Bilder, immer und überall präsent. In Tageszeitungen, Zeitschriften, Magazinen – in Fernsehen und Internet, auf Werbetafeln und Videowänden - sowie eingebrannt in unser Gedächtnis sind sie, die Bilder, der Schlüssel zur Verbreitung von Informationen. Die nachfolgende Abhandlung, eingeleitet mit einem kritischen Kommentar zur Ver-antwortung der Medien im Umgang mit Bildern, stellt den theoretischen Ansatz Ludes: der „Key Visuals“ dem Ansatz Kertzers: der „politischen Symbole gegenüber. Es soll auch versucht werden, die Frage zu beantworten, dass sich ein Key Visual in seiner medialen, kulturellen und sozialen Wirkung nahezu gleich wie ein Bild verhält, welches dazu benutzt wird, ein rituelles politisches Verhalten in Form eines politischen Symbols zu verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
Der Krieg und seine Bilder - Shock and Awe
Ein Kommentar von Christoph Schumacher
«Embedded Journalism»: Produktion von Illustrationsmaterial
Die andere Seite: Al Jazeera und die arabischen Medien
Der Bilderkampf in den Medien: Shock and Awe
Kramer, Ludes, Nöth: Key Visuals
David Kertzer: Ritual, Politik und Macht
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale und soziale Wirkung von sogenannten Key Visuals und deren Rolle als politische Symbole. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern diese visuellen Elemente zur Konstruktion kollektiver Identitäten beitragen und wie sie in Nachrichtensendungen zur Steuerung der öffentlichen Wahrnehmung instrumentalisiert werden.
- Die Funktion von Key Visuals als visuelle Schlüssel für Nachrichteninhalte.
- Der Einfluss der medialen Wiederholung auf das kollektive Gedächtnis.
- Die Wechselwirkung zwischen politischen Ritualen, Machtausübung und Symbolik.
- Die Dekontextualisierung von Bildern im Rahmen des „Embedded Journalism“.
- Kulturelle Unterschiede in der Wahrnehmung identischer visueller Informationen.
Auszug aus dem Buch
Kramer, Ludes, Nöth: Key Visuals
Das Fernsehen bestimmt wesentlich die Prozesse der Globalisierung auf multimedialer Ebene. Ferner ist daran natürlich auch das Internet beteiligt. Beide Medien geben ihre Informationen schnell und unmittelbar in Form von Texten und Bildern weiter. Für diese Arbeit sind insbesondere die Bilder wichtig und von starkem Interesse. Das Forschungsprojekt von Kramer, Ludes und Nöth untersucht den Bereich der Key Visuals und will diese systematisch erfassen. Ihre Inhalte werden analysiert, „transkulturelle Gemeinsamkeiten“ und „kulturspezifische Unterschiede“ werden bestimmt. Gegenstand dieser Forschung sind bebilderte Fernsehberichte unterschiedlicher Ereignisse aus verschiedenen Ländern (Brasilien, China, Deutschland, USA) seit dem Jahre 1999.
Der Rahmen dieses Projektes bildet die Untersuchung, welche Gemeinsamkeiten bei der Berichterstattung bestehen und welche kulturspezifischen Besonderheiten existieren. Weiter wird untersucht, wie „bestimmte Ereignisse des Weltgeschehens als Key Visuals“ präsentiert werden und welchen Einfluss kulturelle Aspekte darauf haben. Man kann also zusammenfassend sagen, dass es darum geht, wie die unterschiedlichen Kulturkreise dieselben Ereignisse darstellen, ob es dabei Unterschiede gibt, die auf die jeweiligen kulturellen Besonderheiten zurückzuführen sind bzw. um es umgekehrt zu betrachten, wie dasselbe Bild in unterschiedlichen Kulturkreisen verschieden wahrgenommen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Der Krieg und seine Bilder - Shock and Awe: Der einleitende Abschnitt thematisiert die unmittelbare Wirkung von Kriegsbildern in den Medien und hinterfragt deren Wahrheitsgehalt sowie die Verantwortung der Berichterstatter.
Kramer, Ludes, Nöth: Key Visuals: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Ansatz von Kramer, Ludes und Nöth zur systematischen Erfassung von Schlüsselbildern und deren Funktion in der globalen Nachrichtenvermittlung.
David Kertzer: Ritual, Politik und Macht: Hier wird der Ansatz von Kertzer vorgestellt, der den engen Zusammenhang zwischen politischen Ritualen, der Anwendung von Symbolen und der Machtausübung in modernen Gesellschaften analysiert.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Key Visuals und politische Symbole zentrale Instrumente zur Meinungsbildung darstellen, die durch mediale Wiederholung das kollektive Gedächtnis maßgeblich prägen.
Schlüsselwörter
Key Visuals, Politische Symbole, Medienberichterstattung, Embedded Journalism, Kollektives Gedächtnis, Bildsemiotik, Machtausübung, Politische Rituale, Globale Kommunikation, Propaganda, Visuelle Wahrnehmung, Nachrichtenkultur, Bild-Text-Nachricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Bildern in den Massenmedien, insbesondere der Wirkung von Key Visuals und deren Rolle als politische Symbole im gesellschaftlichen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Medientheorie (Ludes/Kramer/Nöth), die politische Anthropologie von Ritualen (Kertzer) sowie die kritische Betrachtung der Kriegsberichterstattung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, wie Key Visuals als visuelle Schlüssel fungieren, um komplexe Sachverhalte zu verdichten und wie sie bewusst zur Steuerung der öffentlichen Meinung eingesetzt werden können.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf medienwissenschaftliche Forschungsprojekte zu Key Visuals sowie auf politikwissenschaftliche Theorien zu Ritualen und Symbolen in der Machtausübung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine medienkritische Einleitung zum „Embedded Journalism“, die Darstellung des Forschungsprojekts von Kramer, Ludes und Nöth sowie die theoretische Verknüpfung durch Kertzers Konzepte zur politischen Symbolik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Key Visuals, politische Symbole, mediale Wiederholung, kollektives Gedächtnis und Machtinstrumentalisierung charakterisiert.
Warum spielt die Wiederholung von Bildern für die Autoren eine so große Rolle?
Die Wiederholung ist entscheidend, da sie erst die Einprägung von Bildern in das kollektive Gedächtnis ermöglicht und die Bedeutung eines Bildes über die Zeit hinweg verfestigt oder sogar ideologisch auflädt.
Wie unterscheidet sich laut Text die Wahrnehmung eines Bildes in verschiedenen Kulturkreisen?
Die Wahrnehmung hängt stark vom Kontext und den durch Medien oder Politik vorgegebenen Deutungsmustern ab, weshalb dasselbe Bild in verschiedenen Kulturen völlig unterschiedliche, teils gegensätzliche Bedeutungen tragen kann.
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- Christian Schöpf (Author), 2007, Key Visuals und politische Symbole, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75974