Deutschland bestand vor der Wiedervereinigung 40 Jahre aus zwei verschiedenen Teilen, der Deutschen Demokratischen Republik (nachfolgend als „DDR“ bezeichnet) und der Bundesrepublik Deutschland (nachfolgend als „BRD“ bezeichnet). Die Bevölkerungen dieser beiden Teilstaaten sollten aufgrund ihrer zunehmend differierenden Lebensbedingungen bis zur politischen Wende auch getrennt aber im Vergleich zueinander betrachtet werden. Man könnte denken, dass sich dies nun nach der Wiedervereinigung geändert hat – dem ist jedoch nicht durchgängig so.
Noch heute, 17 Jahre nach der Wiedervereinigung, müssen wir die neuen Bundesländer und die alten getrennt betrachten. Die Unterschiede im Geburtenverhalten, in der Wahl der Familiengröße und in der Wahl der Lebensform sind konstituierende Teile dessen, was uns als Bevölkerungsbewegung im Nachkriegsdeutschland entgegentritt.
Inwiefern diese Faktoren Einfluss auf die Struktur der Familie haben, soll im Folgenden dargestellt werde. Vorab soll aber ein Blick auf die demographische Situation „vor“ und „nach“ der Wende geworfen werden, um die Unterschiede klarer herauszustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Arten privater Lebensformen im vereinigten Deutschland
3.Die demographische Situation vor der Wende
4. Entwicklung der demographische Situation nach der Wende
5. Veränderung der Familiengröße
6. Abnahme von Eheschließungen und Zunahme von Scheidungen
7. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Strukturwandel von Familienformen im vereinigten Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen und demographischen Veränderungen seit der politischen Wende 1989. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Geburtenverhalten, die Wahl der Familiengröße und die Pluralisierung von Lebensformen in den neuen gegenüber den alten Bundesländern unterscheiden.
- Demographische Entwicklungen vor und nach der Wiedervereinigung
- Wandel des Familienbegriffs und neue private Lebensformen
- Entwicklung der Geburtenziffern und des Erstgebärendenalters
- Einfluss von Scheidungsraten auf die Familienstruktur
- Erwerbstätigkeit und Vereinbarkeit von Kind und Beruf
Auszug aus dem Buch
2. Arten privater Lebensformen im vereinigten Deutschland
Im heutigen Deutschland gibt es die verschiedensten Möglichkeiten von familiären Lebensformen. Als familiäre Lebensformen bezeichne ich die verschiedensten Arten von Familie – dies ist heutzutage ein sehr dehnbarer Begriff. Es ist schwer diesen Begriff einzugrenzen, da sowohl die klassische Mutter-Vater-Kind-Familie, die Gleichgeschlechtliche Partnerschaft, ein zusammen lebendes Pärchen, etc. als Familie bezeichnet und empfunden werden kann.
Noch vor sechzig Jahren war die Ehe die am häufigsten anzutreffende und die im öffentlichen Raum wohl bei weitem akzeptierteste Lebensform für Paare. Dies hat sich jedoch deutlich verändert. Im Jahr 1950 wurden nur in den alten Bundesländern (ca. 50 Millionen Einwohner) noch 750452 Ehen* geschlossen, im Jahre 2004 im wiedervereinigten Deutschland (82,5 Millionen Einwohner) jedoch nur noch 395992*, also nur noch gut die Hälfte bei einer deutlich höheren Bevölkerungsanzahl.
Bis heute sind viele neue Lebensformen entstanden. Eine sehr weit verbreitete ist die Lebenspartnerschaft: ein unverheiratetes Paar mit oder ohne Kind und mit gemeinsamem Wohnsitz. Auch die gleichgeschlechtliche Partnerschaft hat seit Mitte der Neunziger Jahre immer mehr Akzeptanz erfahren.
Durch die hohe Scheidungsrate, die seit 1995 drastisch angestiegen ist, heute wird fast jede zweite Ehe geschieden (213691 im Jahr 2004*), ist die Familie des Alleinerziehenden hinzugekommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Notwendigkeit, das vereinigte Deutschland aufgrund fortbestehender Unterschiede in Lebensformen und Geburtenverhalten getrennt zu betrachten.
2. Arten privater Lebensformen im vereinigten Deutschland: Hier wird der Wandel des Familienbegriffs hin zu einer Pluralisierung von Lebensformen, wie Patchwork-Familien oder Alleinerziehenden-Modellen, thematisiert.
3.Die demographische Situation vor der Wende: Das Kapitel analysiert die demographischen Trends in BRD und DDR bis 1989, geprägt durch Baby-Boom-Phasen und sinkende Geburtenziffern.
4. Entwicklung der demographische Situation nach der Wende: Hier wird der Rückgang der Familiengründungen und die demographische Entwicklung nach der Wiedervereinigung bis in die 2000er Jahre untersucht.
5. Veränderung der Familiengröße: Dieses Kapitel beleuchtet den Trend zur Kinderlosigkeit und den Stellenwert der Zwei-Kind-Familie im zeitlichen Vergleich.
6. Abnahme von Eheschließungen und Zunahme von Scheidungen: Eine Analyse des veränderten Heiratsverhaltens und des drastischen Anstiegs der Scheidungsraten im Zeitverlauf.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Eine abschließende Synthese der Ergebnisse sowie eine Einschätzung zu zukünftigen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Familienplanung.
Schlüsselwörter
Strukturwandel, Familie, Wiedervereinigung, Demographie, Geburtenziffer, Lebensform, Eheschließung, Scheidungsrate, Kinderlosigkeit, Alleinerziehende, Bevölkerungsbewegung, Erwerbstätigkeit, Patchwork-Familie, Haushaltsformen, Familienplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Strukturwandel von Familienformen in Deutschland im Kontext der politischen Wende von 1989 und die daraus resultierenden demographischen Entwicklungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das Heirats- und Scheidungsverhalten, Geburtenziffern, unterschiedliche Haushaltsmodelle und die Pluralisierung privater Lebensformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede in der Familienstruktur zwischen den neuen und alten Bundesländern herauszuarbeiten und die Faktoren für deren Wandel zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse statistischer Daten, insbesondere auf Basis des Mikrozensus und Publikationen des Statistischen Bundesamtes.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Rückgang der traditionellen Ehe, dem Anstieg von Singlehaushalten und den Herausforderungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie demographischer Wandel, Pluralisierung, Geburtenrückgang und die gesellschaftliche Transformation nach der Wiedervereinigung geprägt.
Wie unterscheidet sich die demographische Entwicklung in den neuen Bundesländern nach der Wende?
In den neuen Bundesländern wurde nach der Wende ein besonders drastischer Einbruch der Geburtenziffern verzeichnet, verbunden mit einer Veränderung des Heirats- und Familienmodells.
Welche Rolle spielt die Erwerbstätigkeit für die Familienstruktur laut der Autorin?
Die Autorin stellt fest, dass die Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Berufstätigkeit weiterhin eine große Herausforderung darstellt, was sich in den Beschäftigungsquoten von Frauen mit Kindern widerspiegelt.
- Quote paper
- Katarina Hoberg (Author), 2006, Der Strukturwandel der Familie mit dem Blickpunkt auf die politische Wende 1989, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75940