachgehen und diese in den jeweiligen zeitlichen Kontext einordnen.

1 Vgl. Heda Janson (Hrg.), Märchen aus Israel, S. 6.
2 Vgl. Hugo Rahner, Symbole der Kirche, S.98-173.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Herkunft und Geschichte des Sonne-Mond-Gleichnisses

III. Päpstliche Inanspruchnahme des Gleichnisses

IV. Weltliche Verwendung des Gleichnisses

VI. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die vielfältigen, oft politisch instrumentalisierten Interpretationen des mittelalterlichen Sonne-Mond-Gleichnisses im Kontext des Machtkonflikts zwischen Papsttum (Sacerdotium) und Kaisertum (Regnum).

  • Ursprung der Sonne-Mond-Symbolik in der Antike und ihre christliche Adaption.
  • Die päpstliche Aneignung des Gleichnisses zur Legitimierung politischer Vormachtstellung.
  • Die kaiserliche Gegenargumentation und Verteidigung der weltlichen Autonomie.
  • Die Rolle prominenter Denker wie Dante Alighieri und Wilhelm von Ockham.
  • Der Bedeutungswandel des Gleichnisses bis hin zum Ende der hochmittelalterlichen Streitkultur.

Auszug aus dem Buch

III. Päpstliche Inanspruchnahme des Gleichnisses

Der erste Papst, der für sich das Bild der Sonne in Anspruch nahm, war der wohl politisch aktivste Papst des Frühmittelalters Nikolaus I. (858-867). Dieser Papst verglich in einem Brief an Wenilo von Sens das erste Mal den heiligen Stuhl mit der Sonne: „Contra illos nimirum, qui beatissimi apostulorum principis Petri eiusque successorum luculentissimam doctrinam sedemque spernentes, quem Dei filius in sancta ecclesia sua tamquam luminare maius in coelo constituit, veluti quidam scorpiones palantes incedunt in meridie, et cum adhuc dies est, occidit eis sol.“10 und zitierte dabei indirekt die Genesisstelle.

Doch sagte die oben abgebildte Textstelle noch nichts über die Beziehung von Kaiser und Papst aus, denn sie beanspruchte nur das Bild der Sonne für die Nachfolger Petri, ordnete aber nicht den Mond dem Kaiser zu. Dies ist erstaunlich, da Nikolaus I. in der Literatur meist als der erste Papst mit weltherrschaftlichen Anspruchen angesehen wird, der dies auch des öftern gegenüber König Lothar von Lorraine zur Geltung brachte.11

Erst mit dem 11. Jahrhundert lässt sich in den Quellen eine Inanspruchnahme des Sonne-Mond-Gleichnisses in Bezug auf eine Gewaltenteilung feststellen. Meist jedoch wurde dies noch recht vorsichtig formuliert und nicht in dem Sinne, dass die Sonne eine politische Vormachtstellung vor dem Mond gehabt hätte. Der päpstliche Anspruch auf politische Alleinherrschaft spiegelte sich in diesen Quellen in Bezug auf das Sonne-Mond-Gleichnis eigentlich nie wieder. Auch wenn dies unter Umständen sogar konträr zu dem politischen Handeln mancher Päpste stehen würde, so wurde es auf jeden Fall noch nicht mit dem Sonne Mond-Gleichnis gerechtfertigt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vorwort: Einleitung in die persönliche Motivation des Autors und Darstellung der theologischen versus politischen Interpretation des Gleichnisses.

II. Herkunft und Geschichte des Sonne-Mond-Gleichnisses: Analyse der antiken Wurzeln als Kosmokreatorsymbolik und deren Persistenz im christlichen Mittelalter.

III. Päpstliche Inanspruchnahme des Gleichnisses: Untersuchung, wie Päpste vom Frühmittelalter bis zu Bonifaz VIII. das Gleichnis zur Untermauerung ihrer Machtansprüche nutzten.

IV. Weltliche Verwendung des Gleichnisses: Dokumentation der kaiserlichen Verteidigung und der publizistischen Gegenwehr durch Denker wie Friedrich II. und Dante.

VI. Schlussbemerkung: Resümee über das Ende der politischen Bedeutung des Gleichnisses mit der Trennung von geistlicher und weltlicher Gewalt.

Schlüsselwörter

Sonne-Mond-Gleichnis, Sacerdotium, Regnum, Papsttum, Kaisertum, Mittelalter, Genesis I 16, Machtverhältnis, Politische Theologie, Bonifaz VIII, Friedrich II, Dante Alighieri, Kosmokreatorsymbolik, Gewaltenteilung, Investiturstreit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Verwendung des Sonne-Mond-Gleichnisses als Metapher für das Machtverhältnis zwischen Papst und Kaiser im Mittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von geistlicher und weltlicher Herrschaft, die theologische Deutung biblischer Texte zur Machtlegitimation und die ideologische Auseinandersetzung zwischen Kurie und Reich.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, nachzuzeichnen, wie sich die Interpretation des Gleichnisses von einem theologischen Bild zu einer scharfen Waffe im politischen Machtkampf entwickelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-kritische Quellenanalyse, bei der primäre zeitgenössische Texte (Briefe, Bullen, Schriften) in ihren jeweiligen politischen Kontext eingeordnet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die päpstliche Inanspruchnahme des Sonne-Bildes und die weltliche Gegenwehr der Kaiser sowie Gelehrten, unter Einbeziehung prominenter Akteure.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sacerdotium, Regnum, Machtlegitimation, biblische Allegorie, päpstliche Weltherrschaftsansprüche und kaiserlicher Widerstand.

Wie reagierte Kaiser Friedrich II. auf die päpstliche Vereinnahmung des Bildes?

Friedrich II. deutete das Gleichnis geschickt um, indem er den Fokus auf die sich nicht in die Quere kommenden Laufbahnen von Sonne und Mond legte, um seine eigene gottgegebene Würde zu betonen.

Welche Rolle spielte die Bulle "Unam sanctam" von Bonifaz VIII.?

Sie markiert den Höhepunkt der päpstlichen Interpretation, in der die weltliche Gewalt der geistlichen explizit und radikal untergeordnet wurde.

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Detalles

Título
Das Sonne-und-Mond-Gleichnis: Über das Verhältnis zwischen Papst und Kaiser im Mittelalter
Universidad
LMU Munich  (Historikum)
Curso
Das Verhältnis von Sacerdotium und Regnum
Calificación
2+
Autor
Joseph Badde (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
22
No. de catálogo
V7588
ISBN (Ebook)
9783638148047
ISBN (Libro)
9783640202553
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sonne-Mondgleichnis Verhältnis Papst Kaiser Mittelalter Verhältnis Sacerdotium Regnum
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Joseph Badde (Autor), 2002, Das Sonne-und-Mond-Gleichnis: Über das Verhältnis zwischen Papst und Kaiser im Mittelalter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7588
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