Key Visuals und politische Symbole


Essay, 2007

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Der Krieg und seine Bilder - Shock and Awe
Ein Kommentar von Christoph Schumacher
«Embedded Journalism»: Produktion von Illustrationsmaterial
Die andere Seite: Al Jazeera und die arabischen Medien
Der Bilderkampf in den Medien: Shock and Awe
Kramer, Ludes, Nöth: Key Visuals
David Kertzer: Ritual, Politik und Macht
Fazit
Literaturverzeichnis und Bildnachweis
Literatur:
Bilder:

Bilder, immer und überall präsent. In Tageszeitungen, Zeitschriften, Magazinen – in Fernsehen und Internet, auf Werbetafeln und Videowänden - sowie eingebrannt in unser Gedächtnis sind sie, die Bilder, der Schlüssel zur Verbreitung von Informationen. Die nachfolgende Abhandlung, eingeleitet mit einem kritischen Kommentar zur Verantwortung der Medien im Umgang mit Bildern, stellt den theoretischen Ansatz Ludes: der „Key Visuals“ dem Ansatz Kertzers: der „politischen Symbole gegenüber. Es soll auch versucht werden, die Frage zu beantworten, dass sich ein Key Visual in seiner medialen, kulturellen und sozialen Wirkung nahezu gleich wie ein Bild verhält, welches dazu benutzt wird, ein rituelles politisches Verhalten in Form eines politischen Symbols zu verdeutlichen. Denn sowohl ein Key Visual als auch ein politisches Symbol gewinnen ihre Macht durch:

- Mediale Präsenz und die nahezu unendliche Wiederholung
- Verstärkung eines geschichtlich, politisch oder gesellschaftlich wichtigen Momentes.

Zwei klassische Bespiele hierfür finden sich sowohl in der geschichtlichen Vergangenheit, das Ritual von Bitburg oder der Kniefall von Willy Brandt als auch in der dem Seminar zugrunde gelegten CNN Reportage „The Road to Bagdad“ mit dem Sturz der Saddam Hussein Statue in Bagdad.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Krieg und seine Bilder - Shock and Awe

Die Medienberichterstattung über den gegenwärtig stattfindenden Krieg im Irak stützt sich wesentlich auf Bilder. Anders als das gedruckte oder gesprochene Wort haben Bilder eine unmittelbare Wirkung. Die Bilder des Krieges wühlen auf, beunruhigen, machen Angst. Doch was zeigen sie eigentlich, wie sind sie zu deuten und warum brauchen wir sie überhaupt?[1]

Ein Kommentar von Christoph Schumacher

Das bekannte deutsche Nachrichtenmagazin «Stern» titelte letzter Tage, kaum eine Woche nach dem Beginn des Krieges gegen den Irak: «53 Sonderseiten: Die Bilder vom Krieg. Das Protokoll des Angriffs». Zu sehen sind diejenigen Bilder, die seit dem Kriegsausbruch und teilweise schon zuvor in allen Medien omnipräsent waren: Amerikanische und britische Truppen in der Wüste, in scheinbaren Kampfsituationen, das Gewehr im Anschlag, Bagdad bei Nacht und Bombennebel, gefangene und tote irakische Soldaten, brennende Ölquellen und, vereinzelt, verletzte Zivilisten. Man ist über das Geschehen im fernen Irak bestens informiert, so scheint es. Das mediale Konzept der alliierten Streitkräfte, der «Embedded Journalism», liefert den Medien was sie sich wünschen: Aktuelle Bilder, die das zeigen, was man so gerne als Realität bezeichnet.

«Embedded Journalism»: Produktion von Illustrationsmaterial

Nun zeigt sich, dass diese Form des eingebetteten Journalismus zwar aktuelle Bilder liefert, doch darüber hinaus bleibt die Informationslage dürftig. Die wichtigen Hintergründe über das Wann, Wo, Wie, etc. dürfen die Journalisten nicht weitergeben, aus taktischen Gründen, so die Erklärung.

Ein Zeichen steht für etwas Bezeichnetes, lehrt die Semiotik, die Wissenschaft von den Zeichen. Ein Soldat mit dem Gewehr im Anschlag kann für vieles stehen: Er kann Symbol und historische Aussage zugleich sein. Und so scheinen die Bilder der «Embedded Journalists» häufig auf ihren illustrierenden Charakter reduziert zu werden, sie dienen als dramatisierende Staffage für eine Berichterstattung, die auffallend oft nur wenig an Fakten zu erzählen weiss.

Ein Bild steht in einem bestimmten Kontext. Dieser erst macht, zusammen mit dem Bild, den eigentlichen Inhalt aus. So erst entsteht eine einigermaßen authentische Form von Realität. Das Bild als solches kann vieles aussagen. Was in diesem Krieg durch das Konzept der «Embedded Journalists» geschieht, ist eine eigentliche Dekontextualisierung des Bildes. Ein bestimmtes Bild wird benutzt, um einen bestimmten Sachverhalt zu erklären oder zu beweisen. Vergleicht man die verschiedenen Nachrichtensendungen miteinander, fällt auf, dass ein und dasselbe Bild für durchaus unterschiedliche, wenn nicht sogar gegensätzliche Darstellungen benutzt wird.

Die andere Seite: Al Jazeera und die arabischen Medien

Die Bilder, die aus dem Innern der belagerten Städte kommen, zeichnen ein anderes Bild von der Situation, als es die westlichen Medien tun: Tote und verletzte Zivilisten, zerstörte Häuser, wütende Menschen. Dass diese Szenen ebenso von einer Zensur oder von einem bestimmten Interesse gesteuert werden, ist klar. Und es ist ebenso ungewiss, wie die Wahrheit hinter der sichtbaren Scheinrealität aussieht. Eines scheinen sich beide Seiten bewusst zu sein: Bilder können zu einem strategisch relevanten Faktor werden. Schon immer war es ein Grundsatz der Propaganda, ein Bild mit der passenden Hintergrundinformation zu versehen um so eine emotionale und wirkungsvolle Aussage im gewünschten Sinn zu erreichen.

[...]


[1] Schuhmacher

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Key Visuals und politische Symbole
Hochschule
Universität Konstanz  (FB Geschichte und Soziologie)
Veranstaltung
Key Visuals
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V75974
ISBN (eBook)
9783638804103
ISBN (Buch)
9783638807326
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Visuals, Symbole
Arbeit zitieren
Christian Schöpf (Autor), 2007, Key Visuals und politische Symbole, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75974

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